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Koro
ist eine psychische Störung, die von der Wahnvorstellung charakterisiert wird, der Penis schrumpfe und ziehe sich in den Körper zurück, begleitet von Panikattacken und Todesfurcht. Dieser Wahn hat seine Ursachen in chinesischer Metaphysik und kulturellen Bräuchen.
Koro
befällt vor allem chinesische Männer und geht einher mit dem Glauben, dass ungesunde oder abnormale sexuelle Handlungen (etwa Sex mit Prostitutierten, Masturbation oder sogar nächtlicher Samenerguss) das Yin-Yang-Gleichgewicht stören, das angeblich vorherrscht, wenn ein Mann Sex mit seiner Ehefrau hat (d.h. „normalen" Geschlechtsverkehr). Diese Störung der metaphysischen Harmonie (Verlust des Yang) zeigt sich in der Schrumpfung des Penis. Yang ist die lebenswichtige Essenz des Männlichen, und wenn es auf unpassende Weise ausgestoßen wird, so glaubt Mann, das Ergebnis sei eine möglicherweise tödliche Dosis von
koro.Auch die Übertragung von koro durch Nahrungsmittel wird gefürchtet. In Singapur kam es 1967 zu einer koro-Epidemie, nachdem Zeitungen über Fälle von koro
durch das Essen von Schweinefleisch berichtet hatten, dessen Vorbesitzer gegen die Schweinepest geimpft worden war. Es kam nicht nur zu Einbrüchen beim Verkauf von Schweinefleisch, sondern auch zu Hunderten von koro
-Fällen. Die Macht der Presse, Panik zu verursachen, wurde ausgeglichen durch ihre gleich große Macht, das Ungleichgewicht, das sie erzeugt hatte, wieder zur Ruhe zu bringen. Sie gaben der Singapore Medical Association
und dem Gesundheitsministerium breiten Raum, und diese überzeugten die Menschen, dass koro ein Produkt der Angst sei, womit sie die Epidemie beendeten. Literaturtips (englisch) Invasion of the Penis Snatchers Bartholomew, Rober E. "The Medicalization of Exotic Deviance:
A Sociological Perspective on Epidemic Koro," Transcultural Psychiatry 35(1):5-38, March 1998. Rubin, Robert T. Extraordinary Disorders of Human Behavior, edited by Claude T. H. Friedmann and Robert A. Faguet (NY & London: Plenum Press, 1982). |