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Bremerhaven, 18.12.2002
In Bremerhaven und Umgebung häufen sich in den letzten Monaten Angebote für Heilverfahren mit Magnetfeldern, unter anderem mit Namen wie "Magnetresonanztherapie" oder "Pulsierende Signaltherapie" oder ähnliche.
Dabei hat der "Arbeitsausschuß "Ärztliche Behandlung"
des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen" schon vor
Jahren eine eindeutige Stellungnahme vorgelegt, worin es wörtlich
heißt:
====================================================================== Die aktuelle Analyse und Bewertung aller Stellungnahmen, der wissenschaftlichen Literatur und sonstigen Fundstellen ergab im Ergebnis, dass die Wirksamkeit und medizinische Notwendigkeit der Pulsierenden Signaltherapie bei den angegebenen Indikationen nicht hinreichend belegt ist. Langzeitbeobachtungen zum Nutzen und den Risiken der Signaltherapie lagen nicht vor, obwohl die Methode bereits seit Jahren an Patienten erprobt wird. Insgesamt waren alle Artikel und Berichte, die die Methode befürworteten, hinsichtlich ihrer Evidenz allenfalls auf Stufe III gemäß der Beurteilungsrichtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen einzuordnen. Aufgrund des fehlenden Wirksamkeitsnachweises und des Fehlens von Studien mit einer ausreichenden Nachbeobachtungszeit, die die behauptete Sicherheit des Verfahrens belegen könnten, sah der Arbeitsausschuss keine Möglichkeit, die Pulsierende Signaltherapie für die vertragsärztliche Versorgung anzuerkennen. Die zur Pulsierenden Signaltherapie vorliegenden Unterlagen waren so wenig tragfähig, daß auch eine teilweise Anerkennung zumindest bei einigen der benannten Indikationen nicht hätte begründet werden können. ======================================================================
Zitiert aus:
Stellungnahme des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen
zur Pulsierenden Signaltherapie (PST), [PDF], 653 KB)
http://daris.kbv.de/daris/link.asp?ID=1003695448
Übersetzt: Sowohl kurzfristig als auch langfristig keinerlei Nachweis einer Wirkung.
DENNOCH werden in Praxen von Masseuren, Heilpraktikern und Ärzten diese "Behandlungen" angeboten. Während Masseure und Heilpraktiker medizinische Laien sind, sollte man von Ärzten das notwendige Fachwissen und die Einhaltung der ärztlichen Ethik erwarten dürfen. Doch weit gefehlt. Selbst während der "Gesundheitswochen" wurde vor kurzem auf geradezu skandalöse Weise für die "Magnetfeldtherapien" geworben!
Der Materialwert der Elektrik eines der "Behandlungsgeräte" liegt bei weniger als 50 DM (25 Euro). Jeder, der einen Lökolben halten kann, kann sich in wenigen Minuten das Innenleben eines "Behandlungsgerätes" zusammenbauen.
Verkauft werden die "Behandlungsgeräte" jedoch für rund 5000 DM (2500 Euro). Kein Wunder, daß die Verkäufer so unverschämt vor nichts und niemandem halt machen. Verkauft werden die Geräte in getarnten Schnellballsystemen, genannt "MLM".
Was sich MLMer herausnehmen, ist vor kurzem in Bremerhaven beobachtet worden. Einen Auszug aus dem Protokoll finden Sie in der "Deutschen Amalgam-Page": http://www.ariplex.com/ama/ama_hoff.htm, wo auch andere Berichte über MLM zu lesen sind. Beispielhaft für das Geschäftsgebahren der MLMer seien hier genannt: http://www.ariplex.com/ama/ama_beta.htm und http://www.ariplex.com/ama/ama_tele.htm.
Die Verkäufer rühmen sich, in kürzester Zeit im Raum Bremerhaven-Bremen-Hamburg und Umgebung mehr als 3500 Geräte für "Magnetfeldtherapie" abgesetzt zu haben. Damit sind bei einem Stückpreis um 5000 DM (2500 Euro) mehr als 15 Millionen DM in ihre Taschen gewandert.
Beim Einsatz der Geräte in Praxen muß und wird ein Mehrfaches eingenommen werden. Zu rechnen ist mit mehr als 100 Millionen DM (50 Millionen Euro), die den Patienten in Privatliquidation aus der Tasche gezogen werden für ein bekannt völlig unwirksames Verfahren.
Wenn Sie zu Ihrem Masseur, Heilpraktiker oder Arzt gehen und dort Reklame für eine "Magnetfeldtherapie" finden (unter welchem Namen auch immer), dann wissen Sie, was die Uhr geschlagen hat...
Armes Deutschland
e-Mail: sfb@ariplex.com