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Adolf Hitler

von Tobias Budke

Adolf Hitler (1889 - 1945)

Kanzler des Deutschen Reichs von 1933 - 1945 und politischer "Führer" und Diktator. Gründungsmitglied der National-Sozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei, während seiner Regierungszeit die einzige legale Partei in Deutschland und den später annektierten Gebieten.

Hitler wurde 1889 in Braunau am Inn (Österreich) geboren und erhielt erst kurz vor seiner Machtübernahme die deutsche Staatsangehörigkeit. Bis zum Ersten Weltkrieg wusste Hitler mit seinem Leben nichts anzufangen; er hatte künstlerische Ambitionen als Maler und Architekt und laut eigener Aussage das Gefühl, "das Schicksal habe Großes mit ihm vor".

Im Ersten Weltkrieg meldete Hitler sich freiwillig (allerdings für Deutschland, nicht für Österreich-Ungarn) und galt als tapferer und zuverlässiger Soldat, der mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Niederlage des Deutschen Reiches 1918 traf Hitler in einem Lazarett wie ein Schock, und bis zur Gründung der NSDAP (hervorgegangen aus einer älteren  bedeutungslosen Partei) lebte er in Wohnheimen und driftete ziellos durch Süddeutschland.

Eine Wende trat in Hitlers Leben ein, als er sein Redetalent entdeckte, das ihm selbst seine ärgsten Feinde nicht absprachen. Er wurde schnell zum besten Frontmann der NSDAP, die sich allerdings 1923 mit einem Putschversuch (dem "Marsch auf die Feldherrnhalle") in München übernahm. Hitler wurde zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, musste aber nur ein Jahr in der Festung Landsberg absitzen, wo er Zeit und Muße fand, sein politisches Manifest abzufassen.  Dieses sollte eigentlich "Viereinhalb Jahre Kampf gegen Dummheit, Feigheit und Verrat" heißen, wurde aber vom Herausgeber in "Mein Kampf" umbenannt. In diesem Werk stellt Hitler Grundzüge seiner zukünftigen Politik dar, durchzuführen nach der Machtübernahme. Er lässt keinen Zweifel daran, dass die in Deutschland noch sehr junge Demokratie (die "Weimarer Republik") bei ihm keine Chance haben würde und spricht offen von Diktatur, Krieg und Vernichtung "minderwertigen Lebens". Letzteres bezieht sich vor allem auf die Juden, die Hitler seit dem Ende des Weltkrieges mit einer unvergleichlichen Inbrunst hasst, die weit über alles hinausgeht, was zuvor an Antisemitismus gang und gäbe war. Die ideologische Struktur seines Hasses holt er sich unter anderem von Jörg Lanz von Liebenfels, dem Herausgeber der sogenannten Ostara-Hefte, in denen einem pseudowissenschaftlich verbrämten Rassismus das Wort geredet wird.

"Mein Kampf" steht neben dem Hexenhammer als eines der grauenhaftesten Machwerke der Weltliteratur da. Es verkaufte sich schlecht; erst die zunehmende Popularität Hitlers ab 1930 und später der massive soziale Druck im Dritten Reich, ein Exemplar zu besitzen (häufig als Hochzeitsgeschenk), brachte die Verkaufszahlen in die Höhe. Heute ist d as Buch in Deutschland und einigen anderen Staaten (nicht in den USA) verboten, darf aber in Auszügen und historisch kommentiert verlegt werden (etwa von Werner Maser).

Als der von vorneherein zu einer milden Strafe verurteilte und dazu noch frühzeitig entlassene Hitler (immerhin wegen Landesverrats angeklagt) Landsberg verlässt, beginnen fünf Jahre der totalen Erfolglosigkeit, während derer die NSDAP Splitterpartei ist und bleibt. Erst im Zuge der Weltwirtschaftskrise erhält sie einen Aufschwung, der grundsätzlich aber allen radikalen Kräften zugute kommt (so etwa auch den Kommunisten). Ihren Höhepunkt erreicht die Partei im Sommer 1932, als sie allerdings schon vor dem finanziellen Zusammenbruch steht; im November 1932 gehen die Wählerstimmen zurück, und nur aufgrund einer komplizierten Intrige zwischen Reichspräsident Hindenburg und den aufeinanderfolgenden Reichskanzlern Franz von Papen und General Kurt von Schleicher kommt Hitler am 30. Januar 1933 an die Macht - noch "eingerahmt" von nicht-nationalsozialistischen Ministern, aber schon bald in einer reinen Nazi-Regierung.

