3.12.2003
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Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung
Siemens AG, 24.11.2003
Völlig neue MR-Aufnahmetechnik macht Ganzkörperbild in einem Schritt
Siemens hat einen Magnetresonanztomographen (MR) entwickelt, der mit
einer völlig neuen Aufnahmetechnik erstmals Ganzkörperaufnahmen in einem
Schritt erlaubt. Das Verfahren verbessert auch die Aufnahmequalität und
erlaubt so präzisere Diagnosen etwa bei metastasierenden Tumoren.
Außerdem erleichtert es Patienten die Untersuchung "in der Röhre", weil
der Kopf nur kurz in den Tomographen kommt - oder überhaupt nicht. Das
weltweit erste MR-System mit der Tim-Technik, das Magnetom Avanto, wird
am Dienstag an der Universitätsklinik in Tübingen vorgestellt. Bereits
auf dem Markt befindliche MR-Geräte von Siemens können künftig
nachgerüstet werden.
Tim steht für Total imaging matrix und bedeutet, dass 76 einzelne
Spulenelemente mit 32 Empfangskanälen beliebig kombiniert werden können,
was eine bis zu vierfach bessere Auflösung ergibt und den Scanbereich
auf 205 Zentimeter ausdehnt. Bisherige Systeme erlauben die
gleichzeitige Ansteuerung von maximal acht Kanälen und damit Aufnahmen
bis zu einer Länge von 1,50 Meter. Ganzkörperbilder mussten daher wie
ein Puzzle zusammengesetzt werden. Magnetresonanztomographen arbeiten
mit starken Magnetfeldern, die auf die Kerne der Wasserstoffatome
(Protonen) im Körper einwirken. Diese senden schwache elektrische
Impulse aus, die von am Körper anliegenden Spulen registriert und
mittels Empfangskanälen im MR-Tisch ausgelesen werden. Ein Computer
errechnet aus diesen Informationen detaillierte Bilder des
Körperinneren.
Mit dem neuen System kann ein Patient von Kopf bis Fuß in einem Schritt
untersucht werden, ohne dass dabei Spulen gewechselt werden müssen oder
der Patient seine Lage verändern muss. Er kann meist auch mit den Füßen
zuerst gescannt werden, wobei der Kopf außerhalb der Röhre bleibt. In
herkömmlichen MR-Geräten fühlen sich manche Menschen sehr beengt. Eine
Komplettaufnahme im neuen Tomographen dauert nur zwölf Minuten, weniger
als halb so lang wie in den bisher schnellsten Geräten. Ein weiterer
Vorteil für den Patienten: Die Spulen, die ihm bei einer Untersuchung
auf den Körper gelegt werden, sind wegen ihrer offenen Bauweise
besonders leicht. Die Body-Matrix-Spule, von denen je eine auf dem
Brustkorb und dem Bauchraum liegt, wiegt mit knapp einem Kilogramm die
Hälfte von herkömmlichen Spulen. Außerdem ist das Magnetom Avanto etwa
30 Dezibel leiser und liegt damit unterhalb der Grenze, bei der
Gehörschutz gesetzlich vorgeschrieben ist. Die so genannte
Audio-Comfort-Funktion unterdrückt die Geräusche, die beim Umpolen der
Magnetspulen in der Röhre entstehen.
(Fotos unter
http://www.siemens.com/med-bilder/tim)
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.siemens.de/newsdesk
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Norbert Aschenbrenner
Siemens Technikkommunikation
089 - 636 33438
norbert.aschenbrenner {at} siemens.com
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