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Autor
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Thema: Vielen Dank Frau Schaich-Walch
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Doc Budget unregistriert
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erstellt am: 13. April 2001 10:22
Notwendige Leistungen nicht verweigert B E R L 1 N (rv/ vug). Der Bundesregie rung liegen bislang keine Anhaltspunkte dafür vor, wonach Ärzte wegen der Budgetierung gesundheitlich notwendige Verordnungen verweigert hätten. Dies sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Schaich-Walch vom Bundesgesundheitsministerium in einer Fragestunde des Bundestages. Nach einer Erhebung bei den Aufsichtsbehörden der Bundesländer im Jahre 1999 gebe es keine konkreten Anhaltspunkte dafür, daß medizinisch notwendige Leistungen verweigert wurden. Neuere Zahlen lägen der Regierung nicht vor. Zwar werde immer wieder behauptet, daß es vor allem bei chronisch und schwer Erkrankten Rationierungen von Leistungen gebe. Man müsse es aber billigen, wenn Ärzte dem Wirtschaftlichkeitsgebot folgen und "medizinisch nicht notwendige Leistungen auf das allgemeine Maß ausgerichtet werden". Wenn Versicherte der Meinung seien, ihnen würden medizinisch notwendige Verordnungen vorenthalten, dann sollten sie sich an ihre Krankenkasse wenden.Kommentar: Nun muß man wissen, Frau Schaich-Walch ist 2. Vorsitzende der Deutschem Rheumaliga. Gerade diese Selbsthilfeorganisation hat sich in letzter Zeit sehr lautstark öffentlich über Leistungsverweigerungen beklagt. In diesem Forum veröffentlicht. Auch gibt es Untersuchungen gesetzlicher Krankenkassen, die Leistungsverweigerungen aufzeigen. Wir haben ganz sicher genug Probleme in der Gesundheitspolitik. Zur Lösung brauchen wir Poltiker mit klarem Verstand und keine geistig Behinderten. Vielen Dank Frau Schaich-Walch. Hoffentlich gibt es noch viele solche Steilvorlagen für den Wahlkampf verehrter Sozi.
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Practicus Mitglied
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erstellt am: 18. April 2001 18:33
natürlich gibt es leistungsverweigerung - aber nur klammheimlich, denn der gut doktor macht sich sonst strafbar und verstösst gegen das sozialgesetzbuch... allein die arzneiversorgung psychisch kranker und dementer zeigt doch, wie weit die leistungsverweigerung schon geht! in deutschland werden europaweit die wenigsten patienten mit atypischen (nebenwirkungsarmen) neuroleptika, ssri-antidepressiva und effektiven antidementiva (cei) behandelt. beim diabetiker wird immer noch glibenclamid als mittel der ersten wahl verwendet - schliesslich das billigste! bei parkinsonkranken ist es ähnlich, auch hier sprengen die kosten für moderne arzneimittel das budget! allein für die sachgerechte und leitliniengemässe behandlung von aids, hepatitis c und multipler sklerose würde das gesamte deutsche arzneibudget von 38 mrd dm nicht mehr ausreichen! chronisch krank heisst unter budgetbedingungen in deutschland, nicht angemessen behandelt werden zu können!
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Dr. Matthias Solga Mitglied
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erstellt am: 18. April 2001 19:58
Practicus: absolut korrekt. |
Max Hahn Mitglied
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erstellt am: 18. April 2001 20:56
An Prakticus, Warum nicht weiter mit Glibenclamid den Diab. behandel, ggf noch Metformin und bald auf Insulin wechseln. Bei den Antidementiva muß man aufpassen, welche sind wann effektiv und wann ist man der Pharmaindustie aufgesessen. Auch die SSRI haben ihre Nebenwirkungen und die guten alten Tricykl. Antidepressiva haben immer noch ihren wichtigen Stellenwert. Bei AIDS, Hepatits B, Multipler Sklerose u.ä. müßte man die Pharmaindurstie endlich gesetzlich von ihrer Abzockerei runterholen. Auch beim M.Parkinson sind wir im Würgegriff der Industrie. Hier ist auch noch nicht endgültig geklärt, ob alle Neuerungen in der Endbilanz einen Nutzen bringen. (z.B.Parkinsan) |
Dr. Matthias Solga Mitglied
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erstellt am: 19. April 2001 00:50
