Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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  Fehlt in der Gesundheitspolitik der gesunde Menschenverstand??

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Autor Thema:   Fehlt in der Gesundheitspolitik der gesunde Menschenverstand??
Doc budget
unregistriert
erstellt am: 24. April 2001 12:05           
Viel Applaus hat Wiesbadens Oberbürgermeister Hildebrand Diehl für seine Rede bei der Eröffnung des Internistenkongresses bekommen. Kern seiner Botschaft: Wer mehr Leistung will, der muß aus eigener Tasche zuzahlen.
Zitat aus der Rede:
"Seit Jahrzehnten verfolgt mich in zunehmendem Maße die Diskussion um die Finanzierung des Gesundheitswesens. Und ich habe den Eindruck, daß es sich hierbei um ein Thema handelt, bei dem immer wieder nur die Symptome behandelt werden, man aber nicht den Mut hat, zu den Ursachen vorzustoßen, obwohl diese jedem, der sich nur ein klein wenig mit der Thematik befaßt, bekannt sind.
Dabei genügen zwei einfache und für jedermann offen zu Tage tretende und vor allem unbestrittene Erkenntnisse. Da ist zum einen die rasante Entwicklung der Medizin mit ihren großartigen Fortschritten... Und da ist zum anderen die höchst erfreuliche Erkenntnis, daß wir alle,- zumindest im statistischen Durchschnitt, eine stei gende Lebenserwartung haben, die jedoch mit steigender, zum Teil sogar rasant steigender Inanspruchnahme medizinischer-Leistungen einhergeht. Wie gesagt, simple und unbestrittene Erkenntnisse, die keinen Widerspruch hervorrufen. Dieser wird jedoch sofort erhoben, wenn ich aus dem Gesagten schlußfolgere, daß angesichts dieser höchst erfreulichen Entwicklungen, ein längeres Leben bei besserer Gesundheit genießen zu können, man sich dann aber auch der Erkenntnis nicht- verschließen darf, für -qualitativ und quantitativ wesentlich verbesserte Leistungen, wie überall im Leben, ein klein wenig tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Und zwar jeder ganz persönlich und zusätzlich zu der vorhandenen Kostenbeteiligung zwischen Arbeitgebern und Versicherten. Und niemand soll versuchen, mir einzureden, daß wir ein so armes Volk seien, daß wir uns dies nicht leisten können, daß wir den Einzelnen überfordern würden, wenn er an dieser Stelle mehr für ein längeres Leben, bei häufig verbesserter Gesundheit, ausgeben würde. Jeder Einzelne von uns ist gewohnt, sein verfügbares Einkommen nach persönlichen Prioritäten einzuteilen. Und wenn dabei Auto, Reisen, Freizeit deutlich vor der Gesundheitsvorsorge rangieren, dann ist dies höchst bedenklich. Was wir alle, was die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten versäumt hat, ist unserer Gesundheit eine auch finanziell entsprechend hohe Priorität gegenüber anderen persönlichen Aufgaben einzuräumen."

harald Ruf
unregistriert
erstellt am: 24. April 2001 12:59           
Hallo Doc budget,


dass der OB von Wiesbaden für eine solche Rede respektive mit einem solchen Inhalt auch noch Applaus einheimst, zeigt wieder einmal mehr, dass selbst die Betroffenen, in diesem Fall die behandelnden freiberuflichen niedergelassenen ambulant tätigen Ärzte - sofern hier welche anwesend waren - die Problematik noch immer nicht begriffen haben.