Hitler ist der unbestrittene "Führer" sämtlicher Organisationen des Dritten Reiches, ob Partei oder Regierung. Nur die deutsche Armee, in "Wehrmacht" umbenannt, behält noch eine längere Zeit eine relative Unabhängigkeit, bereitet Hitler aber nach der Säuberung vom Juni 1934, die der paramilitärischen Sturmabteilung (SA) das Rückgrat bricht, macht die Wehrmacht ihm keine Schwierigkeiten mehr, solange die Vorbereitungen auf und die Durchführung des Krieges (s.u.) gut laufen. Das Attentat vom 20. Juli 1944, eine Art Militärputschversuch, scheitert kläglich; seine Gründe sind nur bedingt in der Unmenschlichkeit des Hitler-Regimes und viel eher in der Einsicht in die militärische Niederlage zu suchen. Die Heldenverehrung, die später den Putschisten in Deutschland entgegengebracht wird, hat wohl mehr mit dem Versuch zu tun, eine Tradition des Widerstandes in der neuen deutschen Demokratie zu etablieren, als mit der historischen Wirklichkeit.

Zwei Dinge sind es vor allem, die Hitler zum größten Verbrecher der Weltgeschichte machen: Der geplante Angriffskrieg gegen die halbe Welt und die planmäßige Vernichtung von Millionen von Menschen, die meisten von ihnen Juden aus Deutschland, Polen, Russland und anderen eroberten Gebieten. Beides hängt zusammen, und häufig wird eine militärische Operation von der "Notwendigkeit" diktiert, möglichst viele Juden  noch schnell zu töten, bevor der Feind einmarschiert; die vielen Haltebefehle in der Spätphase des Krieges geben darüber Aufschluss.

Der Krieg begann nach allgemeiner Auffassung am 1. September 1939 mit dem deutschen Angriff auf Polen, obwohl auch in den Monaten zuvor nicht gerade Frieden herrschte. Polen war jedoch nicht das eigentliche Ziel Hitlers, sondern Russland, das sich in einem zynischen Machtpoker verkalkuliert hatte: Im berühmten Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der UdSSR von Ende August 1939 war ein Deal gemacht worden, der auf die Teilung Polens hinauslief; außerdem sollte Deutschland freie Bahn im Westen haben (ohne einen Zweifrontenkrieg fürchten zu müssen; Frankreich wurde 1940 in einem Blitzfeldzug erobert) und Russland den Finnlandkrieg ohne deutsche Einmischung führen dürfen (wo von Blitzfeldzug keine Rede sein konnte). Die Quittung bekam die UdSSR ab Juni 1941, als deutsche Truppen die desorganisierte Rote Armee vor sich hertrieben und erst kurz vor Moskau zum Stehen gebracht werden konnten.

Das Scheitern dieser Offensive stellte eine Wende im Kriegsgeschehen dar, aber erst die Schlacht um Stalingrad 1942/43 machte diese Wende komplett und offensichtlich. Die Rote Armee gewann immer mehr an Boden, und mit der Normandie-Invasion der westlichen Alliierten ab Juni 1944 war das Schicksal Deutschlands besiegelt. Die formale Kapitulation erfolgte am 8. Mai 1945.

 Der Massenmord an Juden, Kommunisten, Zigeunern und anderen "Staatsfeinden" und "rassisch Minderwertigen" nahm Ausmaße an, die selbst eine informierte Weltöffentlichkeit nur schwer glauben konnte. Die Zahl der Opfer bewegte sich zwischen vier und sechs Millionen Menschen; die überwiegende Mehrzahl von ihnen waren Juden, vor allem aus Osteuropa. Völkermord ist keine Erfindung der Nazis, aber die mechanisch-systematische Ausrottung ganzer Menschengruppen hatte es bis dahin noch nicht gegeben. 