Herr Hahn: die schleichende Rationierung hat doch schon längts Raum gegriffen, ob nun die eine neue Pille vielleicht doch nicht so wirksam ist wie die andere. NATÜRLICH werden Patienten mit Prostatakarzinom viel eher in Richtung Kastration beraten, weil die gleichwertige medikamentöse Behandlung einen Betrag von 1300 DM pro Quartal bedeutet, NATÜRLICH werden Patienten wieder eher an der Prostata operiert, weil die medikamentöse Therapie bei 400 DM pro Quartal liegt, das Budget aber bei 37 DM. NATÜRLICH wird ein Patient, der nicht fragt, das Schmerzpflaster nicht angeboten bekommen, sondern wird weiter gespritzt werden. Glauben Sie doch man bloß nicht, daß sowas nicht stattfindet. Wir bei uns lassen uns von so etwas nicht beeinflussen, wir entscheiden weiter hart nach medizinischen Maßstäben, deswegen sollen wir auch DM 200.000 dafür bezahlen, daß wir unsere Arbeit getan haben (sog. "Richtgrößen"prüfung). Und dafür haben wir soviele Rollstuhlfahrer wie kaum eine andere Praxis rundrum, weil die woanders ganz einfach keine Katheter mehr verordnet bekommen, die sollen wieder Crede anwenden. Und das, obwohl Katheter nicht budgetrelevant sind! Aber die gleitmittel gehen aufs Budget. So verrückt werden Ärzte nun schon gemacht! Selbstverständlich bekommt kaum ein Patient mit, daß die für ihn optimale Behandlung für ihn nicht oder erst später als angeraten gewesen wäre, bekommt. Wer es mitbekommt, wechselt, solange er noch einen findet. So wechseln einige z.B, zu uns, weil wir strikt nach Leitlinien Urologie betreiben. Aber solche Praxen wie unsere werden durch "Regreß"forderungen wie o.a. ganz einfach abgeschossen, dann finden selbst die interessierten, "mündigen" Patienten keine adäquate Versorgung mehr. |
Dr.C.R. unregistriert
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erstellt am: 19. April 2001 13:51
Absolut richtig, Herr Solga.Schleichende Rationierung.Wer kennt sich denn schon so gut aus von den Patienten.Wie schon bemerkt:Die Patienten tun mir leid.Bei uns Ärzten heißt es ständig, es geht uns nur um unser Honorar.Dann müssen sie sich halt alleine wehren. |
ama unregistriert
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erstellt am: 19. April 2001 13:57
>Dr.C.R. >unregistriert >erstellt am: 19. April 2001 13:51 >Bei uns Ärzten heißt es ständig, es geht >uns nur um unser Honorar.Dann müssen sie >sich halt alleine wehren.Dann muß die Informationspolitik ENDLICH OFFEN sein!!! Warum machen sich die Ärzte zum Büttel der Regierung und der Kassen!? ama http://www.ariplex.com/ama/amapol04 (über die Wahrheit)
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Dr.C.R. unregistriert
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erstellt am: 20. April 2001 15:45
ama:Hier im Forum wird doch recht offen diskutiert.Warum greift das denn kein Journalist auf? Mehr als streiken können wir Ärzte doch nicht.Und unsere Patienten informieren.Aber die Presse (Fernsehen !!) bläst ständig ins gleiche Horn.Die zunehmende Minderversorgung der Bevölkerung interessiert sie nicht.Sind die vielleicht alle privat versichert? |
ama unregistriert
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erstellt am: 20. April 2001 19:40
>Dr.C.R. >unregistriert >erstellt am: 20. April 2001 15:45>Hier im Forum wird doch recht offen >diskutiert.Warum greift das denn kein >Journalist auf? Mehr als streiken können >wir Ärzte doch nicht.Und unsere Patienten >informieren. An diesem Punkt versagen die Ärzte kläglich. Anstatt dem Patienten zu sagen, WARUM dies oder jenes nicht verschrieben werden kann, wird sogar gelogen. Das muß man sich mal vorstellen: Auf eine DIREKTE Frage des Patienten wird dem nicht die Wahrheit gesagt. Wie hoffnungslos verloren muß sich ein Patient vorkommen, wenn ihn sogar sein eigener Arzt anlügt!? Die Wahrheit, falls er sie erfährt, kriegt der Patient durch Zufall mit oder durch eine wohlmeinende Indiskretion der Arzthelferinnen. Warum machen sich die Ärzte so sehr zum Erfüllungsgehilfen der Politiker, daß sie dafür die ihnen anvertrauten und ihnen vertrauenden Patienten um die Wahrheit und um gute Medizin betrügen!? >Aber die Presse (Fernsehen !!) bläst >ständig ins gleiche Horn.Die zunehmende >Minderversorgung der Bevölkerung >interessiert sie nicht.Sind die vielleicht >alle privat versichert?
Wenn schon die Ärzte die Patienten belügen, warum sollte sich dann eine Presse der Sache annehmen wollen? Wenn die Ärzte EHRLICH für die Gesundheit der Patienten kämpfen, dann ist Ehrlichkeit das allererste Gebot. ama http://www.ariplex.com/ama/amapol04.htm (nachahmenswertes Vorbild!)
