Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Milchschnitte
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erstellt am: 17. Mai 2001 21:11     Sehen Sie sich das Profil von Milchschnitte an!   Senden Sie Milchschnitte eine eMail!     
Die Metamorphosen des teutonischen Yuppie

Wohlstandschauvinismus, 90er-Jahre-Linke und kasinokapitalistischer Antisemitismus

In den letzten Jahren und besonders in der jüngsten Zeit wird nach den rassistischen Pogromen gegen Asylbewerber, »Ausländer« usw. offen und latent eine zunehmende antiärztliche bzw. proto-antiärztliche Stimmung spürbar. Die »Spekulanten« z.B. sind ins Kreuzfeuer der Kritik geraten und auch in Esoterikzirkeln machen sich verstärkt antisemitische, rassistische und sozialdarwinistische Tendenzen breit.
In den 80ern hätten die wenigsten eine solche Entwicklung für möglich gehalten. Der autistische Konsumhedonist/die autistische Konsumhedonistin galten weithin als harmlose und friedliche Gesellen, die sich bestenfalls im Beziehungsgerangel selbst etwas zuleide taten, aber dann konnten sie ja auch ins lust`ge Single-Dasein überwechseln. Es ist deshalb langsam an der Zeit, die Metamorphosen der teutonischen Individuen in der kasinokapitalistischen Ära in den Blick zu nehmen und ebenso deren Stellenwert in einigen radikallinken Positionen zu untersuchen. Denn wie mir scheint, ist gerade die Kritik dieser Phase und der ihr entsprechenden Bewußtseinsformen als Konstituens für verstärkt auftretende rassistische und antisemitische Haltungen und Gewalttaten spätestens seit 89 bei etlichen Linken tabu.
Wenn ich dabei weiterhin ironisch in der männlichen Form vom »teutonischen Yuppie« spreche, als Kritik an dessen beschönigtem Bild in manchen linken Konzepten, und vom »deutschen Michel« etc., so will ich damit mitnichten behaupten, daß nur Männer rassistisch und antisemitisch seien und Haltungen wie Konkurrenzorientierung und Besitzstandswahrung zeigen könnten (siehe dazu auch meine Kritik an der Frauenbewegung - Scholz 1995). Da es sich dabei jedoch um feststehende Figuren handelt, soll das Maskulinum beibehalten werden. Umgekehrt dürfte auch nicht bloß von Kapitalismus, Kasinokapitalismus usw. wie im folgenden die Rede sein, sondern von patriarchalem Kapitalismus, patriarchalem Hightech-Kapitalismus etc.
Dieses Problem verweist darauf, wie sehr patriarchale Geschichte zur Sprache geronnen und wie schwierig es generell ist, einen nicht-patriarchalen, dennoch flüssigen Schreibstil zu entwickeln. Gerade diese Schwierigkeit deutet auf die grundsätzliche Berechtigung von »Political correctness« hin (auch wenn die Forderungen im sprachlichen Bereich bisweilen überzogen sein mögen); eine Position, die ja gerade in Deutschland, auch bei vielen Linken, auf besondere Abwehr stößt.
Um also meinen Gedankengang straight durchziehen zu können, verzichte ich manchmal auf die zusätzliche weibliche Form. In diesem Zusammenhang muß auch die Analyse der Beziehungen zwischen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus auf eine andere Gelegenheit vertagt werden; ebenso bleibt die Veränderung der Geschlechterbeziehungen in den letzten Jahrzehnten in ihrer Bedeutung für neurechte nationalistische Tendenzen zunächst einmal ausgeblendet. Diese wichtigen Bemerkungen vorausgesetzt, sollen nun die Metamorphosen des teutonischen Yuppie in Augenschein genommen werden.

1.

Die 80er Jahre waren bekanntlich die Hoch-Zeit des »Kasinokapitalismus«. Im Zuge von Thatcherismus, Reaganomics und Kohlschem Aussitzer-Konservativismus in der alten BRD, kurz der konservativ-liberalen Wende, traten wieder Leistungsbereitschaft, Konkurrenzorientierung, Tüchtigkeit, Erfolgsstreben und ähnliche bürgerliche Tugenden auf den Plan, gepaart mit einem demonstrativen Protz- und Luxusgehabe, die mit der gleichzeitigen Zunahme der sogenannten »neuen Armut« einhergingen. Egal ob der Yuppie nun bloß ein Medienphänomen war oder nicht, seine Gestalt steht für gewisse Haltungen, die die 80er Jahre generell charakterisieren und quer durch alle Klassen und Schichten gingen, samt ihren postmodernen Metamorphosen in differente »Milieus«, wie es seither bezeichnenderweise kultursoziologisch heißt. Auch Kultur, Streitkultur, Eßkultur, Wohnkultur, »Ethnie«, die »Ästhetik« überhaupt haben in den verschiedensten Farben und Formen seitdem Karriere gemacht. Sicherlich begann dies schon zu Zeiten der Alternativbewegung mit der Rede von den »zwei Kulturen«, wie Wolfgang Pohrt feststellt (vgl. Pohrt 1993 a, S. 127 ff), als auch das Schlagwort von der »Pluralisierung der Lebenswelten« überhaupt die Runde machte; auf jeden Fall aber blühte diese Erscheinung erst zu einer Zeit richtig auf, in der die Pflege eines »kultivierten Lebensstils« absolut »trendy« zu werden begann und »die Mode« Mode wurde.
Auch in Stadtteilen von London z.B., in denen hauptsächlich »Schwarze« leben, können solche Tendenzen beobachtet werden: »In den 70er und auch noch in den frühen 80er Jahren zählte die Demonstration des Nichtstuns zur Kultur der schwarzen Viertel. Die Leute standen den ganzen Tag an einer Ecke oder vor einem Plattenladen und weigerten sich, sich für fragwürdige Konsumgüter für andere zum Idioten zu machen. Trotz der hohen Arbeitslosigkeit siehst Du heute niemanden mehr an der Ecke stehen. Viele Leute haben einen oder gar zwei Jobs in der Schattenwirtschaft. Alle arbeiten wie verrückt, sind mit legalen und/oder illegalen Geschäften beschäftigt. Junge jamaikanische Männer finden nichts mehr dabei, bei McDonalds die Klos zu putzen, wenn sie davon nur den neuen Volvo oder die Klamotten bezahlen können. In Brixton spielen harte Drogen heute eine Rolle, und es kam wiederholt zu Gang-Rivalitäten mit tödlichem Ausgang. Der Thatcherismus hat seine Spuren hinterlassen. Das amerikamische Reproduktionsmodell - Konsum gegen Wohlverhalten - hat sich durchgesetzt« (Jacob, 1993 a, S.89).
Was der »schwarze« Popmusiker Linton Kwesi Johnson hier in einem Interview mit Günther Jacob 1991 als »amerikanisches Reproduktionsmodell« bezeichnet, ist indes so amerikanisch nicht. »Konsum gegen Wohlverhalten« gilt in der wohlfahrtsstaatlich bei weitem besser ausgebauten BRD wohl noch mehr, besonders in den kasinokapitalistischen Ausprägungen der 80er Jahre.
Ich erinnere mich noch an mein Sozialpädagogikstudium, das in der zweiten Hälfte der 80er Jahre zu Ende ging. Sogar bei »den Sozialpädagogen«, die ja selbst heute noch für gewöhnlich körneressend, bärtig, langhaarig, in Jeans und Schlapper-Shirts imaginiert werden, mit erhobenen Händen und hoher Stimme unentwegt »Frieden - Frieden« predigend, gab es durchaus Leute, die trotz ausreichendem Bafög-Bezug oder genügender Bezuschussung durch die Eltern sich noch Zusatzjobs suchten, weil sie einfach mit dem Taxi nach dem Besuch der sündteuren Nobel-Kneipe heimfahren wollten statt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. 15 Stunden stickige Fabrikluft wöchentlich, umgeben von Leuten, die man nicht abkann, wurden in Kauf genommen, um sich ein bestimmtes »Niveau« leisten zu können. Noch vor kurzem erzählte mir ein 20jähriger Fabrikarbeiter bei »Quelle«, der auf »Joop«-Produkten besteht, es sei »unter seinem Niveau« mit der U-Bahn zu fahren. Statt daß sich die Leute für zwei-Mark-fuffzig eine Karte kaufen, sich ein Buch unter den Arm klemmen und in aller Ruhe in die U-Bahn setzen, werden die absurdesten Strapazen auf sich genommen, um sich einen angeblich »kultivierten Lebensstil« leisten zu können. In gewisser Weise war also der mittlerweile vielbeschworene und auch denunzierte »Achtzigerjahrespaß« (Bodo Morshäuser) hart erarbeitet. Diesen Aspekt habe ich in meinem Artikel »Die Maske des Roten Todes. Kasinokapitalismus, Frauenbewegung und Dekonstruktion« nicht genug betont und die hedonistische Seite der 80er Jahre zu sehr herausgestellt (Scholz 1995).>
In der ersten Zeit sah es so aus, als sei die konservativ-liberale Wende in der alten BRD gar keine solche. Kohl plazierte Geißler und Süßmuth auf zentrale Plätze. In Wirklichkeit hatten die 68er doch den Sieg errungen - so schien es. Der Modesoziologe der 80er (und auch noch der 90er), Ulrich Beck, imaginierte so eine Individualisierung, deren Schwierigkeit vor allem in der Qual der Wahl bestand. Eine »echte« konservativ-liberale Wende - kann danach doch nicht mehr kommen! In der »lust'gen Risikogesellschaft« kann sich letztlich doch alles nur noch »demokratisch« zum besseren wenden, angeschoben durch die neuen Protestbewegungen, die sanft im reformerischen Einspruch die Gesellschaft in eine Phase der »reflexiven Modernisierung« schippern. Aber nein, die davon selbst schon durch und durch affizierte Gesellschaft schipperte dahin. Dem Motto von Margaret Thatcher »Es gibt keine Gesellschaft, es gibt nur Individuen« kam Beck insofern nach, als er für seine aus traditionellen Bindungen freigesetzten Individuen keinen übergreifenden gesellschaftstheoretischen Bezugsrahmen mehr gelten ließ. All dies jedoch grün-sozialdemokratisch eingefärbt.
Nicht wenige mittlerweile schick und bewegungsmüde gewordenen (Ex-)Protestler ließen sich nun von dem sozialwissenschaftlichen Sandmännchen Beck mit seinem La-Le-Lu-Gesang endgültig einschläfern bzw. seine Bücher entsprachen dieser Stimmung, die allgemein verbreitet war, und kamen vermutlich auch deshalb so gut an.
Damit konnte man/frau die verstärkt auftretende Konkurrenzorientierung im Zuge der immer mehr greifenden konservativ-liberalen »Individualisierung« - wider die eigene Erfahrung und eigenes Wissen - vor sich selbst verbergen und sich sogar noch einbilden, als Altbewegte zur »Liberalisierung« der Gesellschaft Kolossales beigetragen zu haben. Aus den Altbewegten wurden so mehr und mehr Lebensweltyuppies, die in Markt und Staat geschickt Nischen auszufüllen verstanden. Nicht wenige von ihnen wurden seitdem endgültig zu dem, was linke KritikerInnen ihnen schon immer nachsagten: Kleinbürger, die stolz auf ihr Geschäft, ihr (sozialstaatlich gefördertes) »Projekt«, ihre Kneipe usw. sind, mit einer postmodernen, kasinokapitalistischen Wirts- und Bäckermeistersmentalität, die von der eigenen Tüchtigkeit durchdrungen ist und z.B. gern die Asylrechtskompromiß-SPD-Honoratioren der Stadt vertraulich und geschäftsbeflissen als Gast/Kunde begrüßt.
Schleichend, langsam und klammheimlich verband sich ein Nationalismus, der teilweise schon in den »neuen sozialen Bewegungen« zu finden war, mit der neu entdeckten und zunächst euphorisch gefeierten - von Beck völlig entdramatisiert dagestellten - konkurrenzorientierten Individualisierung. In den 80er Jahren nahm gleichzeitig die Gewalt in Familien wieder zu, rassistische Gewalttaten stiegen an und rechtsextreme Organisationen bekamen wieder mehr Zulauf.

