Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   SGB V verfassungswidrig?
Seitz
Mitglied
erstellt am: 06. April 2001 18:28     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
"SGB V nicht durch Verfassung gedeckt"
STUTTGART (eb). Teile des Sozialgesetzbuchs V (SGB V), das die Gesetzliche Krankenversicherung regelt, sind verfassungswidrig. Diese Auffassung vertritt der Nürnberger Verfassungsrechtler Professor
Karl Albrecht Schachtschneider in einem Gutachten für die Vertragsärztliche Vereinigung Nord-Württemberg. Ärzte seien Freiberufler, würden aber in ihrer Berufsausübung massiv eingeschränkt. Die KVen könnten sich zum Beispiel nicht wie Gewerkschaften auf die Tarifautonomie oder die Koalitionsfreiheit berufen. Auch das im SGB V verankerte Sachleistungsprinzip nannte der Gutachter "verfassungsrechtlich fragwürdig".
Es verwehre Ärzten die Möglichkeit, Patienten in allen Fällen eine Rechnung zu stellen - so, wie es in anderen freien Berufen üblich ist. Bedenken äußert Schachtschneider auch beim Solidarprinzip. Der Gesetzgeber könne Solidarität nicht über das Sozialprinzip hinaus vorschreiben, sondern nur Solidargemeinschaften stärken.

Nero
unregistriert
erstellt am: 07. April 2001 09:48           
Das die staatliche Versklavung von Ärzten nicht Grundgesetzkonform ist, ist ein längst
bekanntes und noch immer gut gehütetes Geheimnis.
Dies wird solange so bleiben, solange sich die Sklaven in ihr Schicksal fügen.
Spartacus muß her!

schumacher
unregistriert
erstellt am: 07. April 2001 20:14           
Die "Versklavung" ist kein Geheimnis sondern sie ist ein langsam gewachsener Prozess unserer Gesellschaft,insofern ist der Aufschrei der "Entrechteten" und die Sehnsucht nach dem "Befreier" unaufrichtig, denn noch hat die Ärzteschaft viele Möglichkeiten gegen die Unsinnigkeit und fatale Beliebigkeit von Entscheidungen anzukämpfen.Es beschränkt sich aber noch auf den Schrei nach mehr Geld, das kanns nicht sein.
Das System der medizinischen Dienstleistung implodiert gerade und es hat der die besseren Karten , der neue Wege geht.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 07. April 2001 22:00     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Schumacher: vielleicht ein bichßen zu blind, vielleicht ein Selektivskotom, zum Lesen?

Ärzte sagen immer wieder und immer öfter, daß es die Ungerecht-Behandlung ist, die Entrechtung und die Forderung, medizinische Entscheidungen gegen ärztliche Grundsätze treffen zu müssen. Da sehen Sie mal die Diskussion im Buschtelefon an, da sind beeindruckende Aufsätze dazu nachzusehen.

Ungerecht ist es, wenn Flugpersonal eine Erhöhung der Gehälter um 2,9% pro Jahr als völlig haltlos ablehnen dürfen, Ärzte aber eine Erhöhung der Geamtausgaben von 1,4% (die Hälfte dessen!) zu fressen haben.

Aber: in einer GEsellschaft wie der unseren drückt sich die Achtung der Gesellschaft darin aus, wieviel Anteil am Reichtum man demjenigen gibt, um den es jeweils geht. Und da ist eine brutale Reduktion des Einkommensanteils um 1/3 in 30 Jahren eben auch ein Verlust an Wertschätzung, obwohl Umfragen die hohe Achtung der Patienten den Ärzten gegenüber zum Ausdruck bringen. Würde irgend Jemand, z.B. Sie, denn auch nur aufhorchen, wenn Ärzte dafür auf die Straße hingen, daß die Krankenkassen und die Politik aus Therapieentscheidungen sich gefälligst herauszuhalten haben? Ich wäre ja gespannt darauf, wie BMW und Mercedes sich verhalten würden, wenn der Preis Autos im Mecklenburg-Vorpommern, an eine Sozialhilfeempfänger, und an einen Angestellten in Bayern verkauft, nach einem halben Jahr danach festgelegt würde, was ein Minister sich so ausdenkt.

Gerecht soll es sein, wenn dies bei Ärzten möglich ist? Gehts da wirklich nur um Geld? Oder gehts da darum, wie die Arbeit geschätzt und bewertet wird? Gings Kana nur ums Geld? Also: Ärzte fragen, nicht Journalisten, schon gar nicht den Krankenkassen glauben (worum gehts denn denen? Um was redet Frau Schmidt, Gesundheitsministerin? Gehts denen um den Patienten? Haben wir von denen schon mal was andere gehört als nur Geld, Geld, Geld?). Quod licet jovi, non licet bovi?

