Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   Wir haben keine Zwei-, sondern eine Sieben-Klassen-Medizin
Seitz
Mitglied
erstellt am: 19. April 2001 19:41     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Wir haben keine Zwei-, sondern eine Sieben-Klassen-Medizin

Offene Rationierung statt noch verdeckter ist angesagt, wenn der EBM 2000 plus noch weniger Leistungen honorieren sollte

Irgendwo in Deutschland. Eine Arzt-Praxis kurz vor Quartalsende. Nicht wegen Urlaub geschlossen. Der Computer bestätigt, wie immer seit Mitte 1996, daß die Praxisbudgets überschritten sind. Jetzt bringen nur noch neue Fälle und un- budgetierte Leistungen einen Beitrag zur Deckung der Praxiskosten und gegebenenfalls Erzielung eines Gewinns. Stimmt das? - Nein, nicht ganz. Und hier beginnt sie, die Triage am Tresen. Getreu dem ABC-Prinzip werden die auch durch drohende TagesprofiIe verknappten Termine bis zum Quartalsende vergeben:
A: Notfälle
B: Privatpatienten
C: BG-Fälle
D: Sonderkostenträger-Patienten
E: Erstkontakt GKV-Rentner
F: Erstkontakt GKV-M+F
G: Folgekontakte GKV
Wie man sieht, ist es nicht nur eine Zwei-Klassen-, sondern eine Sieben-Klassen-Gesellschaft, die das System geboren hat. Wer sich anderes verhält, schadet wahrscheinlich seinem Praxisgewinn. So die Denke der Betriebswirte.
Vom Tresen ins Sprechzimmer. Auch hier Triage. Welcher Migränepatient erhält ein Triptan? Welcher Demenzkranke, welcher Psychotiker profitiert von den teuren - aber nachweislich besseren - medikamentösen Therapieoptionen heutiger Tage? Quer durch das komplette Spektrum der medikamentösen und physiotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten zieht sich die, vom Gesetzgeber so wohl nicht gewollte, aber induzierte Selektion: Was ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich ist, reduziert sich auf die Kernfrage: Was ist budget-/richtgrößenverträglich? So die Denke der eventuell existenzbedrohten Regreßanwärter.
- Den dritten Krankenbesuch gibt es dann zurn Nulltarif -
Anruf aus dem Altenpflegeheim: Hausbesuch höflich erbeten. Zum zehnten Mal im laufenden Quartal. Das grüne Praxisbudget von 1295 (für Rentner) Punkten war beim ersten Besuch fast erreicht. EBM Ziffer 1, 32, 10, 60 (Summe der Punkte: 1225) sind wohl keine außergewöhnliche Leistungskette bei einem multimorbiden Patienten. Außer Punktreserve in Höhe von schlappen 70 Punkten (entsprechend 5,90 DM) und Fahrtspesen (und deren Abgeltung durch EBM-Ziffern 7234 ff.) ist für den zweiten Besuch nichts gewesen! Vom dritten Besuch an gibt's den Doktor zum Nulltarif. Wen wundert es, wenn dieser zehnte Besuchswunsch mit Hinweis auf außerordentliche Arbeitsbelastung höflich aber bestimmt abgewiesen wird.
Multimorbide Patienten haben es schwer, einen Arzt zu finden
Im niedergehenden Kurort nebenan gehen die Ärzte langsam aus. Wieder erliegt ein Kollege - der gesetzlichen Altersruhebestimmung für Vertragsärzte - und findet keinen Nachfolger. Seine multimorbiden, behandlungsaufwendigen Patienten haben es schwer, einen neuen Hausarzt zu finden.
Sind doch solch arme Menschen ein wirtschaftlicher Risikofaktor für jede Praxis. Falls sie nicht pro Risikofall weitere 15 bis 20 "unaufwendige Fälle" mitbringen, die durch den Verdünnereffekt unter Umständen eine gerade aufwandsneutrale Budgetbehandlung ermöglichen. Was leicht zu beweisen ist, wenn man den Arbeitsaufwand für solche Patienten in einem Quartal dokumentiert. Und dann steht da: "Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit meiner Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein" - Auszug aus dem "Gelöbnis" der (Muster-) Berufsordnung für deutsche Ärzte
Welch ein Widerspruch zu dem, was Vertragsärzten durch gesetzliche und leider auch hausgemachte Bestimmungen zugemutet wird. Trotzdem, die Behauptung, daß die bundesdeutschen Vertragsärzte noch immer Ethik vor Monetik stellen, sei aus der tagtäglichen Erfahrung mit Kollegen heraus (und der Tatsache, daß mehr ärztliche Leistungen erbracht als bezahlt werden,) erlaubt. Wie lange dieser Eiertanz zwischen Ethik und Ökonomie noch durchgehalten werden kann, ist fraglich.