2.

Die deutsche Vereinigung brachte dann eine »Renationalisierung« auf breiter Front mit sich, mit der viele nicht gerechnet hatten, als nach der Währungsumstellung in Ostdeutschland und dem neoliberalen Rausch schon bald der Katzenjammer folgte. Rostock, Mölln, Solingen und die Entwicklung danach sprechen für sich. »Kohl erweist sich als Kanzler des Kasinokapitalismus, dem zum Schluß noch ein großer Coup gelungen ist. Als nach der deutschen Einigung die Rechnung bezahlt werden muß, wird der Ruf nach der Politik wach« (Bude, 1993, S.446).
Plötzlich stand der jahrelang gehätschelte teutonische Yuppie gar nicht mehr so gut da beim Establishment, das sich jetzt kurzerhand zu einfachen »Bürgern« umdefinierte: »Vieles hängt von uns, den Bürgern ab. Wir müssen uns ändern. Ein Wandel der Maßstäbe ist notwendig. Das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft ist als Wirtschaftsprinzip unentbehrlich, aber es darf nicht als Entschuldigung für Nichthandeln mißbraucht werden. Das Gemeinwohl muß wieder an die erste Stelle rücken. Es ist ein Skandal, daß Gewalt, Korruption und ein egoistischer Bereicherungstrieb als normal angesehen werden, während ein unter Umständen sich regendes Unrechtsbewußtsein kurzerhand mit dem Hinweis auf die "Selbstregulierung des Marktes" beschwichtigt wird. Wir haben es satt, in einer Raffgesellschaft zu leben, in der Korruption nicht mehr die Ausnahme ist und in der sich allzu vieles ums Geldverdienen dreht. Es gibt wichtigeres im Leben des einzelnen wie auch im Leben der Nation« (Dönhoff u.a. 1992, S. 18f.).
In dem von Dönhoff und Co. verfaßten Manifest »Weil das Land sich ändern muß« wird Kapitalismuskritik zugunsten der Nation betrieben unter ausdrücklicher Beibehaltung des Kapitalismus, der nunmehr zuförderst dem Zweck des »Volkswohls« dienen und dementsprechend an die Kandare genommen werden soll. Der seit 89 erst recht forcierte neoliberale Kapitalismus ist dem Establishment über den Kopf gewachsen, die mit ihm notwendig einhergehende Individualisierung muß nun durch eine nationalistische Kapitalismuskritik »von oben« gedämpft werden. Der Angriff auf den »individuellen Bereicherungstrieb« dient dem Ausbau des Nationalstaats und der »Festung Europa«: »Ohne Besinnung auf die Tugenden der Vergangenheit, ohne Selbstbescheidung und Sparsamkeit, ohne Verzicht und Solidarität gefährden die Deutschen sich selbst und ihre Nachbarn« (Klappentext). Fremde sollen dabei durchaus »hereingelassen« werden, solange dies dazu dient, daß die Deutschen nicht aussterben.
Internationale Wirtschaftsverflechtungen werden durchaus in Rechnung gestellt, mit dem Ziel, dabei für »Deutschland« in der Krise das Beste herauszuholen. Ebenso wird implizit für einen kleinbürgerlichen Alltag plädiert, in dem alles seine Ordnung hat. Dem entspricht die Kritik an der permissiven Gesellschaft und der Rekurs auf »Tradition, Religion, soziale Gewohnheiten« als notwendige soziale Bindemittel (S. 104). Der Einzelne soll bei Dönhoff und Co. zwar marktkonform handeln, im Grunde aber wie in der Armee sich dem Kollektivzweck, dem »Gemeinwohl«, das nun an erster Stelle kommen soll, unterordnen. Ausgerechnet auf diese paradoxe Weise soll der zivilisatorische Standard von Individualität gewahrt werden. Nicht zuletzt macht auch die Verwendung des Terminus »Raffgesellschaft«, der an die Unterscheidung zwischen raffendem und schaffendem Kapital erinnert und somit vielleicht ein antisemitisches Ressentiment beinhaltet, die Manifest-Position zu einer nationalkonservativen und fragwürdigen.
Nun, das »Manifest« kam in »deutschen Landen« bis auf wenige kritische Rezensionen allenthalben gut an. Die Auflagen schnellten in die Höhe und ein hoher Stoß liegt noch heute in vielen Buchhandlungen auf. Sollte sich der teutonische Yuppie, der für die Gesamtstimmung spätestens seit Mitte der 80er und erst recht Anfang der 90er Jahre nach der Vereinigung, dem DM-Taumel und der neoliberalen Euphorie stand, nun auf einmal ganz einfach eines anderen, besseren besonnen haben? Sollte unser teutonischer Kosmopolit sich plötzlich zum deutschnationalen und gleichzeitig altruistischen Gutmenschen gewandelt haben? Hat sich sein »individueller Bereicherungstrieb« so schnell und plötzlich verflüchtigt? Wohl kaum. Vieles spricht dafür, daß er sich eher dahin zurückzuziehen versucht, wo die Bedingungen für ihn aufgrund der veränderten ökonomischen Verhältnisse günstiger scheinen, wo er glaubt, sich nun bei zunehmend enger werdendem Handlungsspielraum immer noch am besten entfalten zu können: ins nationale Körbchen.
Ist sein Besitzstand gefährdet, wendet sich sein im Zuge der Individualisierung entstandener konkurrenzorientierter Differenzhedonismus gegen die »Anderen«, die keinen deutschen Paß besitzen und nicht dem Bild des mitteleuropäischen Menschen entsprechen. Und er denkt daran, daß doch schon mal zu Friedensbewegungszeiten vom »Nationalen« die Rede war und entwickelt vaterländische Gefühle. Der jähe Absturz der vorher (besonders nach der Vereinigung) geweckten hochfliegenden Prosperitätserwartungen im Osten wie im Westen Deutschlands (wer erinnert sich nicht an die ostdeutsche Parole: »Helmut nimm uns an der Hand und führ uns ins Wirtschaftswunderland«) in der ökonomischen Krise und die damit einhergehenden Existenzängste führten schließlich dazu, daß die kasinokapitalistischen Individuen zu Amokläufern wurden und zu rassistischen und antisemitischen Gewalttätern - bzw. sie delegierten bewußt oder unbewußt »bestimmte Aufgaben« an ihre als unzurechnungsfähig geltenden Gewaltkids.
Es entstand also eine Situation, die in mancherlei Hinsicht jener ähnelt, wie sie Hannah Arendt für die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen beschrieben hat. Der »alteingewöhnte Individualismus hatte ... zur Folge, daß die monotone Gleichgültigkeit, mit der das gleiche Schicksal Massen von Individuen befallen hatte, diese nicht daran hinderte, an sich selbst nach wie vor die Maßstäbe der konkurrierenden Erwerbsgesellschaft anzulegen und sich selbst in Vorstellungen von individuellem Erfolg zu be- und verurteilen (...) Aber selbst diese egozentrische Bitterkeit, die individuell psychologisch gesehen das Kennzeichen einer ganzen Generation wurde, war nicht etwas, was sie gemeinsam hatten, obwohl alle individuellen Unterschiede schließlich in einem allgemeinen Ressentiment untergingen; der Egozentrismus konnte keine gemeinsamen Interessen entstehen lassen, und er war daher sehr oft mit einer typischen Schwächung des Instinkts der Selbsterhaltung verbunden. Selbstlosigkeit, nicht als Güte, sondern als Gefühl, daß es auf einen selbst nicht ankommt, daß das eigene Selbst jederzeit und überall durch ein anderes ersetzt werden kann, wurde ein allgemeines Massenphänomen« (Arendt, 1991, S. 510 f).
Wie sehr gilt das, was Hannah Arendt hier beschreibt, erst für heute, wo durch die wohlfahrtsstaatliche Entwicklung und die sie schließlich überlappende kasinokapitalistische Phase Individualisierungsprozesse viel weiter fortgeschritten sind als zu Zeiten der Weimarer Republik? Ein »konkurrierender Egozentrismus« paart sich heute umso mehr mit einer haltlosen Selbst-Indifferenz. Und genau dies ist die Stunde für autoritäre Ordnungsstifter und für Manifestler, die sich in deren Nähe befinden.

