Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Dieses File ist ein MIRROR. Es ist ein Teil einer Dokumentation. Das Original dieses Files befand sich in der Web-Site des http://www.dialog-gesundheit.de * Gesundheitsministeriums.

Zum Verständnis dieses Files ist es ZWINGEND erforderlich, die Einleitung dieser Dokumentation zu lesen!

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Die Deutsche Amalgam-Page ist mit dem Gesundheitsministerium weder assoziiert noch sonstwie verbunden.

Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   krankenkasse
solange
unregistriert
erstellt am: 27. Mai 2001 23:37           
icht wollte schon immer mal wissen wie es möglich ist, das eine so mündige gesellschaft
wie die deutschen sich für zum teil ca. 700 DM im monat gängeln und bevormunden lassen.
wieso ist niemand dieser dienstleistngs beansprucher auch nur in der lage auch mal nachzu fragen.
wenn ich soviel beiträge leiste sollte ich doch auch mal eine rechnung zu sehen bekommen.wieso will kein kassenpatient davon etwas wissen???bei jeder kleinen autoschramme wird mehr rabbatz bei der versicherung gemacht.warum fordert niemand die abschaffung der blankoübernahme..vielleicht kommen dann auch nicht mehr so überaus dämliche fragen wie diejenige wo nach irgendwelchen verdiensten von irgendwelchen leuten gefragt wird.
jeder kann in diesem land studieren.egal aus welchen verhältnissen...das einzige was man wirklich machen muß ist sich hinsetzen und für sein ideal etwas tun...lernen vielleicht???
und das dann auch mal was länger als drei jahre sogar mehr zwei bis dreimal drei jahre...
wann kommt die rechnungsstellung für alle versicherten???

wbensch
unregistriert
erstellt am: 28. Mai 2001 00:08           
Rechnungsstellung an alle Versicherten würde einen "Paradigmenwechsel" bedeuten, d.h. Umstellung vom Sachleistungssystem auf das Kostenerstattungssystem. Das wurde in den letzten Reden von höchster Stelle, also dem Bundesministerium für Gesundheit abgelehnt.
(Einzelheiten dazu können Sie gut unter www.buschtelefon.de nachlesen!)

KM
unregistriert
erstellt am: 28. Mai 2001 00:16           
Hier wird, denke ich, das Generalproblem unserer GKV angesprochen. Alle nichtselbständig Tätigen zahlen bis zur Erreichung der Bemessungsgrenze, aber auch nur die, zwangsweise horrende Beiträge in die Krankenkassen ein. Diese "verteilen" die Einnahmen an die Kassenärztlichen Vereinigungen, von wo aus es unkontrolliert an die Ärzte weiterverteilt wird. Ich formuliere absichtlich in dieser Form, weil die Art und Weise der Abrechnung, die Kontrolle der korrekten Abrechnung, und die in die Milliarden gehenden aufgedeckter (!!!)Betrugsfälle eine andere nicht zulassen.
Hier eine nachkontrollierbare Rechnung nach jedem Arztbesuch mitzubekommen, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Obwohl eine solche wohl kaum von jedem Patienten nachvollziehbar sein dürfte, wäre damit die Hürde für sogenannte "Irrtümer", m. E. nur eine beschönigende Floskel für Betrug, deutlich höher gelegt. Nur, es bringt leider überhaupt nichts, wenn ich meiner GKV diese Rechnung vorlege mit der Bitte um Überprüfung. Die hat nämlich gar keinen Zugriff auf einzelne Abrechnungen und kann mich nur an die jeweilige kassenärztliche Vereinigung verweisen. Und da versuche einer mal etwas herauszufinden. Die Kontrolleure kontrollieren sich doch selbst.
Und das wäre meine Forderung an die GKV: endlich Controllingsysteme einzuführen, die die Einnahme- und Ausgabenstruktur transparent macht. Eine Einrichtung übrigens, die in jedem grösseren Unternehmen selbstverständlich ist.