Hier wird wieder einmal mehr, die völlig irrsinnige Behauptung aufgestellt, die derzeit im Gesundheitssystem befindlichen vorhandenen Gelder wären nicht ausreichend, eine bessere Gesundheitsversorgung und damit einhergehenden längeren Lebenserwartung zu finanzieren. Unbestritten wird im gegenwärtigen Gesundheitssystem ein Betrag von ca. DM 560 Mrd. umgesetzt. Weiter ist völlig unbestritten, dass nur ein Bruchteil - fast schon ein zu vernachlässigender - der von den Versicherten und/oder Arbeitgebern und/oder anderen Beitragszahlern geleisteten Zahlungen bei den wichtigsten Leistungsträgern - auch in diesem Falle die niedergelassenen freiberuflich ambulant tätigen Mediziner - ankommen.

Und es ist ja wohl ein Witz, wenn nunmehr von der Politik der Versuch unternommen wird, gemeinsam mit den Leistungserbringern die Patienten weiter und zusätzlich zu den ohnehin beträchtlichen Beitragsleistungen und insbesondere ohne jegliche Not, abzuschröpfen. Dieser Versuch wird scheitern. Scheitern alleine schon deshalb, da die Patienten nicht bereit sein werden, ein solches Spiel weiter mitzumachen.

Bevor über eine weitere finanzielle Beteiligung der Patienten nachgedacht wird, sollten die Damen und Herren Politiker erst einmal ihre nach wie vor unerledigten Hausaufgaben machen und das eigentlich ja nicht schlechte System wieder in Ordnung bringen.

Sollten sich die niedergelassenen freiberuflich ambulant tätigen Mediziner auf dieses Spiel einlassen, so werden die Verlierer dieses Spiels, am Ende in genau dieser Personengruppe zu finden sein.


Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 24. April 2001 13:20     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
oje, keine Ahnung !
Eine meiner Schwestern, nicht gerade auf den Kopf gefallen, schwanger im 5. Monat und ein bißchen länger erkältet gewesen als sonst, hat sich von ihrem Hausarzt überzeugen lassen, daß man da einen Allergietest machen muß. Er hat einen gemacht, bei dem der Patient an zwei Elektroden angeschlossen wird, und der fünfzig Mark bar kostet, weil das die Kasse nicht bezahlt. Anschließend ist meiner schwangeren Schwester ein wenig übel geworden.

Merke: Scharlatanerie wird in nie gekanntem Ausmaß nachgefragt, für Scharlatanerie wird in nie gekanntem Ausmaß geworben, und natürlich finden sich genug Scharlatane, die Nachgefragtes auch machen.

Das alles hat mit politischen Hausaufgaben noch gar nichts zu tun. Die bestünden, wenn nun das Geld tatsächlich reichen soll, darin, den Kopf für die eigenen Sprüche hinzuhalten: GKV-Leistung ist ausschließlich das für die Volksgesundheit Relevante, in Wirkung und Wirtschaftlichkeit hbochprozentig Gesicherte oder Alternativlose.

Dafür müßte aber Kompetenz und Mut vorhanden sein, letzterer am Ende sogar vor Wahlen.
Beides kann ich am entferntesten Horizont nicht erkennen.

PR

Dr.C.R.
unregistriert
erstellt am: 24. April 2001 19:04           
Herr Ruf, meine Patienten sind durch die Bank bereit, für bessere Medikamente selbst zu zahlen.Ich muß Ihnen dann folgenden Irrsinn erklären:"Ich kann Ihnen kein Privatrezept über das bessere Medikament geben.Ich habe mehrfach erlebt, daß Patienten anschließend zur Kasse gegangen sind und sich das Rezept bezahlen ließen.Auch rechtlich darf ich ein im Prinzip von der Kasse bezahlbares Medikament nicht auf Privatrezept verordnen.Ihnen stehen im Schnitt 74 DM zur Verfügung.Ihr Blutdruckmittel würde das 3- fache kosten."Das ist doch extrem:Der Kassenpatient kommt an die guten Mittel gar nicht ran.

Doris
unregistriert
erstellt am: 24. April 2001 22:52           
Hat eigentlich jemals eine der großen Unternehmensberatungs-Firmen die gesetzlichen Krankenkasssen und unser Gesundheitswesen angesehen?
Wenn z.B. McKinsey die Schulen in Nordrhein-Westfalen berät, müßte das doch auch für die Kassen möglich sein. -
Nur: wer ist der Auftraggeber?