3.

In manchen linken Positionen wird der Zusammenhang zwischen konservativen und nationalistischen Momenten in den »neuen sozialen Bewegungen«, kasinokapitalistischer Entwicklung in der BRD, konkurrenzorientiertem Egozentrismus in den 80ern und 90ern, Absturz der ökonomischen Situation, massivem Rechtsruck und - damit zusammenhängend - Egozentrismus und »Selbstlosigkeit« (im obigen Sinne Hannah Arendts) in den letzten Jahren zu wenig bzw. gar nicht berücksichtigt. Zwar werden nicht selten der Konservativismus und Nationalismus der »neuen sozialen Bewegungen« kritisiert; es fällt aber auf, daß gerade die kasinokapitalistische Yuppie-Phase mit ihrer Arbeits-, Tüchtigkeits- und Luxusemphase und eine damit gekoppelte Ichbezogenheit unter den Tisch fallen. Freilich gilt dies nicht für alle Linken. So thematisiert z.B. Jürgen Elsässer diese Phase unter den Überschriften »Postfordismus und Postmoderne« und »Postmoderne und Antimoderne« und bezieht dabei auch die Überlegungen Hannah Arendts mit ein (Elsässer 1992, S. 115 ff.). Und auch die Redaktion der Zeitschrift »17°C« fragt in ihrem Artikel »Gegen den deutschen Opferkult« in Abgrenzung zu altlinken Standpunkten, die Modernisierungsprozesse außer acht lassen und immer noch den »autoritären Charakter« für neuere Rechtsentwicklungen bemühen: »Zu welcher "Barbarei" ist der Hedonist fähig?« (Nr. 10, 1995, S. 26). In gewisser Weise ist die kasinokapitalistische Phase hier also mit angesprochen (vgl. dazu auch den Aufsatz von S.G.: »Geisterkunde. Die "Wiederkehr des Faschismus"« in demselben Heft).> Gerade die Berücksichtigung dieser Phase erscheint mir aber unentbehrlich, sollen ein rassistischer Wohlstandschauvinismus und ein neuer kasinokapitalistischer Antisemitismus (auf den ich später eingehe) geklärt werden.
So kritisiert z.B. der »Konkret«-Redakteur Wolfgang Schneider zwar nicht zu Unrecht am Manifest von Dönhoff und Co., daß es sich hierbei »um eine Sammlung von Gemeinplätzen aus dem Repertoire einer faschismuskompatiblem Kultur- und Gesellschaftskritik (handelt)«(Schneider, 1994, S. 170). Und er konstatiert weiterhin zutreffend: »es sollten doch bitte konsequenterweise alle diejenigen, die es "satt haben", in einer "Raffgesellschaft" zu leben, die gleichwohl aber weder deren Eigentumsverhältnisse umstürzen noch nach Grönland oder Papua-Neuguinea auswandern wollen, sich schleunigst aufhängen« (S. 173). Dennoch bleibt aufs Ganze gesehen nach dem Lesen seines Textes der Eindruck zurück, als sei die Kritik des »kapitalistischen Strebens nach Profit«, der »Aufruf zum Verzicht« und das »Ressentiment gegen den Wohlstand«, wie sie bei Dönhoff und Co anzutreffen sind, schon immer nur eine rechte Kritik. In der undifferenzierten Betrachtung - und damit zusammenhängend pejorativen Formulierung - bleibt dabei ausgeblendet, daß ein derartiges Räsonnement erst im Verbund mit dem Ziel des »Volksganzen«, mit autoritären Annahmen, mit der Klage über den Verfall traditioneller Werte und dem Affekt gegen das »Sozialschmarotzertum« etc. zu einem rechtskonservativen wird.
Herbert Marcuses Kritik an den »falschen Bedürfnissen« und die Kritik daran, »sich für fragwürdige Konsumgüter für andere zum Idioten zu machen«, wie sie Linton Kwesi Johnson im obigen Interview übt, wird aus einer Sicht wie der von Schneider eigentlich unmöglich. Und ebenso unmöglich wird dann eine Kritik am Wohlstandschauvinismus, der auf Kosten »der Anderen« leben will. Daß das Dilemma der sogenannten Dritten Welt heute gerade darin besteht, eben nicht mehr ausgebeutet zu werden, wie in letzter Zeit häufig zu hören ist, kann hier nicht ernsthaft geltend gemacht werden. Denn es ist ja, absurd genug, gerade dieser Umstand, der kriegerische Auseinandersetzungen und Flüchtlingsbewegungen hervorruft, der also bewirkt, daß »die Anderen« zu »uns« kommen. Wird der ökonomische Sachverhalt in einem derart wohlfeilen Sinne geltend gemacht, so äußert sich für mich darin selber schon der Wohlstandschauvinismus.> Es kann nicht mehr gefragt werden: Welcher Wohlstand? Was heißt das überhaupt? Auf wessen Kosten geht er unter den gegebenen Umständen? Die Kritik an einem autistisch selbstbezogenen und in mancherlei Hinsicht auch inhaltlich fragwürdigen Wohlstandsverständnis in den hochentwickelten Industrienationen wird so implizit schon immer dem rechten »Ressentiment gegen den Wohlstand« gleichgesetzt. Wie in der warenförmigen Gesellschaft üblich, wird in der Kritik Schneiders nur die Quantität und das »Überhaupt« des Wohlstands berücksichtigt, qualitative Gesichtspunkte geraten demgegenüber ins Hintertreffen.
Nun ist es ja durchaus richtig, rechte Verzichtsvorstellungen anzugreifen. Daß es in den hochentwickelten Industrienationen mittlerweile massive Verarmungs- und Verelendungstendenzen gibt und das soziale Gefälle größer wird, pfeifen längst die Spatzen von den Dächern. Deswegen erübrigt sich allerdings nicht die Frage, ob dabei der Lebensstil der »Nichtdarbenden« nicht auch groteske Züge trägt, und ob er als verallgemeinerter erstrebenswert ist. So z.B. schon bei bestimmten Segmenten der postmodernen Mittelschichten wie etwa dem vielbemühten Luxus-Single mit seiner 5-Zimmer-Wohnung oder bei manch teurer Sportart, die wohl nicht selten bloß aus Statusgründen betrieben wird.
In der undifferenzierten Polemik von Schneider gerät (implizit) fast schon die Konsumkritik der »Frankfurter« in die rechte Ecke, auf die man sich als 68er doch einmal positiv und durchaus zu Recht berufen hatte. Dabei ist es ein Hohn, wird der »Konsumterror« der 60er und 70er mit dem der 80er Jahre verglichen, bei gleichzeitig wachsender Armut besonders seit der konservativ-liberalen Wende. Aus dem Blick gerät dabei auch, daß die Entwicklung von der Produktions- zur Konsumorientierung seit den 50er Jahren (was eine mehr oder minder starke Arbeitsorientierung in verschiedenen Phasen dieses Zeitabschnitts nicht ausschließt) ein kapitalismusinterner Prozeß war, der in der neoliberalen Zeit der 80er und Anfang der 90er seinen Höhepunkt erreichte. Sogar Wolfgang Pohrt, der doch schon vor Jahren u.a. wegen seiner Angriffe auf die Konsumkritik der Alternativbewegung berühmt-berüchtigt war, in der er (angesichts auch nationaler Bestrebungen in den neuen Protestbewegungen vielleicht nicht ganz unberechtigt) antiamerikanische Haltungen witterte, fühlte sich bemüßigt zu schreiben: »Der Westen glänzte nicht mehr, sein Stern sank schon lange, als er 1989 unverhofft noch mal schnuppern durfte, was ihm wie Morgenluft riechen mußte. Erstmals in der Geschichte wurde das Kapital ein Massenidol. Seiner Verkörperung in der Leitwährung DM jubelte die Menge zu, daß es aussah, als habe Bunuel die Bibelgeschichte vom "Tanz ums Goldene Kalb" verfilmt. Die Nacht der Währungsumstellung bot gotteslästerliche Szenen religiöser Verzückung. Für den Westen war der Rausch im Osten die Droge, die ihn einen Moment lang seine eigenen Depressionen und seine Dekadenz vergessen ließ« (Pohrt, 1993 b, S. 10).
Die Jagd nach dem von manchen Rechten wie Linken als »undeutsch« konstruierten »Mammon« und neu-nationalistische Sehnüchte gehen also durchaus zusammen. Die rechtskonservative Ausrichtung in den 90ern stellt dabei noch in der Kritik an der neoliberalen Reagan-Thatcher-Kohl-Ära (letzterer ist ja bezeichnenderweise heute noch an der Macht) bloß deren Verlängerung dar, wobei heute die nach wie vor existierende, ja sogar noch härter werdende Rambo- und Sigurd-Konkurrenzorientierung durch eine rückwärtsgewandte Gemeinschaftsgesinnung abgefedert werden soll. Die in den 80ern und Anfang der 90er im Kontext einer konservativ-neoliberalen Politik entstandenen Pseudo-Wohlstandsvorstellungen, basierend auf einer Luxus-Leistungs-Ideologie und -Mentalität, können also nicht einfach als das relativ »Gute«, das relativ »Nichtreaktionäre«, »Undeutsche« usw. den rechtskonservativen, völkischen Tendenzen der Jetzt-Zeit gegenübergestellt oder wenigstens ungeschoren gelassen werden. So klingt es aber bei manch linkem Kritiker, wobei in der impliziten Argumentation gerade auch der harte Leistungsaspekt in den »goldenen neoliberalen Achtzigern« häufig unterschlagen wird .
Dem entspricht, daß eine Kritik am neoliberalen egozentrischen Individualismus bei Schneider letztlich tabu bleibt: »alle traktieren sie mehr oder weniger ausgiebig die Frage, wie denn im Angesicht der Krise gegen die destruktiven Tendenzen der kapitalistischen Entwicklung, die natürlich nicht einfach so, sondern "Individualisierung" genannt werden, die Ordnung der bürgerlichen Gesellschaft aufrecht zu erhalten sei« (Schneider, 1994, S.174). Es ist vollkommen o.k., daß Schneider hier die Intention einer Aufrechterhaltung der bürgerlichen Ordnung in der Krise beim Großteil der derzeitigen Individualisierungs-KritikerInnen attackiert und den kapitalismuskritischen Bezugsrahmen einklagt. Trotzdem hat man das Gefühl, als dürfe der egozentrische Individualismus der 80er Jahre nicht als solcher benannt werden. Dabei käme es doch gerade darauf an, diese »schräge« Form des Individualismus in seinem kapitalistischen Gewordensein und damit auch im heutigen (kasino-)kapitalistischen Kontext zu verorten, anstatt ihn in nicht näher bestimmten »destruktiven Tendenzen der kapitalistischen Entwicklung« aufgehen zu lassen und ihn dadurch letztendlich zu vernebeln. Weil die Kritik an den Individualisierungstendenzen der letzten Jahre auch von Rechtskonservativen bis hin zu zivilgesellschaftlich-kommunitaristischen Light-Verfechtern einer Gesellschaftskritik geübt wird, ist sie aber nicht allein schon deswegen völlig falsch.
Schneider verbaut sich so eine explizite eigene Kritik am konkurrenzorientierten Egozentrismus der (bürgerlichen) Erwerbsgesellschaft im Sinne Hannah Arendts, die auf das neu erreichte gesellschaftliche Niveau in der kasinokapitalistischen Phase modifiziert bezogen werden müßte.
Wolfgang Pohrt dagegen weiß sehr wohl um die Analyse Hannah Arendts in dem Band »Harte Zeiten« und sieht die Parallele zur heutigen Zeit. Dennoch schleicht er um eine angemessene Kritik der neoliberal-kasinokapitalistischen Yuppie-Ära, sieht man von wenigen Ausnahmen wie der oben zitierten Stelle ab, merkwürdig herum. Er vermeidet es im allgemeinen, sie klar und systematisch zu benennen und den Bezug zu der davor liegenden Phase der »neuen sozialen Bewegungen« herzustellen. Höchstens nebenbei und unscheinbar geht er darauf ein. So in folgender Passage: »Nicht von der Idee der Rettung, sondern von der des Untergangs waren die apokalyptischen Massenbewegungen der 80er Jahre inspiriert - erkennbar daran, daß an die Stelle von love-ins nun die-ins getreten waren, kindische Inszenierungen eines Massensterbens mit Särgen, Leichentüchern und Grabkreuzen als Requisiten. Im makabren Klamauk drückte sich die Todesgewißheit von Menschen aus, die das Leben mit den Augen des Massenmörders betrachten, unter dem Aspekt seiner möglichen Vergiftung, Verseuchung, Verstrahlung. "Genieße den Tag, denn wer weiß, was der morgige bringt", hieß komplementär dazu das unausgesprochene Motto der zeitgleich auftauchenden konsumfreudigen Alternativ-Hedonisten."Nach mir die Sintflut" war die Geschäftsphilosophie des unter Reagan und Thatcher gebildeten kurzlebigen Reichtums« (Pohrt, 1993 b, S. 10). Pohrt rekurriert sehr wohl auf die »Weltlosigkeit« und »Verlassenheit« der vermassten Individuen im Rückgriff auf die Überlegungen Hannah Arendts; der Hinweis auf den damit gleichzeitig einhergehenden konkurrenzorienten Egozentrismus, herübergekommen aus der bürgerlichen Erwerbsgesellschaft, fehlt aber, obwohl dieser doch gerade heute ins Auge sticht.
Irgendwie sollen wohl wie bei Schneider die neoliberale Phase und ihr ausgeprägter Ego-Kult aus der Schußlinie genommen werden. Der deutsche Michel muß unbedingt einseitig als Gemeinschafts-Gemütlichkeits- und Zucht-Michel phantasiert werden, zwanghaft pflanzenessend, Müll sortierend, Pendel schwingend und scheinheilig gutmenschenartig.
Daß der deutsche Michel auch ein Konkurrenz-Hedonismus-Karriere-Aktienspieler-Michel ist, der das erreichte Vergesellschaftungsniveau seit Ende des Zweiten Weltkriegs und den damit verbundenen »weltmännischen« Lebensstandard und -stil durchaus schätzt, paßt einfach nicht richtig ins Pohrt/Schneidersche Konzept. Die teutonische Entwicklung vom Zupfgeigenhansel zu Madonna, vom Pumphosen-Roots-Stil zu den Rodierklamotten, vom bauchigen Psycho- zum technisch besessenen Computerfreak, vom Bahro-Fan zum Baudrillard- und Butler-Fan wird nicht mitreflektiert bzw. die Amalgamierung der jeweiligen Gegensatzpaare wird nicht gesehen: es lassen sich nämlich auch in Rodierklamotten vorzüglich Tarotkarten legen, auch als gestylter Single-Yuppie kann man Müll sortieren und auch als Computerfreak bevorzugt man nicht unbedingt die boden-lose Tomate. Und in diesem Zusammenhang wird auch nicht erkannt, daß gerade dieser Konkurrenz-Öko-Hedonismus-Esoterik-Hightech-Michel, in seinen komplizierten Verwerfungen, sich in ökonomisch brenzlig werdenden Zeiten, um seine Haltungen zumindest leidlich wahren zu können, zu eben jenen nationalistischen Gemeinschaftsideologien flüchtet, die Dönhoff und Co vertreten.

