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Aribert Deckers, 6.3.2007
"Wehrhafte Medizin!"
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Das neue Medikament "Galavit"
Analyse- und Standardisierungsverfahren

Artikel aus dem Zentrum für moderne Medizin „Medikor“, Moskau

T.N.Bokowikowa, W.L. Bagirowa, E.P. Gernikowa, O.A. Waganowa,
L.N. Bulanowa, W.E. Tschitschiro, M.T. Abidow

GNIISKLSMZ RF (Zentrales Forschungsinstitut für Standardisierung und Kontrolle der Arzneimittel beim Ministerium für Gesundheitswesen der RF, ZAO Zentrum für moderne Medizin MEDIKOR, Moskau

Das russische Originalpräparat Galavit ist ein 5-Amino-1,2,3,4-Tetrahydrophtalazin-1,4-Dion-Natriumsalz, entwickelt nach einem Originalverfahren.

Galavit moduliert die Makrophagen-Funktion, wirkt entzündungshemmend und wird zur Behandlung von Krankheiten angewendet, welche durch die Hyperaktivität der Makrophagen hervorgerufen werden. Die Untersuchungen haben bewiesen, daß die durch Makrophagen im Ergebnis der toxischen Wirkung gramnegativer Bakterien entwickelnden Karzinom-Nekrose-Faktoren, Interleukin-1, und Nitroverbindungen (NO, NO2, NO3), welche die ZGMF-synthesierende Reaktion, peroxidische Oxydation von Lipiden und Bildung von reaktionsfähigen Radikalen initiieren, zur Entwicklung des Intoxikations- und Diarrhöen-Syndroms führen, was verschiedene Stoffwechselstörungen in Geweben bzw. Organen verursacht. Die Wirksamkeit der entzüdungs- und diarrhöehemmenden Behandlung ist durch die Fähigkeit des Präparates bedingt, die Synthese des Karzinom-Nekrose-Faktors, des Interleukins-1 und anderer aktiver Proteine aus hyperaktiven Makrophagen zu hemmen.Dieser Effekt wird durch das Inhibieren der Synthese von RNS und DNS (für 6 bis 8 Stunden) durch die Makrophagen und eine gleichzeitig erreichbare Verstärkung des mikrobiziden Granulozytensystems erzielt, was die Vorbeugung der Entwicklung des pathologischen Prozesses sichert. Das Präparat inhibiert die Makrophagen-Hyperaktivität in einer leichten umkehrbaren Form, wobei die inhibierende Einwirkung nur für die Dauer der Einnahme gewährleistet wird. [1,2].

Bei der Analyse des Galavits wurde festgestellt, daß einige Verfahren, die durch Normative vorgeschrieben werden, unzureichend sind und eine objektive Auswertung dessen Qualität nicht sicherstellen kann.

Auf Grundlage der durchgeführten Untersuchungen wurden effektivere Verfahren zur Analyse des Präparates Galavit entwickelt und zur Anwendung vorgeschlagen.

Ausgehend von der molekularen Struktur des Galavits wird die Authenzität des Präparates durch Funktionsanalyse – der Chemilumineszenz, Azofarbstoff-Bildung, der UV- und IR-Spektren – ermittelt.

