Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   Klinikgeburten
Inge
unregistriert
erstellt am: 07. April 2001 20:33           
Ich bin selbst Medizinstudentin und habe schmerzlich erfahren müssen,wie man als Gebärende entmüdigt und nicht ernst genommen wird.
Alles, was nicht objektivierbar ist, existiert nicht. Wie Schmerzen empfunden werden, wie groß die Ängste sind, wie sehr man sich nach Betreuung sehnt, wenn man starke Schmerzen hat, wie wichtig das Menschliche ist,ist in manchen Kliniken unwichtig.
Nur auf den persönlichen Einsatz mancher Menschen mit Herz ist es zu verdanken, dass viele Mütter die Geburt in Krankenhäusern positiv erleben.
Alleine schon deswegen, weil ich selbst Medizin studiere, bin ich im Vertrauen in die Medizin sehr enttäuscht worden.
Ich habe mich für eine Klinikgeburt entschieden, wegen der Sicherheit für mein Kind, Möglichkeit einer Sectio und Schmerzmittel.
Jetzt im Nachhinein frage ich mich, welche Sicherheit hatte ich und mein Kind als ich die ganze Nacht alleine ohne, dass sich jemand um mich gekümmert hatte, mit Wehen in fünf Minuten Abständen im Badzimmer verbracht habe. Ich hatte mich so unendlich einsam gefühlt und schreckliche Angst, da die Wehen die ich als starke Schmerzen empfand, medizinisch angeblich keine Wehen waren, da der Muttermund nur zögerlich aufging - 13h für 2cm. Darum durfte ich nicht in den Kreißsaal.
Danach Wehentropf immer höhere Dosis, PDA, Sectio und 2 Blutkonserven wegen aton. Nachblutung, Antibiotika wegen faulig fötider Plazenta (38h nach Blasensprung.
Ich muß ja froh sein, dass ich im Krankenhaus entbinden durfte, sonst wären wir gestorben.
Eines weiß ich nun aber sicher, dass die Medizin sehr wenig von der Psychologie bei der Geburt versteht und dass der Patient nicht ernst genommen wird.
In der Geschichte der Medizin kann man ja nachlesen mit welcher Arroganz von Ärzten über die Geburt bestimmt wurde. Natürlich alles zum Wohle der Frau und des Kindes.
Die Medizin hat leichtes Spiel, denn eine Frau unter der Geburt ist wehrlos und wenn man sagt, dass das Kind damit gerettet wird läßt sich eine Frau sicher an den Beinen verkehrt aufhängen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wieviel schmerzhafter Wehen am Rücken liegend sind und das war seit 3 Jahrhunderten die Entbindungsart. Die Grundlage am Rücken zu entbinden ist unwissenschaftlich.
Es hat eine Zeit gegeben, da wurde fast jede Geburt in den Kliniken mit der Zange beendet und die Sterblichkeit in den Kliniken zu Semmelweiß-Zeiten war höher als die Geburt ohne jeglicher medizinischer Hilfe heute irgendwo im Busch.
Mutter und Kind zu trennen, war auch einmal in Kliniken üblich.
Dass so viele Frauen Hausgeburten machen ist nur ein Zeichen einer schlechten Geburtsmedizin.
Ein Dr Behring hat doch keine Ahnung von Geburt, hätte er Geburtserfahrung (leider nicht möglich) würde er anders denken.
Es wäre so toll, wenn man die Möglichkeiten der modernen Medizin mit den Geburtserfahrungen der Frauen optimal verbinden könnte. Dazu aber muß man die Gebärenden und jungen Mütter ernst nehmen und akzeptieren, dass eine Geburt ein ganz intimer und instinktiver Prozeß ist.
Ich finde es gut, dass die Tatsache der Hausgeburten auf die Kliniken Druck macht und dass Frauen sich auch nicht jede Behandlung bieten lassen.
Bitte setzt euch alle ein für möglichst optimale Geburtsbedingungen in der Klinik und das funktioniert nur mit Zusammenarbeit mit den Gebärenden.