4.

Ebenso schwach thematisiert bleibt die kasinokapitalistische Ära und vor allem der ihr entsprechende Egozentrismus bei den hedonistischen Linken, die zur Zeit so viel von sich reden machen. Das vielleicht gerade deshalb, weil diese linke Variante selber ein typisches Produkt der kasinokapitalistischen Ära ist. Es fällt auf, daß sich Selbstreflexionen der popkulturellen Linken häufig, was ihre Existenz in den 80ern angeht, gewissermaßen subkulturimmanent auf das eigene »Kulturarbeitermilieu« beziehen und/oder auf ihr Verhältnis zu anderen linken Gruppierungen; die eigene Einordnung in einen größeren historischen und sozialökonomischen Zusammenhang dagegen findet bestenfalls nur am Rande statt: »Was in der Hausbesetzer-Bewegung das eigene "selbstbestimmte" Leben jenseits und gegen Staat und Konsumgesellschaft sein sollte, war in der Boheme-Linken der Selbstversuch, in der Postmoderne auszunutzen und auszukosten, was an Selbstverwirklichungs-, Verfeinerungs-, und Differenzierungsmethoden im Angebot war. Das Zauberwort hieß "strategisch" - alles was man tat, konnte man dadurch rechtfertigen, daß es im Hinblick auf einen Erkenntnisgewinn, eine Umcodierung, eine semantische Erschütterung, eine Dekonstruktion hin erfolgreich sein könnte, die die symbolische Seite der Verhältnisse als notwendigen ersten Schritt erschüttern könnte« (Diederichsen, 1994 a, S. 150).
Man nahm hier also die kasinokapitalistischen Verhältnisse bewußt an und versuchte sie mit den eigenen Mitteln zu schlagen. Dem Spiel mit den Zeichen in bestimmten Szenen entsprach das zeitgleich modisch werdende Spiel an der Börse in der »offiziellen« Gesellschaft. Im Spiel mit den Zeichen, einer im Grunde bloß kontemplativen Dekonstruktion, wird (nicht zuletzt gegen den »Kulturpessimismus« der Franfurter Schule gerichtet) offensichtlich das »Genieße den Tag, denn wer weiß, was der morgige bringt« und die »Geschäftsphilosophie« des konservativen Neoliberialismus »Nach mir die Sintflut« quasi-politisch offensiv und lebensfreudig-hedonistisch zu wenden versucht. Dem entspricht auch, daß man einen »Luxese«- Lebensstil pflegte: »auf Zeiten der ausschließlichen Ernährung durch Bier folgten solche des gehobenen Geschmacks« (Diederichsen, 1994 a, S. 174). Die Konzentration auf das »Hier und Jetzt« ist offensichtlich.
Deswegen wurde die »abstrakte Arbeit« aber nicht grundsätzlich abgelehnt bzw. man stand diesem Bereich, wo man (weniger »frau«, denn bei der popkulturellen Linken handelt es sich in erster Linie um eine männliche Boheme) seine kreativen Fähigkeiten (das »kulturelle Kapital« - Bourdieu) in die Waagschale werfen konnte, in einer typisch postmodernen Mischung affirmativ-oppositionell gegenüber. Der »große Kompromiß (Widerspruch, Symptom) der 80er (war) der, der sagte: Wir bleiben radikal, aber wir arbeiten auch mit dem Markt zusammen, sonst werden wir weltfremd (oder auch: es ist viel radikaler, mit dem Markt zusammen zu arbeiten)« (Diederichsen, 1994 a, S. 157). Daß sich viele (ex-)radikale linke und alternative Vettern spätestens seit der 2. Hälfte der 80er Jahre ebenfalls dazu entschlossen, mit Markt und Staat zusammenzuarbeiten und konsumhedonistisch »drauf kamen«, zunehmend ohne sich - realistischerweise - einzubilden, man sei dabei immer noch radikaloppositionell, nahm die popkulturelle Linke offensichtlich weithin gar nicht zur Kenntnis. Um sich abzugrenzen, braucht man eben - so mein Verdacht - das Watschenbild einer »puritanischen Linken«, dessen Realität im Grunde nur noch in Kümmerformen existiert.
Das postmoderne Subjekt wurde in der hedonistischen Linken, in gewisser Weise ähnlich wie bei Beck, dem Star der sich etablierenden Alternativen, zum einseitig zivilisationsfördernden, in vielerlei Hinsicht »verfeinerten« zurechtgeschminkt, auch wenn dabei mit radikal individualistischem Gestus subjekt- und »selbstlose« (!) Medientheorien, die in der popkulturellen Linken besonders beliebt waren/sind, vertreten wurden. Die Konkurrenzorientierung und der Egozentrismus des kasinokapitalistischen Individuums und die Problematik eines darüber vermittelten Hedonismus werden dabei nicht gesehen. Was diesen Punkt angeht, so wird die Selbstreflexion in den 90ern sogar eher durch ein noch lauteres »hedonistisches« Trommeln ersetzt, wie sich z.B. an der Zeitschrift »Die Beute« zeigt. Ausgerechnet auf diese paradoxe Weise soll den Rechtstendenzen in den 90ern begegnet werden. Gleichzeitig sollen so wohl auch durchaus »konservativ« die prekär gewordenen Besitzstände aus den kasinokapitalistischen 80ern erhalten und in den 90ern erweitert werden. Dafür stehen die »Zeichen« der Zeit allerdings günstig: Popkultur, Medientheorien u.ä. sind große Themen im bürgerlich-teutonischen Gesamtdiskurs der 90er.
Damit soll nicht gesagt werden, daß die popkulturelle Linke nicht in vielerlei Hinsicht auch sehr sympathische Züge trägt wie übrigens auch andererseits die »Alternativen« in manchem; die Ökologiethematik etwa wurde in neuerer Zeit erst von ihnen zur Diskussion gestellt und das Problem der Frauenunterdrückung von der neuen Frauenbewegung erst massiv in die Diskursarena eingebracht. Bei der popkulturellen Linken ist es etwa die »Pflege« eines Selbstdenkertums, das gegen die »dogmatische Linke« gerichtet (und gleichwohl auch ein neoliberales Produkt) ist, nichtsdestotrotz aber überschießende Momente in sich trägt. Oder aber die Insistenz auf den »Genuß«, wenngleich ihr Hedonimusverständnis auch leicht zum Hedonismuß, zur Ideologie, zu werden droht und damit auch repressive Momente aufweist. Ihr Rekurs auf Party, Disco usw. deutet auch auf das »Andere«, das in einer postmonetären Gesellschaft möglich wäre, hin.
Dazu müßte allerdings - und das würde derartige Konzepte in ihren Grundfesten erschüttern - von der Vorstellung einer Dissidenz in der Affirmation und einer weithin undifferenzierten »Massenverfeinerung« (Diedrich Diederichsen) in ihren jetzigen Formen Abstand genommen werden. Denn in solchen Annahmen und somit in einer »falschen Unmittelbarkeit« droht die Gefahr einer massiven Selbstauslieferung an die gegebenen Verhältnisse. Der in popkulturellen Szenen propagierte Differenzhedonismus könnte im Grunde erst dann fruchtbar werden, wenn er nicht mehr durch das Nadelöhr der warenförmig-konkurrenten Vermittlung hindurch müßte.