Nero
unregistriert
erstellt am: 08. April 2001 10:15           
na, na, so unrecht hat Herr Schumacher nicht.
Es ist schon ein langwieriger Prozeß politischer Dummheit, der zur heutigen Situation geführt hat. Und diese politische Dummheit ist keineswegs beseitigt. Sehen Sie sich nur die abgelaufenen Proteste der Ost- Ärzte an. Eine Ministerin hat ihnen wohlwollend zugehört, hat Verständnis, aber
was für Veränderungen zu tun, dazu ist sie dann in Ihrem eigenen Interesse nicht dumm genug. Aber Ärzte sind dumm genug sich durch
ein netteres Gesicht als ihre Vorgängerin es hat beruhigen zu lassen. Herr Schumacher hat schon recht, was haben die Ost-Ärzte auf ihre
Fahnen geschrieben: nicht etwa wir wollen einen freien Beruf unabhängig von staatlichem
Einfluß, wir wollen unser medizinisches Handeln, unsere wirtschaftlichen Entscheidungen frei treffen können ( denn dann wäre die Chance groß, daß eines Tages auch das Geld wieder stimmen würde).

Nein, Sie rufen: "wir wollen genausoviel wie
unsere Kollegen im Westen".
Leider hat es die Sklavenhaltergesellschaft
auch einige Zeit gegeben, obwohl vom ersten
Tage an klar war dass es sich um Unrecht handelt.
Wo ist Spartacus, die Ärzte packen´s nicht
allein ?

Schumacher
unregistriert
erstellt am: 08. April 2001 14:47           
Moin,Herr Solga!

Das Buschtelefon ist ein schönes Beispiel für die Entwicklung eines Selektivskotoms. Immerhin fühlten sich Trittbrettfahrer?anonyme Mitdiskutanden? bemüßigt die Gewaltspirale zu betreten: aktive Maßnahmen gegen Streikbrecher wurden erörtert.
Sie werden in Deutschland nicht und niemals eine Diskussion bestreiten können , indem sie den Ihnen zustehenden Respekt (und die Honorierung!) reklamieren.
Die Ärzteschaft hat sich einen guten Teil an der Misere mitanrechnen zu lassen, weil zu lange an der bequemen Einzelleistungsvergütung festgehalten wurde. Genauso , wie es keine weitsichtige und verantwortliche Zukunftsplanung der Politik geschweige der Kassen gibt, genauso schlafmützig hat es sich die Ärzteschaft im System eingerichtet!
Sie haben alles Recht der Welt sich der physischen Vernichtung durch ungerechte Gesetzgebung und leistungsverachtende Kassenpolitik entgegen zu stemmen, aber es reicht definitiv nicht die Schuld nur in einer verfehlten Politik zu sehen.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 08. April 2001 18:50     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Nero: falsch gelesen. Die Diskussion um Ost-West wurde von der Presse in den Vordergrund gespielt. Das stand, schaun sie mal die Diskussion an, bestenfalls im Hintergrund mit dem Tenor, daß die Ostärzte einfach nicht noch beschissener behandelt werden wollten als die im Westen. Übrigens haben in Berlin die ehemaligen Westärzte unter der himmelschreienden Ungerechtigkeit finnziell noch erheblich mehr gelitten als die ehemaligen Ostärzte. Zumindest in Berlin hat das Thema Du Ossi ich Wessi oder andersherum NIEMALS auch nur irgendeine Rolle gespielt. Das wird nur von einigen Kreisen in den Vrodergrund gespielt, um die wirliche Misere des Gesundheitswesens, daß nämlich die wirklich gesundheitliche Leistung bringenden Insitutionen abgewürgt werden und gesundheitsfremde Bereiche aus den beiträgen der Bürger bedient werden (s. Rente, s. Arbeitslosenversicherung, s. Verwaltung...). Dies wird fälschlich auf das Randproblem West-Ost reduziert. Und, Nero, seien Sie gewiß: das Lächeln der Ministerin beruhigt niemanden. Soweit gelernt haben wir schon, daß wir nicht Ruhe geben und die Forderungen nicht nachlassen werden, solange keine Taten auf dem Tische liegen.

