Atlantis ist leider keine Insel im Atlantik westlich von Gibraltar. Die einzige erwähnenswerte Theorie kommt von Spanuth. Leider wird er aufgrund seiner Nazivergangenheit und aufgrund "rassistisch gefärbter
Ansichten" sowie der Veröffentlichung seiner Bücher in einem rechtsradikalen Verlag von den meisten Wissenschaftlern nicht erwähnt. Viele dieser Wissenschaftler bestätigen ihm jedoch, daß es ihm gelungen ist, die
Diskussion um Atlantis um erwägenswerte Argumente bereichert zu haben.1. Die Datierung. Die von Platon geschilderten Ereignisse fallen aus mehreren Gründen in die Zeit um etwa 1200 v. Chr.
2. Die auf den Reliefs in
Medinet Habu dargestellten Seevölker sind identisch mit Platons "Atlantern" und kommen zu Teil aus Mitteleuropa.
3. Mit dem von Platon angegebenen Stoff "Oreichalkos" kann nur Bernstein gemeint
sein, was wiederum ein Hinweis auf die Herkunft der Atlanter ist.
Die Atlantikthese ist vor allem von Otto Muck vertreten worden, und einige Autoren nach ihm haben sich darauf berufen. Das macht die These jedoch nicht
richtiger.
In Otto Mucks Buch "Atlantis gefunden" von 1954 behauptet Muck, Atlantis sei "ein riesiges Landmassiv von etwa 400 000 Quadratkilometern Areal im heutigen Azoren-Raum, das dem Golfstrom im
Wege stand und ihn zum größten Teil nach Westen zurücklenkte" gewesen. Muck glaubte, daß die heutigen Azoren-Inseln "die über den Meeresspiegel ragenden Gipfel der höchsten Berge jenes untergegangenen
Landmassivs, das einst Atlantis war", seien."Rechnet man die Absenkungstiefe des verschwundenen Landes mit rund 3000 Metern hinzu, so ergäbe sich für den ehemaligen Berggipfel eine stattliche Höhe von 5300
Metern, 500 Meter mehr als der Montblanc, Europas höchster Berg".
Diese phantastische Behauptung ist zuerst von dem Jesuitenpater Athanasius Kircher (1601-1680) aufgestellt worden, auf den Muck sich auch beruft.
Die geologische und ozeonografische Forschung der letzten Jahrzehnte hat diese unsinnige Behauptung, die Athanasius Kircher noch ahnungslos aufstellen konnte, längst wiederlegt.
Die neuesten Untersuchungen des
Meeresgebietes um die Azoren und des mittelatlantischen Rückens haben die Feststellungen der Geologen wie G. Hartung und H. Pettersson in jeder Hinsicht bestätigt und erweitert. Seit 1947 hat das Ozeanographische
Institut der USA zuerst mit dem Forschungsschiff "Atlantis" und zuletzt mit dem Forschungsschiff "Glomar Challenger" den Meeresboden in jenem Gebiet untersucht. Dabei wurde festgestellt, daß in den
betreffenden Gebieten in den letzten 200 Millionen Jahren nur küstenferne Sedimente abgelagert wurden, ein Beweis, daß es in dem Gebiet, in dem Muck seine "Großinsel Atlantis" lokalisiert hat, in den letzten
200 Millionen Jahren keine bewohnbare Insel lag, daß vielmehr dort seit jener Zeit die Hochsee wogte. Darüber hinaus wurde festgestellt, daß der "mittelatlantische Rücken", der sich zwischen den Erdteilen
Europa-Afrika einerseits und Nord- und Südamerika andererseits von Island bis in die Antarktis erstreckt, nicht der Gebirgsrücken eines versunkenen Erdteiles ist, sondern im Gegenteil die höchste Erhebung von
Gesteinsmassen, die aus großen Tiefen in der Bruchlinie zwischen den oben genannten Kontinenten auftauchen, sind.
Die Mucksche "Großinsel Atlantis" oder das "riesige Landmassiv von etwa 400 000
Quadratkilometern Areal im heutigen Azorenraum" ist in jeder Hinsicht "eine Leiche, die kein Geologe, sei er noch so angesehen, ins Leben zurückrufen kann" (Pettersson 1948). Muck hätte das zu seinen
Lebzeiten schon wissen können!
Auch die Atlantisautoren, die sich auf Muck berufen, (Stemman, Ramage und andere) gehen von dieser falschen These aus.