Max Hahn
Mitglied
erstellt am: 25. April 2001 00:01     Sehen Sie sich das Profil von Max Hahn an!   Senden Sie Max Hahn eine eMail!     
an Dr C.R.,
erstmal müssen sie natürlich ihren Patienten darlegen, daß die teureren auch die besserne Medikamente sind. Meist sind die teureren doch die schlechter erprobten Me-too Präparate und wie im Tranzparenztelegramm steht die "Variante ohne besonderen Stellenwert". Wenn man sich im Alltag auf bewährte Standarts mit Generika beschränkt, hat man im Sonderfall auch mal Luft für indizierte meißt überteuerte Medikamente.

Dr.C.R.
unregistriert
erstellt am: 25. April 2001 12:20           
Das Arzeneitelegramm ist meine tägliche Lektüre.Aber zur Problematik:Wie kommt ein Kassenpatient an neue (und bessere Herr Hahn)Orginalia ? Das mit dem Privatrezept, sogar mit Aufdruck " Nicht erst.f. nach SGB V...", wird von den Kassen nicht ernst genommen (mal höflich formuliert).Muster gehen auf die Dauer nicht.

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 25. April 2001 13:26     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
hallo,

eine nicht lebensbedrohlich kranke Patientin kommt bei mir an überhaupt kein neueres Medikament, das teurer ist als das Hergebrachte. Konkret geht es hier um: Liviella, Estracomb TTS, Detrusitol.

Natürlich werde ich öfter danach gefragt. Ich gebe dann schriftlich an die Kasse: verordne ich nicht auf rotem Rezept, und auch nicht mehr auf weißem, denn die Kassen treiben mit diesen Rezepten Betrug, indem sie, egal welcher Zusatz drauf steht, erstatten und wohl auch ins Budget rechnen. Nur im Prüfungsausschuß werden sie mit so einem Rezept nicht wedeln können.

Das geht dann gemeinhin so weiter, daß der betreffende Lokalkassenboß einen Brief an die KV schreibt des Inhalts, ich käme meinen Pflichten als Vertragsarzt nicht nach. Dann schreibe ich eine ausführliche Begründung für mein Verordnungsverhalten. Bisher habe ich noch immer absolut gesetzeswidrig damit argumentiert, daß ich mir nicht leisten kann, für Verordnetes in Regreß genommen zu werden.
Und bisher hat mir die KV schriftlich immer recht gegeben. Hab ich schließlich auch.

PR

Dr.C.R.
unregistriert
erstellt am: 25. April 2001 20:02           
Ja Herr Rapp, aber es gibt ja nun wirklich Neuerungen, die den alten Medikamenten hinsichtlich Wirksamkeit,Verträglichkeit und Einnahmemodus überlegen sind.Ich würde das Mittel gerne verschreiben, der Patient könnte und will es zahlen. Frage:wie kommt er dran.Mal abgesehen von dem Vertrauensbruch a) des Patienten zur Kasse zu laufen und b)der Kasse es zu bezahlen ist es rechtlich tatsächlich so, daß Medikamente die prinzipiell von Kassen bezahlt werden nicht auf Privatrezept verordnet werden dürfen.Wie kommt jetzt der Patient legal zum Mittel.Weiß Herr Ruf vielleicht dazu etwas.Es ist doch eine unglaubliche Bevormundung des Patienten ihm selbst, wenn er bereit ist zu zahlen, das Mittel vorzuenthalten, bzw.für mich illegal zu arbeiten.

