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Bildung ist die Wissenschaft der WAHRHEIT Unbildung ist die Kunst der UNWAHRHEIT WAHRHEIT ist, was ist, nicht, was nicht ist
UNWAHRHEIT ist, was nicht ist, nicht, was ist. - Alfred William Lawson Heutzutage wenig bekanntes revolutionäres physikalisches Prinzip, entwickelt von dem Flieger, Luftfahrttechniker und Baseballprofi Alfred William Lawson (1869-?), in der ohnehin
für ihre Bescheidenheit nicht bekannten Gruppe der
Pseudowissenschaftler vermutlich der König derer, die von sich selbst eine hohe Meinung haben. Über sich selber schrieb Lawson die folgenden Sätze:
„Sein Verstand löst jede Frage, und die Probleme, die die sogenannten klugen Menschen vor Rätsel stellen, sind Kinderspiele für ihn."
„Manchmal glaube ich, ich wurde zehn- oder zwanzigtausend Jahre vor meiner Zeit geboren ."
In seinen im Eigenverlag erschienenen Werken vertrat Lawson ein Modell der Physik, das er als „Zick-Zack und Wirbel" bezeichnete. Er verfasste mehr als fünfzig Schriften, von denen vor allem sein magnum
opus Lawsonomy (1935-39, drei Bände) herausragt. Im Theoriegebäude der Lawsonomie – die Lawson mit Dutzenden unverständlicher Neologismen garnierte – hat die Vorstellung, der Kosmos sei von Materie
verschiedener Dichte erfüllt, eine zentrale Rolle. Energie existiert nicht; es gibt nur Druck und Saugkraft, die für alles mögliche, darunter Planetenbewegungen, Wind und Lichtstrahlen verantwortlich sind. Auch der
menschliche Körper funktioniert gemäß diesen Gesetzen, wie auch der Geschlechtsverkehr (dessen Spielart der Magnetismus ist, wenngleich abgeschwächt). Auch die Psychologie wird von Lawson einleuchtend erklärt. Im
menschlichen Gehirn leben zwei Arten von Kreaturen, Menorgs und Disorgs (die einen gut, die anderen böse). Lawson betätigte sich auch als Ökonom und entwarf das „Lawson-Geldsystem", mit dem unter
anderem alle Arten von Kreditzinsen abgeschafft und „wertloses Geld" eingeführt werden sollte. Um seine Ansichten zu verbreiten, gründete Lawson eine Universität in Des Moines, Iowa, die aber auf wenig Gegenliebe bei
den Behörden stieß. Er wurde angeklagt, zu Bildungszwecken erworbene Geräte zu günstigen Preisen angekauft und dann illegal weiterverkauft zu haben; die Universität hatte zu keinem Zeitpunkt mehr als zwanzig Studenten,
und man sprach davon, dass der gesamte Lehrkörper aus Lawson selber bestände. Gegen Ende seines Lebens wandte sich Lawson der Religion zu und entwickelte ein eigenes Glaubenssystem namens „Lawsonomische Religion".
Literaturtips Gardner, Martin:
Fads and Fallacies in the Name of Science. New York 1957 (1952). Chapter 6. |