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Dr.C.R. unregistriert
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erstellt am: 21. April 2001 15:51
Bei den meisten Ärzten werden die Patienten nicht belogen bei einer direkten Frage.Ganz im Gegenteil, ich erzähle gerade Multiplikatoren wie Lehrern,Friseuren und Vereinsvorsitzenden gerne was läuft.Auch Ihnen wird das doch hier erzählt.Es gibt aber genügend Ärzte, die es einfach satt haben, innere Kündigung nennt man das im Betrieb.Solche Betriebe gehen pleite. |
ama unregistriert
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erstellt am: 21. April 2001 17:15
>Dr.C.R. >unregistriert >erstellt am: 21. April 2001 15:51 >Bei den meisten Ärzten werden die Patienten >nicht belogen bei einer direkten Frage. Und bei wievielen WIRD gelogen!? >Ganz im Gegenteil, ich erzähle gerade >Multiplikatoren wie Lehrern,Friseuren und >Vereinsvorsitzenden gerne was läuft.
Natürlich, Sie tun es, Dr. Solga tut es, Herr Behrmann tut es, andere tun es. Aber das reicht nicht. JEDER muß es tun. >Auch Ihnen wird das doch hier erzählt.Es >gibt aber genügend Ärzte, die es einfach >satt haben, innere Kündigung nennt man das >im Betrieb.Solche Betriebe gehen pleite.
Schön wärs. Die verlegen sich ganz einfach auf Schnickschnack und Wundermittel. Und schon rollt der Rubel... Sehen Sie sich mal die "Leistungen" der Ärzte an, die in den Wartezimmern angepriesen werden. Wieviel davon ist noch echte Medizin und wieviel ist inzwischen Nonsens, wenn nicht noch schlimmer? http://www.ariplex.com/ama/amaquack.htm (über den Kampf ums Überleben)
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Dr.C.R. unregistriert
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erstellt am: 22. April 2001 14:08
Ja, stimmt teilweise.Und Notwehr lassen Sie nicht gelten?Solange Heilpraktiker, Wunderheiler und Homöopathen hier im Land tun und lassen dürfen was sie wollen, noch nicht einmal zur Rechenschaft gezogen werden können, finde ich die Quacksalberei in ärztlichen Händen nur mäßig verwerflich, ein Arzt weiß wenigstens, wann er damit aufhören und auf die Schulmedizin übergehen muß.Und kann zur Rechenschaft gezogen werden. |
ama unregistriert
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erstellt am: 22. April 2001 16:46
>Dr.C.R. >unregistriert >erstellt am: 22. April 2001 14:08 >Ja, stimmt teilweise. Nur teilweise??? >Und Notwehr lassen Sie nicht gelten?
Notwehr gegen wen? Eine Notwehr kann sich doch nur gegen den Täter richten. Wenn Sie mit Notwehr die Abwehr gegen die Politiker und die Kassen meinen, dann muß sich die Notwehr gegen diese richten. Auf keinen Fall gegen die Patienten! >Solange Heilpraktiker, Wunderheiler und >Homöopathen hier im Land tun und lassen >dürfen was sie wollen, noch nicht einmal >zur Rechenschaft gezogen werden können, >finde ich die Quacksalberei in ärztlichen >Händen nur mäßig verwerflich, ein Arzt weiß >wenigstens, wann er damit aufhören und auf >die Schulmedizin übergehen muß.
Heilpraktiker gnadenlos verbieten. Null Toleranz für Pfusch! >Und kann zur Rechenschaft gezogen werden
Wie etwa eine Frau Lau, von der ich hier lese? Wie etwa ein Herr Peter-Hansen Volkmann? Das sind doch teilweise sogar Funktionäre in Ärztevereinigungen! Und wenn es denen in den Kram paßt, dann gründen die sich einfach eine Vereinigung. Das geht ganz fix. [Spock] Faszinierend! [/Spock] ama http://www.gzm.org (über Fixe)
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Dr.C.R. unregistriert
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erstellt am: 23. April 2001 12:48
Ich bin auch dafür, Heilpraktiker zu verbieten.Aber das Gros der Bevölkerung eben nicht.Auf diesem Gebiet wird zunehmend nicht sachlich sondern demokratisch entschieden.Womit wir bei einer Grundfrage der Demokratie angekommen wären:Wo hört sie auf, als berechtigtes Entscheidungskriterium benützt zu werden.Insofern sind die Patienten schon "mitschuldig".Und wir müssen uns diesen demokratischen Entscheidungen beugen.Die Mehrheit wollte Rot-Grün.Die Mehrheit will Heilpraktiker.Die Mehrheit will Ayurveda. |
Stiens Mitglied
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erstellt am: 23. April 2001 17:57
Und die Mehrheit will das beste und modernste in der medizinischen Versorgung...Und die Mehrheit will dafür nicht bezahlen... Und die Mehrheit schätzt den eigenen Arzt, hält aber die Ärzte für Abzocker... "Demokratie ist die schlechteste Regierungsform, eine bessere können wir uns aber nicht leisten" Zitat Ende |