Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Autor Thema:   Die Schnauze voll
Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 24. Mai 2001 19:38           
Aus: DIE ZEIT 22/2001

M E D I Z I N E R M A N G E L
http://www.zeit.de/2001/22/Politik/200122_c-aerzte.html (für Graphik und Comic)

Frust und Fron in Weiß
Viele Mediziner verlieren den Spaß an ihrem Beruf und satteln um. Droht statt der Ärzteschwemme nun ein Ärztemangel?

Einen neuen Rekord meldet die Bundesärztekammer: 370 000 Mediziner gab es Ende 2000 in Deutschland, 295 000 von ihnen üben den Beruf aus, das sind 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Da erscheint es paradox, dass Gesundheitsexperten vor einem Mangel an Medizinern warnen. "Von der Ärzteschwemme zur Ärzteknappheit - Wendepunkt?", fragte etwa kürzlich die Ärztezeitung.
Menschen wie Jan Bruchhäuser machen diesen scheinbaren Widerspruch verständlicher. Nach seinem Abitur mit dem Notendurchschnitt von 1,2 studierte er zielstrebig Medizin. Seine Examina schloss er mit der Note 1,5 ab und bekam sofort eine Stelle als Arzt im Praktikum (AiP) in der Kardiologie des Klinikums Großhadern in München. Plötzlich quälten ihn Zweifel. "Mir wurde bewusst, dass meine Vorgesetzten für mich keine Vorbilder waren", sagt er. Sie hätten für ihre Familien keine Zeit gehabt, Forschung war nur nach Feierabend möglich. Auch die gut gehende Kardiologiepraxis seines Vaters zu übernehmen reizte ihn nicht. Denn das hätte Arbeit bis in den späten Abend bei magerer Bezahlung bedeutet. Seit einem Jahr arbeitet der 29-Jährige nun als Unternehmensberater im Gesundheitswesen - und bereut seine Entscheidung nicht. "Statt Handlanger von Krankenschwestern zu sein, sinnlosen Papierkram auszufüllen und mir die Nächte mit Diensten um die Ohren zu schlagen, habe ich jetzt ein spannendes Aufgabenfeld und verdiene wesentlich besser."
Über den Alltag, der junge Ärzte aus dem Beruf treibt, berichtete Anfang Mai das Deutsche Ärzteblatt unter der Überschrift Klinikarzt im Dauerstress: untertarifliche Bezahlung, keine Vergütung von Überstunden, bis zu 80 Stunden durchschnittliche Wochenarbeitszeit, Arbeitsverträge nur noch für kurze Zeit, fachliche Überforderung, schlechte Ausbildung und Mobbing. Der Marburger Mediziner Konrad Görg fordert in dem Artikel einen "menschlicheren Umgang mit dem medizinischen Nachwuchs" und hofft, dass zukünftig junge Ärzte nicht mehr das Gefühl haben müssten, den falschen Beruf gewählt zu haben.
Schon länger fühlen sich Assistenzärzte überfordert. Doch ihre Klagen wurden ignoriert, weil es genug ihrer Spezies gab. Nun bahnt sich eine Wende an. "Das Image des Arztberufes ist durch die schlechten Arbeitsbedingungen verdorben - und viele junge Ärzte sehen sich nach Alternativen um", konstatiert Annette Güntert, Abteilungsleiterin für Weiterbildung der Bundesärztekammer. Die unbefriedigende Tätigkeit in Klinik oder Praxis vertreibt die Mediziner zunehmend in Nebengebiete: ins Gesundheitsmanagement, in die Pharmaforschung, in den Journalismus, die Bioinformatik, die Gentechnik oder in die Politik. "Die Leute hauen scharenweise ab", beobachtet der Berliner Ärztekammerpräsident Günter Jonitz, "denn das Krankenhaus ist der reinste Verschleißbetrieb." Viele Führungsverantwortliche verhielten sich geradezu "autistisch" und praktizierten nur "muffige Abwehr", um den Status quo zu erhalten.
Nur 2,5 Prozent sind arbeitslos
Nun mehren sich die Anzeichen, dass statt der viel beschworenen Ärzteschwemme ein Mangel an Ärzten zu befürchten ist. Die Bundesärztekammer will dieser Frage mit einer Studie nachgehen. Bis zu deren Veröffentlichung ist man auf Beobachtungen angewiesen: Der Stellenanzeigenteil im Deutschen Ärzteblatt zum Beispiel nimmt an Umfang zu. "Obwohl nach wie vor jährlich etwa 12 000 Absolventen die Universität verlassen, taucht nur etwa die Hälfte auf dem ärztlichen Arbeitsmarkt auf", berichtet Frank Ulrich Montgomery, der Vorsitzende des Klinikärzteverbandes Marburger Bund. Noch Anfang der neunziger Jahre hatte er 60 000 arbeitslose Ärzte für das Jahr 2000 prognostiziert. Doch momentan sind es nur knapp über 7000, die Arbeitslosenquote liegt bei 2,5 Prozent - vergleichsweise traumhaft.
