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Bunyips sind legendäre Geister oder Kreaturen der australischen Ureinwohner (Aboriginies). Bunyips leben in Flüssen, Sümpfen, Bächen und
Billabongs (kleine, aber tiefe Wasserlöcher). Ihr Hauptziel im Leben ist es, nächtlichen Terror zu verbreiten, indem sie Menschen oder Tiere in ihrer Umgebung verschlingen. Sie sind bekannt für ihr furchterregendes
Gebrüll in der Nacht, und man hat von Ureinwohnern gehört, die so verängstigt waren, daß sie sich keiner Wasserstelle näherten, in der ein Bunyip darauf warten könnte, sie zu fressen. Es gibt zahlreiche
Berichte von weißen Siedlern, die Bunyips gesichtet haben; Kryptozoologen jagen vermutlich immer noch nach diesen Wesen. Es dürfte ihnen jedoch schwerfallen, ihre Beute ausfindig zu machen, da nicht alle
Aboriginie-Stämme dieselbe Beschreibung des Wesens liefern. Einige sagen, ein Bunyip sehe aus wie eine große Schlange mit einem Bart und einer Mähne; andere meinen, er ähnele eher einem pelzigen halbmenschlichen Tier
mit langem Hals und einem Vogelkopf. Die meisten Australier halten jedoch mittlerweile die Existenz des Bunyip für einen Mythos. Einige Wissenschaftler glauben, der Bunyip sei ein wirklich existierendes Tier gewesen,
das Diprotodon, seit etwa 20.000 Jahren ausgestorben, das die ersten Siedler Australiens erschreckt habe. Oodgeroo Noonuccal (Kath Walker) in Stradbroke Dreamtime zufolge ist der Bunyip ein böser oder
strafender Geist aus der Aboriginie-Traumzeit. Heutzutage kommt der Bunyip vor allem in australischen Kinderbüchern vor und hat gelegentliche Auftritte im Fernsehen. Greg Keogh von den Australian Skeptics in
Melbourne erinnert sich an den folgenden TV-Spot:
Man sieht eine Busladung japanischer Touristen aus einem Bus kommen und ein schönes und karges Buschland betreten. Sie reden wie verrückt aufeinander ein und machen massenhaft Fotos. Plötzlich wenden sie sich
alle herum, schnappen nach Luft und beginnen, wie wild Fotos von einer seltsamen haarigen Gestalt zu schießen, die sich durch den entfernten Busch zu bewegen scheint. Schlagartig ist sie fort. Die Touristen klettern
fröhlich zurück in den Bus und plaudern lebhaft über den seltsamen 'Bun-i-a-yip' (mit japanischem Akzent), den sie gerade gesehen haben. [Schnitt] Man sieht zwei gelangweilte, aber zufriedene Typen beim
Mittagessen sitzen und Teile ihrer 'Bunyip'-Kostüme ausziehen. Einer sagt zum andern: "Mann! Das war schon der vierte Bus heute!"
Also: Eine Theorie über den Bunyip ist, daß er anfing als ein Tier, das die Ureinwohner Australiens vor etwa 25.000 Jahren ängstigte, bevor es ausstarb. Sogar danach wurde er noch in der Nähe von Wasserstellen
beobachtet und wurde Tausende von Jahren vor der Ankunft der Europäer von den Aboriginies gefürchtet. Bunyips evolvierten dann zu Geistern der Traumzeit der Ureinwohner, während sie gleichzeitig grauenhafte Kreaturen
der Erde blieben, weiterhin in der Nähe von Wasser anzutreffen und jetzt auch für die weißen Siedler sichtbar. Die Evolution ging weiter in das Reich der Erzähler, die eine Schwäche dafür haben, Kinder zu erschrecken.
Schließlich und endlich entwickelte sich der Bunyip in seine jetzige vollkommene Form als TV-Karikatur. Das Monster wurde erschlagen. Nicht mehr nötig, Angst zu haben. Wir können alle ruhiger schlafen heute nacht.
Weiterführende Literatur (englisch)
"Ethereal or Earthly? Friend or Foe?: Bunyips in Australian Children's Literature"
von der State Library of Victoria, Melbourne, Australia Bunyips
vom Bunyip's Beat Noonuccal, Oodgeroo, Stradbroke dreamtime (Pymble, N.S.W. : Angus & Robertson, 1972).. |