Netzwerke und Seilschaften
11.8.2007
In meiner Web-Seite "MLM: Der Mensch ist eine Nummer" (http://www.ariplex.com/ama/ama_numa.htm) schrieb ich im Sommer 2003:
Was aus diesem Kampf geworden ist, sieht man: Heerscharen sich bis in die Haarspitzen Gleichender, die zum Zeichen ihrer Individualität ihre Nummer vor sich hertragen. Arbeitsameisen, die jede für sich träumen vom Platz an der Spitze des Haufens - und doch nur Nummern im Getriebe sind. Und bleiben.
Und ich fügte eine Fabel hinzu: über eine kleine Ameise. Die hatte eine solch intensive Wirkung auf die MLM-er, daß die MLM-er die Listen der MLM-Systeme danach benannten: "Ameisen-Listen".
Mich hat das damals sehr überrascht - und natürlich auch gefreut.
Die Mega-Pointe dazu habe ich aber erst sehr viel später entdeckt. Mir ging es damals hauptsächlich um die Degradierung von Menschen zu Nummern. Gerade MLM, das sich doch der PERSÖNLICHKEIT(en) der vielen MLM-er rühmt, ausgerechnet MLM vernichtet diese PERSÖNLICHKEITEN.
Die MLM-Systeme haben sich sehr intensiv bemüht, sich gegen ihre eigenen Leute, ihre "Partner", die vielen kleinen MLM-er, abzuschotten, damit die auf keinen Fall sehen können, was in den Systemen wirklich los ist.
Und dann das: die "Ameisen-Listen"... Der Super-Gau!
Die "Ameisen-Listen" wurden der Albtraum der MLM-Systeme.
Die MLM-Systeme liessen alle persönlichen Angaben aus den Web-Systemen verschwinden, darunter die Impressumsseiten. Die MLM-er wurden ERST RECHT zu anonymen Nummern, zu Kanonenfutter für die Systeme. Also zu dem, was ich kritisiere.
Viele MLM-er haben es mir übel genommen, daß ich sie als Ameisen beschrieben habe. Dabei kann ich gar nichts dafür, denn ich habe die Realität lediglich beschrieben, ich habe sie nicht erfunden.
Was ich nicht ahnte: Mehr als 2 Jahre vorher hatte ein ganz anderer etwas geschrieben, jemand, der von den MLM-ern hochgelobt wurde. Aber es ist wie so oft: die Leute bejubeln etwas, das sie gar nicht verstehen.
Dieser Jemand ist Edgar K. Geffroy. Der Bundesverband Direktvertrieb widmet ihm in seiner Zeitschrift im Heft 1/2001 zwei Seiten. Darin heißt es:
------------------------------------------------------------------------------- Bulletin des Direktvertriebs 1/01 Page 3 "Unser Geschäft ist es, mit allen Mitteln und Möglichkeiten zu helfen, dass unsere Kunden selbst bessere Geschäfte machen" Dies ist der Grundsatz der Clien- ting-Lehre und, unabhängig von Entwicklungen wie z. B. der des Internets, ein erfolgsorientiertes und allgemein gültiges Statement, wie meine Erfahrung im eigenen Unternehmen und auch bei ande- ren Unternehmen zeigt. Wie kann dieses jedoch in einem Markt, der immer fragmentierter, paradoxer und zugleich eigendyna- mischer wird, umgesetzt werden? Die besten Gelegenheiten bieten sich, wenn man die Grundregeln ändert. Heute kann ein Unternehmen nur dann noch erfolgreich sein, wenn es eine Beziehung mit seinen Kunden eingeht. Ziel muss es sein, Beziehungsnetzwerke zu Kunden und potentiellen Kunden aufzubau- en, um mit deren Hilfe die zuneh- mende Komplexität, Widersprüch- lichkeit und Dynamik auf Markt- und Kundenseite in den Griff zu bekommen. Und genau dies ist Funktion und Ziel von Clienting! Ein Unternehmen muss sich die Mühe machen, potentiellen Kun- den im Informationsdschungel zu helfen und ihre individuellen Wün- sche ganz besonders zu berücksich- tigen. Der Kunde darf während der Informationssammlung nicht den Preis als einziges Merkmal der Unternehmen wahrnehmen, son- dern ihm müssen Lösungen gezeigt werden. Betrachten Sie den Kun- den nicht als Interessenten für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung, sondern als einen "ganzen" Menschen mit verschie- denen Interessen. Auch wenn ein Kunde keinen Bedarf hat, etwas zu kaufen, sammelt er unbewusst Informationen, auf die er – auch ohne Werbeimpuls - zurückgreift. Daher muss ein Kunde bereits dann für eine Idee sensibilisiert werden, wenn noch kein konkretes Interesse besteht. Partnerschaften bieten dazu eine ideale Grundlage. Firmen müssen in der Zukunft nicht mehr in Gegnerschaften denken, sondern in Partnerschaften. Ein Partnersystem kann nur dann funk- tionieren, wenn die Summe an Leistungen den Wert einer Ge- schäftsbeziehung überschreitet. Deshalb ist es auch ein Partner- system. Es ist ein System, bei dem beiden Seiten profitieren. Wie unter Freunden. Der Partnerschafts- gedanke gibt die Möglichkeit Ver- trauen aufzubauen. Und besonders dieses Vertrauen wird in Zukunft den Markt revolutionieren. Nicht mehr die Macht des Geldes wird in den nächsten Jahren für den Erfolg der Unternehmen entscheidend sein, sondern der Partnerschafts- gedanke. Zusammen