Für die Ableitungsprodukte des 1,2,3,4-Dihydrophtalazindions mit Substituenten in den 2. und 3. Stellen ist eine Chemilumineszenz charakteristisch, die während der Oxidation dieser Produkte mit schwachen Oxidationsmitteln im alkalischen Medium ensteht. Es wurde experimentell nachgewiesen, daß die hellblaue Chemilumineszenz, die bei der Zusammenwirkung des Galavits mit Wasserstoffperoxid im alkalischen Medium unter Anwesenheit des Kaliumhexazyanoferrat (II) als Katalysator entsteht, bei Verwendung der 5 % Lösung besser beobachtet wird, als bei Verwendung der 10 % Lösung gemäß den Anforderungen in den Normativdokumenten. Das Vorhandensein einer Aminogruppe in der 5. Stelle in der molekülaren Struktur des Galavits erlaubt die Präparat-Identifizierung nach Azofarbstoff-Bildung bei der Zusammenwirkung des Präparates mit Natriumnitrit-Lösung und b-Naphtol im alkalischen Medium. Es muß darauf hingewiesen werden, daß das UV-Spektrum der 0,001 % Präparat-Lösung in der 0,1 M Natriumhydroxid-Lösung unter den im den Normativdokumenten beschriebenen Bedingungen nicht für ausreichend informativ betrachtet werden kann, da das Absorptionsmaximum bei 220±2 nm im Bereich von 200 bis 260 nm für mehrere organischen Verbindungen charakteristisch ist.

Zur Präzisierung der Spektralkennlinie des Galavits im UV-Bereich wurden die UV-Spektren in unterschiedlichen Lösungsmitteln aufgenommen: Wasser, 0,01 M Lösung der Chlorwasserstoffsäure (zweite Verdünnung), 0,1 M Natriumhydroxid-Lösung und 95 % Alkohol in einer Konzentration von 20 mkg/ml. Im Bereich von 200 bis 400 mn stimmen die UF-Spektren des Galavits im Wasser und in der 0,001 M Lösung der Chlorwasserstoffsäure praktisch überein und weisen das Absorptionsmaximum bei 220±2 nm, 297±2 nm (294±2 nm) und 347±2 nm auf; das Absorptionsminimum liegt bei 260±2 nm und 320±2 nm. Das UV-Spektrum des Präparats in der 0,1 M Natriumhydroxid-Lösung weist das Absorptionsmaximum bei 222±2 nm, 302±2 nm, 347±2 nm und das Absorptionsminimum bei 258±2 nm und 323±2 nm auf, d.h. es wird eine unwesentliche batochrome Verschiebung mit gleichzeitigem hyperchromen Effekt beobachtet. Das UV-Spektrum des Galavits im 95 % Alkohol weist das Absorptionsmaximum bei 264±2 nm und 324±2 nm, d.h. es wird eine stärker geprägte batochrome Verschiebung mit gleichzeitigem hyperchromen Effekt, als im Falle der alkalischen Lösung, beobachtet. Aus den ermittelten Daten folgt, daß für Galavit in den o.g. Lösungsmitteln die UV-Spektren im Bereich von 220 bis 400 nm charakteristisch und informativ sind, die zur Identifizierung sowie zur quantitativen Bestimmung des Präparates in Arzneiformen verwendet werden können.

Das IR-Spektrum des Präparates weicht vom IR-Spektrum der Base, das mit Essigsäure nach dem im Normativdokument beschriebenen Verfahren nur durch zwei Bänder bei 1550 und 1525 cm-1 hervorgehoben wird, ab. Dieses Spektrum ist ebenfalls informativ und kann zur Bestätigung der Authentizität des Galavits verwendet werden, wodurch zusätzliche Vorgänge in Zusammenhang mit Absetzung und Trocknung der 5-Amino-1,2,3,4-Tetrahydrophtalazin-1,4-Dion-Base ausgeschlossen werden können.

Es wurde experimentell nachgewiesen, daß die 1 % Lösungen von Mustern der untersuchten Galavit-Serien dem Vergleich mit Farbigkeitsnormal 5b und nicht 7b unterstanden.

Dies sei auf eine Nichtübereinstimmung von Anforderungen an die Präparatqualität in den Abschnitten Beschreibung “ und „Farbigkeit“ zurückzuführen. Gemäß dem Normativdokument muß Galavit ein „weißes oder leicht gelbliches kristallines Pulver“ sein, d.h. zwei Farbmerkmale sind zugelassen: weiße oder leicht gelbliche Färbung. Das letztere entspricht dem Merkmal der Base [7]. Im Abschnitt „Farbigkeit der Lösung“ wird festgelegt, daß die Präparatlösung farblos oder mit dem 7b-Normal vergleichbar sein muß. Es ist ganz offensichtlich, daß sich solche Anforderungen nur auf ein weißes Präparat mit einer bestimmten Farbnuance und nicht auf ein Präparat beziehen können, das eine eigene Farbe besitzt. Dementsprechend ist die folgende Anforderung maßgeblich: die 1 % Präparatlösung muß mit dem 5b-Normal vergleichbar sein.