Behrmann
unregistriert
erstellt am: 07. April 2001 20:42           
Das ist natürlich alles ganz schlecht.

Saschi
Mitglied
erstellt am: 08. April 2001 09:19     Sehen Sie sich das Profil von Saschi an!   Senden Sie Saschi eine eMail!     
Danke für Deinen Beitrag, er paßt natürlich in die Hasgeburtsdiskussion. Studierst Du noch Medizin, und wenn ja, was willst Du machen?

Lea
Mitglied
erstellt am: 08. April 2001 10:11     Sehen Sie sich das Profil von Lea an!   Senden Sie Lea eine eMail!     
Hallo Inge!

Danke, das war super! Vielleicht hast Du die Hausgeburtsdiskusion ja gelesen, in der wir uns mitlerweile im Kreis drehen?!
Ich habe sowohl eine "programmierte" Klinkgeburt, 2 sehr schöne Klinkgeburten und eine Hausgeburt erlebt. Demnächst wird wieder ein Kind bei uns geboren - geplant ist zu Hause und in der Klinik, je nach den Umständen. Ich habe meine erste Entbindung nicht als Geburt meines Sohnes, sondern als "entbunden werden" empfunden. Wenn Du magst mail mich an und ich erzähle Dir von allen vieren.

Sehr produktiv Herr Behrmann! Wirklich....

Inge
unregistriert
erstellt am: 08. April 2001 10:24           
Liebe Saschi,

ich studiere noch Medizin, hatte aber nach meinem Geburtserlebnis vor aufzuhören.
Ob ich je einmal Ärztin werden möchte, weiß ich noch nicht.
Wenn man für Patienten etwas machen möchte muß man sehr stark sein, sonst geht man im System unter.
Ich bin von meiner Persönlichkeit recht sensibel auch für Gefühle der Patienten und weiß nicht, ob ich im Beruf an dieser Eigenschaft zerbreche.
Werde ich nach einer gewissen Zeit so abgebrüht wie einige Ärtzte,würde ich mich in meiner Haut nicht mehr wohlfühlen.
Ich habe auch einige deiner Beiträge gelesen und finde es gut, dass du dir die Mühe machst einige Dinge aufzuzeigen.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 08. April 2001 18:20     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Inge: Arzt wird NUR einer, der sich um seine Patienten kümmert, sich ihnen widmet, dazu gehört ganz selbstverständlich, ihnen zuzuhören und sowohl das mit ihnen zu machen, was sie brauchen, als auch das, was sie wollen. Ein Arzt kann als Arzt nur leben, wenn sein Leben für den Patienten da ist. Es geht auch im praktischen Leben so zu organisieren, daß jeder Patient das kriegt, was er braucht und immer eine Sekunde mehr an Zeit. Es geht wirklich! Wenn die Menschen sehen, daß sie ernst genommen werden und die Zeit selber kriegen, die sie brauchen, mault niemals einer wegen langer Wartezeiten, weil er weiß, die Wartezeiten kommen auch, wenn er(sie) sie verursacht. Niemals darf einer merken, Du hast keine oder zuwenig Zeit für den(die), egal, wie sehr es Dir unter den Nägeln brennt. Das kann trotzdem sehr schnell gehen, meistens schneller, als wenn er(sie) blockt, weil er merkt, Du willst nicht mit ihm. Schneller gehts, wenn man sich Zeit nimmt, ist wirklich so. Ich bin sicher, daß Du mit dem Gefühl für Deine Patienten niemals zerbrechen wirst; im Gegenteil: diese Haltung ist GRUNDVORAUSSETZUNG des Arztseins. Wer dies nicht kann, wird kein Arzt, bestenfalls Mediziner. Ich kenne einige, die nach dem Meizinstudium in der Forschung geblieben sind, weil sie, sehr selbstkritisch und hoch anzurechnen, erkannt haben, daß sie mit Menschen keinen Umgang pflegen können, wie es für einen Arzt nötig ist. Die sind im Forschungsbereich sehr aktiv, z.T. sehr erfolgreich. Zwei andere, mit denen ich beruflich, z.T. auch persönlich sehr eng verbunden war, haben ihre Arzttätigleit aufgegeben, weil sie weit vor der Altersgrenze erkannt haben, daß sie in dem gegenwärtigen Dilemma der Priorität des Geldes ihren Patienten nicht mehr die Aufmerksamkeit zukommen lassen können, die nötig wäre.