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 25. April 2001 23:42     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Lieber Kollege Dr.C.R.,

völlig richtig, diese Mittel gibt es, die von mir Genannten gehören dazu. Sie retten kein Leben. Ich weiß sicher, daß dieselbe Kasse, die mir heute unzureichende Patientenversorgung vorwirft, mich zwei Jahre später im Prüfungsausschuß für zureichende Patientenversorgung in Regreß nimmt. Deswegen reiße ich mir kein Bein aus, um jemandem diese tollen Mittel zu verschaffen.

Für echt wichtige Medikamente reißen wir uns ohnehin alle seit Jahren die Beine aus, und lassen uns dafür Verschwender schimpfen. Ich finde, das muß genügen.

Einen Vertrauensbruch gibt es da meinerseits nicht, ich spiele meinen Patientinnen gegenüber vollkommen offene Karten. Den Kassen gegenüber vergesse ich die Skrupel schon mal öfter, der Pharmaindustrie gegenüber längst.

Und ich habe überhaupt keine Lust mehr auf irgendwelche Tricksereien. Natürlich gibt es die. Z.B.: auf Rp steht Generikum, das der Patient nicht will , Apotheker weiß bescheid und liefert Original, berechnet der Kasse Generikum, Patient zahlt Differenz ohne Quittung zu. Oder: auf weißem Rp mit Zusatztext Erstattungsausschluß steht teures gewünschtes Original, wird ausgeliefert, Kasse erstattet billigstes Generikum, Patientin kriegt von mir Muster im Gegenwert der Differenz.

Klingt und ist alles haarsträubend. Davon hab ich genug. Genug hab ich vom gern erzählten Märchen "das zahlt die Kasse nicht mehr", genug hab ich vom gern erzählten Märchen: "das brauchen Sie nicht", oder "das hat schlimme Nebenwirkungen". Nixda. Betrug ist Betrug, Inkompetenz ist Inkompetenz,
und wird auch so geheißen.

Ich glaube nicht, daß Herr Ruf da Abhilfe weiß, er ist nicht Kassenmensch. In höchsten Tönen beklagen wird er diesen Mißstand ganz gewiß. Das ist sein Job.

Völlig richtig, das ist eine ganz unglaubliche Bevormundung, in jeder Richtung menschenverachtend, unausweichliche Konsequenz einer fehlgeleiteten inkompetenten Politik. Diesen Schwindel und Betrug allen Beteiligten, in allererster Linie den Kassenkunden, unzweideutig transparent zu machen, das ist mein Ziel.

Erst wenn sich, optimistische Variante, in fünf oder zehn Jahren bis ins Regierungsviertel durchgesprochen hat, daß es unterschiedlich schwerwiegende Diagnosen und unterschiedlich notwendige Therapie gibt, an deren Kosten g e r e c h t e r w e i s e Solidargemeinschaft und Individuum mit unterschiedlichen Anteilen beteiligt werden sollten, ist erreicht, was ich wollte.

Pessimistische Variante: bis dahin hat uns die Globalisierung die Pest wiedergebracht. Dann wird wieder geheilt oder gestorben, wie im Mittelalter oder in Indien. Und niemand braucht sich mehr allzusehr um Laifschdail zu kümmern.

PR

Margot
unregistriert
erstellt am: 26. April 2001 12:36           
An Dr. C.R.

wenn Sie schreiben dass Sie ihren Patienten keine teuren Mittel auf Kassenrezept verschreiben dürfen so wundert mich das schon.

Wieso bekommt man dann VIOXX 25mg 30 Tabl.Kostenpunkt 130.--DM auf Kassenrezept?


Irgentetwas scheint hier an den Angaben nicht zu stimmen,wahrscheinlich liegt es daran dass die Ärzte ihr Buget schonen nund deshalb nicht verordnen.

Wenn die Krankenkasse das Medikament zahlt ist dies ein Zeichen dass der Arzt es verordnen darf, er tut es nur nicht.
Das kann nur daran liegen dass dem Arzt sein Buget wichtiger ist als sein Patient.