Übrigens: mündige Gesellschaft! Eine ver(Bild)ete Gesellschaft - und mündig - ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 28. Mai 2001 00:26     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
KM: Her mit der Rechnung im Kassenbereich! Endlich würde ich Geld bekommen statt Punkte! und endlich würde der Versicherte mitbekommen, daß er einerseits Tausende bezahlt pro Jahr, andererseits seine KAsse aber z.B. für den zweiten Besuch im Quartal nur DM 2,50 für den Arzt ausgibt, egal, ob der untersucht, Spritze gibt, Blut abnimmt oder berät, im gesamten Quartal gibts eine Pauschale von DM 15,-. Wenn der Patient erführe, daß seine Kasse für den Hausbesuch seines Arztes etwa 10% dessen ausgibt, was ein Schlüsselnotdienst nimmt, würde der Patient schnell mal ans Grübeln geraten, wo denn seine Gelder so bleiben. Und wenn dann noch auf der Rechnung stehen würde, daß der Arzt ja zum Zeitpunkt der "Rechnungs"stellung überhaupt noch nicht weiß, wieviel ein Punkt dann am Ende, nämlich nach 6 Monaten, wert ist, würden die Patienten viele Fragen haben. Daher scheuen die Krankenkassen diese Rechnung wie der Teufel das Weihwasser. Die Kassen nämlich haben bisher immer verhindert, daß Ärzte mit Geld bezahlt werden statt mit Punkten. Wir Ärzte hätten solche Rechnungen schon sehr gerne.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 28. Mai 2001 00:27     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
KM: RICHTIG! Die Bilanzen und die Kontobücher der Krankenkassen müssen ans schwarze Brett, für jeden einsehbar. Das sind doch Körperschaften Öffentlichen Rechts, oder nicht?

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 28. Mai 2001 01:18     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Solange, KM,

ich geh mal davon aus, daß Sie eine Frau und/oder Freundin haben, die's danach manchmal juckt, und die dann zwecks rascher Abhilfe zum Gynäkologen geht. Für diesen überaus einfachen Fall kann ich Ihnen ein Abrechnungsbeispiel liefern.

Vorausgesetzt, das Malheur ereignet sich im sonnigen Südbaden, wo der Punktwert noch bei rund sieben Pfennig liegt, und vorausgesetzt, es ist das erste Mal im Quartal, dann rechnet der Gynäkologe nach EBM wie folgt ab:

Leistungsziffer : 1
Bezeichnung : Ordinationsgebühr je Behandlungsfall = Quartal
Punkt-Wert BMÄ : unterschiedlich ob normaler Tag oder Notdienst
DM-Wert normal : rund 14,00 DM
plus
Leistungsziffer :3500
Bezeichnung :Teststreifen
Punkt-Wert BMÄ :13.00
DM-Wert vor Budgetierung: x 0,07 = 0,91 DM
plus
Leistungsziffer :3602
Bezeichnung :Nativpräparat mikroskopisch
Punkt-Wert BMÄ : 7.00
DM-Wert vor Budgetierung: x 0,07 = 0,49 DM
plus wenn der Gynäkologe lustig ist und genug Helferinnen zur Auswertung hat
Leistungsziffer :3884
Bezeichnung : Kulturelle Untersuchung bakteriologisch / mykologisch
Punkt-Wert BMÄ : 30.00
DM-Wert vor Budgetierung: x 0,07 = 2,10 DM

Der südbadische Gynäkologe hat mit der Behandlung Ihrer Frau / Freundin also
einen Umsatz von
14,00 DM + 0,91 DM + 0,49 DM + 2,10 DM = 17,50 DM erwirtschaftet.

Passiert dieses Malheur ein zweites Mal im Quartal, so sind die 14,00 DM Ordinationsgebühr nicht mehr abrechenbar, stattdessen ist anzusetzen die
Leistungsziffer : 2
Bezeichnung : Konsultationsgebühr je Arzt-Patienten-Kontakt
Punkt-Wert BMÄ : 50.00
DM-Wert : 3,50 DM

Der südbadische Gynäkologe hat mit der zweiten Behandlung Ihrer Frau / Freundin
im selben Quartal somit einen Umsatz von
3,50 DM + 0,91 DM + 0,49 DM + 2,10 DM = 7,00 DM erwirtschaftet.

Um genau zu sein: irgendwo nach der vielleicht fünfhundertsten meiner etwa elfhundert Patientinnen ist mein Laborbudget ausgeschöpft. Dann kriege ich für die 3500 und die 3602 gar nix mehr. Man nennt das Budgetierung. Damit ich eine genaue Rechnung schreiben kann, kommt es also auch noch darauf an, wieviele Patientinen in diesem Quartal vor Ihrer Frau / Freundin bei mir waren.

Um noch genauer zu sein: die sieben Pfennig Punktwert sind ein geschätzter Mittelwert aus den Puinktwerten aller Kassen. So ganz genau weiß ich den auch erst, wenn ihn meine KV mir vorgerechnet hat. Das ist im besten Fall drei, im schlechtesten Fall sechs Monate und zwei Wochen, nachdem ihre Frau / Freundin bei mir war.

Alles klar ? Mir auch nicht. Ist trotzdem so. So wahr mir Ulla helfe.

Wenn Sie wollen, rechne ich Ihnen dann auch mal vor, was abzurechnen ist, wenn ich einen Brustkrebs entdecke.

Ob mich das stört ? Ein bißchen schon.
Was mich mehr stört: wenn wie üblich auf diesen Beitrag hin wieder ein paar Oberschlaule schreiben, Ärzte dächten doch immer nur an Geld.

PR

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