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Skeptic's Dictionary
 

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Verbotene Bücher

von Tobias Budke

 

Ein Zauberbuch ist eine Sammlung von Zauberformeln, Anrufungen und Beschwörungen, die dazu dienen sollen, übernatürliche Wesen herbeizurufen, die Liebe eines anderen Menschen anzufachen oder sonst eines der Ziele zu erreichen, die man auf anderem Wege nicht erreichen kann. Beispiele für Zauberbücher sind etwa das im 13. Jahrhundert verfasste und 1629 gedruckte Constitutio Honorii von Papst Honorius III (1216-1227), das Clavicula Salomonis (der Schlüssel Salomos) aus dem Mittelalter, das Dragon Rouge oder das Zekerboni.

In eine andere Klasse gehören die sogenannten "Verbotenen Bücher", über deren Existenz nur geflüstert wird und deren Inhalt einen menschlichen Geist in den Wahnsinn treiben kann. Diese Bücher sind auf das Werk des US-Horrorschriftstellers Howard Phillips Lovecraft (1890-1937) zurückzuführen, der das sogenannte Necronomicon erfand ("Die Auswirkung der Toten auf die Zukunft").

Das Necronomicon hat ein unglückliches Eigenleben angenommen. Nicht nur H.R. Giger (der Erfinder des Alien) hat einen Bildband dieses Titels veröffentlicht (ganz nett, wenn man nicht - wie der Verfasser dieser Zeilen - Giger nach einer Weile über hat); auch in "okkulten" Anzeigen taucht das Buch bisweilen auf. Aufgrund persönlicher Erfahrungen mit Gläubigen möchte ich hier noch einmal deutlich sagen: Das Necronomicon existiert nicht. Es ist ebenso fiktiv wie De Vermiis Mysteriis, die Unaussprechlichen Kulte (eine Erfindung des Conan-Schöpfers Robert E. Howard) oder die Vastarien von Thomas Ligotti, dem wohl talentiertesten Autor, der jemals Geschichten im Stile Lovecrafts verfaßt hat. Man darf sich nicht verwirren lassen, dass Lovecraft etwa in seinen Werken auch auf Bücher zurückgreift, die existieren, so etwa Margaret Murrays Witchcraft in Western Europe. Diese Vermischung von wahr und falsch erhöht die Authentizität.

All diese Verbotenen Bücher enthalten neben okkultem Wissen häufig auch Zauberformeln und Anrufungen. Der Unterschied zwischen "echten" Zauberbüchern und "verbotenen" Büchern ist einfach, dass erstere zwar existieren, aber keine magischen Kräfte haben, während letzte nicht einmal existieren.


 

 

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