Skeptische Ecke
Einführung
Literatur
Wörterbuch
Links
Kommentare
Pressespiegel

International

Portugues

Français

Japanese

Slovakisch

Español (parece abajo)

Skeptic's Dictionary
 

Besucher seit dem 27.04.2001

©Copyright 1994-2002
  Robert T. Carroll
Professor of Philosophy
Sacramento City College

 

© Copyright
der Übersetzungen
und deutschen Originalbeiträge
1997-2002
 Tobias Budke

 

 

 

Atheismus: Kommentare

Dieser Kommentar von Martin Sinagowitz erreichte mich am 3.10.2001:

Hallo Tobias,

ich habe mit Interesse Deinen Beitrag über Kreationisten gelesen und bin erstaunt, daß es heutzutage noch so etwas gibt - von den Kreationisten habe ich allerdings schon vorher erfahren.

Ich finde die Idee einer skeptischen Homepage gut, unter anderem auch, weil mir religiöse Eiferer manchmal gewaltig auf die Nerven gehen. Allerdings stößt mir eine Formulierung auf Deiner Eingangsseite etwas auf. Du schreibst dort etwas von
"gesellschaftlich etabliertem Aberglauben (Religion)". Diese sehr pauschale und undifferenzierte Definition von Religion würde wohl in keine wissenschaftliche Abhandlung passen, ohne diese dadurch als unwissenschaftlich abzuqualifizieren. Man stelle sich in irgendeiner Enzyklopedie folgenden Eintrag vor:Religion: gesellschaftlich etablierter Aberglaube ...

Du bist nach Deiner Aussage Atheist, und das ist auch Dein gutes Recht. Ich bin, wie Du vielleicht schon geahnt hast, kein Atheist. Das wiederum ist mein gutes Recht.

Wenn man nun das Glauben an die Existenz eines Gottes als
Religion bezeichnet, dann wäre allein dieser Tatbestand nach
Deiner Formulierung bereits ein Aberglaube. Von Aberglauben kann man korrekterweise aber nur bei einem Glauben an eindeutig widerlegbare Inhalte sprechen. Meines Wissens aber wird selbst jeder seriöse, wissenschaftlich motivierte Atheist nicht behaupten, er könne beweisen, daß es einen wie immer auch gearteten Gott nicht gibt. Natürlich kann auch ich nicht (in wissenschaftlichem Sinne) beweisen, daß es einen Gott gibt. Meiner Ansicht nach kann man über dieses Thema nur spekulieren, und das wissen auch viele fähige Wissenschaftler.

In diesem Sinne entfernt sich diese o.g. Formulierung etwas vom ansonsten überwiegend wissenschaftlich gehaltenen Niveau der Artikel.

Eine Reaktion darauf erreichte mich am 17.11.01 von Martin Polak aus Wien:

Hi Tobias!

Ich habe auf deiner Seite den Kommentar zum Thema "Atheismus" von Martin Sinagowitz gelesen und würde dazu gerne einige wenige Sätze formulieren.

Martin greift deine Bemerkung, Religion wäre eine Form eines gesellschaftlich anerkannten Aberglaubens, auf und bezeichnet das als "pauschale und undifferenzierte Definition" von Religion. Er lässt dabei außer Acht, dass es gar keine Definition ist.

Weiters meint er, dass deiner Formulierung nach bereits der Glaube an einen Gott Aberglaube wäre, davon aber nicht zu sprechen sei, da Aberglaube immer eindeutig widerlegbare Inhalte beträfe, ein Gott aber nicht eindeutig widerlegt werden kann. Der zweite Teil stimmt natürlich, man kann nicht beweisen, dass (ein) Gott nicht existiert, allerdings scheint mir der erste Teil ein wenig verschroben: Aberglaube behandelt keineswegs immer nur eindeutig widerlegte Inhalte. Nehmen wir ein Beispiel: Wie will man beweisen, dass schwarze Katzen, die von links unseren Weg kreuzen, kein Unglück bringen?

Wurde das je bewiesen? Nein. Gibt es, außer der bloßen Behauptung einiger Menschen, Anhaltspunkte dafür, dass es wahr ist? Nein.

Nehmen wir ein anderes Beispiel: Erdstrahlen. Kann man beweisen, dass es sie nicht gibt? Nein. Trotzdem halte ich den Glauben daran für Aberglauben.

Ich würde also sagen: Aberglaube stellt den Glauben an bereits falsifizierte oder nicht falsifizierbare Aussagen dar. Darunter fällt, wenn man konsequent ist, auch Religion.

Ich denke, Martin Polak hat recht, wenn er darauf hinweist, dass sich das Nichtvorhandensein einer Sache nicht beweisen lässt. Das vermittelt Gott denselben ontologischen Status wie dem Weihnachtsmann oder der Zahnfee. Grundsätzlich nicht falsifizierbare Aussagen sind inhaltlich vollkommen leer und können lediglich emotionale Funktion haben. Eine Glaubensrichtung, der philosophische Theismus, erkennt dies an und verwirft jede Forderung nach Beweisen, indem ihre Vertreter - etwa der legendäre Skeptiker Martin Gardner - den Atheisten alle Argumente zugestehen und ganz offen sagen, sie glauben, obwohl es irrational ist (nicht "weil es irrational ist" - Gardner ersetzt ganz klar credo quia absurdum durch credo consolans). Vielleicht der bekannteste Theologe dieser Richtung ist Miguel de Unamuno. Empfohlene Lektüre, allerdings schwer zu kriegen: Martin Gardner, The Whys of a Philosophical Scrivener, New York 1983 (insbes. Kapitel 10-21).