Dieser Massenmord war unzweifelhaft Hitlers persönliches Werk, viel mehr als der Krieg, den eine Wehrmacht unter einer Militärdiktatur oder einer rechtsnationalen Regierung (an Stelle Hitlers) vielleicht auch geführt hätte (wenn auch nicht gerade gegen die UdSSR, mit der die Weimarer Republik insgeheim militärisch zusammengearbeitet hatte). Die Judenvernichtung hätte ohne Hitler nicht stattgefunden; selbst der rabiateste deutsche Antisemitismus wollte die Juden "nur" zu Bürgern zweiter Klasse machen oder gleich ganz abschieben oder umsiedeln, aber nicht maschinell ermorden. Niemals zuvor und niemals mehr hat der persönliche Wahn eines einzigen Menschen so viele Opfer gefordert (obgleich sich später einige, etwa Pol Pot oder Idi Amin, bemühten, es Hitler gleichzutun).

Als die Reichshauptstadt Berlin um seinen Bunker herum brannte und zerbombt wurde und die Rote Armee kurz vor der Einnahme der Stadt stand, beging Hitler Selbstmord, nachdem er noch kurz zuvor Eva Braun geheiratet hatte. Sein Leichnam wurde von seinen letzten Getreuen verbrannt.

Hitlers Leben und Wirken haben zu zahllosen Legenden und Mythen geführt, die um seine Person gewebt wurden - viele stammen von Menschen, die noch "Gutes" am Dritten Reich finden wollen, einige von Gegnern, die, wenn sie Hitler schlagen, noch andere treffen wollen, manche von schlicht Irregeleiteten.

Hier soll es vor allem um die "persönlichen" Hitler-Legenden gehen; die allgemeineren Legenden zum Nationalsozialismus folgen in einem späteren Eintrag.

Eine vermutlich niemals vollständige Liste müsste auf jeden Fall diese Punkte umfassen (wird ständig erweitert):

 

1) Hitler hat die Autobahnen gebaut

Diese Legende wurde in den ersten zwanzig Jahren nach Kriegsende häufiger verbreitet; heutzutage hört man sie aus biologischen Gründen nur noch selten.
Es stimmt, dass Hitler von Autobahnen fasziniert war und von seiner persönlichen Vision "eines Netzes kreuzungsfreier Straßen" spricht. Die Planungen für die deutschen Autobahnen gehen jedoch auf die Zeit der Weimarer Republik zurück (die AVUS wurde sogar schon 1912 begonnen). 1921 wurde die AVUS (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße) eröffnet. Sie war knapp 10 km lang und die erste Autobahn der Welt; in Italien und den USA wurden in den 20ern ähnliche Projekte realisiert (insbesondere die berühmte "Autostrada" Puricellis). Nach dem "Schwarzen Freitag" Oktober 1929 blieben zahlreiche Projekte liegen; sie waren auch nicht unumstritten, selbst in der NSDAP selber nicht. Hitler selber setzte die Autobahnen nur noch um; die Vorarbeit war schon lange gemacht worden. Sie wären auch ohne Hitler gebaut worden, allerdings in einem vernünftigeren Umfang und einem mit einem besseren Zeitplan.
Ob die Autobahnen tatsächlich einem militärischen Zweck dienen konnten, muss bezweifelt werden, obgleich Hitler sich dies zweifellos so vorgestellt hatte. Die Bahnen boten feindlichen Fliegern im Krieg hervorragende Orientierungsmöglichkeiten und waren außerdem in der Zeit des schweren Luftkriegs kaum noch benutzbar. Der mangelnde Ausbau des Eisenbahnnetzes (zugunsten der Autobahnen) sollte sich rächen, denn die Reichsbahn war ihren Transportaufgaben oft nicht gewachsen.

2) Hitler wurde gewählt

Die NSDAP erlangte selbst zu ihren besten Zeiten in der Weimarer Republik niemals die absolute Mehrheit; ihr Spitzenergebnis war 43,9% am 5. März 1933 - nach der Machtübernahme und trotz eines gewaltigen Propagandaapparates waren die Deutschen bei diesen letzten relativ freien Wahlen nicht bereit, den Nazis einen Persilschein auszustellen. Hitler kam nicht durch demokratische Wahlen, sondern durch Intrigen an die Macht, die er weniger selbst inszenierte als deren Nutznießer er war.

