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1. Arbeitskreis Komplementäre Onkologie Deutscher Heilpraktiker e.V.
(AKODH) Juni 2000 - Manfred D. Kuno =>1
2. A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin GmbH v.
25.10.2000
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3. Deutsche Gesellschaft für Onkologie e. V. Oktober 2000
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| 3. Deutsche Gesellschaft für Onkologie e.V. |
GALAVIT: Therapeutikum ohne Wirksamkeitsnachweis
Die intensive Bewerbung von GALAVIT ("der Immunmodulator aus der Weltraumforschung") in
Sensations-Presse, -Funk und -Fernsehen bewirkte eine ernstzunehmende Verunsicherung von
Therapeuten/innen und Patienten/innen und ging mit Anfragen zur wissenschaftlichen/therapeutischen
Relevanz der Substanz einher. Neben der Verunsicherung bezüglich Wirksamkeit und Unbedenklichkeit
(ernstzunehmende Daten zu Grundlagenforschung, Toxizitätsprüfungen, Langzeit-Nebenwirkungen,
experimentellen und klinischen Studien sind u. a. über Hersteller, Vertreiber, Anwender sowie
Literaturrecherchen nicht erhältlich) wird insbesondere die nicht-standesgemäße Bewerbung
der Therapie angemahnt. Art der Internetpräsentation bzw. Patienten/innen Information, ungerechtfertigte
Therapie(Heil)ansprüche, inklusive Empfehlungen zur Kombinationstherapie mit der umstrittenen und
ebenfalls nicht-wirksamkeitsgeprüften "Autologen Cytokin Therapie" nach Dr. Klehr,
Alleinvertretungsanspruch durch definierte Kliniken bzw. niedergelassene Ärzte widersprechen
seriösen therapeutischen/ärztlichen Ansprüchen und scheinen ausschließlich profitorientiert.
Dieser Eindruck wird durch die Preisgestaltung der Anwender bestätigt, die erheblich (ca. x 50)
vom Bezugspreis im Herstellerland abweicht, von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet wird
und für eine in Deutschland nicht zugelassene und nicht evaluierte Therapie unangemessen ist.
Nach Angaben der Vertreiber (Anwender) wurde GALAVIT im Auftrag des ehemaligen sowjetischen
Verteidigungsministerium entwickelt und ist im Herstellerland für diverse nicht-onkologische
Indikationen zugelassen. Der Reinsubstanz Amino-tetrahydrophtalozin-Natriumsalz (= GALAVIT)
werden vielfältige, insbesondere immunologische Wirkungen nachgesagt, ein relevanter Nachweis ist
bislang nicht adäquat dokumentiert! Bemerkenswert scheint in diesem Zusammenhang die Aussage
eines Anwenders, "dass Studien nicht herausgegeben und veröffentlicht werden, da dies den Prinzipien
der Regierungskrankenhäuser widerspreche" bzw. "dass in seriösen medizinischen Fachzeitschriften
oft mit zweierlei Maßstab gemessen wird", was die Publikation der Daten zu GALAVIT blockiere.
Derartige Praktiken entsprechen nicht dem deutschen bzw. westlichen medizinischen/wissenschaftlichen
Standard und sind mit Nachdruck abzulehnen.
FAZIT: Von der Anwendung des in Deutschland nicht zugelassenen Präparates GALAVIT muss abgeraten
werden, bis relevante Daten zur Unbedenklichkeit sowie zur experimentellen und klinischen Wirksamkeit
vorliegen. Die derzeitige Anwendungspraxis ist rein profitorientiert, nicht patientenorientiert!
Prof. Dr. med. J. Beuth
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Onkologie e. V.
Prof. Dr. med. G. Uhlenbruck
Vorsitzender des wissenschaftliche Beirates der Deutschen Gesellschaft für Onkologie e. V.
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