Margot

Dr.C.R.
unregistriert
erstellt am: 26. April 2001 12:57           
Margot, manchmal habe ich den Eindruck sie wollen Streit und nicht Diskussion.Für Sie als Kassenpatient habe ich 74 DM zur Verfügung.Wenn jetzt einer rausgeht, der nichts braucht,dann kann ich ihnen auch Vioxx verschreiben.Weil sich das etwa ausgleicht.Aber zu mir kommt NIEMAND der nichts braucht, oft Lebenswichtiges.Und oft teurer als 74 DM.Und zu Gunsten dessen muß ich dann bei Ihnen sparen.Bei 5% Überschreitung (da werden natürlich alle Patienten hochgerechnet a 74 DM und alle verschriebenen Rezepte hochgerechnet)bin ich dran.Mit einer unangenehmen Besprechung und mit meinem eigenen Geld.Soviel habe ich nicht übrig.Würden Sie die Medikamente für die Patienten bezahlen, mal ganz ehrlich?Übrigens weist mir mein Computer bei jeder Verordnung mein noch zur Verfügung stehendes Budget aus.Und auf Knopfdruck weiß ich meine 20 teuersten Patienten.So perfektioniert ist das Ganze schon.Vioxx nur bei strenger Indikation.Ist doch klar.

Margot
unregistriert
erstellt am: 26. April 2001 13:08           
Herr Dr. C.R.

ich suche keinen Streit.
Ich habe Ihnen die Tatsache mitgeteilt dass die Kasse viele Mittel bezahlt, die aber nicht verordnet werden, auch wenn ich selbst davon nicht betroffen bin.

Und keine Sorge, Sie müssen mir nichts verschreiben, bei den Schilderungen von Ihnen würde ich niemals ihre Patientin werden.
Ich bin mit meinem Hausarzt den ich seit 24 Jahre habe sehr zufrieden, dieser belügt mich nicht, betrügt mich nicht und schreibt bei Beschwerden nicht einfach nur ein Rezept aus wie viele Ärzte ( klagen mir immer Beknnte und Freunde!) das tun.

Ich glaube eher Sie fühlen sich auf den Schlips getreten? Denn es gibt heutzutage viele Ärzte die ihr Budget lieber ist als ihre Patienten.

Nicht dass ich Sie dazuzählen würde. Ich kenne Sie ja nur aus Ihren Schilderungen hier und muss mich ja nicht unbedingt Ihren Beleidigungen anschliessen.


Margot

Dr.C.R.
unregistriert
erstellt am: 26. April 2001 13:26           
Margot bitte eine konkrete Antwort auf meine Frage:würden Sie die Kosten für Medikamente Ihrer Patienten übernehmen?Ich habe lediglich versucht, Ihnen die Problematik zu verdeutlichen.Die Kasse zahlt und holt es nachher von mir.Also:würden Sie mit Ihrem eigenen Geld die Medikamente bezahlen?

Doc budget
unregistriert
erstellt am: 26. April 2001 13:32           
An Margot:
Budgets sind existenzbedrohend. Ihr Vergleich mit den Pat. zeigt, daß sie diesen Konflikt nicht verstanden haben. Ja nach Praxisstruktur mag es Ärzte geben, die weinger Probleme haben, wie möglicherweise ihr Arzt, das löst aber leider das Problem nicht. Wir Ärzte müssen jeden Tag in unseren Praxen Triage betreiben. Wir müssen mit den begrenzten Mitteln der Kassen die Patienten auswählen, die teuere Medikamente brauchen und bei den anderen sparen. Dies ist politischer Wille. Entweder sie sind für diese Politik oder dagegen. So einfach ist das.