 

Astrid Helling schrieb mir am 13.12.01:

Hallo Tobias,

Dein Artikel über Atheismus hat mir gut gefallen. Ich würde mich selbst auch als Atheistin bezeichnen, das heißt aber nicht, dass ich den Glauben an Gott einfach als „Aberglauben" abtun würde.

Ich bin der Meinung, dass Glauben auch eine Art Lebenshilfe und Lebensbereicherung sein kann. Damit meine ich aber nicht, dass alleine „schwache" Menschen sich in den Glauben „flüchten".

Ich halte es für wichtig, dass jeder für sich selbst die Überlegung anstellt, ob er an (einen) Gott glauben will / kann oder nicht. Persönlich bin ich davon überzeugt, dass es keinen Gott gibt, denn dieser Glaube widerspricht meinem rationalen Verständnis der Welt.

Dafür würden mir andere sicherlich widersprechen, wenn ich sage, dass ich die Welt und den Menschen für ein reines Zufallsprodukt halte, hinter dem keine „höhere" Macht steht.

Glaube ist genau wie Nicht-Glaube Ansichtssache und keines von beidem ist richtig oder falsch.

Astrid Helling

 

Diese Mail erreichte mich am 18.12.01:

Hallo Tobias,

Ein Diskussionskollege hat mich auf diese Seite gebracht (er ist Naturalist,

ich Christ). Bereits in deiner Einleitung schreibst du, dass für dich die Menschenrechte über allem stehen.

Doch wer definiert diese? Ich nehme an, dass du tatsächlich glaubst, dass

die Menschenrechte objektiv, d.h. Universalgültig sind, denn wenn sie deine persönliche Meinung sind, hättest du keinen Grund für sie zu kämpfen. Doch du wirst ebenfalls wissen, dass Recht und Unrecht Illusionen sind, d.h. Konkret, dass wir Hitler seine Haarfarbe ebensowenig vorwerfen können,

wie seine Taten (unter Annahme des Atheismus natürlich) da es kein

universelles Recht und Unrecht gibt, dass einzuhalten wir verpflichtet sind.

Des weitern schreibst du, dass du auf logisches Denken baust. Ich nehme an,

dass du damit folgerichtiges Denken meinst. Doch wie sollen wir folgerichtig denken

können, wenn unser Hirn sich von alleine entwickelt hat? Du als Atheist gehst davon aus, dass sich Rationalität aus Irrationalität entwickelt hat. Doch der Atheismus widerlegt sich selbst, denn wenn unsere Denkvorgänge im Gehirn nur das Verhältnis einiger Atome zueinander sind, ist die Annahme, dass das Denken folgerichtig ist, unbegründet und somit auch die Annahme, dass unser Denken folgerichtig ist. Falls der Atheismus wahr wäre, könnten wir dies niemals wissen, da wir nicht folgerichtig denken könnten.

Ich hoffe, du verstehst was ich meine.

Und Gott existiert doch :-)

Gruss Beni

 

Hans-Jürgen Caspar schreibt mir am 6.3.02:

Hallo Tobias,

bitte verzeihen Sie die in meinen Augen etwas saloppe, im Internet vielfach übliche Anrede. Ich sehe mich zu ihr nur deshalb veranlaßt, weil ich Ihren Nachnamen nicht gefunden habe; sonst hätte ich "Sehr geehrter Herr..." geschrieben, was mir lieber wäre, solange wir uns nicht etwas näher kennen.

Mit großem Interesse und Vergnügen lese ich in Ihrer Skeptischen Ecke, und vielleicht interessiert es Sie zunächst, wie ich darauf gekommen bin: über google, wo ich wie kann man beweisen eingab - da erschien sie gleich an erster Stelle.

Skeptisch zu sein, betrachte ich als eine nützliche Tugend. Mit ihr kann man vermeiden, anderen Leuten zu sehr auf den Leim zu gehen und sich von ihnen täuschen zu lassen, sei es in der Wissenschaft, in der Politik oder im Leben allgemein.

Deshalb mag es Sie erstaunen, in mir jemanden zu finden, der eine Lanze für die Religion, für den Glauben an Gott brechen möchte. Das Gegenteil davon, der Atheismus, ist sehr verbreitet, und so ist es nicht unnatürlich, wenn man auch ihn einmal skeptisch betrachtet. Speziell meine ich nicht den sozusagen "vulgären" Atheismus, der nur aus einer gefühlsmäßigen, evtl. durch persönliche Erlebnisse entstandenen Ablehnung von Gedanken an einen übernatürlichen "Schöpfer" besteht. Vielmehr habe ich den wissenschaftlich begründeten Atheismus im Auge, den man insbesondere bei vielen Naturwissenschaftlern findet. (Bin selber Physiker und war nach längerer Industrietätigkeit bis zu meiner Pensionierung Mathematik- und Physiklehrer.)

Gedanken hierzu habe ich als Teil meiner Homepage unter http://home.t-online.de/home/capsi.hu/glaubwiss.htm ins Internet gestellt, so daß ich sie, falls Sie Lust haben, dort nachzulesen, hier nicht näher auszuführen brauche. Interessant ist vielleicht auch für Sie, was ich auf über die Hauptseite erreichbaren Nebenseiten über den "Bibelcode" und den Propheten Elia sowie über die Seele schrieb.

Ich wünsche Ihnen bei Ihrer Skeptischen Ecke, von der Sie schreiben, daß sie ständig in Bewegung und im Umbau ist, weiterhin regen Zuspruch und grüße Sie herzlich.

 

[Skeptische Ecke] [Einführung] [Literatur] [Wörterbuch] [Links] [Kommentare] [Pressespiegel]