|
„Heiden" ist der Begriff, den Christen verwenden, um diejenigen zu benennen, die entweder vor den oder außerhalb der Buchreligionen Judentum,
Christentum und Islam lebten und leben. Juden in der christlichen Ära und Moslems sind gemäß christlicher Auffassung keine Heiden, aber Ungläubige; Juden vor der christlichen Ära sind nicht wirklich Heiden, aber auch
keine Ungläubigen. Aber sie waren eher Heiden als Ungläubige.Ungläubigen ist es beschieden, zur Hölle zu fahren. Gute Heiden wie etwa Sokrates und gute Juden wie etwa Moses konnten den Himmel nicht
betreten, aber mussten auch nicht in die Hölle. Zu irgendeinem Zeitpunkt in der christlichen Mythologie wurde der „Limbus" (lat. limbus
„Saum") erfunden als Ort für die guten Seelen, die nicht in Christus gelebt hatten. Der Limbus ist jedoch mittlerweile den Weg allen Fleisches gegangen und wird von der katholischen Kirche als nichtexistent betrachtet.
Als Kind in katholischen Schulen gab ich ab und zu einen Groschen als Spende für die „Heidenkinder". Dies waren die nicht-christlichen Kinder, die von den kirchlichen Missioniaren gesucht wurden. Nein, sie
wurden nicht für Experimente, Verstümmelungen, Mord, Organdiebstahl, Kannibalismus oder Schändung gesucht. Sie wurden gesucht, um für die eine, wahre, heilige und apostolische Kirche getauft zu werden. Das Wort
„Heide" basiert darauf, dass sie in christlicher Zeit „in der Heide", d.h. auf dem Land lebten, wo sich die alten Kulte von Mithras, Venus, Apollo, Demeter usw. länger halten konnten. Sie waren die Polytheisten, die die
Wahrheit des Monotheismus noch nicht empfangen hatten. Heutzutage hört man nur wenige Christen über Mitglieder großer Religionen – wie etwa Buddhismus – als Heiden sprechen, aber der Begriff wird immer noch gebraucht
für Menschen, die keiner Religion, einem der New Age-Kulten oder einer antichristlichen Sekte angehören.
Literaturtips (englisch)
Why Pagans Need to Come Out of the Broom-Closet by Sophia X. Pharou
The Celtic Druids
|