Masern: tödliche Konsequenz SSPE

"Impfung gegen 'Schläfer'-Virus half nicht mehr"


26.1.2003

Masern sind eine Krankheit mit einem nicht geringen Todesrisko: ca 1:500 - 1:1000 gleich bei der Erkrankung, durch Folgeerscheinungen wie Masern-Encephalitis.

Doch es gibt eine weitere Folge von Masern, die selten auftritt, aber absolut tödlich ist: SSPE.

SSPE kann auch noch 10 Jahre nach einer Masern-Infektion ausbrechen!

Ein Kommentar von Herrn DDr. Maurer, Wien:


Im Herbst 2002 lag in Bremerhaven ein Mädchen mit SSPE im Sterben.

Auch in Nürnberg gab es 2002 einen Fall von SSPE. Die "Nürnberger Nachrichten" veröffentlichten am 21.12.2002 einen Bericht von Wolfgang Heilig-Achneck.

Dank der freundlichen Genehmigung von Autor und Verlag darf ich diesen Bericht hier wiedergeben.

Aribert Deckers


Web-page: http://www.ariplex.com/ama/ama_sspe.htm
This page is a mirror.

The Author, Wolfgang Heilig-Achneck, and the publishers, the Nürnberger Nachrichten, kindly allowed me to mirror this report.
Original-URL: http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=57235&kat=10


NN/HA/LOKAL/LOKAL1 - Sa 21.12.2002     STADT NÜRNBERG

Der fünfjährige Patrick aus Erlangen wird Tag und Nacht von seinem Vater in der Nürnberger Kinderklinik betreut

Impfung gegen "Schläfer"-Virus half nicht mehr

Masern lähmen nach und nach Gehirn und Gliedmaßen - "Äußerst seltene Krankheit" - Aufruf 37 der Weihnachtsaktion

VON WOLFGANG HEILIG-ACHNECK

Hätte das heimtückische Virus nicht warten können? Ein paar Monate wenigstens? Bis zu jenem kleinen Pieks, der Kinder vor den schlimmen Folgen von Röteln und Mumps bewahren soll - und vor Masern? Dann könnte der fünf Jahre alte Patrick nun herumspringen, Fahrrad fahren und spielen - und sich mit strahlenden Augen aufs Fest freuen.

Aber nein, die Impfung ist erst im zweiten Lebensjahr vorgesehen. Und da war es schon passiert: Noch vor seinem ersten Geburtstag hatte sich das Baby mit Masern infiziert. Es überstand die Krankheit ohne sichtbare Komplikationen.

Der Kinderarzt sah damals keinen Grund zur Beunruhigung. Und der Bub entwickelte sich wie alle Gleichaltrigen. "Er war so interessiert und neugierig", berichtet der Vater. Die Infektion geriet darüber in Vergessenheit. Auch im vergangenen Sommer, als Patrick plötzlich mehrmals morgens schlecht wurde, zu zittern begann und unversehens stürzte, lag der Gedanke an die Masern noch fern. Die Mediziner in der Heimatstadt Erlangen tippten zunächst auf Migräne. Aber die Symptome verschlimmerten sich: Der zuvor so geschickte Junge konnte sich plötzlich nicht mehr an- und ausziehen, begann zu stottern und konnte nicht mehr richtig gehen.

Erst nach längeren Untersuchungen kamen die Ärzte in der Nürnberger Kinderklinik der Ursache auf die Spur: Wie ein "Schläfer" hatte sich das Masern-Virus im Körper eingenistet und eine fortschreitende Entzündung des gesamten Gehirns (Panenzephalitis) ausgelöst.

Eine bittere und furchtbare Diagnose für das Kind und seine Eltern, aber auch für die Schwestern und Ärzte. Denn auch sie müssen nahezu machtlos mit ansehen, wie die Erkrankung mit dem Fachkürzel "SSPE" Schritt für Schritt das junge Leben zerstört. "Es ist eine äußerst seltene Krankheit", erläutert der Chefarzt der Klinik, Professor Helfried Gröbe. "Ich fürchte, dass wir nichts hätten ausrichten können, selbst wenn man früher festgestellt hätte, dass das Virus noch aktiv ist."

Selbst Gröbe ist schockiert zu sehen, wie rasch sich Patricks Zustand verschlechtert hat: "Als kürzlich Geraldino ein Gastspiel bei uns gab, konnte Patrick noch übers ganze Gesicht lachen und mitgehen." Nun muss er sogar, da er kaum noch schlucken kann, künstlich ernährt werden. Und bei Krampfanfällen droht ständig Verletzungsgefahr. Tag und Nacht betreut ihn daher der Vater in der Klinik. Zum Glück hat ihn sein verständnisvoller Arbeitgeber, ein Großunternehmen, vorübergehend freigestellt, während die Mutter zu Hause die beiden jüngeren Geschwister von Patrick versorgt.

"Wir haben alle Unterstützungsmöglichkeiten für die Familie ausgeschöpft", versichert Gundi Buchkremer vom psychosozialen Dienst der Kinderklinik. "Jetzt wird es für sie wirklich eng."

© NÜRNBERGER NACHRICHTEN


 


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