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Skeptic's Dictionary
 

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  Robert T. Carroll
Professor of Philosophy
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Exorzismus

Ein Exorzismus ist ein religiöses Ritual, um Satan oder böse Geister aus einem Menschen, einem Ort oder einem Gegenstand zu treiben, der besessen ist. In der Antike hatten viele Kulturen solche Rituale. Heutzutage glaubt die katholische Kirche noch immer an teuflische Besessenheit, und ihre Priester führen noch immer etwas durch, das „echter Exorzismus" genannt wird, wobei sie heiliges Wasser, Anrufungen, zahlreiche Gebete, Weihrauch, Reliquien oder christliche Symbole wie das Kreuz verwenden, um die bösen Geister zu bannen. Die meisten protestantischen Sekten glauben ebenfalls an satanische Besessenheit und Exorzismus.

Exorzismen können bei leblosen Gegenständen oder Orten wie auch bei Menschen durchgeführt werden. Es muss sich dabei nicht um „echte Exorzismen" handeln, sondern es können auch „einfache Exorzismen" sein (wie etwa die Taufe eines Babys oder das „Segnen" eines Hauses oder Ortes). Satan scheint überall zu sein, aber die echten Exorzismus-Profis werden nur gebraucht, wenn der Gottseibeiuns wirklich aufs Gaspedal drückt.

Die Mehrzahl, wenn nicht alle Fälle von angeblicher dämonischer Besessenheit treten vermutlich bei Menschen mit mentalen Störungen (von Epilepsie über Schizophrenie bis zum Tourette-Syndrom) oder bei mehr oder weniger gesunden Menschen auf, die das Pech haben, in ein soziales Rollenspiel gedrängt zu werden, das sehr unangenehme Konsequenzen hat. Auf jeden Fall ähnelt das Verhalten der Besessenen sehr stark dem Verhalten von Menschen mit elektrochemischen, neurochemischen oder körperlichen Störungen.

Eine verweltlichte Version des Exorzismus wird von einigen Therapeuten betrieben, die sich darauf spezialisieren, „Wesenheiten" in ihren Patienten zu entlarven und zu vertreiben, die – so die Therapeuten – die Ursache für die Schwierigkeiten des Patienten darstellen. Diese sogenannten Entity Release -Therapeuten (etwa „Freisetzung der Wesenheiten", AdÜ) gehen auf diese Art vor, obwohl es für ihre „Wesenheiten" ähnlich gute Beweise gibt wie für die Dämonen, die von katholischen Priestern ausgetrieben werden. Vielen Menschen jedoch widerstrebt die Vorstellung, dass dämonische Besessenheit ein Mythos ist, vor allem da sie Filme wie Der Exorzist oder Amityville Horror gesehen haben. Sie können sich nicht vorstellen, dass jemand sich dieses Zeug ausdenkt; und doch scheint es wesentlich mehr Phantasie zu erfordern, solchen Geschichten Glauben zu schenken.

 

Literaturtips (englisch)

Gold, Mark S. The Good News About Depression : Cures and Treatments in the New Age of Psychiatry (New York: Bantam Doubleday Dell, 1995).

Singer, Margaret Thaler and Janja Lalich. Crazy Therapies (San Francisco: Jossey-Bass, Inc., 1996). Review.

Spanos, Nicholas P. Multiple Identities and False Memories: A Sociocognitive Perspective (Washington, D.C.: American Psychological Association, 1996).

 

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