"Der Trend in den vergangenen Jahren ist eindeutig rückläufig", sagt Franziska Schreyer vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg. Vorbei die Zeiten, in denen sich die Bewerbungen in den Sekretariaten der Chefärzte stapelten. "Über mehrere Wochen blieb eine Assistenzarztstelle bei uns unbesetzt, weil wir einfach keinen Kandidaten hatten", sagt Hans-Hellmut Koch, Leitender Arzt des Klinikums Nürnberg. An der Privatuniversität Witten-Herdecke fehlen Bewerber für AiP-Stellen.
Der Bedarf an Ärzten könnte hochschnellen, würde ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshofes umgesetzt. Ihm zufolge muss Bereitschaftsdienst als Arbeitszeit anerkannt werden. Somit müsste ein Schichtdienst eingeführt werden, weil dann 24-Stunden-Dienste nicht mehr zulässig wären. Mit einem Schlag gäbe es rund 15 000 zusätzliche Stellen. Mit der Einführung eines neuen fallbezogenen Abrechnungssystems steigt die Arbeitsbelastung der Krankenhausärzte nochmals, weil eine sehr zeitaufwändige Dokumentation der erbrachten Leistungen auf sie zukommt.
Längst hat sich bis zu den Abiturienten herumgesprochen, dass die Medizin nur noch selten reich oder glücklich macht. "In den letzten Jahren nimmt die Zahl der Bewerber für Humanmedizin ab", sagt Bernhard Scheer von der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS). "Trotzdem gibt es für die rund 7800 Plätze pro Semester immer noch mehr als doppelt so viele Kandidaten." Aus Furcht vor einer Ärzteschwemme reduzierten die Bildungspolitiker Anfang der neunziger Jahre die Zahl der Studienanfänger um 22 Prozent. Eine Analyse des Hochschulinformationssystems von 1996 warnte davor, dass "mit Beginn der zwanziger Jahre des nächsten Jahrhunderts eine ärztliche Unterversorgung eintreten" könne. Das Defizit wurde auf über 25 000 Mediziner geschätzt, zumal die Lebenserwartung hierzulande kontinuierlich steigt und viele alte Menschen ärztlich versorgt werden müssen.
Manfred Bausch von der Arbeitsmarkt-Informationsstelle hält das jedoch für übertrieben. "Deutschland hat, bezogen auf die Bevölkerung, im europäischen Vergleich immer noch eine der höchsten Zahlen an Medizinern", sagt er. Trotzdem gebe es momentan "partielle Mangelerscheinungen", beispielsweise in der Rehabilitationsmedizin, die unter Ärzten als unattraktiv gilt. Ein neues Knie einzusetzen verspricht mehr Ruhm, als einen Patienten nach der Operation wieder zum Laufen zu bringen.
Auch die Zahl der Radiologen und Nervenärzte ist rückläufig, ebenso der Hausärzte (der praktischen Ärzte und Allgemeinmediziner). Die Ausbildung zum Allgemeinmediziner werde zu wenig gefördert, sagt Bausch. Der Nachwuchs muss sich von Chef zu Chef betteln, um jeweils ein Jahr Chirurgie, Innere Medizin und ein weiteres Fach lernen zu dürfen. "Die Assistenzärzte machen regelrecht Patchwork, um die nötigen Ausbildungsstationen zu durchlaufen", kritisiert Bausch. Dabei beklagen Gesundheitspolitiker gerade einen Mangel an Hausärzten. Sie erhoffen sich dank "Hausärzten als Lotsen" eine bessere und kostengünstigere Versorgung der Bevölkerung. Doch das Image dieser Fachrichtung ist noch bescheiden. "Ich glaube an die Zukunftsperspektive der Allgemeinmedizin und empfehle sie den Studienabgängern", sagt Annette Güntert von der Bundesärztekammer. Doch das funktioniere nur, wenn Hausärzte besser bezahlt würden.
in der Woche, Arbeitsverträge nur noch für kurze Zeit, keine Überstundenvergütung - das gehört für junge Klinikärzte zum Alltag, Von Achim Wüsthof
(c) DIE ZEIT 22/2001


Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 24. Mai 2001 20:37     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
In den Statistikne tauchen aber oft nur Rubriken wie "berufstätige Ärzte" usw. auf. Da muß man sehr genau aufpassen, ob da wirklich die als Ärzte Berufstätigen oder die anderweitig berufstätigen Ärzte gemeint sind!

wbensch
unregistriert
erstellt am: 25. Mai 2001 12:20           
Auch im hiesigen Raum von den Chefärzten berichtet, dass früheres Überangebot an Bewerbern für offene Assistenzarztstellen praktisch eingebrochen sei, zumal auch die hier umstrukturierte Klinik - zum ortsübergreifenden Klinikverbund im großen Kreis - einen "Haustarif" anbietet, der eben schlechter als BAT ausfällt.

wbensch
unregistriert
erstellt am: 25. Mai 2001 13:46           
re behrmann: solche links können auch im Presseteil des www.buschtelefon.de eingestellt werden und Sie tun damit der Initiatorin Frau Kollegin S.Keller einen großen Gefallen. (Habe ich jetzt inzwischen getan, bin sonst nur sehr sporadischer Zeit-Leser!)

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