13.09.2002
------------------------------------------------------------------------------- Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung Westfaelische Wilhelms-Universität Münster, 13.09.2002 Wenn der Nerv gedrückt wird Nicht nur Verletzungen von Gehirn oder Rückenmark können weitreichende Folgen haben. Auch Schädigungen von Nerven im Bereich von Armen oder Beinen können die Betroffenen sozusagen auf einen Schlag in ihrem normalen Lebensalltag nachhaltig beeinträchtigen. Wenngleich die erlittenen Einschränkungen in der Regel weniger gravierend sind als bei Läsionen des zentralen Nervensystems, die zu unwiederbringlichen Ausfällen zentraler Körperfunktionen führen können, so treten doch häufig lokale Lähmungen sowie Kraft- und Gefühlsausfälle von Muskelpartien im betroffenen Arm oder Bein auf. Über den aktuellen Stand der Behandlungsmöglichkeiten bei Schädigungen peripherer Nerven informiert am 21. September 2002 eine medizinische Fortbildungsveranstaltung der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Münster (UKM). Eingeladen zu dieser um 9.30 Uhr im Hörsaal der Zooschule im Allwetterzoo Münster beginnenden Veranstaltung "Wenn der Nerv gedrückt wird" sind alle interessierten niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte aus dem Raum Westfalen. Im Anschluss an das vormittägliche Vortragsprogramm treffen sich am Nachmittag die in der Ärztevereinigung "Neurochiregio" zusammengeschlossen Neurochirurgen aus der Region zu ihrem jährlichen Herbsttreffen, um aktuelle Fragen aus ihrem Fachgebiet zu erörtern und den Kontakt und Erfahrungsaustausch zu festigen. Die Teilnehmer der Fortbildungsveranstaltung unter der Leitung von Prof. Dr. Hansdetlef Wassmann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Münster, erwartet ein umfassender Überblick über die heutigen Therapiemöglichkeiten bei Verletzungen peripherer Nerven, die vor allem durch Unfälle, bisweilen aber auch durch Stoffwechselstörungen oder auch bereits bei der Geburt ausgelöst werden. Wenngleich die Häufigkeit solcher Verletzungen hierzulande weitaus geringer ist als in Kriegsgebieten und solche Probleme auch deutlich seltener vorkommen als Schädigungen des zentralen Nervensystems, so werden niedergelassene Ärzte und Neurochirurgen doch immer wieder auch mit solchen Fällen konfrontiert. Die Tagung in Münster beginnt mit einem Übersichtsvortrag über den aktuellen Stand der Diagnostik und operativen Therapie. Nach Worten von Tagungsorganisator Prof. Dr. Dag Moskopp wird die klassische neurochirurgische Therapie, bei der verletzte Nerven mikroneurochirurgisch freigelegt oder durch körpereigene Transplantate ersetzt werden heute vielfach um eine medikamentöse Behandlung ergänzt, die den Behandlungserfolg festigt und weiter verbessert. Bei diesen Medikamenten, die auf der Grundlage neuerer molekularbiologischer Forschungen entwickelt worden sind, handelt es sich unter anderem um spezielle Hemmstoffe gegen überschießende Bindegewebsreaktionen. Doch nicht bei allen Patienten versprechen solche klassischen und innovativen Therapieverfahren den gewünschten Erfolg. In solchen Fällen empfiehlt sich eine gezielte Krankengymnastik. Eingehend wird daher zum Abschluss der Fortbildungsveranstaltung auch auf die Möglichkeiten physiotherapeutischer Behandlungsmöglichkeiten bei peripheren Nervenläsionen eingegangen. Weitere Informationen finden Sie unter: http://medweb.uni-muenster.de/institute/neuroch/index.html -------------------------------------------------------------------------------
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