Bei der Bestimmung des Sulfatbeimischungsgrades gemäß dem Normativdokument wird die Probe im Tiegel verbrannt, wonach der Ascherückstand innerhalb 1 Stunde bei 900 °C ausgeglüht wird. Aus der Literatur ist es bekannt, daß Porzellantiegel für Verbrennung und Ausglühen von natriumorganischen Verbindungen ungeeignet sind [3]. Die Platintiegel sind beständig auf natriumorganische Verbindungen unter Sauerstoff-Anwesenheit bei Ausglühen innerhalb von 10-30 Minuten bei 500-550 °C [3, 4].

Es wurde experimentell nachgewiesen, daß sich bei Ausglühen der Galavit-Probe in Platinumtiegeln unter den im Normativdokument beschriebenen Bedingungen ein harter dunkler Belag auf den Tiegelwänden bildet, der vom Tiegel praktisch nicht vollständig abgetrennt werden kann. Der Rückstand im Tiegel wurde mit Wasser bearbeitet. Die dabei enstandene Lösung wurde auf Sulfatgehalt untersucht [5].

Bei Zugabe von Bariumchloridlösung wurde in den untersuchten Proben aller Präparatmuster eine starke Trübung der Lösung mit anschließendem Niederschlag beobachtet. Dies kann auf die Eigenschaften des Galavits als einer bei 900 °C innerhalb 1 Stunde ausgeglühten natriumorganischen Verbindung zurückgeführt werden.

Die Ermittlung des Sulfatbeimischungsgrades kann wie bei anderen natriumorganischen Substanzen (Natriumethasol, Natriumthiopenthal u.a.) in einem Filtrat erfolgen, das nach der Abscheidung des bei Zugabe der Essig-, Schwefel-, Chlorwasserstoff- oder Salpetersäure gebildeten Niederschlags erhalten wird. Die Salpetersäure ist in diesem Fall besser geeignet, da somit auch nachfolgende Ermittlung des Chloridgehalts ermöglicht wird. Die Richtigkeit des eingesetzten Verfahrens wurde mit zwei alternativen Verfahren: Veraschungs – Verbrennung der Probe im Platintiegel innerhalb von 20 Minuten bei 500 °C [4] und Verbrennung unter Sauerstoff [5] bestätigt. Die Muster der untersuchten Präparatserien enthielten weniger als 0,04 % Chlorid- und weniger als 0,2 % Sulfatbeimischungen, was um das 5-fache geringer ist als die zulässigen Normwerte im Normativdokument (max. 0,2 % und max. 1 % entsprechend).

Die quantitative Bestimmung des Galavitgehalts im Präparat erfolgt gemäß dem Normativdokument durch Titration im wasserfreien Lösungsmittelmedium. Es entstehen dabei Probleme bei der Bestimmung der Färbung des Indikators im Äquivalenzpunkt, was die Reproduzierbarkeit und somit auch die objektive Auswertung der Analyseergebnisse beeinträchtigt. In der Suche nach einer optimaleren und nicht mit Verwendung von aggressiven Stoffen verbundenen Methode wurden Untersuchungen vorgenommen, welche die Möglichkeit der Verwendung der Methode der nitritometrischen Titriermethode unter den ausgewählten Bedingungen bestätigt haben [5]: nach der Auflösung der Präparatanwaage im Wasser wird die verdünnte Chlorwasserstoffsäure zur Auflösung des Niederschlags beigemischt, der sich infolge der Zugabe von ersten Säuredosiermengen in der untersuchten Lösung gebildet hat; der Äquivalenzpunkt wird potentiometrisch ermittelt; als Indikationselektrode wird eine Platinumelektrode und als Vergleichselektrode - eine Chlorsilberelektrode verwendet.