In diesem Zusammenhang ist auch ein diffuser prinzipiell positiv besetzter Hedonismusbegriff problematisch, wie er bisweilen anzutreffen ist; und zwar keineswegs bloß bei Linken, die der popkulturellen Szene zugerechnet werden können. Es besteht die Gefahr, daß dabei kleinbürgerlich-postmoderne Erlebnisbedürfnisse, die Ausdruck eines gänzlich unoppositionellen kasinokapitalistischen Egozentrismus sind, mit »gedeckt« werden. Gerade in den kasinokapitalistischen 90ern gilt die Gleichung hedonistisch = schon immer nicht-spießig längst nicht mehr. Der zumindest in seiner Freizeit in Ausschweifung lebende Techno-Fan z.B kann zugleich eben auch ein (wohlstandschauvinistischer) Normalo sein. Ebenso kann ich (abgesehen vom linken Gemeinplatz, den sogar Adorno vertreten hat, daß selbst im warenförmigen »vulgären« Konsumgenuß noch nicht-warenförmige Momente enthalten sind) beim besten Willen z.B. am teutonischen Kilimandscharo-Touristen keine oppositionellen Momente entdecken, um noch ein weiteres Beispiel anzuführen. Dieser unterzieht sich auf seiner Suche nach »Kitzel« Gewalttouren, begleitet von schwarzen Lastenträgern, separiert von der übrigen exotisch-verelendeten afrikanischen Umgebung, die dem Wohlstandsbürger nicht schmeckt. Geplagt-hedonisch-erlebnishungrig hechtet er, sich das große Geschäft einstweilen verdrückend, von einem Kilimandscharo-Scheißhaus zum anderen, das extra für ihn nach europäischen Maßstäben installiert wurde, bis er den exotischen Gipfel erstürmt, sich doch bloß selbst immer nur mitnehmend. Zum Schluß beschwert er sich über die vom Tourismus »verdorbenen Schwarzen« am für ihn extra abgegrenzten Strand, deren Miene verrät, daß sie sich, ob ihrer Butlerdienste, wohl ein besseres Trinkgeld ausgerechnet hätten. Adäquates gilt etwa für die Touristen-Separees in allen möglichen Teilen der Welt, wo der Teutone immer nur auf sich selbst trifft.
Derlei »lebensechte« Beispiele könnten noch mehr angeführt werden. Sie zeigen auch, daß der teutonische »Fußgängerzonen-Mensch« (Diedrich Diederichsen) die in ihn vor allem in den 80ern hineinprojizierten Fortschrittspotentiale nicht so ohne weiteres erfüllt. Diederichsen weiß in dem neueren Artikel »Die Elenden und die Erlebenden. Drogen, Techno, Sport« (1994 b) zumindest zum Teil um die hier aufgezeigten Zusammenhänge. Er trennt verschiedene Hedonismus-Varianten: einen protestantischen Geißler-Hedonismus, der erst in der Strapaze zu sich kommt, einen chemisch-leichten Junkie-Hedonismus und die Ekstase der Techno-Kids, wobei er freilich für die beiden letzteren Partei nimmt. Wohlstandschauvinistische Haltungen und problematische kasinokapitalistische Individualisierungstendenzen sind dabei bezeichnenderweise nicht sein Thema. Eine zunehmende Konkurrenz- und Arbeitsorientierung wird bloß am Rande thematisiert und ist der Argumentation eher implizit unterlegt. Stattdessen geht es Diederichsen darum, »mal kurz innezuhalten und nachzusehen, was der Mainstream in Bezug auf Lifestyle, Drogen, Ausgrenzung und Aufräumen, innere Sicherheit, Polizeivollmachten und Neubewertung von Ekstase zur Zeit an Konsensvorlagen verhandelt und demnächst verabschieden wird« (Diederichsen, 1994 b, S. 7). Ausgrenzungsabsichten werden dabei vor allem gegenüber als »Ausländer« konstruierten Dealern kritisiert und das damit verknüpfte Vergiftungs- und Verseuchungsphantasma aufgezeigt - beides meines Erachtens sehr berechtigt, aber nichtsdestoweniger reduziert von der analytischen Ausstattung her. Ein wenig entsteht so der Eindruck, daß die Angst um die eigenen Hedonismus- bzw. Ekstase-Möglichkeiten die Feder führt. Der in vieler Hinsicht durchaus auch sympathische Text von Diederichsen appelliert im Grunde an die »an sich« hedonistische Gesellschaft, sich dem repressiven 90er-Jahre-Staat entgegenzustellen, ohne zu fragen, wie das eine und das andere gleichzeitig möglich ist und zusammenhängt.> Vielmehr ist der teutonisch-weltmännische Anspruch, sich all dies in seiner Borniertheit leisten zu können, selbst ein Grund, andere auszugrenzen, die zu »uns« kommen, wie die rassistischen Ausschreitungen der letzten Jahre bezeugen. »Sich als Bürger einer reichen Exportnation mit legitimen weltweiten Interessen zu verstehen, das ist die allgemeine Grundlage des deutschen Überlegenheitsgefühls, das durch das verdrängte kollektive Wissen um die faschistische Vergangenheit noch eine spezifische Prägung erhält. Bevor man diesen ganzen Zusammenhang in Frage stellt, schlägt man lieber jene tot, die als Opfer des Weltmarktes in die reichen Zentren kommen« (Jacob, 1993 b, S, 217).
Sowohl der Position von Schneider als auch der von Pohrt und Diederichsen ist also gemeinsam, daß sie mehr oder minder explizit die »deutsche Ideologie« - durchaus auch zurecht, allerdings nichtsdestotrotz reduziert - bloß in der Gemeinschaftsduselei, der Naturromantik, dem Affekt gegen den (als »amerikanisch« konstruierten) Kommerz usw. sehen und dabei den konkurrenzorientierten teutonischen Yuppie mit seinen Besitzstandswahrungs-Interessen im Endeffekt »schützen«. Werden konsumistische Haltungen und Ansprüche bei Pohrt und Schneider implizit fast schon als Schild gegen deutschnationale und faschistische Tendenzen gesehen und dürfen sie deshalb zumindest nicht direkt angegriffen werden, so sind sie bei der hedonistischen Linken im Grunde die subjektive Basis von Gesellschaftsveränderung überhaupt.
Gerade in diesem Zusammenhang wird in bestimmten Teilen der Linken generell kaum thematisiert, daß Deutschland schließlich zu den führenden Wirtschaftsnationen gehört, daß dies ein hohes »Kommerzniveau« beinhaltet, das man sowohl individuell als auch national-gesellschaftlich zu erhalten trachtet - und daß gerade aus diesem »Niveau« der postmoderne Teutone sein Selbstbewußsein bezieht. Es ist paradox, daß dabei in linken Argumentationen nicht selten gleichzeitig der »dritte Griff nach der Weltmacht« in Rechnung gestellt wird. Gesetztenfalls man teilt diese Annahme, ginge dies heutzutage doch nur, wenn ein bestimmter hoher ökonomischer und technologischer Standard Deutschlands auf dem Weltmarkt vorausgesetzt wird und damit auch ein hoher Konsumlevel mit der dazugehörigen Bedürfnisstruktur bei den teutonischen Subjekten, also nicht etwa eine ideologische Orientierung an reduzierten Konsumbedürfnissen unterstellt wird, wie sie einem niedrigeren Vergesellschaftungs- und Technologiegrad entsprechen würde.
Eines scheint mir sicher: den Hightech-Teutonen am Ausgang des 20. Jahrhunderts zieht's nicht mehr in schlichte germanische Hütten; zwar schenkt er rechtskonservativen Hochkulturschranzen wie Botho Strauß oder Syberberg sein Ohr, zunehmend lieber beschäftigt er sich jedoch auch mit popkulturellen Theorien, die aus »den USA« kommen, und eine Doktor-Eisenbart-Gesundheitsversorgung möchte er auch nicht mehr haben (auch wenn er vielleicht zu partiellen finanziellen Abstrichen in der Krise bereit ist). Und das ist auch gut so, schließlich geht es nicht um ein Zurück zum Ochsenkarren, und es muß ja nun wirklich nicht immer bloß Goethe sein. Dennoch ist dies nicht unbedingt ein Trost, weil darüber auch ein chauvinistisches »Haben-Wollen« (Günther Jacob) vermittelt ist, andererseits gerade in der Popmusik auch (pseudo-?)parodistisch »der Berg ruft« und tatsächlich sich gerade der Hightech-Teutone in den letzten Jahren immer mehr in angeblich historische Anhöhen und Haine zurückzieht, um bei teuren Quacksalbern New-Age-Spielchen zu veranstalten. Der Rekurs auf diese Zusammenhänge, auf die kasinokapitalistische Ära, auf den ihr entsprechenden konkurrenzorientierten Egozentrismus (samt der sich dabei entwickelnden Spielerleidenschaft seit den 80er Jahren) ist aber gerade auch deshalb notwendig, um den neu aufkeimenden, nunmehr selber postmodernen Antisemitismus zu begreifen.