Margot
unregistriert
erstellt am: 26. April 2001 13:56           
An Dr, C.R.

ich habe noch nie auch nur ein Medikament bei meinem Arzt nicht verschrieben bekommen.
Ich zahle jeden Monat horrende Krankenkassenbeiträge und ich denke nicht daran noch zusätzlich für Medikamente zu zahlen.
Wie mir scheint schafft es mein Hausarzt mir die Medikamente die ich benötige auch zu verschreiben.
Allerdings kann ich Ihnen auch nicht sagen wie.
Ich bestreite keineswegs dass Ärzte heute in einer ganz misslichen Lage sind. Aber mir als Laie ist es ein absolutes Rätsel wieso manche Ärzte in der Lage sind die benötigten Medikamente zu verschreiben, andere aber nicht.
Es kann auch nicht daran liegen wo ein Arzt praktiziert, nachdem ich in einer Grossstadt wohne und durchschnittlich (es sei den die Krankheit ist akut) 2 Wochen auf einen Termin warten muss schliesse ich daraus das mein Arzt viele Patienten hat.

Also nix für Ungut Dr. C.R.


Margot

Margot
unregistriert
erstellt am: 26. April 2001 14:26           
An Dr. budget

nein so einfach ist es eben nicht!
Dass ich nicht für diese "Kaputtspargesundheitspolitik" bin steht ausser Frage, jedoch frage ich mich warum ich hunderte von Mark jeden Monat an meine Krankenkasse zahlen muss und dann auch noch privat für Medikamente zahlen soll?

Es liegt wohl auch daran dass der Patient eben nicht Patient ist sondern es kommt schon mal darauf an bei welcher Krankenkasse er versichert ist.
Es kommt dazu dass Soziahilfeempfänger teilweise Leistungen erhalten die Krankenversicherten vorenthalten werden oder nur mit erheblichen Zuzuahlungen zu bekommen sind.Denn das Sozialamt zahlt und zwar alles!

Glauben Sie nicht?
Fragen sie Zahnärzte! Zahnkomplettsanierung ist für Sozialhilfeempfänger völlig kostenlos, Sozialamt zahlt.
Gehen Sie mal zum Zahnarzt, bei 3 Kronen sind Sie mit 3000DM Zuzahlung dabei.

Man könnte das noch endlos fortsetzen.

Ausserdem kann ich mir nicht vorstellen dass mein Hausarzt weniger Patienten hat wie z.B Sie, denn ich lebe in München, auch nicht gerade eine Kleinstadt. Ausserdem muss ich durchschnittlich 2 Wochen auf einen Termin waren. Das Wartezimmer ist stets voll, der Terminkalender den die Arzthelferin führt auch.
Also nochmals ganz deutlich hier gesagt bei dem was ich der Barmer Ersatzkasse monatlich in den Rachen werfe denke ich nicht im Traum daran Medikamente zusätzlich noch selbst zu zahlen.

Würde mir der Arzt ein notwendiges Mittel nicht verschreiben würde ich dies meiner Krankenkasse mitteilen. Wenn ich von dort höre dass dies Mittel durchaus bezahlt wird würde ich den Arzt damit konfrontieren.
Würde er es mir trotzdem nicht verschreiben würde ich den Arzt wechseln. Würden die Patienten das konsequent machen bräuchte der Arzt bald nichtmehr selektieren denn dann hätte er keine Patienten mehr und könnte seinen Laden zusperren.
Ich habe mir sagen lassen dass Ärzte in Krankenhäuseren wesentliche weniger verdienen als niedergelassene Ärzte.
Also das Geschrei ist manchmal auch recht heuchlerisch.

Margot

harald Ruf
unregistriert
erstellt am: 26. April 2001 18:00           
Hallo Dr. C.R.,
hallo Herr Rapp,

die von Ihnen hier beschriebenen Sachverhalte waren mir so nicht bekannt. Wenn es sich tatsächlich so verhält, wäre dies tatsächlich der totale Irrsinn. Bis vor fünf Minuten ging ich tatsächlich davon aus, dass der GKV Patient - zu denen ich ja nicht gehöre und insoweit die dortige Erstattungspraxis auch nicht kenne - in Zusammenarbeit mit seinem behandelnden Arzt hier eine Art Wahlfreiheit hat, die sich so darstellt, dass hier dass "bessere" Medikament vom Arzt verschrieben und der Differenzbetrag vom Patienten einfach zugezahlt wird. Die Sache wäre dann damit erledigt.