Schumacher: Arbeitskampf ist legitim. Auch wenn Sie abstreiten, daß wir eine Diskussion um Honorierung nicht bestreiten könnten: das müssen wir sogar im Interesse nicht nur von uns, sondern einer ganzen Branche, von unseren Angestelltn bis hin zu Zulieferfirmen und Technikfirmen. Und hier fordere ich ebenfalls Gerechtigkeit ein: wenn Gewerkschaften streiken, gibt es ganz selbstverständlich Unterstützung für die, die mitmachen und Sanktionen gegen die, die dies nicht tun. Nun muß es doch legitim sein, daß Ärzte im Arbeitskampf, streiken dürfen sie ja nicht, sich Gedanken darum machen, wie man mit den paar Leuten umgeht, die die Forderungen der Mehrzahl torpedieren. Daß eine Diskussion auch mal über das Maß hinausschießt, ist das Merkmal einer Diskussion. Wer dann gleich die Strafverfolgung aufhetzt, hat die Problematik der freien Meinungsäußerung auch nicht mal ansatzweise verstanden. Tatsache ist, daß es nicht angehen wird, daß eine Mehrzahl der Ärzte sich engagiert und die anderen dadurch abkassieren, daß sie sich bei den Gegnern des Arbeitskampfes anbiedern. Davor werden die Ärzte sich schützen müssen. Und das ist legitim, ob Ihnen das nun paßt, daß selbst das Ärztepack (O-Ton eines abgewählten Ministers) sich die gleichen Rechte rausnimmt wie andere Menschen, oder nicht.

Schumacher:

Der Fehler war nicht, zu lange an der Einzelleistungsvergütung festgehalten zu haben, der Fehler war, die Einzelleistungsvergütung jemals auch nur zur Diskussion gestellt zu haben! In keinem anderen Bereich der Wirtschaft wird eine Dienstleistung anders erbracht, als daß der jeweils konkret anfallende Arbeitsanfall und Resourceneinsatz bezahlt wird, dies muß in Arztpraxen auch gelten dürfen. Dies anders zu betrachten, ist ungerecht und damit eben auch Unrecht, s. Schachtschneider. Wenn die Politik nicht sofort den Forderungen der Ärzteschaft jetzt, wo sie noch moderat sind, nachkommt, wird eine zunehmend große und vor Allem zunehmend frustrierte Ärzteschaft immer weniger kompromißbereit sein. Bereits jetzt wird ernsthaft diskutiert, wie der Ausstieg aus der gemeinsamen Verantwortung für unser Sozialsystem zu schaffen sein wird. Das kann schneller gehen, als uns allen das lieb ist. Verhindert werden kann das nur dadurch, daß die Politik sich aus der Gängelung des Geldes befreit und sofort handelt. Bereits die 2. Aktionswoche, inzwischen fast bundesweit, hätte von der Politik verhindert werden können, diese Chance hat sie verpaßt. Werden die Ärzte weiter genasführt, wird die Politik die Verantwortung dafür übernehmen müssen, daß das mühsam zusammengehaltene Konstrukt des solidarischen Krankenbersicherung sehr schnell nicht mehr funktioniert.

Im Übrigen haben Sie natürlich Recht: die KVen haben sich von ihrer ursprünglichen Funktion der Vertretung der Ärzte zu Bütteln der Krankenkassen umdrehen lassen. Entweder sie schaffen es, sich wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren, oder sie sind schnelle abgeschafft, als es ihnen lieb ist. Natürlich geht der Protest der Ärzte nicht nur gegen die Kassen, sondern auch gegen die, die von ihnen gesteuert werden: Politik und diejenigen, die ursprünglich hätten die Ärzte vertreten sollen.

Nero
unregistriert
erstellt am: 08. April 2001 20:07           
Herr Solga,
überschätzen Sie mal nicht die Wirkung von
verbalen Arztprotesten beim sogen. "Normalbürger". Die Medien transportieren für immerhin ca 80 % der
Normalos die Meinung. Und die reduziert sich
nun leider mal auf --die Ärzte fordern mehr
Geld--. Übrigens habe ich auch nicht feststellen können, daß die Bevölkerung von
den bisherigen Ärztprotesten bes. betroffen war. Ich glaube daß eine Weiterführung der Aktionen im bisherigen Stil auch weiterhin
keinen Eindruck auf die Menschen machen dürfte.
Sie müssen sich schon sehr viel mehr anstrengen um die Gesellschaft in Nervosität
zu bringen. Noch immer ist es für den Bürger
viel unangenehmer, wenn er evtl. einen Tag auf einem Flughafen sitzt, als bei seinem Arzt nicht sofort dranzukommen.
Der Arztbesuch wird in Großstädten heute gern
mit den Friseur verbunden. Wenn der Friseurtermin nicht zu verschieben ist, wird
der Arztbesuch nach dem wichtigen Termin gelegt. Haben Sie auch sicher schon gehabt, fragen Sie mal Ihre Helferinnen.
Wert ärztlicher Leistung liegt in vielen Fällen unter dem der Automatenzigaretten.
Daran sind die Ärzte nicht unschuldig.
Leider befinden sie sich seit Jahren in einem
perfekt gewebten Netz(siehe SGB). Hätte es Gegenwehr gegeben, hätte die Spinne das Netz nicht in Ruhe so gleichmäßig weben können. Jetzt würde
nur ein Schnitt durch die Haltefäden helfen.
Asche streuen um es weniger kleberich zu machen hilft da nichts.