Ich glaube, es wäre sehr, sehr schade, wenn Jemand wie Du nicht Arzt werden würde, nur weil die Wirklichkeit rauer ist als vorgestellt. Solche wie Dich brauchen wir, sonst werden wir patientenbearbeitende Monstren statt Ärzte.

(Bei Jemand, der sich mit Vornamen vorstellt, bitte ich das "Du" nicht als plumpe Anmache zu verstehen. Außerdem kamen mir die Gedanken sehr nahe vor)

Behrmann
unregistriert
erstellt am: 08. April 2001 18:42           
Inge;sie werden diesen Beruf nur aushalten und gut darin werden,wenn Sie eben gerade nicht abgebrüht werden.

Behrmann,Neonatologe,KA
unregistriert
erstellt am: 08. April 2001 18:48           
2 Blutkonserven wegen aton. Nachblutung, Antibiotika wegen faulig fötider Plazenta (38h nach Blasensprung.
Ich muß ja froh sein, dass ich im Krankenhaus entbinden durfte, sonst wären wir gestorben.

Davon reden Saschi und Lea natürlich nicht.
Und es kommt garantiert das Pseudoargument,daß das bei einer Hausgeburt erst gar nicht nötig gewesen wäre.

Nein,danke.-Das hatten wir schon zur Genüge.

Saschi
Mitglied
erstellt am: 08. April 2001 19:14     Sehen Sie sich das Profil von Saschi an!   Senden Sie Saschi eine eMail!     
Herr Behrmann, 38h nach Blasensprung wäre eine Hausgeburt bzw. Geburtshausgeburt sicher längst ins KH verlegt worden...

Udo Enchelmayer
Mitglied
erstellt am: 08. April 2001 20:09     Sehen Sie sich das Profil von Udo Enchelmayer an!   Senden Sie Udo Enchelmayer eine eMail!     
Hallo Herr Dr. Solga,
Ihre Definition des Arztes ist einfach Spitze. Leider gibt es auch sehr viele Mediziner.
Ich hoffe, dass Inge nicht aufgibt, sicher wird sie eine gute Ärztin. Ich wünsche ihr für die Zukunft alles Gute.
MfG Udo Enchelmayer

Inge
unregistriert
erstellt am: 09. April 2001 12:57           
An Dr Solga,
natürlich können sie du zu mir sagen.
Mich freut es , denn ich glaube sie haben ihren Idealismus nicht verloren.
Ich glaube schon, dass viele ihren Idealismus verlieren oder verleugnen, weil sie nicht als " Träumer " da stehen wollen.
Ich hoffe, dass ich menschlich noch so viel dazulernen kann ,dass ich mit dem vielen Leid dem man oft begegnet umgehen lerne.Mich berühren einige Schicksale schon oft sehr tief und ich merke, dass es hinderlich beim richtigen schnellen handeln ist.
Ich kann ja noch " wachsen".

Vielen Dank für ihre liebe Antwort!!

Lea
Mitglied
erstellt am: 09. April 2001 15:29     Sehen Sie sich das Profil von Lea an!   Senden Sie Lea eine eMail!     
Herr Behrmann! Falsch! Ganz falsch!