5.

Dem kasinokapitalistisch-egozentrischen Subjekt wird mehr oder weniger deutlich nicht nur in den bisher behandelten Positionen zuviel Schonung oder gar Ehre zuteil. Auch in Artikeln und Schriften von Autoren der »Krisis« finden sich dementspechende Hinweise auf eine eher positive Einschätzung des teutonischen Yuppie. Stellvertretend sei hier der Aufsatz von Johanna W. Stahlmann angeführt: »Pretty Woman. Reflexionen über einen Kinobesuch und warum dem Überdruß des Raffens keine Renaissance des Schaffens folgt« (»Krisis« Nr. 10), auch weil er für das im folgenden interessierende Problem einer Analyse des neuen Antisemitismus einschlägig ist:
»Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich also geändert, was nichts anderes heißt, als daß sich ihre menschlichen Protagonisten verändert haben, ihr Bewußtsein einer veränderten Wirklichkeit angehört. In diesem Zustand nun gehen sie ins Kino, nicht wissend, daß ihnen die Moral vergangener Zeiten vorgebetet wird (in dem Film »Pretty Woman«, wo der Spekulant im Gegensatz zum »schaffenden Kapitalisten« schlecht wegkommt, R.S.), verpackt in die Gewänder der neuesten Entwicklungen, sei es der Mode, sei es der Finanzmärkte. Daß die Folge nicht Haß gegen die im Film personifizierte Spekulation sein kann, Raiderpogrome nicht die soziale Folge, dürfte schon aus der einfachen Tatsache klar sein, daß vielleicht ein nicht unbeträchtlicher Teil der zumeist jungen Kinobesucher selbst spekuliert oder zumindest mit Geld und Aktien konfrontiert wird. In der BRD sind 60% der Berufstätigen im Dienstleistungsbereich tätig, was nichts anderes bedeutet, als daß sie Unschuldigen Versicherungen aufschwatzen, Aktienportefeuilles verwalten, verdünnten Alkohol oder schlechtes Essen verkaufen und zu horrenden Preisen Haare schneiden. Sie haben schon als Kinder ihre Oma nur besucht, um Kohle abzuzocken und haben seit ihrem 15ten Lebensjahr einen Überziehungskredit auf ihrem Girokonto. Sie sind auch jederzeit bereit, dieses letzte bißchen Berufsethos aufzugeben, zu studieren und dabei BaFög oder Sozialhilfe zu kassieren, um anschließend Broker oder Werbefachmann zu werden« (Stahlmann, 1990, S. 70).
Dieser Text hat im Gegensatz zu manch anderer linken Veröffentlichung den Vorzug, daß er mit der kasinokapitalistischen Entwicklung rechnet, gerade auch mit ihren ökonomischen Implikationen (prekärer Finanzüberbau, Obsoletwerden der »abstrakten Arbeit« etc.), daß er sie in einen historischen Rahmen stellt und dabei gerade auch das Bewußtsein der kasinokapitalistischen Subjekte mitthematisiert. Letzteres geschieht jedoch meines Erachtens in völlig falscher Weise. Denn diese Position rechnet nicht im mindesten mit dem wiederholten Zutagetreten auch nur irgendwie gearteter völkischer Tendenzen in der kasinokapitalistischen Ära - der teutonische Yuppie macht's einfach unmöglich! Auch so kann sich aber »das verdrängte kollektive Wissen um die faschistische Vergangenheit« äußern, eben als Verdrängtes. Aus der objektiven Tatsache, daß wertschaffende Tätigkeiten zunehmend weniger werden und daß heute die meisten im »unproduktiven« Dienstleistungssektor beschäftigt sind, wird gefolgert, daß der Durchschnitts-Normalo-Spekulant zu Raider- oder anderen Pogromen nicht mehr fähig ist und antisemitische Haltungen, wie sie in dem Klischee Jude = Spekulant enthalten sind, damit unmöglich geworden sind.
Es ist wieder einmal die heitere 80er-Jahre-Mentalität, wie sie auch bei Ulrich Beck und Diedrich Diederichsen festgestellt werden kann, die uns hier gegenübertritt und die sich grundsätzlich dadurch auszeichnet, daß sie suggeriert, die konkurrente kasinokapitalistische Existenz sei doch letztlich im Kinder»spiel« zu bewältigen und in diesem Zusammenhang das teutonische Spieler-»Spekulanten«-Beliebigkeits-Individuum als wie immer »progressives« hochlobt oder es doch zumindest als »harmlos« konzipiert: »Das neue Alltagsbewußtsein muß eher seine Existenz als spekulierendes und spekulativ (beliebig) werdendes Individuum rechtfertigen, als seine Existenz als werteschaffender Arbeiter. Freilich erweist sich dies als um einiges schwieriger als die Ehrenrettung des Proletariers, was zu jener seltsamen Erscheinung führt, daß es jenen Jungmonaden oft eher peinlich ist, Bankangestellter, Sozialpädagogikstudent, Friseurlehrling oder Bekleidungsfachverkäufer zu sein, der Sprung ins angebotene Beliebigkeitsjobberdasein leicht fällt« (Stahlmann, S.70 f.).
Diese Zeitaufnahme der 80er-Jahre-Stimmung wird nun einfach in die Zukunft verlängert. Obwohl gerade die »Krisis«-Position lange vor allen anderen dramatische Krisenentwicklungen voraussah, wird hier dennoch davon ausgegangen, daß das (implizit) tolerant konzipierte Beliebigkeits-Subjekt der 80er, wie es geschönt auch in den Medien und in manchen Theorien konstruiert wurde, so bleibt wie es ist und auch in der Krise weiterhin seine sanguinische Haltung zeigt. Dementsprechend müssen die Indizien in dem Film »Pretty Woman«, die in eine andere Richtung weisen, unbedingt so hininterpretiert werden, daß sie der 80er-Jahre-Leichtigkeit entsprechen. Damit sitzt dieser Text auch dem ideologischen Selbstmißverständis der 80er Jahre auf. Die sich vor allem in der 2. Hälfte dieser Dekade wieder verstärkende Konkurrenz- und Leistungsorientierung und ein damit zusammenhängender Egozentrismus, damals noch beschwichtigt durch Multikulti-Heiner und Süßmuth-Sanftmut, werden auch hier ignoriert.
Dabei weiß doch auch Stahlmann, »daß der Phase der arbeitseinsaugenden Innovation eine Periode spekulativen Kampfes um die letzten Stückchen Kuchen gefolgt ist« (a.a.O., S. 68). Schon in den 80ern begann die niederträchtige Asyldebatte verstärkt die Öffentlichkeit zu beschäftigen und kamen die Republikaner ins Europaparlament. Zu was der teutonische Normalo-Spekulant-Yuppie alles fähig ist, bewies er spätestens zwei Jahre nach dem Erscheinen des »Pretty Woman«-Artikels angesichts von Rostock und den darauf folgenden rassistischen und antisemitischen Gewalttaten, zu denen er schwieg oder klammheimlich und sogar offen klatschte. Denn der Sozialstaat ist nun einmal nationalstaatlich verfaßt (auch wenn er über Kreditaufnahmen mit dem globalen spekulativen Finanzüberbau verbunden ist), und wenn dann »andere« vom »Kuchen« etwas haben wollen, wird der teutonische Yuppie ungehalten; ebenso versteht er keinen Spaß, wenn es um seine Jobs geht, die - so aus seiner Sicht - ihm die »Anderen« wegnehmen könnten. Und dabei ist es ihm ziemlich egal, ob er nun im Produktions- oder im Dienstleistungssektor beschäftigt ist.
So verwundert es keineswegs, daß schließlich in den 90ern auch der »echte« Spekulant in die Schußlinie gerät und sich damit auch wieder ein antisemitisches Ressentiment verbinden könnte, ganz im Gegensatz zur Stahlmannschen Theorie, die annimmt, daß die Ideologie vom raffenden und schaffenden Kapital nur zu früheren Zeiten greifen konnte, solange sich die wertschaffende Arbeit noch in Ausdehnung befand (vgl. Stahlmann, 1990, S. 66).
Das antisemitische Ressentiment macht sich dabei (noch?) nicht offen Luft, in vielen Darstellungen und Kommentaren in der letzten Zeit (unter anderem zum »Fall« Leeson und der Baring-Bank) war es dennoch mit Händen zu greifen. So z.B. in zahlreichen Zeitungskommentaren wie dem folgenden: »Notenbanken und Finanzpolitiker haben (...) auf die Gefahr, die sich aus der Zusammenballung der finanziellen Macht in den Händen von weltweit vielleicht nur 200 oder 300 Großspekulanten ergibt, (keine Antwort gefunden). Solche Großanleger haben die italienische Lira aus dem Europäischen Währungssystem geschossen und 1987 den Börsencrash ausgelöst. Wenn sie das Vertrauen in die politische Führung eines Landes verlieren und ihr Kapital abziehen, zwingen sie dessen Währung in die Knie. Wem sie das Vertrauen schenken, dessen Währung heben sie auf das Podest, ob dies nun tatsächlich gerechtfertigt ist oder nicht. Politiker und selbst die Notenbankchefs haben dem in Zeiten ungehinderten Kapitalverkehrs und offener Grenzen wenig entgegenzusetzen, müssen sich ihr Handeln immer öfter von Spekulanten aufzwingen lassen, die eigennützige, nicht dem Gemeinwohl dienende Zwecke verfolgen. Es ist Zeit, daß sich das ändert, soll es nicht eines Tages auch im globalen Finanzsystem zum Kollaps nach Baring-Art kommen« (Nürnberger Nachrichten, 28. 2. 1995, S. 2).
Von solch kurzschlüssigen Argumenten ist es nur noch ein kleiner Schritt zum Wahn von der »jüdischen Weltverschwörung«, auch wenn in manch anderen Zeitungsartikeln sich der ehrliche Handy-Dandy umso mehr betont. Sicherlich ist ein derartiger Spekulantenschimpf nun nichts speziell »deutsches«. Problematisch ist aber, daß er hierzulande quer durch die gesamte Medienlandschaft geistern kann, ohne daß bei irgendjemandem Erinnerungen an die nationalsozialistische Ver- gangenheit mit ihren antisemitischen Stereotypen wach werden, die implizit mitprojiziert sind.

