Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

Die URL dieses Files: http://www.ariplex.com/ama/ama_dial/adi699.htm

Dieses File ist ein MIRROR. Es ist ein Teil einer Dokumentation. Das Original dieses Files befand sich in der Web-Site des http://www.dialog-gesundheit.de * Gesundheitsministeriums.

Zum Verständnis dieses Files ist es ZWINGEND erforderlich, die Einleitung dieser Dokumentation zu lesen!

Die originalen Links in diesem File funktionieren nicht!

Unsere File-Nummern entsprechen dem Aufbau zu dem damaligen Zeitpunkt, als diese Mirror-Seiten als Belegstücke gesichert wurden.

Die Deutsche Amalgam-Page ist mit dem Gesundheitsministerium weder assoziiert noch sonstwie verbunden.

Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

Bitte besuchen Sie auch unsere Nachbarn auf dem http://www.ariplex.com * Antares Real-Estate InfoPlex


*





Senden Sie diese Seite per eMail an einen Freund!
  Foren
  Gesundheit im Dialog
  Finanzschwäche der GKV

Ich will ein neues Thema erstellen  Antwort erstellen
Profil | Registrieren | Voreinstellungen | Hilfe | Suchen

nächster neuer Beitrag | nächster älterer Beitrag
Autor Thema:   Finanzschwäche der GKV
DZW-Leser
unregistriert
erstellt am: 05. April 2001 08:16           
"Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist von 1988 bis 1999 um 126 Prozent angewachsen, die beitragspflichtigen Einnahmen je GKV-Mitglied stiegen jedoch nur um 76,2 Prozent. Das ist die Aussage eines Gutachtens, das im Auftrag der Kassenärztlichen und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KBV/KZBV) von Prof. Dr. Eberhard Wille, Mannheim, Mitglied des Sachverständigenrats im Gesundheitswesen, erstellt wurde. Daraus, so Prof. Wille, resultieren die heutigen riesigen Finanzierungsprobleme der GKV - und nicht aus einer Ausgabenexplosion bei den Leistungserbringern Ärzte und Zahnärzte.
Außerdem wurde Ärzten und Zahnärzten im Jahr 2000 107 Millionen DM an Honorarbudget zu wenig ausbezahlt, so Prof. Wille in seiner Expertise zur "Berechnung der sektoralen Budgets gemäß Paragraf 71 SGB V". Nach diesem Paragrafen ist die Wachstumsrate der Vergütungen bei Ärzten und Zahnärzten an die Steigerung der beitragspflichtigen Einnahmen je Mitglied in der GKV gebunden. Entgegen der Schätzung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) für 2000 lag die tatsächliche Steigerungsrate der beitragspflichtigen Einnahmen um 0,26 Prozent höher, also nicht bei 1,43 Prozent wie vom BMG geschätzt, sondern bei 1,69 Prozent.
Der Gutachter prognostiziert für die Zukunft, dass, falls "keine Kompensation der Wachstumsdifferenzen zwischen dem vorgegebenen und den tatsächlichen Steigerungsraten der beitragspflichtigen Einnahmen je Mitglied erfolgt, der Zuwachs der sektoralen Budgets hinter jenem Vergütungsvolumen zurückbleibt, welches die Wahrung der Beitragsstabilität sicherstellt".

Für das Jahr 2001 geht Prof. Wille in seiner Expertise davon aus, dass die Grundlohnsummenentwicklung nicht - wie vom BMG prognostiziert - bei 1,63 Prozent liegen wird, sondern bei 2 Prozent. Das heißt, Ärzten und Zahnärzten werden weitere 200 Millionen DM vorenthalten.
Zur Lösung schlägt Prof. Wille drei Wege vor:
ï Das Wachstum sollte sich nicht an einer retrospektiven Berechnung, sondern einer prospektiven Schätzung der beitragspflichtigen Einnahmen je Mitglied orientieren.
ï Die Krankenkassen bilden, wenn die tatsächliche Wachstumsrate die Prognose übersteigt, entsprechende zweckgebundene Rücklagen.
ï Die Kompensation der Wachstumsdifferenzen für die Leistungserbringer erfolgt unmittelbar danach beziehungsweise zeitnah. Das würde für 2001 eine Aufstockung der sektoralen Wachstumsrate von 1,63 Prozent um 0,26 auf 1,89 Prozent bedeuten. Entsprechend höher würden auch die entsprechenden Punktwertsteigerungen für 2001 ausfallen können.