Dr.C.R.
unregistriert
erstellt am: 19. April 2001 20:53           
Hab ich heute schon gelesen.Na ja vielleicht haben's nicht alle gelesen.Gut ist es.

Hygienebeauftragte BK
Mitglied
erstellt am: 19. April 2001 21:22     Sehen Sie sich das Profil von Hygienebeauftragte BK an!   Senden Sie Hygienebeauftragte BK eine eMail!     
An Seitz!

Bestätige Ärztefrust. Fachärzte kommen in der Regel überhaupt nicht mehr in die Pflegeeinrichtungen. Hausärzte reißen sich nicht mehr um die Betreuung der teuren Pflegebedürftigen. Bin gespannt wann wir den ersten Pflegebedürftigen keinen willigen Hausarzt mehr finden.Über vernünftige Medikation oder die Durchführung von notwendigen Laboruntersuchungen brauchen wir gar nicht weiter reden.

Gruß

Birgit Kannengießer

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 20. April 2001 01:53           
Rationieren bedeutet selektieren.
Auch ein Dr. Mengele hat selektiert.
Sind Mediziner, Ärzte, dazu widerspruchslos
bereit ?
Ich hoffe nicht, aber zu viele schweigen noch.
Wie lange ?
K. Vetter
als Patient

Eingebildet
unregistriert
erstellt am: 20. April 2001 13:07           
Zitat:Hab ich heute schon gelesen.Na ja vielleicht haben's nicht alle gelesen.Gut ist es.
Meinen Sie, das Forum wird für sie geschrieben????

Nicht eingebildet
unregistriert
erstellt am: 21. April 2001 17:39           
Üblicherweise wird ein Zitat doch gekennzeichnet oder?So war das gemeint.Artikel ist aus der Ärztezeitung.

Renate Ratlos
unregistriert
erstellt am: 29. April 2001 17:02           
Was soll das Jammern?

Es gibt doch wirklich genug Beispiele dafür, wie man erstklassig von Medizin leben kann.

http://f11.parsimony.net/forum16512/messages/11559.htm

[Zitatanfang]
Re: Kann irgendj einen erfahr. EAV-Therapeuten in d. Nähr v. Stgt. empfehlen? o.T.
[ Das Amalgam-Forum ]
Geschrieben von Bend am 27. April 2001 13:15:41:
Als Antwort auf: Kann irgendj einen erfahr. EAV-Therapeuten in d. Nähr v. Stgt. empfehlen? o.T. geschrieben von Andi am 27. April 2001 01:13:11:

Hallo Andi,
also in Stuttgard kenne ich keinen solchen, jedoch war ich am 20.04.
in Marburg bei Dr. Weber zur Nachuntersuchung per EAV für 120,-DM inklusive
Gutachten! Das müssten von Stgt. etwa 250-300 km sein. Ich habe dafür die ähnliche Strecke zurückgelegt und kann dir sagen das es nicht umsonst war
besonders wegen dem Gutachten. Wenn dich das interessiert kannst du ja dort mal anrufen und dich auch mit Dr. Weber verbinden lassen und das Du von ihm untersucht werden möchtest. Ich glaube der Link war hier schon mal drin aber ich such ihn dir nochmal raus.
bis später
[ Das Amalgam-Forum ]
[Zitatende]

120 DM für ein bißchen Herumfummeln mit einem Voltmeter.

Lockeres Leben!

RR
--
I really enjoy asking the patient a question after I've inserted the entire
operatory in the patient's mouth.
(Zugumba in sci.med.dentistry)

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