6.

Ein zentraler Gedanke von Moishe Postone zur in der Geschichte einzigartigen planmäßigen und massenhaften Vernichtung der Juden im Nationalsozialismus besagt, daß die Juden mit dem »Wert« identifizert wurden (siehe zu den folgenden Ausführungen Postone, 1988). Danach läßt der »Doppelcharakter« der Ware als Wert (der im Geld in Erscheinung tritt) und als Gebrauchswert (der im Produkt in Erscheinung tritt) die »Arbeit« fälschlicherweise als ontologisches Moment erscheinen und die Ware als bloßes Gebrauchsding. In der Wahrnehmung werden beide nicht mehr als Ergebnis gesellschaflicher Beziehungen gesehen, das sie in Wirklichkeit sind. Durch den »Doppelcharakter« des Kapitals als Arbeits- und Verwertungsprozeß erscheint so auf der logischen Ebene des Kapitals die industrielle Produktion als nur noch materieller schöpferischer Prozeß im Gegensatz zum unproduktiven Finanzkapital. Konkretes und Abstraktes stellen sich so als Gegensatz dar. Der Kapitalismus erscheint nur noch im »Abstrakten«, wohingegen das »Konkrete«, obwohl es genauso kapitalistisch geformt ist, hypostasiert wird. Dementsprechend werden im Nationalsozialismus sowohl »Blut«, Boden, Natur, Volk usw. wie auch die Industrieproduktion als Gegenprinzipien zum Abstrakten gesehen. Das Konkrete erscheint jetzt als »natürlich«, es erfolgt ein einseitiger und daher falscher Angriff auf die abstrakte Vernunft, das abstrakte Recht, gegen das Geld, das Finanzkapital usw. Und dieses Abstrakte erscheint nun in der antisemitischen Denkform in der Gestalt »des Juden«. Dabei repräsentiert er nicht nur das Abstrakte, sondern dieses ist in ihm personalisiert.
Alle Charakteristika des Werts, nämlich Unfaßbarkeit, Abstraktheit, Universalität, Mobilität etc. werden mit »dem Juden« identifiziert. Somit werden die Juden im Nationalsozialismus nach der Deutung von Postone nicht nur mit dem Geld und der Zirkulationssphäre gleichgesetzt, sondern mit dem Kapitalismus schlechthin, wobei die konkreten Anteile wie Technologie und Industrie herausgenommen werden und der Kapitalismus sich eben nur noch im Abstrakten darstellt. Für eine Reihe gesellschaftlicher Veränderungen (explosive Verstädterung, Verfall traditioneller Werte, Untergang der traditionellen Schichten und Klassen, die Ausprägung einer materialistisch-modernen Kultur usw.), wie sie gerade auch vor 1933 beobachtet werden konnten, wird ausschließlich »das Abstrakte« zur Rechnung gezogen. Die Juden wurden nun zu »Personifikationen der unfaßbaren, zerstörerischen, unendlich mächtigen, internationalen Herrschaft des Kapitals«; so gesehen war Auschwitz - paradoxerweise - »eine Fabrik zur "Vernichtung des Werts"« (Postone, 1988, S. 221 und 224).
Moishe Postone versucht, den Antisemitismus in seiner Bedeutung für den Nationalsozialismus zu begreifen. Wie aber könnte sich der Antisemitismus heute äußern, nachdem das Produktivkraftniveau ein völlig anderes ist, die abstrakte Arbeit immer mehr abnimmt, sich die Gesellschaft nicht zuletzt durch konsumhedonistische Haltungen auszeichnet und »der Wert« somit längst obsolet zu werden begonnen hat? Daß es die Möglichkeit eines neuen Antisemitismus gibt, räumt in einem anderen »Krisis«-Artikel Ernst Lohoff (»Krisis« Nr. 11) ein: »Das antisemitische Ressentiment überlebt als eine mögliche Reaktionsbildung bei jenen, die in den Konkurrenzkämpfen der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft auf der Strecke bleiben« (Lohoff, 1991, S. 72). Lohoff sieht also den konkurrenzorientierten Egozentrismus, von dem Hannah Arendt spricht, durchaus; gerade auch in seinen »postmodernen Potenzen« für das antisemitische Ressentiment. Richtig insistiert Lohoff darauf, daß der neue Antisemitismus heute eben etwas »Neues« ist im Gegensatz zum Nationalsozialismus. Meines Erachtens darf dieses Pochen auf kritische Historisierung jedoch nicht dazu führen, daß die geschichtliche Linie im »Neuen« verwischt und somit der Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit eine Chance geboten wird. So klingt es ein wenig bei Lohoff in seinem Text. Auch das qualitiativ »Neue« im historischen Ausgang des Wertverhältnisses hat seine Vorgeschichte. Es ist nicht einsehbar, weswegen hier das eine gegen das andere gesetzt werden soll. In Rechnung gestellt werden muß dabei gerade auch, daß schon seit dem Historikerstreit in der öffentlichen Debatte an einer Verharmlosung der nationalsozialistischen Vergangenheit gearbeitet wird.
Jürgen Elsässer dagegen meint: »Schon wenn die deutsche Volkswirtschaft vom zweiten auf den fünften Platz in der Weltbestenliste abrutscht, schon wenn die Triebabfuhr über den Autowahn nicht mehr unbegrenzt möglich ist, werden sich die Landsleute als Sklaven der Wallstreet beweinen und zielsicher im Arsenal der kollektiven Erinnerung nach den Schuldigen für die Misere fahnden (...) In Deutschland trifft dieser primäre Antisemitismus auf den bisher vorherrschenden sekundären Antisemitismus« (Elsässer, 1994, S. 391). Unter »sekundärem Antisemitismus« versteht Elsässer dabei, wie in der Fachwissenschaft üblich, den »Antisemitismus wegen Auschwitz - also nicht trotz Auschwitz, sondern wegen Auschwitz. Dieser neuartige Antisemitismus äußert sich beispielsweise in der "Ausbeutungsthese": Israel wolle "mit den Schuldgefühlen der Deutschen ein Geschäft machen", in der daraus resultierenden Ablehnung der Wiedergutmachung und vor allem in der Forderung "endlich in Ruhe gelassen zu werden", nichts mehr hören zu müssen von der deutschen Schuld« (Elsässer, 1992, S. 72).>
Es ist absurd, bedenkt man, daß noch bis Anfang der 90er die Lokale »Freudenpark« oder »Wallstreet« hießen: mittlerweile gibt es tatsächlich Anzeichen, daß sich »die Landsleute als Sklaven der Wallstreet« fühlen, in einer Situation, in der Deutschland noch nicht einmal in der Weltmarktposition so sehr zurückgefallen ist. Sowohl Lohoff als auch Elsässer gehen davon aus, daß mit zunehmender Krise der im Osten längst schon in größerem Maßstab um sich greifende Antisemitismus auch im Westen verstärkt manifest wird.
In diesem Zusammenhang halte ich es für entscheidend, daß die Ökonomie schon lange gewissermaßen simulativ über »fiktives Kapital« (Marx) vermittelt ist und sich die weitere Krisenentwicklung heute nicht zuletzt auch verstärkt auf der (Oberflächen-)ebene der Finanzmärkte zeigt. Bei Banken- und Finanzkrächen werden dabei nicht die Systemzusammenhänge als »Schuldige« beleuchtet und dabei klargestellt, daß jede und jeder das System ist, sondern wie jetzt schon in den Medien deutlich wird, werden dingfest zu machende »Schuldige« gesucht: die »Spekulanten«.
Es ist also gerade umgekehrt wie J.<|>W. Stahlmann meint: gerade weil heute die meisten im »unproduktiven« Dienstleistungssektor tätig sind, ökonomisch vermittelt über Staatskredite, unproduktives Kapital usw., und sich dementsprechend die Krise gerade in den »höheren Sphären der Finanzmärkte« bemerkbar macht, sind Pogrome und damit verbundene antisemitische Tendenzen in Zukunft nicht ausgeschlossen. Daß dabei die »ehrliche Arbeit« des »kleinen Mannes«, auch wenn er Unschuldigen Versicherungen aufschwatzt, zu alt-neuen Ehren kommt, wird schon heute ersichtlich. Gerade weil die Erwerbsarbeit ohne erkennbare Möglichkeit zu einem »besseren Leben« im Abnehmen begrffen ist, hat sie mittlerweile (wieder) einen hohen Stellenwert. So sehnen sich z.B. heute auch viele ehemalige linke »Bürgerschrecks« nach nichts mehr, als ein stinknormales, unauffälliges Leben in der Tretmühle führen zu können. Die Verhausmeisterung der Gesellschaft schreitet voran. Daß die Figur des Hausmeisters in den 90ern zurückkehrt und wiederum ein neues Spießertum zum Vorschein kommt, weiß auch einer der teutonischen Oberyuppies: der »Trendforscher« Matthias Horx (1993, S. 118. ff).>
Und auch heute schon wird deutlich, daß damit auch das »schaffende Kapital«, obwohl bzw. gerade weil es an Bedeutung im ökonomischen Gesamtzusammenhang verloren hat, als moralischer Wert beschworen wird: »Der Hasardeursdrang, aus Geld im Handumdrehen mehr Geld zu machen - und zwar ohne den mühseligen Umweg über die Herstellung und den Vertrieb nützlicher Dinge (gemeint ist wohl der Produktions- und Konsumptionsschrott, der kapitalistisch hergestellt Mensch und Natur kaputtmacht, R.S.) -, hat sich in den seriösesten Banken und Industriekonzernen ausgebreitet. Statt ihre voluminösen Cash-Zuflüsse und Überschüsse in die reale Wirtschaft und neue Arbeitsplätze zu investieren wie einst in der solid-sozialen Ludwig-Erhard-Marktwirtschaft, haben Börsianer und Finanzdirektoren die Kapitalmärkte in hochgestochene Wettbüros und Spielkasinos umgewandelt« (Spiegel, Nr. 37, 12.9.1994, S. 99). Als läge es an seinem guten Willen, soll sich hier das Kapital, wie in romantisiert guten-alten Zeiten doch wenigstens »schaffend« gebärden, wenn wir in den 90ern schon im »Casino Capitalsm« (a.a.O., S. 100) leben.
Sollte es tatsächlich zu einem großen Finanzkrach kommen, ginge alles »drunter und drüber«. Panik machte sich breit (in Amokläufen, Sektenanschlägen und nicht zuletzt in rassistischen Gewalttaten und Bürgerkriegen macht sie ohnehin schon längst weltweit auf sich aufmerksam), und zwar auch bei denen, die bislang noch keine Verlierer waren. Dabei ist die Annahme von den Gewinnern und Verlierern insofern problematisch, als in der postmodern-kasinokapitalistischen Ära eben nicht mehr unbedingt von »festen Gruppen« ausgegangen werden kann (noch sehr viel weniger als in der Weimarer Republik), wie z.B. die Kahlschläge im mittleren Management in den letzten Jahren im Zuge der »lean production« zeigen. Potentiell ist der Gewinner von heute schon der Verlierer von morgen. Es ist gerade diese die Gesamtgesellschaft umfassende Grundunsicherheit, die für Pogrome anfällig machen könnte. In so einer Situation wäre die »Selbstlosigkeit«, von der Hannah Arendt spricht, perfekt. Alte antisemitische Sterotypen könnten wieder schamlos und unverhohlen hochkommen.
Im Falle eines »Finanzmarkt-GAU« könnte heute das antisemitische Ressentiment, festgemacht an den »Spekulanten«, bei einigen sogar soweit gehen: »Der Jude« macht »unser« Wirtschaftssystem kaputt und entzieht so der ganzen Welt die Lebensbasis. In diesem Zusammenhang könnten auch Verschwörung