Ich werde hier mal recherchieren lassen inwieweit akuelle Entscheidungen vorliegen und/oder bei den Obergerichten anhängig sind.

................................

Aber mein Beitrag sollte sollte eigentlich lediglich zum Ausdruck bringen, dass auch die neueren, besseren Medikamente eigentlich ohne allzu große Probleme von den GKV übernommen werden könnten. Ich bezweifele, dass nicht genügend Geld im System vorhanden wäre und dafür Zwang bestünde, die Versichertengemeinschaft über die ohnehin schon recht beträchtlichen Beitragsleistungen hinaus zusätzlich zu belasten.

....................................


Und wenn dann die Teilnehmer des Internisteskongresses der Institution applaudiert, die uns diese ganze Chose über Jahrzehnte eingebrockt hat, dann verstehe ich allerdings die Welt nicht mehr. Noch viel weniger verstehe ich, wenn einem solchen "Vetreter" die Ehre zuteil wird, einen solchen Kongress auch noch zu eröffnen. Da muß man sich ja nun wirklich mal an den Kopf fassen.

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 26. April 2001 21:18     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
"...Krankenkasse mitteilen. Wenn ich von dort
höre dass dies Mittel durchaus bezahlt wird..."

Verehrte Margot,
hören hilft da nix. Schwarz auf weiß müssen Sie das von Ihrer Gesundheitskasse verlangen.

Sagen Sie mir, wenn Sie das mal gekriegt haben ?

PR

Coma
Mitglied
erstellt am: 27. April 2001 17:48     Sehen Sie sich das Profil von Coma an!   Senden Sie Coma eine eMail!     
Herr Rapp,- nicht aufregen, es bringt nix!!
Frau Margot gehört zu genau den Patienten, die nichts, aber auch gar nichts verstehen.
Es hilft bei diesen Leuten nur das von Ihnen gepostete: Schriftliche Übernahmeerklärung der Kasse anfordern, sei es für Liviella, sei es für die Kernspin-Mammo,sei es für das Testosteronsälbchen zur Behandlung der Lachfalten....
Bei der Prüfung könnten Sie freudig erregt damit wedeln. Können Sie aber nicht, da es diese Dokumente nicht gibt...)))))

Dr.C.R.
unregistriert
erstellt am: 27. April 2001 19:59           
Ja,Herr Ruf, viele Privatpatienten glauben das.Gut daß wir drüber reden.
Margot: meine Patienten antworten auch, daß sie bis zu 860 DM pro Monat zahlen (mit Arbeitgeberanteil).Und dann haben sie 74 DM im Quartal, d.h. 25 DM im Monat für Medikamente.Wo bleibt der Rest?
Wie Ihr Arzt das macht, ist mir schleierhaft,aber unmöglich wird die Verschreibung dann bei den wirklich chron.Kranken.Sie, vermute ich mal, brauchen nur ab und zu etwas.Fragen Sie ihn doch mal.Wenn er Allgemeinmediziner ist, hat er genausoviel wie ich zur Verfügung.Ihr Beispiel mit den Sozialhilfeempfängern stimmt.

Renate Ratlos
unregistriert
erstellt am: 29. April 2001 17:29           
"Fehlt in der Gesundheitspolitik der gesunde Menschenverstand??"

Unlogisch.

RR
--
Auf meine Rückfrage meinte man, man habe meine Beschwerde als
Kündigung angesehen....
Wohl deren Motto: "Wir haben nur zufriedene Kunden, unzufriedene
werden ohne Vorwarnung ausgesperrt." (Horst Stolz in d.c.p.m. über AOL)

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