Die Ermittlung des Äquivalenzpunktes mit einem Innen- oder Außenindikator war nicht möglich, da die Zugabe von ersten Titrationsflüssigkeits-Dosiermengen (0,1 M Natriumnitrit-Lösung) in die untersuchte Lösung zur intensiven Orangefärbung dieser geführt hat, wodurch die Ermittlung der Färbungsänderung der Indikatoren verhindert wurde.

Die Vergleichsergebnisse der quantitativen Galavit-Bestimmung mit den zwei vorstehend beschriebenen und auf den Eigenschaften der primären Aminogruppe basierenden Methoden s. folgende Tabelle

Kategorie
Nachgewiesener Galavit-Gehalt, %
Metrologische Daten
(Serie 041197)
Wasserlose Titration
Nitritometrie
Wasserlose Titration.
Nitritometrie
011197 99,30 99,30 X = 99,83 X = 99,73
021197 100,42 99,62 Sx = 0,433 Sx = 0,081
031197 100,31 99,33 AX = 0,4007 AX = 0,0850
041197 99,72 99,90 E% = 1,0618 E% = 0,2087
051197 100,24 99,64 E% = 0,4013 E% = 0,0852

Schlußfolgerungen

Die UV-Spektren des Galavits in Wasser, 95 % Alkohol, 0,01 M Lösung der Chlorwasserstoffsäure und 0,1 M Natriumhydroxid-Lösung im Bereich von 220 bis 400 nm sind charakteristisch, informativ und können zu qualitativer sowie quantitativer Bestimmung des Galavits (in Form von Arzneien) verwendet werden.

Zur Galavit-Authenzitätsbestätigung (Natriumsalz) ist es zweckmäßig, das IR-Spektrum zu verwenden, um die im Normativdokument vorgesehene Abscheidung der Base (5-Amino-1,2,3,4-Tetrahydrophtalazin-1,4-Dion) auszuschließen.

Das vorgeschlagene weiterentwickelte Galavit-Analyse-Verfahren nach den Merkmalen Sulfate sowie Chloride erlaubt eine 5-fache Verringerung der zulässigen Gehaltsnormen für diese Fremdbestandteile.

Das Verfahren der quantitativen Bestimmung des Galavits durch nitritometrische Titration schließt die Verwendung aggressiver Lösungsmittel aus, wodurch objektive und reproduzierbare Ergebnisse erzielt werden können.

Literatur

1. Abidow, M.T., Palzew, A.P., Turjanow, M.A.// Russisches Patent Nr. 008349 vom 20.04.96 / Verfahren zum Modellieren der grampositiven Staphilokokkus-Sepsis

2. Abidow, M.T., Chochlow, A.P.// Russisches Patent Nr. 008349 vom 20.04.96 / Verfahren zum Modellieren der gramnegativen Staphilokokkus-Sepsis

3. Bernardiner, M.N., Schurygin, A.P.// Flammenverarbeitung und Unschädlichmachen von Industrieabfällen
Moskau, Chemie,- 1990. - S. 149.

4. Bok, P.// Zersetzungsverfahren in der analytischen Chemie.
Moskau, Chemie, - 1984. - S. 114, 146.

5. Staatliche Pharmakopöe, XI. Auflage, Ausgaben 1 und 2.

6. Krassowizkij, B.M.m Bolotin, B.M..// Organische Luminophoren.
Moskau, Chemie, 1984. - S. 141.

7. Chemische Enzyklopädie // Luminol.
DAF-MED - B. 2. Moskau, Sowjetenziklopädie, - 1990.- S. 1224.




Letzte Bearbeitung dieser Seite am 11.01.2001