3) Hitler war ein Faschist

"Nichts ist irreführender, als Hitler einen Faschisten zu nennen.", schreibt Sebastian Haffner in Anmerkungen zu Hitler. Faschismus, so unangenehm er sein mag, ist zumindest eine durchdachte politisch-gesellschaftliche Konzeption, nämlich die Herrschaft einer Elite in einem Ständestaat, der durch künstliche populistische Begeisterung getragen wird. Der Nationalsozialismus war nichts davon, und Hitler selber hatte nicht das geringste Interesse an beständigen staatlichen Strukturen, wie sie etwa Mussolini schaffen wollte (den man aus vielen Gründen nicht mit Hitler vergleichen sollte; so spielte Antisemitismus in Mussolinis Denken ursprünglich keine Rolle).
Die inflationäre Verwendung des Wortes "Faschist" ist vermutlich auf Stalin zurückzuführen, der in den 20er und 30er Jahren das politische Wörterbuch um Begriffe wie "Sozialfaschist" (SPD) oder "Klerikalfaschist" (Zentrum) bereicherte. Unglücklicherweise war die deutsche KPD moskautreu genug, um diese Definitionen zu übernehmen. Ihre modernen Nachfolger sprechen bevorzugt von "faschistischen", "faschistoiden" oder "krypto-faschistischen" Strukturen, ungetrübt von jeder Sachkenntnis.

4) Hitler war ein genialer Stratege und Taktiker/war militärisch völlig inkompetent

Hitler war nicht der militärische Nichtswisser, als den ihn manche Generäle später bezeichneten, aber ein Napoleon oder Alexander war er auch nicht. Der Frankreichfeldzug, der als perfekte Demonstration des Blitzkrieges bezeichnet wurde, war so weder von ihm noch von seinen Generälen geplant worden; im Russlandfeldzug verpasste er es, Moskau einzunehmen. Besonders in der Defensive war seine Taktik oft zu stupide und unflexibel. Militärischen Weitblick bewies er allerdings beim Einsatz der unabhängigen Panzerverbände Guderians, eine Taktik, die er gegen die alten Generäle erst durchsetzen musste und die später von allen Kriegsteilnehmern kopiert wurde.

5) Hitler war ein deutscher Patriot

Hitler hat dem deutschen Volk niemals herzliche Gefühle entgegengebracht; es war für ihn immer nur Mittel zum Zweck. Deutsche Kultur und Geschichte interessierten ihn zwar sehr, aber er suchte sich nur die Lektionen zusammen, die ihm ins Konzept passten. Seine bisweilen fanatische Verehrung Deutschlands hatte mit Zuneigung und Patriotismus nichts zu tun. Gegen Ende des Krieges versuchte er, all das von seinen SS-Leuten zerstören zu lassen, was den alliierten Bombern bis dahin entgangen war ("Nero-Befehle"), und es wäre ihm niemals in den Sinn gekommen, einen vernünftigen Frieden zu schließen, um Deutschland möglichst vor Schaden und Verlusten zu bewahren.

6) Hitler war wahnsinnig

"Um unserer eigenen geistigen Gesundheit willen mussten wir annehmen, er sei wahnsinnig.", schreibt Edgar Allan Poe über einen Mörder. Wahnsinnig ist kein medizinischer Begriff, und eine Diagnose des Hitlerschen Geisteszustandes ist nicht mehr möglich. Ich persönlich halte es für unwahrscheinlich, dass Hitler wahnsinnig war; ich würde sagen, dass monomanischer Hass einen Menschen nicht automatisch als "krank" abqualifiziert und dass Hitler bei dem, was er tat, durchaus im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war. In der modernen Neurobiologie geht man mehr und mehr davon aus, dass es keinen "Charakter"gibt, der wahnsinnig sein könnte, sondern dieser vielmehr aus einer Reihe zahlreicher neuraler Systeme und Sub-Systeme besteht; möglicherweise waren bei Hitler einige dieser Systeme gestört, während andere normal funktionierten.

7) Hitler hieß tatsächlich Adolf Schicklgruber

Hitlers Vater hatte Schicklgruber geheißen, aber 12 Jahre vor Hitlers Geburt seinen Namen zu Hitler geändert (der Name seines Vaters); Hitler hieß von seiner Geburt an Hitler.