ich sagte nicht, dass dies bei einer Hausgeburt nicht vorgekommen wäre - ganz einfach weil es in diesem Fall auch bei mir keine Hausgeburt gegeben hätte! Wie ich schon sagte: Ich bin nicht verbohrt in der Vorstellung unbedingt mit allen Mitteln das Kind daheim zur Welt bringen zu müssen! Im Gegenteil, ich bereite mich gleichermaßen auf beides vor!
Und das bedeutet, dass ich mich nicht erst im Notfall für die Klinik entscheide, sondern bereits, wenn ich nur ansatzweise der Meinung bin, dass ich in die Klinik möchte! Oder warum bin ich aus einem Gefühl heraus vor 14 Tagen in die Klinik gefahren - am Wochenende, ohne Wehen, ohne Blasensprung oder sonstwelchen Sympthomen - einfach, weil ich der Meinung war, es ist besser so. Und es war auch gut so, denn ich habe ganz nebenbei erfahren, dass das Kind in der 34. Woche bereits zwischen 2400 und 3000 g wiegt, geburtsbereit ist und die Wege sich beginnen zu öffnen. Ich konnte also zu diesem Zeitpunkt ausschließen lassen, dass etwas nicht stimmt. Und genauso wir es sein, wenn es losgeht. Ich werde sehen, wie sich das Kind ankündigt (muß ja nicht immer mit Blasensprung sein). Und daraus und eventuellen Unklarheiten folgen dann weitere Entscheidungen. Ich werde auf keinen Fall darauf bestehen bis zum letzten Pfiff zu warten! Bei einem vorz. Blasensprung warte ich selbst allerhöchstens 8 Stunden auf Wehen. Länger als 3 Stunden hat es bei mir noch nie gedauert, 8 Stunden und länger wartet man auch in einer Klinik, wenn alle Untersuchungsergebnisse ohne Befund sind.

Auf alle anderen Komplikationen (ob nun selten oder nicht9 wurde genug herumgehackt. Herr Behrmann, begreifen Sie doch endlich, dass ich kein absoluter Verfechter der Hausgeburt bin! Begreifen Sie endlich, dass es Menschen gibt, die alle Möglichkeiten in Betracht ziehen und nichts erzwingen! Die lediglich einen Mittelweg suchen und nach Gegebenheiten unter abwägung aller Möglichkeiten entscheiden! Wenn Sie das berücksichtigen und akzeptieren, auf Unterstellungen verzichten, dann werden Diskusionen auch ein sachliches Fundament haben und nicht ergebnislos im Kreis geführt.

Ich kann mich nicht erinnern jemals ein Pseudoargument genannt zu haben! Ich habe Zitate und Zahlen eingefügt, die von einer Ärztin stammen. Schon vergessen? Pseudoargumente nenne ich eigene Beweggründe (z.B. Angst vor Krankenhäuser, schlechte Erfahrungen mit Ärzten, religiöse Hintergründe usw.)All diese Argumente zählen bei meinen Entscheidung nicht! Ich habe auch Erfahrungen mit Ärzten - mehr als mir lieb sind. Gute und schlechte. Von Geburt an (ab 4. Lebensjahr so bewußt, dass ich sämtliche Erinnerungen habe) bis 12. Lebensjahr nur schlechte. Und trotzdem bin ich kein Gegner von (Geburts)Schulmedizin! Ganz und gar nicht, denn wäre es so, würde ich wohl kaum wie o. g. planen und meine Familie würde sich nicht von einer FA für Allgemeinmed. und Kinderheilkunde behandeln lassen!

