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Skeptic's Dictionary
 

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Druiden

Die Druiden waren die „weisen Männer" der Kelten. Obgleich Dutzende von Büchern über sie geschrieben wurden, weiß man praktisch gar nichts über sie. Ihre Glaubensvorstellungen waren esoterisch und wurden mündlich weitergegeben. Ihre Gebräuche waren zum größten Teil nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Ohne schriftliche Tradition und wichtige Tempel oder Kultstätten, deren Kunst einen Hinweis auf einige der druidischen Aktivitäten geben könnte, sind wir gezwungen, uns auf die Aussagen und Spekulationen außenstehender Beobachter zu verlassen.

Erwähnt werden die Druiden von den antiken Autoren Strabo, Diodorus, Posidonius und Cäsar, bei denen sie als Anführer blutiger religiöser Rituale dargestellt werden. Daher nimmt man oft an, die Druiden hätten vor allem eine religiöse Funktion gehabt, und sie werden häufig „Priester" genannt. Diodorus nennt sie „Philosophen", während Strabo sie als Barden und Wahrsager mit einem guten Ruf als Schlichter und Vermittler bezeichnet. Was auch immer sie waren, die Druiden genossen einen hohen Status in der keltischen Gesellschaft, so ganz anders als die modernen „Druiden", die Freude daran haben, mit dem Gras oder dem Wind zu kommunizieren, während sie um Steinkreise herummarschieren.

Moderne „Druiden" behandeln Stonehenge und andere megalithische Monumente auf den Britischen Inseln als Stätten der Anbetung. Alle Steinkreise, Menhire, Dolmen etc. der Britischen Inseln wurden allerdings von Menschen errichtet, die zwischen ein- und dreitausend Jahre vor den Kelten dort lebten; Stonehenge etwa wurde über Jahrhunderte erbaut, etwa zwischen 2800 und 1550 v. Chr. Die Kelten erreichten die Inseln erst lange nachdem die großen Megalithen schon standen.

Vermutlich waren die keltischen Druiden eine von den Kriegern getrennte Klasse. „Sie dienten den Stämmen und Verbänden als Richter, Propheten, Wahrsager, weise Männer und als Bewahrer der kollektiven Erinnerung" (Gerhard Herm). Sie waren die Intellektuellen in einer Kriegergesellschaft und sind verglichen worden mit den Brahmanen des indischen Kastensystems. Das Wort „Druide" leitet sich wahrscheinlich vom griechischen drus „Eiche" und dem indoeuropäischen wid „Weisheit" ab, „was die offenbar absurde Bedeutung ‚Eichenkenner' ergibt" (Herm). Auf jeden Fall werden Druiden üblicherweise mit Eichenbäumen in Verbindung gebracht. Einige Leute meinen, sie hätten Versammlungen in heiligen Hainen abgehalten, die auf den Eichen wachsende Mistel hoch geschätzt oder die Bäume selber verehrt. Die Naturverehrung der modernen Druiden ist allerdings eine abenteuerliche Verbindung zu den alten Kelten. Darüber hinaus gibt es keine direkte historische Verbindung zwischen den keltischen Druiden und Wicca.

 

Literaturtips (englisch)

 

Delaney, Frank. The Celts (3 video tapes).

Ellis, Peter Berresford. The Druids (Wm. B. Eeerdmans Publishing Co.;1998).

Lonigan, Paul R. The Druids : Priests of the Ancient Celts (Contributions to the Study of Religion, No 45) (Greenwood Publishing Group, 1996).

'O. Hogain, Daithi. The Sacred Isle: Pre-Christian Religions in Ireland (Boydell & Brewer, 1999).

(deutsch)

Gerhard Herm: Die Kelten.

 

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