erreicht man mehr als die Summe, die jeder im Alleingang schaffen würde. Keiner gewinnt alleine - vorausgesetzt, es treffen Partner aufeinander, die komplementäre, also sich ergän- zende Fähigkeiten besitzen. Partner mit gleichem Wissen und gleichen Fähigkeiten können keine Syn- ergien entwickeln. Bündeln Sie Ihre Kräfte, erstens weil durch Koopera- tion Kräfte frei werden, die zum Nutzen der Zielgruppe eingesetzt werden können. Zweitens, weil der Durchbruch auf dem Markt umso schneller geschieht, je präziser und stärker die Kräfte konzentriert werden. Welches glaubwürdige Partnersystem haben Sie im Inter- net? Clienting stellt den Menschen in den Mittelpunkt von Edgar K. Geffroy Page 4 Bulletin des Direktvertriebs 1/01 Im Zuge der immer fortschreiten- den Globalisierung müssen die Unternehmen jedoch noch weiter denken, und zwar nicht nur in Partnerschaften, sondern auch in Kunden-Beziehungsnetzwerken. Warum werden Netzwerke mit Kunden den entscheidenden Wett- bewerbsvorteil bringen? Ein ausge- prägtes Kooperations- und partner- schaftliches Beziehungsnetzwerk, das von der Konkurrenz natürlich wesentlich schwieriger zu durch- schauen bzw. nachzuahmen ist, wie beispielsweise eine Preissenkungs- strategie. Das macht Sie individuel- ler und flexibler für den Markt. Vernetzung ist Natur und damit auch die stabilste Verbindung, die in der Natur zu finden ist. Bildlich kann man ein Netzwerk mit einem Ameisenhaufen vergleichen: Jede Ameise hat eine bestimmte Auf- gabe, die sie erfüllt. Dennoch kennt sie nicht die Funktionsweise des ge- samten Ameisenhaufens. Wird er in ein Chaos gestürzt (nämlich dann, wenn jemand darauf tritt), so kehrt dennoch nach einiger Zeit wieder Ruhe ein und er funktioniert wie- der. Genauso sieht es bei Beziehungs- netzwerken aus: fällt ein Teil davon weg, wird diese Lücke nach einiger Zeit automatisch wieder geschlos- sen. Niemand kann das gesamte Netzwerk überblicken, ist aber den- noch ein Teil davon. Laut dem Kommunikations-Profi Harvey Mackay ist jeder Mensch der Welt über 6 Beziehungen mit jedem an- deren Menschen verbunden. Das heißt, es bedarf etwa 6 Kontakte, um jeden anderen Menschen der Welt zu kennen. Ist das nicht schnell? Partnerschaften, Beziehungen und eindeutig der Mensch und damit jede individuelle Person wird im (durch) Clienting in den Mittelpunkt gestellt. Unternehmen müssen in der Zukunft, um erfolgreich zu sein, den Kunden in den Fokus ihrer Handlungen stellen. Produktden- ken wird damit in Zukunft durch in- dividuelles Kundendenken ersetzt werden. Brechen Sie Ihre Regeln! Edgar K. Geffroy ist erfolgreicher Unternehmer, Berater und gefrag- ter Business-Experte. Er ist ein Mann der Tat, was die täglichen Erfolge seiner Kunden beweisen. In seiner Rolle als Top-Redner ver- setzt er jährlich Tausende seiner Zuhörer in Staunen und verblüfft sie durch neue strategische Denkansätze und Thesen. Heute zählt er zu den besten Referenten Deutschlands und wurde erst kürz- lich von der "Wirtschaftswoche" zu einem der wichtigsten 10 Motiva- tionstrainer ausgezeichnet. Die Zeitschrift GQ zählt ihn zu einem der 25 führenden Wirtschaftsredner. Mit der EKS-Strategie, (R)Evolutions-Konforme Strategie, weist Edgar K. Geffroy Unternehmen konsequent den Weg zur Marktführerschaft und entwickelt erfolgreiche Prinzipien der Kundenorientierung in der Human Economy. Zu seinen Kunden gehören die bekanntesten und erfolgreichsten Firmen, unter anderem IBM, Siemens, Bayer und Coca-Cola. Edgar K. Geffroy setzte diesen Erfolg auch konsequent als Bestsellerautor in seinen bisher 9 veröffentlichten Büchern um. Diese werden teils wo- chenlang auf den vordersten Rängen der Bestsellerlisten geführt, darun- ter "Das einzige, was stört, ist der Kunde" und "Clienting". Auflagen von über 250.000 Stück in über 20 Ländern und sein Ruf als "Clienting-Papst Deutschlands" sind die Folge. -------------------------------------------------------------------------------</quote>
Edgar K. Geffroy beschreibt funktionierende Arbeitsameisen - in (Beziehungs-)Netzwerken:
------------------------------------------------------------------------------- Bildlich kann man ein Netzwerk mit einem Ameisenhaufen vergleichen: Jede Ameise hat eine bestimmte Aufgabe, die sie erfüllt. Dennoch kennt sie nicht die Funktionsweise des gesamten Ameisenhaufens. -------------------------------------------------------------------------------</quote>
Da huldigen die MLM-er ausgerechnet jemandem, der die MLM-Systeme, also die Ausbeuter der Arbeitsameisen, darin instruiert, wie man solche Ameisenhaufen betreibt...
Aribert Deckers
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