Inge
unregistriert
erstellt am: 09. April 2001 22:22           
An Dr Behrmann,

die Hausgeburtsdiskussion habe ich größtenteils gelesen und verstehe sie auch, dass sie vor Wut in die Luft springen könnten, da sie ja wissen wieviel passieren kann und dass die Medizin sehr gute Möglichkeiten hat, Kinder zu retten.
Bei einer Hausgeburt erreichen sie diese Kinder nicht.
Leider haben sie mit Beschimpfungen nicht gespart ( sie sind ja auch beschimpft worden).Das bringt aber niemanden weiter.
Wie es ist, in einer Klinik zu entbinden spricht sich unter Frauen ja herum.
Ich war sehr enttäuscht von der sogenannten Universitätsklinik.Man hat auf mich wirklich vergessen und der Grund dafür war, dass zu wenig Betreuung vorgesehen ist.Nach vorzeitigen Blasensprung sollte die Geburt schon innerhalb 24h beendet sein, steht zumindest ganz dick in meinem Skriptum ( von der Uniklinik ausgegeben).
Trotz alle dem hatte ich Glück mit einigen Bediensteten und mit anderen ganz schön Pech.
Die Schulmedizin fährt aber schon ein brutales Programm mit Mutter und Kind ,vor dem haben Frauen Angst.Ich nicht ausgeschlossen, denn jetzt habe ich ja einen Vorgeschmack bekommen, was alles mit dir gemacht wird.
Gott sei Dank sind sehr viele Ärztinnen und Ärzte sehr engagiert und die Entbindungsbedingungen für Frauen werden immer besser.
Es gibt einige kleinere Kliniken, da ist es schon so üblich und da gehen die Frauen gerne hin.
Herr Dr Behrmann sie sind so ein " harter Brocken ", das ist doch garnicht einladend zu ihnen zu kommen.
Die Patienten sind mündige Menschen und werden gerne von einem Arzt beraten, aber so ein bißchen "gottoide" Ärzte hat man gar nicht gerne, weil sie statt zuzuhören voll "drüberfahren".
Die beste Werbung für eine Klinikgeburt ist eine gute Klinik.
Da hilft nur eines: aus den Geburtserfahrungen der Frauen lernen, na da könnte man tolle Studien machen!!!!
Ich jedenfalls mache schon ganz große "Ohren " um das auch zu hören , was Patienten zu sagen haben.Sie sind ja Experten in ihrer eigenen Haut!!!
Ein kleiner Spruch:
Mit einem Tröpfchen Honig fängt man mehr Fliegen als mit einem ganzen Fass voll Essig.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 10. April 2001 01:00     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Inge: wenn Sie mögen, kommen Sie doch mal bei uns vorbei und schaun sich an, wies läuft.

Behrmann
unregistriert
erstellt am: 10. April 2001 16:40           
Inge;ich habe 1 Jahr selbst Gyn gemacht und war 7 Jahre lang fast täglich als Pädiater im Kreißsaal einer sehr großen Klinik.

ICH KENNE DIESE MISSSTÄNDE NICHT!

Das ist nun eine Reihe von Jahren her(bis 88);und ich kann mir nicht vorstellen,daß heute alles schlechter geworden sein sollte.
Natürlich habe ich nur diesen Ausschnitt.

Ich empfehle den Müttern mit solch ungünstigen Geburtsbedingungen IMMER,sich ausführlich schriftlich beim Kliniks- UND beim Verwaltungsschef zu beschweren.Aus eigener Erfahrung weiß ich,daß das Maximalwirkung zeigt.

Haben Sie das mal gemacht?

Nur so kommen wir weiter!