Schumacher
unregistriert
erstellt am: 08. April 2001 21:18           
Moin, Herr Solga!

Ich unterstreiche ausdrücklich, dass auch ÄrztInnen ihr Recht auf entsprechende Maßnahmen haben,wenn die Grundzüge jeglichen Respekts für ihre Arbeit mit Füssen getreten werden.
Ich bestreite ausdrücklich, dass die diskutierten Maßnahmen gegen "Nichtstreiker" auch nur ansatzweise in eine freie Meinungsäußerung gehören. Wir unterhalten uns über eine Politik , welche sehenden Auges offensichtlich (irgendwie weißer schimmel-mäßig aber dass muss betont werden!) verfassungswidrige Gesetze gegen eine Gesellschaftsgruppe erlässt und keinen interessierts.
In den Medien,in den Rundfunksendungen,in den Internetmeldungen war immer die Rede von :OST-Ärzte fordern Angleich der Einkommen an WEST Ärzte.
Es muss ein Gleichgewicht bestehen zwischen
öffentlichkeitswirksamen Aktionen und zukunftsgerichtetem innerärztlichen Verhalten.
Sie können doch nicht im Ernst stolz darauf sein, dass sie kunstgerecht einen Katheter legen können und für diesen Handgriff adäquat bezahlt werden möchten.
Der zukünftige Sinn kann doch nur darin liegen, dass Sie bei Ihren Patienten beweisbar mit hoher Zuverlässigkeit Cystitiden,angeborene Veränderungen oder bösartige Neubildungen erkennen!Belegbar gute Diagnostik und Therapie muss offensiv dargestellt werden.Dafür würde ich ein Honorar wie bei Cathay Pacific (neu)ohne weiteres akzeptieren!
Aber Einzelleistungsvergütung?Das versucht doch die KV-Mannschaft mit allen Tricks irgendwie noch zu halten und das Kind fällt und fällt in den Brunnen!

Practicus
Mitglied
erstellt am: 11. April 2001 12:50     Sehen Sie sich das Profil von Practicus an!   Senden Sie Practicus eine eMail!     
Jaja, das Grundgesetz....

Kleine, wahre Geschichte aus den 90ern:
Schorre und Ocklenburg im Gespräch mit Seehofer:
"Herr Minister, das ist doch verfassungswidrig was Sie da machen!"
Seehofer:
"Natürlich ist das verfassungswidrig, wir wissen das, schliesslich haben wir genug Juristen im Ministerium. Sie können ja dagegen klagen, und wenn Karlsruhe in 10 Jahren entscheidet, machen wir in 14 Tagen ein neues Gesetz, dann können Sie wieder klagen..."
Wohlgemerkt: Minister legen einen Eid auf das Grundgesetz ab!
Solange der Bundesanwalt die ministeriell bestallten Verfassungsfeinde nicht pflichtgemäss verfolgt - ist das nicht sogar schon eine kriminelle Vereinigung? - werden die Herrschaften PolitikerInnen so weitermachen und die Öffentlichkeit mit ihren Skandälchen um Peanuts von ihrem grundgesetzwidrigen Handeln ablenken!

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 11. April 2001 20:06     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Nero: meiner Meinung nach sollten wir die Patienten auch nicht massiv belästigen und belasten, die stehen ohnehin zu uns. Die Aktionen sollen den Kassen und der Politik aufzeigen, wie es so steht. Sehr wahrscheinlich werden die nächsten Aktionen so gestaltet werden müssen, daß die Entscheider sich auf den Schlips getreten fühlen. Ansonsten sehe ich das genau so wie Sie, daß unsere Kollegen und die Standesvertreter sich viel zu lange haben einlullen (auch, z.B. durch Macht und einen größeren Anteil am Kuchen, korrumpieren) lassen. Wenn man allerdings den gordischen Knoten lösen will, wirds ohne ein scharfes Instrument und einem ganz ordentlichen Rums und einger Kraftanstrengung kaum gehen.