8) Hitler war der letzte Reichskanzler

Der formal letzte Kanzler des Deutschen Reiches war nach Hitlers Selbstmord Großadmiral Karl Dönitz, ein Getreuer bis zum letzten Tag; übrigens eine echte Enttäuschung für Reichsführer SS Heinrich Himmler, der schon jahrelang auf die Nachfolge spekuliert hatte.

9) Hitler wusste nichts von der Judenvernichtung

Diese These zieht sich wie ein roter Faden durch die "gemäßigte" rechtsextreme Geschichtswissenschaft: Der Massenmord wird zwar im Prinzip zugegeben - wenn auch meist verkleinert - aber Hitler soll von der Verantwortung freigesprochen werden (wobei häufig Himmler als Motor hinter der Judenvernichtung hingestellt wird).
Diese These ist nicht zu halten. Eine Aktion wie den Holocaust im Dritten Reich, das in jedem seiner Bereiche komplett auf den "Führer" zugeschnitten war, ohne dessen Wissen durchzuführen, war vollkommen unmöglich. Diese vor allem von David Irving vertretene Theorie erinnert stark an die "Wenn das der Führer wüsste"-Mentalität im Dritten Reich, mit der manche Leute Pogrome, SS-Übergriffe oder Morde komplett den lokalen Nazigrößen anlasten wollten. Zwar war Hitler sicher nicht jedes einzelne Detail bekannt, aber an seiner persönlichen Schuld und Beteiligung auf der Planungs- und Organisationsebene kann kein Zweifel bestehen.

10) Hitler war ein schlechter Soldat; er wurde nie befördert.

Es stimmt, dass Hitler den Ersten Weltkrieg als Gefreiter beendete, aber das dürfte nur zum Teil an seinen "mangelnden Führungsfähigkeiten" liegen, die ihm von einem Vorgesetzten bescheinigt wurden. Viel wichtiger war vermutlich, dass Hitler als Meldegänger eingesetzt wurde und hervorragende Arbeit leistete. Hätte man ihn befördert, wäre er nicht mehr auf diesem Posten einsetzbar gewesen. Hitler erhielt mehrere Auszeichnungen und wurde von seinen Vorgesetzten geschätzt und respektiert; insbesondere seine persönliche Tapferkeit imponierte ihnen.

11) Hitler war ein künstlerischer Dilettant

Hitlers Bewerbungen an der Kunstakademie wurden allesamt abgelehnt, und daraus haben viele Menschen geschlossen, dass Hitler ein Stümper war. Ganz so war es nicht: Die Kommentare seiner Bewerter geben darüber Aufschluss, dass Hitlers Produktionen viele Mängel hatten, aber durchaus auch Stärken. So waren seine architektonischen Zeichnungen nicht "inspiriert", aber exzellente Abbildungen von Gebäuden und Straßen, und Hitler konnte sich eine Zeit lang mit selbstgezeichneten Postkarten über Wasser halten. Zu der Zeit hatte er übrigens schon eine sehr kritische Haltung zu seiner eigenen Malerei.
Es trifft auch nicht zu, dass Hitler "total unmusikalisch" war (Hitlers Frauen, ZDF, 23.5.2001, 20.15-21.00). Er musizierte selten selber, konnte aber ganz passabel singen und schätzte nicht nur Wagner, sondern auch Beethoven und Chopin. Häufig bat er Ernst Hanfstaengl, für ihn Klavier zu spielen. Daneben schrieb Hitler noch Gedichte, die literarisch wertlos sein mögen, aber von denen manche recht bewegend sind (etwa über seine Mutter, die er sehr geliebt hat).
Die Vorstellung, Hitler sei künstlerisch unbegabt gewesen, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass viele Menschen glauben, künstlerisches Talent mache einen Menschen irgendwie moralisch besser. Das ist natürlich Unsinn.

 

Hitlers Leben ist ein dankbares Objekt für zahlreiche Pseudohistoriker.

 

Literaturtips

Haffner, Sebastian: Anmerkungen zu Hitler.

Haffner, Sebastian: Germany - Jekyll und Hyde.

Toland, John: Das Finale. Die letzten hundert Tage.

Toland, John: Adolf Hitler.

Fest, Joachim: Hitler.

Winkler, Hans-Joachim: Legenden um Hitler.

Benz, Wolfgang: Legenden, Lügen, Vorurteile.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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