Mi...
unregistriert
erstellt am: 18. Mai 2001 00:07           
@ doc`s :
"stud.Rino'Mitglied'" im Nirwana auf ewiger Suche, Eigenwillen erloschen, Wiedergeburt ausgeschlossen; ABER: NICHTS zu befürchten !

@ all :
Milchschnitte wurde angebissen,läuft über dem Bildschirm aus : PC ausschalten, wird sonst ranzig oder Schokoladenblind !

Behrmann,Kassenarzt
unregistriert
erstellt am: 18. Mai 2001 00:11           
HörenSie doch auf mit Ihrem unerträglichen Geschwafel,Spammer !

Dr.C.R.
unregistriert
erstellt am: 18. Mai 2001 19:49           
Alias Happy Hippo:Milchschnitte meinen Sie irgend jemand liest das noch?

Mi...
unregistriert
erstellt am: 18. Mai 2001 20:11           
@ Dr.C.R.: Natürlich : SIE !

Milch...
unregistriert
erstellt am: 18. Mai 2001 22:06           











Milch...
unregistriert
erstellt am: 18. Mai 2001 22:08           











Mi...
unregistriert
erstellt am: 18. Mai 2001 22:24           
Wer ist wer , sorry: who is who ? :-D

http://www.bundestag.de/cgi-bin/drs.pl?Q=bp&DRS=14_5074

bubi
unregistriert
erstellt am: 18. Mai 2001 22:30           
ohh mann wie oft spritzen sie am tag heroin, oder sind sie lsd einwerfer? ich finde das nicht mehr lustig. lassen sie sich was neues einfallen oder hören sie auf so dummes zeug zu schwafeln.
bubi

Mi...
unregistriert
erstellt am: 19. Mai 2001 00:48           
==> Als "bubi" schon "behindert" ? PECH GEHABT ?!

Gurke
unregistriert
erstellt am: 19. Mai 2001 02:13           
Ich bin fuer das amerikanische Gesundheits-Modell. Da werden alle Knaben nach der Geburt ungefragt und kostenlos beschnitten.
Und damit keiner in den USA einen Unbeschnittenen sehen kann, sind in den USA nur Pornofilme erlaubt in denen Beschnittene zu sehen sind. Sollte man bei uns auch bald einfuehren, da wir ja alles von den USA so gern kopieren.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 19. Mai 2001 03:24     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Gurke: So ein Dummfug! Weder ungefragt noch kostenlos! Es leben jedoch allerhand Moslems und Juden in diesem Land, das wird die hohe Rate an Beschneidungen erklären. Aber NIX geht da ohne das Unterzeichnen von Dutzenden von Einwilligungserklärungen.

Milch...
unregistriert
erstellt am: 19. Mai 2001 11:15           
http://www.ariplex.com/ama/amadoc01.htm

Der Landarzt kommt aus dem Urlaub zurück und bespricht sich kurz mit seinem Vertreter. Wie von der Tarantel gestochen rennt er aus dem Zimmer zu seiner Frau und erklärt ihr ganz aufgebracht: "Uschi, wir sind ruiniert. Stell dir vor, der Trottel hat in drei Wochen meine sämtlichen Patienten geheilt!"

=> Jetzt surfen alle mit einem " Prof.Rino " irgendwo im Internet, wo sie richtig krank werden !

=> Wir müssen unser ganzes Geld "investieren", sonst kommen alle auf den Friedhof und wir auch !!

=> Hätte ich doch bloß nie Urlaub gemacht !!!

bubi
unregistriert
erstellt am: 19. Mai 2001 12:43           
nein, ich bin nicht behindert. ich bin vielleicht nicht der sportlichste mensch überhaupt, aber ich geh trotzdem gerne raus. ich glaube sie sitzten zu oft vor der kiste.wohl süchtig danach dummes zeug zu schreiben??? das soll einer verstehen. sind sie behindert? geistig???? oder ist ihr IQ auf 65 abgestiegen???haben sie CFJ oder sind sie M(ehr)K(latsch)S(chreierei) infiziert?
mfg
bubi

Mi...
unregistriert
erstellt am: 19. Mai 2001 12:53           
(A)b (I)n (D)en (S)arg ? " - bubi - " (B)evor (S)atan (E)rscheint ?

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 19. Mai 2001 18:19     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Bubi ist hier einer der Gescheitesten von der ganzen Truppe. Milchmädchen sollte sich mal trollen.

bubi
unregistriert
erstellt am: 19. Mai 2001 18:56           
danke mr sloga.
@mil..ich denke mal dass so ziemlich alles was sie so schreiben mehr auf sie selbst zutrifft als auf mich. warum sind sie hier überhaupt. sie scheint doch sowieso alles nicht sonderlich interessieren. ich hab wenigstens interesse. wenn sie nur alles niedermachen ohne überhaupt zu verstehen worum es geht sollten sie mal zu psychodoc gehen und sich wegen allgemeiner desinteresse und darauf folgender streit- und beleidigungssucht behandeln lassen.
bubi

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 19. Mai 2001 19:51           
So ganz nebenbei:
Ich liebe das "kleine Arschloch" !!!!!

Mi...
unregistriert
erstellt am: 19. Mai 2001 20:48           
Wurde angebissen, werde "verschluckt", alles wird hell _-°-_

bubi
unregistriert
erstellt am: 19. Mai 2001 21:05           
@ mr vetter:
den film? oder meinen sie jemanden?
bubi

.
unregistriert
erstellt am: 19. Mai 2001 23:57           
"bubi" _-^-_ beerdigt!

Sucker
unregistriert
erstellt am: 20. Mai 2001 12:17           
Steinforth und Milchschnitte:
Ist Sozialonanie wirklich so befriedigend?

Interessiert
Sucker

Zahler
unregistriert
erstellt am: 21. Mai 2001 08:50           
Die Kidies hier endlich zurück in den Kindergarten oder Jugendclub.

Schlafen die Verantwortlichen hier eigentlich alle.

Mir solchen blöden Sprüchen seid ihr hier im falschen Film, Bubi, Milch.. Milchsschnitte und wie ihr sonst noch so heisst, geht zurück in die Disco und nervt hier nicht medizinisch Interessierte mit eurem pupertären Schwachsinn. BITTE!


Zahler

!
unregistriert
erstellt am: 21. Mai 2001 14:23           
__ __
`(°û°)´
´::~::`

bubi
unregistriert
erstellt am: 21. Mai 2001 18:47           
danke dass ich als a***** abgestempelt werde. ich hab interesse hier. aber sie scheinen keins zu haben. nur immer schön aufe omme hau. ich nehme ihre beiträge ernst. wie wäre es wenn sie meine auch ernst nehmen? ich will hier was lernen aber wenn fast alle zu verbohrt sind sich als "kinderärzte" (was sie ja zum teil sind hier) mit jugendlichen zu unterhalten, gut dann eben nicht. wieder mal jemand der das interesse an etwas verloren hat weil irgendwelche pappnasen ihn nicht haben wollen.
I'm quitting for a while. maybe we meet again.

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