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Skeptic's Dictionary
 

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Fakir

Ein Fakir ist ein Eingeweihter eines Sufi-Bettelordens. Das Wort leitet sich ab von dem arabischen Wort für „Armut" und wird im erweiterten Sinne auch für asketisch lebende heilige Männer in Indien (sadhus) verwendet, die nichts als einen Lendenschurz (dhoti) tragen. Hauptsächlich findet der Begriff jedoch für wandernde indische Zauberkünstler und angebliche Wundermänner.

Fakire reisen von Dorf zu Dorf und vollbringen "Wunder" wie etwa das Herbeizaubern von vibhuti (heiliger Asche) oder Juwelen. Sie zeigen auch andere Zaubertricks wie etwa das Laufen auf glühenden Kohlen, das Liegen auf einem Nagelbett, Feuerschlucken, das Eintauchen der Hände in siedendem „Öl", das Durchstechen ihrer Gesichter mit langen Nadeln oder das Einhängen großer Haken in ihr Rückenfleisch, mit denen sie dann schwere Objekte ziehen. Einigen Fakiren sagt man sogar nach, sie könnten sich in die Luft erheben oder den berühmten indischen Seiltrick durchführen. Von anderen wiederum heißt es, sie seien monatelang lebendig begraben worden und hätten überlebt und davon berichtet. Einige schneiden ihre Zunge ab und regenerieren sie; andere zaubern Feuer aus dem Nichts hervor. Fakire haben gelegentlich Helfer und geben vor, Exorzismen oder andere mysteriöse Handlungen durchzuführen. Nach jeder Vorführung lassen sie den Hut herumgehen, sammeln ein, was gegeben wird, und machen sich auf dem Weg zum nächsten Dorf.

Einige Fakire bringen es zu Ruhm und werden für heilige Männer gehalten, so etwa Sai Baba.

B. Premanand von den Indian Skeptics [Indische Skeptikerorganisation] ist seit über fünfzig Jahren damit beschäftigt, die Tricks der Fakire aufzudecken. Seine Methode ist einfach: Er demonstriert, wie die „Wunder" der Fakire gewirkt werden, indem er sie selber wirkt. Abraham Kovoor und Prabir Ghosh von der Indian Rationalist Association [IRA; Indische Wissenschaftsorganisation] haben Premanands Arbeit fortgesetzt und dabei die Täuschungen von Sai Baba, Fakiren, Astrologen, Gedankenlesern und Hellsehern aufgedeckt. Man konnte sie beobachten in dem britischen Dokumentarfilm „Guru Busters" [etwa: Gurujäger] (Equinox), dessen Macher den Rationalisten durch Indien folgten und dabei waren, wie diese zeigten, dass die Gottesmänner ihre "Wunder" ohne Rückgriff auf das Übernatürliche durchführen.

Die Sendung „Science Mysteries" [Geheimnisse der Wissenschaft] im Discovery Channel brachte am 20.10.2001 eine Episode mit dem Titel „Physical Feats", die zum Teil eine Neuauflage von „Guru Busters" war. Die Kameras begleiteten Mitglieder der IRA, wie sie von Dorf zu Dorf zogen und vorgaben, Fakire zu sein. Die IRA hält die Fakire für Betrüger, die Tricks, Gaukelei, Zauberkunststücke, Täuschung und andere unfaire Mittel einsetzen, um unwissende Dörfler davon zu überzeugen, sie besäßen wundersame Kräfte. Die Mitglieder der IRA gehen wortwörtlich übers Feuer und erklären, jeder könne das ohne jegliches Eingreifen des Übernatürlichen. Die IRA-Leute gehen auf Glasscherben, liegen auf Nägeln, ziehen Autos mit Haken, die in ihrem Rücken befestigt sind, rammen lange Nadeln durch ihre Wangen und Zungen und so weiter. Ziel der IRA ist es, die Fakire zu entlarven und den Aberglauben ihrer Landsleute zu verringern. Sie haben ganz offensichtlich noch einen langen Weg vor sich, wie man an der Affenmensch-Hysterie sehen kann, die Neu-Delhi im Frühjahr 2001 packte. Zeugen berichteten auf Nachfrage der Massenmedien, dass sie einen „riesigen Affen" gesehen hatten, der „40 Fuß in die Luft springen und durch Fenster fliegen konnte".* Andere behaupteten, sie hätten einen vier Fuß großen Affen gesehen, der sich in eine Katze verwandelte. Eine Schwangere fiel eine Treppe hinunter und starb bei dem Versuch, dem Affenmenschen zu entkommen. Das Ganze war nichts als ein Schwindel, der sich des religiösen Aberglaubens der Menschen bediente. Ein Kommentator nahm kein Blatt vor den Mund:

    Wären wir nicht eine Nation, die durch den Konsum von Hindu-Epen zu Hanuman-Anbetern geworden ist, hätten die meisten Menschen von Anfang an schon über die Vorstellung eines Affenmenschen gelacht und die sogenannten „Zeugen" von vorneherein für Lügner oder Irre gehalten, anstatt auf die Wissenschaft zu warten, die diesen Schwindel auf ihre eigene, sanfte Art entlarvte und beendete. Denn wenn es um Religion geht, ist das erste „Prinzip", das die Prediger vermitteln, das Prinzip des blinden Glaubens. Man darf kein religiöses Dogma hinterfragen, wenn man ein Gläubiger ist, und man muss das Dogma unbedingt in toto akzeptieren ... (Mehul Kamdar)

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