Inge
unregistriert
erstellt am: 10. April 2001 22:43           
An Dr Behrmann,

nach der Entbindung bin ich in die Klinik gegangen und habe gefragt, warum man mit Wehen die ganze Nacht ohne Betreuung irgendwo auf der Station verbringen muß und wenn man schon mit Wehen ( starke Schmerzen ) nicht in den Kreißsaal darf, weil der MM Befund nicht paßt,dass wenigstens dort auf der Station eine Hebamme ist, die nach den Frauen sieht.
Die Oberhebamme und Oberschwester waren sehr nett, aber fanden dass nicht notwendig.
Damals habe ich noch nicht gewusst, dass die durchschnittliche Kreißsaalzeit bis zur Entbindung 3-4h beträgt ( veröffentlichter Bericht in der Zeitung ) und nur 8% nicht am Rücken entbinden ( sprich Alternativ ),frage ich mich, wo haben Frauen ihre Wehen!!!!!!!
Man hat viel länger Wehen als 3-4h und da ich den Kreißsaal ja 10h besetzt habe, muß eine andere ja nur für die Presswehen im Kreißsaal sein.Wo ist da die Sicherheit für Frau und Kind.
Vor der Entbindung habe ich das Gerücht gehört, dass man von der Station nur in den Kreißsaal kommt, wenn das Kindskopferl schon herausschaut.
Bei der Unterredung wurde auch gesagt, dass schon auf der Toilette in der Dusche und im Zimmer Kinder auf die Welt gekommen sind.
Apropos Toilette, es hat dort in der Nacht Außentemperaturen ( damals Minusgrade ) gegeben , nicht einmal das schafft die Universitätsklinik.
Bis der Muttermundsbefund paßt betreut dich niemand, aber wenn du im Kreißsaal bist, kennt man sich vor lauter Geräte nicht mehr aus und am besten ist du liegst leicht seitlich ( wegen Vena-cava )aber bewegungslos am Rücken.Mir sind die Wehen erst einmal fast vergangen, dann zum Schluß hatte ich 1l Glukoseinfusion, Perfusor mit Syntocinon,die 2 Abnehmer fürs CTG und vaginal hatte mein Kind eine Sonde am Kopf.
Viel konnte ich mich nicht mehr bewegen.
Ich hatte so ein Glück mit meiner Hebamme und dass doch noch der Oberarzt einen Ultraschall gemacht hat(hoher Gradstand Occ. post.)
Der Kaiserschnitt ist super gemacht worden mit schönster Narbe, also das können sie wirklich prima und das OP-Team war wirklich nett.
Die Betreuung ist eine Frechheit, es heißt ja nicht dass eine Frau in der sogenannte latenten Phase, der immerhin bei einer erstgebärenden 7h dauert keine Schmerzen hat und nicht betreut werden braucht.Die Schulmedizin bestimmt das einfach.Gott sei Dank gibt es einige Mediziner, die eine Frau auch mit geschlossenen MM aufnehmen, wenn sie schon starke Schmerzen hat.Bei meiner Schwester war das so, hatte auch 13h gebraucht bis MM 3cm war,dann als die Symphyse riss war das Baby schnell da.Sie war die ganze Zeit im Kreißsaal.
Ich war im Badezimmer die ganze Nacht und nach 11 Uhr hat sich bis zur Visite um 8 Uhr keiner um mich gekümmert und ich hatte starke Wehen angegeben und gebettelt, dass ich in den Kreißsaal möchte.
So einsam, wie ich mich diese Nacht gefühlt habe und die Angst die man dort aussteht ( weil mir wurde gesagt, dass ich keine Wehen habe, sage das einem Menschen, der noch nie solche Schmerzen hatte )das war für mich sehr prägend.Um die Schwester habe ich geläutet, dass ich ja in den Kreißsaal muß, weil der vorzeitige Blasensprung schon 24h her ist. Die Schwester blieb in der Tür stehen 9m entfernt und meinte: "Warten sie noch auf die Visit".Ich wartete noch 5h bis zur Visite.
Leider muß ich dort noch Praktikum machen, aber dort gibt es auch ganz tolle Leute.Vielleicht möchte dort jemand wissen, was sich eine Frau bei der Geburt wünscht und braucht.Es geht hier um tiefe Gefühle und Instinkte, ob das ein Professor aufnehmen kann, weiß ich nicht.
Versuchen tu ich es auf jeden Fall.
Wenn ich mich bei der Klinikleitung beschwere, bin ich nur hysterisch,wenn aber die Professoren Fragen nicht beantworten können, dann arbeitet das " Gehirnschmalz ".
Nur Miteinander kann es besser werden.

M. Freis
Mitglied
erstellt am: 11. April 2001 14:20     Sehen Sie sich das Profil von M. Freis an!     
Hi Leutz!

Die Definition oder Beschreibung eines Arztes von Dr. Solga gefällt mir sehr gut.
Leider habe ich demnach bisher nur einen einzigen Arzt kennengelernt als Kollege, Mitarbeiter, Vorgesetzter, Patient, Angehöriger, Besucher,..... Die restlichen etwa "1000!" in verschiedenen Einrichtungen des Gesundheitswesens waren lediglich "Mediziner".

Und nun zu Herrn Behrman:
"DIE ZUSTÄNDE SIND REALITÄT"
In Krankenhäusern, Praxen, .......