Schumacher: Jedem Versuch, die Freiheit einzuschränken, muß entgegengetreten werden. Zuallererst steht da die Meinungs- und Diskussionsfreiheit. Diese darf unter gar keinen Umständen angekratzt werden. Dies hat die Schöneberger Freiheitsglocke mir solange wie ich denken kann jeden Sonntag bei gutem Wind rübergebimmelt in eine Gegend, in der schon ein falscher Gedanke strafbar war. Sowas darf niemals wieder und nirgends auch nur ansatzweise geduldet werden. Und niemand steht es zu, mir nicht und Schumacher aber auch nicht, zu urteilen, wo da eine Grenze ist.

Nein, als Voraussetzung einer adäquaten Bezahlung die Garantie für einen Erfolg ärztlicher Tätigkeit zu sehen, ist nicht möglich. Damit würde der Arzt gezwungen, nur noch sich um die Patienten zu kümmern, die es ihm ermöglichen, mit hohem Diagnostik- oder Therapieerfolg arbeiten zu können. Ein solches Vorgehen ist aus ethischer Sicht rigoros abzulehnen. Die Erfahrung der Geschichte Chinas, wo in großem Umfang bisher einmalig ein solches Modell existiert hat, zeigt, daß die Chinesen das sehr schnell wieder abgeschafft haben, weil kaum noch Ärzte arbeiten wollten. Der Arzt muß, ohne Ansehen der Person und des Leidens die Maßnahmen ergreifen, die nach dem Stand der Wissenschaft für dieses Leiden notwendig sind. Und damit wird eben der Katheter, wenn er erforderlich ist, gelegt werden müssen und bezahlt werden müssen. Jede Form der Pauschalisierung führt wie jede Form des Sozialismus zur Leistungsverweigerung, weniger Leistung zum Absinken der Qualität.

Bei Einezlleistungsvergütung besteht die Gefahr der Leistungsausweitung, also Leistungen zu erbringen, die nicht medizinisch indiziert sind. Dies kann in seltenen, konstruierten Fällen zu einem körperlichen Schaden des Patienten führen, ansonsten ists nur teuer.

Bei Pauschalisierung wird Leistung verweigert. Wenn notwendige medizinische Leistung aber nicht erbracht wird, kommt es zwangsläufig zu einem körperlichen Schaden des Patienten, Geld gespart wird letztlich nur der Rentenversicherung durch den Ausfall eines Leistungsempfängers.

Mißbrauch der Einzelleistungsvergütung also kann u.U. zum Schaden führen., Pauschalisierung führt sicher zum Schaden. Also ist Pauschalisierung aus ethischer Sicht schädlicher als Einzelleistungsvergütung. Oder glauben Sie wirklich, daß der Satz vom sozialverträglichen Frühableben nur Zynismus war? Nicht viellehct doch eine Zustandsbeschreibung eines Insiders?

schumacher
unregistriert
erstellt am: 11. April 2001 23:12           
Korrekt,Herr Solga!Pauschalisierung allein ist 5-Jahres-Plan Politik.
Der Weg kann aber nur über die Krankheitsbilder führen. Mit der Einzelleistungsvergütung sind sie sofort auf Methoden festgelegt und nichts ist so alt wie die neuste Methode. Die GOÄ ist ein übles Beispiel für so ein patientenfeindliches System (abgesehen vom EBM,der läuft außer Konkurrenz).
Was ich als Arzt leisten möchte ist die Diagnose und Therapie von Erkrankungen ,nicht mehr und nicht weniger. Das ich lege artis Katheter legen kann ist selbstverständlich in der Leistung inbegriffen.
Dazu muss ich offenlegen, wieviel ich dies und jenes diagnostiziert habe und welche Therapien ich angewendet habe und welche Komplikationen aufgetreten sind. Damit habe ich keinesfalls die Garantie gegeben , dass immer auch der Therapieerfolg eintritt.
Aber ich habe als intimer Ratgeber des Patienten nachgewiesen, dass ich die menschenmögliche Sorgfalt habe walten lassen.
Diese Anerkennung wird in eklatanter,empörender Weise u.a. vom Gesetzgeber in grundrechtverachtender Weise zur Zeit verweigert. Aber , und das ist genau so schlimm,wir können diese Wahrung des Patienteninteresses zur Zeit gar nicht beweisen.

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