|
Das Studium der Handschrift, insbesondere verwendet als ein Mittel der Analyse des Charakters eines Menschen. Graphologen glauben, daß die
Handschrift eine physische Manifestierung einer rein geistigen Funktion ist und ähnliche Erkenntnisse über eine Person erbringt wie Astrologie, Psychometrie oder der Myers-Briggs-Test. Graphologie, so wird behauptet,
sei nützlich für das Verständnis von Jugendlichen, Ehetips, Aufdeckung von Verbrechen oder Krankheitsdiagnose. [PCCS] Graphologie hat keine vernünftige theoretische Grundlage, obwohl es eine Reihe von Techniken gibt,
die von Graphologen verwendet werden. Trotzdem scheinen die Interpretationen dieser "Experten" samt und sonders auf vage Einschätzungen reduzierbar zu sein, die von sich behaupten, grundlegende
Persönlichkeitseigenschaften aufgrund von Dingen wie ausgeübtem Druck beim Schreiben, Wort- und Buchstabenabständen, gekreuzten t's, gepunkteten i's und Größe, Neigung, Geschwindigkeit und Schreibfluß ermitteln zu
können. Da es keine brauchbare Theorie gibt, wie Graphologie funktionieren könnte, ist es nicht überraschend, daß es keine empirischen Belege gibt, daß irgendwelche graphologischen Merkmale eine signifikante
Beziehung zu irgendwelchen interessanten Persönlichkeitsmerkmalen haben. Allerdings sind sogar Nicht-Fachleute in der Lage, in 70% aller Fälle das Geschlecht des Schreibenden korrekt zu identifizieren. [Furnham, S. 204]
Adrian Furnham schreibt:
Leser, denen die Technik des kalten Lesens bekannt ist, werden in der Lage sein, zu verstehen, warum Graphologie zu funktionieren scheint und
warum so viele (ansonsten vernünftige) Leute an sie glauben [S. 204]
Wenn man zum kalten Lesen noch den Forer oder Barnum-Effekt und gegenseitige Bestärkung hinzufügt, dann hat man, denke ich, eine recht vollständige Erklärung für die Popularität der Graphologie.
Graphologie ist ein weiterer Wunschtraum derer, die einen kurzen und bündigen Prozeß der Entscheidungsfindung wollen, der ihnen sagt, wen sie heiraten sollen, wer das Verbrechen begangen hat, wen sie einstellen sollen,
welche Karriere für sie in Frage kommt, wo gut jagen ist, wo sich das Wasser, das Öl oder der vergrabene Schatz befinden, oder wie es jetzt weitergehen soll. Graphologie ist der nächste Eintrag in einer langen Liste von
unsinnigen Surrogaten für harte Arbeit. Sie hat Anziehungskraft auf jene, die ungeduldig sind mit so langwierigen Dingen wie Forschung, Beweisanalyse, scharfem Nachdenken, Logik und dem Prüfen von Hypothesen. Daher:
Wollen Sie Resultate und wollen Sie sie jetzt und hier und wollen Sie sie in sicheren, felsenfesten Begriffen, ist Graphologie Ihr Ding. Können Sie allerdings mit vernünftigen Wahrscheinlichkeiten und Unsicherheiten
leben, dann sollten sie eine andere Methode probieren, einen Ehepartner zu finden oder einen Bewerber einzuschätzen. Anmerkung des Übersetzers: Der bekannte kanadische Zauberer und Skeptiker James Randi
untersuchte im Rahmen seiner für den britischen Sender Granada ausgestrahlten Show James Randi: Psychic Investigator unter anderem auch den Graphologen Duncan McIntosh, dessen Aufgabe in der Show es war,
fünf ihm unbekannte Frauen aufgrund ihrer Handschrift fünf Berufen zuzuordnen. Es gelang ihm bei einer, was exakt der Wahrscheinlichkeitserwartung entspricht (Randi, S. 105-108). Graphologie sollte nicht mit
Grapho-Analyse verwechselt werden, der vollkommen fundierten Fähigkeit, Handschriften ihren Besitzern zuzuordnen. Die Polizei stellt - in korrekter Wortwahl - keine Graphologen, sondern Grapho-Analytiker ein, um z.
B. Drohbriefe zu untersuchen und mit Schriftproben zu vergleichen. Weiterführende Literatur (englisch)
Graphologische Geschlechtertests. Eine witzige Anwendung dieser wunderbaren "Wissenschaft". -----The Write Stuff - Evaluations of
Graphology, the Study of Handwriting Analysis, edited by Barry L. Beyerstein and Dayle F. Beyerstein (Buffalo, N.Y.: Prometheus Books, 1991). Basil, Robert. "Graphology and Personality: `Let the Buyer
Beware'," in The Hundreth Monkey and Other Paradigms of the Paranormal,ed. Kendrick Frazier (Buffalo, N.Y.: Prometheus Books, 1991), pp. 206-208. Furnham, Adrian. "Write and Wrong: The Validity of
Graphological Analysis," in The Hundreth Monkey and Other Paradigms of the Paranormal,ed. Kendrick Frazier (Buffalo, N.Y.: Prometheus Books, 1991), pp. 200-205. Gardner, Martin.
Fads and Fallacies in the Name of Science (New York: Dover Publications, Inc., 1957), ch. 24. Randi, James: Psychic Investigator (London: Boxtree Limited, 1991), ch. 7. |