Viel dramatischer jedoch ist für den Gesundheitsweisen Prof. Wille das Auseinanderklaffen der Wirtschaftsentwicklung (BIP) mit den beitragspflichtigen Einnahmen je Mitglied. Gäbe es hier einen Gleichschritt - das BIP stieg in 20 Jahren um 126 Prozent, die GKV-Einnahmenbasis nur um 76 Prozent -, dann hätten die Krankenkassen im Westen im Jahr 1999 nicht nur knapp 200 Milliarden DM eingenommen, sondern 300 Milliarden. Allein im Jahr 1999 hätten aufgrund des Unterschieds zwischen der BIP-Entwicklung und der deutlich geringeren Steigerung der beitragspflichtigen Einnahmen je Mitglied bei gleicher Wachstumsrate die Einnahmen um 28 Milliarden DM höher gelegen.
Die Wachstumsschwäche der Finanzierungsbasis der GKV geht nach Prof. Wille in erster Linie also auf die mäßige Steigerung der Arbeitsentgelte bei den GKV-Versicherten zurück. Daneben tragen ein zunehmender Anteil von Rentnern, eine steigende Arbeitslosenzahl und sich verlagernde und steigernde Defizite zwischen den einzelnen Zweigen der sozialen Sicherung dazu bei, dass die beitragspflichtigen Einnahmen je Mitglied weit schwächer als das BIP ansteigen. Prof. Wille warnt, dass bei einer Weiterentwicklung im gleichen Maße die Beitragseinnahmen der GKV bei Wahrung der Beitragssatzstabilität trotz sicher vorhandener Rationalisierungspotenziale "ohne Reformmaßnahmen auf mittlere Frist kaum ausreichen, um die zentralen ausgabenseitigen Herausforderungen, wie zum Beispiel den medizinischen Fortschritt und den demografischen Wandel, ohne eine verschärfte Rationierung zu bewältigen".
Dr. Peter Kuttruff, stellvertretender Vorsitzender der KZBV und Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) Stuttgart, erklärte bei Vorstellung des Wille-Gutachtens gegenüber der Presse, dass mit der Experten-Analyse "die Befürchtungen der Zahnärzteschaft, dass in Zukunft in weit stärkerem Maße als heute von Rationierung ausgegangen werden müsse", bestätigt werde. Die Budgetierung, so Dr. Kuttruff, orientiere sich ausschließlich an volkswirtschaftlichen Größen und führe, losgelöst vom medizinischen Behandlungsbedarf der Bevölkerung, zu einer klammheimlichen Leistungsrationierung. "Mit begrenzten finanziellen Mitteln können eben nicht unbegrenzte Leistungen eingefordert und finanziert werden." Das Gesundheitswesen, so Dr. Kuttruff, sei ein dynamischer Wachstumsmarkt und bilde durch die Einführung von mehr marktwirtschaftlichen Elementen enorme Entwicklungspotenziale.
Die KZBV habe mit ihrem Vertrags- und Wahlleistungskonzept, mit ihrem Festzuschusssystem in Verbindung mit Kostenerstattung eine Alternative für die GKV aufgezeigt. Dieses Konzept biete der Politik Reformoptionen, wie in der zahnmedizinischen Versorgung die Qualität und Effizienz der Versorgung auf Dauer gesichert werden kann, aber für die GKV eine finanzielle Konsolidierung eröffnet werde. "
Aus der aaktuellen DZW.

Alle Zeiten sind GMT (DE)

nächster neuerer Beitrag | nächster älterer Beitrag

Administrative Optionen: Beitrag schliessen | Archivieren/Bewegen | Beitrag löschen
Ich will ein neues Thema erstellen  Antwort erstellen
Gehe zu:

Kontakt | http://www.dialog-gesundheit.de

Powered by: Ultimate Bulletin Board, Version 5.44a
© Infopop Corporation (formerly Madrona Park, Inc.), 1998 - 2000.
Deutsche Übersetzung von thinkfactory.



*

[ zur Einleitung der Dokumentation ]


hier geht's weiter !
[ Das Amalgam-Zentrum ]


Copyright Inhalt © der jeweilige Autor
Copyright laut Datenbank-Richtlinie © 2002 Gesundheitsministerium
Copyright Dokumentation © 2002
Aribert Deckers
and
Copyright Dokumentation © 2002
Antares Real-Estate

Jegliche Weiterverwendung der Texte der Amalgam-Page ist verboten.
Verlage dürfen sich wegen der Nachdruckrechte per Email an mich wenden.
Aribert Deckers