Warum gibt es die Begriffe "nosokomiale Infektionen" oder "iatrogene Erkrankungen"
(siehe auch hier nur als Beipiel: http://www.aerztezeitung.de/docs/1999/08/25/150a0104.asp)?
Kein Mensch, demnach auch kein Arzt, ist unfehlbar. Schon gar nicht im Krankenhaus nach 12, 24, 36 h Dienst und einer rein theoretischen Ausbildung, die in keinster Weise psychologisches, pädagogisches, hygienisches Wissen vermittelt.

Deswegen kann ich Eltern auch verstehen, wenn sie Zweifel hegen, sich für eine Entbindung in einer außerklinischen Atmosphäe wünschen, ...

Grüße an Alle und frohes Diskutieren, sowie ein wunderschönes Osterfest.
M. Freis

Claudia37
unregistriert
erstellt am: 11. April 2001 16:29           
An M. Freis

Ich weiß nicht, was und wo Sie studiert haben, aber mein (Medizin)Studium hat genau das vermittelt, was Sie so schmerzlich vermissen, einschließlich der Kenntnis, was Hygiene ist und wie man Hygieneproblemen vorbeugt. Meine Hochschullehrer (jedenfalls die meisten von ihnen) haben mir das Arztsein vorgelebt, ganz selbstverständlich Tag für Tag, allerdings an einer kleinen Uni, wo noch fast jeder jeden kannte.

Pflegepraktikum hieß wirklich Grundkrankenpflege lernen. Die Lehrschwester von damals ist noch heute meine Freundin. Laborpraktikum hieß auch Kurvenvisite, um den Zusammenhang zwischen Laborwert und Klinik zu verstehen. Famulatur hieß Stationsdienst, viele Anamnesen und Untersuchungen, und nicht Verstecken in irgendeinem Arztzimmer. Pflichtdienste, in den oberen klinischen Semestern immer an den diensthabenden Facharzt „gekoppelt“. Ich habe viel gelernt in diesem Studium. Vielleicht habe ich auch viel Glück gehabt – mit meinen akademischen Lehrern und mit meinen Praktikumskrankenhäusern.

Das Land gibt es nicht mehr, dass die Ausbildung in der Medizin dort Klassen besser war als in der großen Bundesrepublik darf ja heute nicht mehr wahr sein. Statt dessen erfindet man Modellstudiengänge, die an der mangelnden menschlichen und pädagogischen Eignung vieler Professoren (Viele schert der akademische Unterricht nicht die Bohne, wird ja auch bei der Berufung nicht berücksichtigt.) scheitern werden. Nicht alles, was als POL (problemorientiertes Lernen) „verkauft“ wird, ist wirklich didaktisch sinnvoll. Früher Patientenkontakt ist sinnvoll, aber vielleicht doch erst einmal aus der pflegerischen Perspektive – die beste Einführung in die Krankenbeobachtung gibt immer noch erfahrenes Pflegepersonal.

Auch ich kenne Kollegen, an deren Sprechzimmertür ich mich vorbeischleppen würde, selbst wenn es mir sehr schlecht ginge, aber ich noch die Wahl habe (und nicht auf den Notdienst angewiesen bin). Ja, die Dienstzeiten sind unmenschlich, aber das Arbeitszeitgesetz wird ignoriert, weil es Geld kosten würde, es konsequent umzusetzen (Auf den Knochen v.a. der Assistenzärzte wird hier gespart.). Geld, was lieber in Prunkbauten der Krankenversicherungen statt in die Betreuung von Kranken gesteckt wird. Trotzdem hilft es, wenn man sich beschwert, statt den Kopf einzuziehen und Schneckenhauslösungen zu suchen.

MfG

Behrmann
unregistriert
erstellt am: 11. April 2001 16:31           
Ja,Inge - das ist miserabel;und ich kann nur wiederholen,daß ich sowas nicht kenne.

Es ist zwar demütigend;aber auch rin anonymer Brief wäre hilfreich.

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