erstellt am: 14. April 2001 01:41
Mal wieder der blanke Schwachsinn:. Homöopathische Wirkung ist, wie Hahnemann es schon ausgedrückt hat, geistartig (siehe unten!)
Interview zur Gründung des ersten Europäischen Instituts für Homöopathie
11.04.2001 (MD-Verlag)
mit: Gerhard Bleul
Interview mit Gerhard Bleul, dem Zweiten Vorsitzenden des neu gegründeten Europäischen Instituts für Homöopathie in Köthen (Sachsen-Anhalt) und designierten Vorsitzenden der Stiftung für Homöopathie des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte. Gerhard Bleul arbeitet zugleich als Allgemeinarzt in Bad Camberg bei Limburg.
-- Warum war die Gründung eines Europäischen Instituts für Homöopathie nötig ?
Bleul: In Europa gibt es bisher kein Institut dieser Art. Das Problem homöopathischer Forschung ist, dass zwar an sehr vielen Stellen geforscht wird. Diese Arbeiten jedoch vorrangig an Einzelinitiativen und -projekte geknüpft sind, und es bisher wenig Koordination und Absprachen gibt. Insbesondere bei der Entwicklung von Standards für die Arzneiforschung hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, wie schwer es ist, einheitliche Regelungen mit forschenden Homöopathen zu finden. Wir wollen nicht, dass die verschiedenen Forschungsansätze verringert werden, denn sie sind ja durchaus erwünscht und sollen deshalb auch weitergeführt werden. Es ist nur eine bessere Koordination und Bündelung nötig, um einige allgemeine gültige Kriterien erfüllen zu können.
Die Nachfrage nach einem derartigem Forschungsinstitut kam hauptsächlich von Seiten der Ärzte. Denn Patienten, die in homöopathischer Behandlung sind, sind meist sehr zufrieden. Die Ärzte sind es hingegen nicht immer, weil Arbeitsmaterialien wie grundlegende Werke der Therapie teilweise Fehler und Lücken haben. Diese werden natürlich von den einzelnen Ärzten durch Wissen und Fortbildung kompensiert. Aber man könnte sich in der Praxis manches leichter machen, wenn diese Arbeitsmaterialien verbessert würden. Dies ist eine weitere Aufgabe des Instituts.
- Was unterscheidet klinische Forschung mit Arzneimitteln der Schulmedizin von der Forschung mit Homöopathika ?
Bleul: Schulmedizinische Forschung ist vor allem Forschung an großen Patientenzahlen und ist letztendlich statistische Auswertung. Anders als in der Homöopathie steht nicht das Individuelle von Patienten, sondern die statistische Signifikanz im Vordergrund. Zudem geht sie meist von einfach definierten Krankheitsbildern aus. Forschung in der Homöopathie passt sich der Besonderheit der Homöopathie an, nämlich der Individualität des Patienten und mittelt rechnerisch nicht jede Besonderheit weg. Also können Homöopathen nur forschen, in dem sie die Praxistätigkeit möglichst unbeeinflusst lassen, vorrangig beobachten und die Prinzipen der Homöopathie bewahren. Es werden die Ergebnisse gemessen und geschaut, welche Rolle die Behandlung und die Mittel dabei gespielt haben. Dies kann natürlich auch anhand einer größeren Zahl von Patienten geschehen.
- Soll mit dem Institut auch mehr Akzeptanz gegenüber der klassischen Schulmedizin gewonnen werden ?
Bleul: Wir wollen natürlich mit der klassischen Schulmedizin im Austausch bleiben, aber dies ist nicht das Hauptziel des neuen Instituts. Hauptaufgabe ist es, dass wir unsere Bedürfnisse nach Grundlagenforschung, klinischer Forschung aber auch Dokumentation und Systematisierung befriedigen. Wir müssen dies in die eigenen Hände nehmen, da wir nicht mit öffentlicher Förderung rechnen können.
Die Homöopathie wird an den Universitäten quasi nur als Randgebiet geduldet, wie man fast sagen kann. Sie ist meist der Allgemeinmedizin zugeordnet. Es gibt zwar Vorlesungen, aber keine Lehrstühle. Und es gibt fast keine Gelder für freie Forschungsgelder. Denn wenn es Gelder gibt, sind diese meist an bestimmte Projekte und Ziele gebunden. Deswegen brauchen wir ein freies Forschungsinstitut.
- Geht es auch darum an Erklärungen für die Wirksamkeit, also Wirkmechanismen, der Homöopathie zu forschen ?
Bleul: Dies ist natürlich auch ein Teil der erwünschten Grundlagenforschung. Es ist aber nicht primär unser Anliegen sondern eher ein Wunsch, der von außen an uns herangetragen wird, nach dem Motto, „erklärt doch mal wie eure Mittel wirken“. Wir sehen diesen Erklärungsbedarf nicht unbedingt, weil wir es ja täglich in der Praxis erfahren, dass es wirkt. Wir würden uns natürlich auch gerne auf klarere Beschreibungen stützen können. Aber gleichzeitig denken die meisten Homöopathen, dass es eher eine Sackgasse in der Forschung ist, wenn wir etwa in der Materie nach Prinzipen der Wirkung suchen. Homöopathische Wirkung ist, wie Hahnemann es schon ausgedrückt hat, geistartig und immateriell und wird sich nicht abbilden lassen und nicht durch technische Untersuchung messen lassen.
- Was werden Patienten von der Gründung des Instituts haben ?
Bleul: Zum einen ist es natürlich grundsätzlich wichtig, dass eine Methode, die so weit verbreitet ist und so oft nachgefragt wird, auch ihre eigenen Forschungsabteilungen und – einrichtungen hat, so dass an den Grundlagen und an der Anwendung immer weiter gearbeitet wird. Zum anderen können über ein derartiges Institut Informationen und Erkenntnisse über seltene Krankheiten gebündelt werden. Denn immer wieder gibt es Anfragen nach Erfahrungen über die Behandlung dieser oder jener seltenen Krankheit. Über das Institut könnten beispielsweise Kontakte zu Spezialisten hergestellt werden.
http://www.yavivo.de/News/20010411/20010411_1_Interview.html