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"Adson, wenn ich alles wüsste, würde ich Theologie lehren, in Paris."
- William von Baskerville in Der Name der Rose Eine Pseudowissenschaft, die sich mit der Natur und Existenz eines fiktiven Wesens befasst, das gemeinhin Gott
genannt wird. Da für die Existenz Gottes niemals Beweise vorgebracht wurden, ist es rätselhaft, worauf Theologie überhaupt basiert. Vergleicht man sie mit anderen Pseudowissenschaften wie etwa der Sindologie oder den Theorien von Dänikens, so
muss man feststellen, dass die Letzteren zumindest etwas Konkretes (das Grabtuch, eindrucksvolle uralte Bauten) vorweisen können, über das sie dann haltlos spekulieren, während die Theologie nicht einmal das
ontologische Problem geklärt hat, d.h. sie ist sich nicht einmal über das Vorhandensein des Gegenstandes klar, den sie erforschen will. In dieser Hinsicht ähnelt sie der ESP-Forschung. Theologie ist untrennbar mit einem religiösen Kult verbunden, dem weltweit fast zwei Milliarden Menschen angehören und der gemeinhin in drei Gruppen zerfällt, die allesamt die
Existenz Gottes voraussetzen und üblicherweise Christen, Moslems und Juden
genannt werden. Innerhalb dieser Gruppen gibt es zahlreiche Sub-Gruppen (katholische, evangelische, orthodoxe Christen; sunnitische, schiitische und ismaelitische Moslems; orthodoxe und reformerische Juden, um nur einige Beispiele zu nennen), und die Theologie dieser Gruppen unterscheidet sich häufig in wesentlichen Aspekten voneinander. Die Mitgliedschaft in einem dieser Kulte erfordert allerdings immer den Glauben an eine Reihe magischer und mystischer Überzeugungen, etwa die spontane Verwandlung von Brot in Fleisch, die Geburt ohne vorherige Befruchtung des Eis durch Spermien, die Auferstehung nach dem Tode, die Notwendigkeit von Speisegesetzen etc. Damit kann man die Theologie als
multi-irrational
bezeichnen. Allen Kulten gemeinsam ist die Existenz einer als "heilig" bezeichneten Schrift, die neben durchaus sinnvollen historischen Fakten und interessanten philosophischen und psychologischen Einblicken üblicherweise voller Aberglaube, Irrationalität, Gewaltverherrlichung und Intoleranz gegenüber Andersdenkenden ist.
Theologen führen keine Experimente durch, machen keine Kontrollstudien und kennen keine Doppelblindversuche. Voraussagen über das wahrscheinliche Verhalten
bekannter Phänomene machen sie ebenfalls nicht, und es gibt keine angewandte Theologie, die sich etwa in der Erfindung und Entwicklung technischer Geräte niederschlagen würde.Ähnlich wie ein Astrologe, der meist
quasi nebenbei etwas Astronomie betreiben muss, leistet auch ein Theologe oft Hervorragendes in bestimmten Aspekten seiner Arbeit, etwa Geschichtsforschung,
Linguistik oder Philosophie. Diese Aspekte sind jedoch nicht zentral für seine Arbeit, denn in diesem Falle könnte er besser als Historiker, Linguist oder Philosoph forschen, ohne Kultmitglied zu sein. Ein besonders unangenehmer Aspekt der Theologie ist der Umstand, dass ihr pseudowissenschaftliches Weltbild mittels spezieller Indoktrinierungskurse (sog. Religionsunterricht
) schon kleinen Kindern nahegebracht wird, die aufgrund ihrer mentalen Disposition besonders anfällig für Inhalte dieser Art sind. Es bleibt zu hoffen, dass der Gesetzgeber diese Lücke im Bildungswesen bald schließt.
Es ist immer schwierig, über die Zukunft eines esoterischen Kultes Aussagen zu machen, aber der Trend scheint im Moment dahin zu gehen, dass die Notwendigkeit der Theologie von immer mehr Menschen bezweifelt und ihre
schädlichen Aspekte immer mehr betont werden. Die größten Gegner der Theologie sind die Atheisten
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