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Autor
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Thema: Mindestbeiträge Krankenkassen
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Seitz Mitglied
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erstellt am: 07. April 2001 19:50
MBG: <<Genau! Wer sich durch Kassenärztliche Vereinigungen vor dem Marktzutritt neuer Anbieter Ärzte) schützt, darf sich nicht freier Unternehmer nennen.<< Nicht die KV verwehrt Ärzten den Zugang, sondern der Gesetzgeber!! In den Zulassungsausschüssen sitzen genau so viele Kassenvetreter. Hier werden gesetzliche Vorschriften umgesetzt. Bei uns gibt es wegen der gesetzlichen Vorschriften viel zu wenig Ärzte. Auch klagen die Rheumapatienten über Ärztemangel!!
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MBG Mitglied
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erstellt am: 07. April 2001 20:01
Seitz: Einverstanden! Richtig wäre: "Wer sich durch Kassenärztliche Vereinigungen vor dem Marktzutritt neuer Anbieter (Ärzte) schützen läßt, darf sich nicht freier Unternehmer nennen." Finde ich übrigens sehr gut, wenn wir darüber diskutieren, welche gesetzlichen Regeln sinnvoll sind und welche nicht ohne vorher darüber nachzudenken, welche Institution es trifft.MfG MBG
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Seitz Mitglied
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erstellt am: 07. April 2001 20:03
Noch richtiger wäre: Wer gegen seinen Willen zwangsgeschützt wird, dem wird verweigert.... |
MBG Mitglied
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erstellt am: 07. April 2001 20:32
Seitz:"Wer gegen seinen Willen zwangsgeschützt wird, dem wird verweigert...." Ja ok. Mich würde interessieren, wie Sie die derzeitige Funktion der KV´n sehen und was man ändern müßte. MfG MBG |
Seitz Mitglied
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erstellt am: 07. April 2001 21:39
Die KV schützt die einzelnen Ärzte vor der Allmacht der Kassen. Zu ändern nur durch gewerkschaftsähnliche Strukturen. Zur Zeit nicht erlaubt. |
Dr. Matthias Solga Mitglied
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erstellt am: 07. April 2001 22:16
m.E. Pflichtlektüre zu dem Thema:http://www.aerzteblatt.de/archiv/artikel.asp?id=10476 |
MBG Mitglied
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erstellt am: 09. April 2001 21:49
Seitz: "Die KV schützt die einzelnen Ärzte vor der Allmacht der Kassen. Zu ändern nur durch gewerkschaftsähnliche Strukturen. Zur Zeit nicht erlaubt."Die macht der Kassen erstreckt sich auf das SGB. Im Gegensatz zur PKV, die alles darf, was nicht verboten ist, darf die GKV nur das was im SGB steht. Deshalb würde ich nicht von Allmacht sprechen. Kassen sind extrem abhängig von der Politik. Ich würde deshalb nicht von Allmacht sprechen. Macht haben sie, weil sie große Interessengruppen bilden können, die dann natürlich auch Einfluß ausüben. Dieser Macht müssen Leistungserbringer entsprechende Organisationen entgegensetzen, um eine geeignete Verhandlungsposition zu erhalten. Gewerkschaftsähnlich sollten diese Organisationen nicht sein, dann würde man Kassen in die Rolle von Arbeitgebern drängen. Ich finde Kassen sollten sich allein um Verwaltung kümmern. In Verwaltungskosten konkurrieren, damit sie über Verwaltungskostensenkung nachdenken. Deshalb müssen die Möglichkeiten der Risikoselektion begrenzt werden. Wir hätten also zwei Verhandlungspartner Ärzte und Kassen. Mir fehlt die Dritte. Was ist mit den Patienten, wer vertritt die Patienten. Das erinnert mich an den Arbeitsmarkt. Arbeitgeber und Gewerkschaften verhandeln über Lohnhöhen und Arbeitslöse haben keine Lobby. Aber ich schweife ab. Mein Vorschlag wären "Wartungsverträge", die Versicherte, Ärzte und Kassen für eine vorgegebene Zeit abschließen. Wer vorher raus will muß dementsprechende Abschläge in Kauf nehmen. Ich stelle mir vor, daß ein Primärarzt Wartungsverträge mit Versicherten verschiedener Kassen hat. Vertrag heißt alle müssen sich einig sein. Die Wartungsgebühr entspricht dem im RSA-Satz für die entsprechende Alters- und Geschlechtsgruppe abzüglich einer Rückversicherungsprämie, die die Kasse behält. Das ist einfach notwendig, weil der einzelne Arzt vor unvorhersebaren Risiken geschützt werden muß. Die Kasse und der RSA-Ausgleich übernimmt damit die Rolle der Rückverischerung. Die Wartungsverträge sollten nicht nur Ärzte, sondern auch Krankenhäuser abschließen können. Warum soll eine Arzpraxis die in diesem Sinne erfolgreich ist nicht wachsen können?. Dann brauchen wir auch keine KV´n mehr. Außerdem müssen nicht nur die Marktzutritts- und Austrittsscharanken auf Ärztrseite, sondern auch auf Kassenseite abgeschaft werden. Nur viele, viele Konkurrenten sorgen für die beste Versorgung der Konsumenten (Patienten) Oligopole oder Monopole sind immer teuer. Ober um mit Schumpeter zu sprechen: "Marktwirtschaft ist ein Prozeß schöpferischer Zerstörung". Das bedeutet, man muß Anbieter auch vom Markt verschwinden lassen, wenn sie ihrer Aufgabe nicht gerecht werden. Damit meine ich Leistungserbringer und Kassen. Soweit sind wir aber noch nicht. Der Gesundheitsmarkt muß zunächst einmal vernünftig organisiert werden, damit die Markltkräfte greifen können. MfG MBG |
Dr. Matthias Solga Mitglied
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erstellt am: 10. April 2001 00:54
Ist das nicht auch wieder eine ziemlich komplizierte Struktur? Was ist denn damit, daß eine Arbeit soundsoviel kostet, und Basta, wie unser Kanzler gerne sagt. Eine Untersuchung kostet dies, eine Spritze jenes, ein Blutdruckmessen etwas Anderes. Wartungsverträge in der Wirtschaft sind doch auch ganz exakt nach Zeitaufwand berechnete Angebote, entdeckt der Dienstleister einen Schaden, zahlt der gedienstleistete dann zusätzlich. Die Wartung heißt lediglich Feststellung der Schadensfreiheit, evtl. sind Kleinreparaturen mit drin, nicht jedoch bedeutet Wartungsvertrag Übernahme eines jeglichen Schadens. Daran sollten wir uns getrost auch bei den Medizinern halten.btw: je mündiger der Bürger wird, desto weniger wird ihm beizubringen sein, daß er, hört er schlecht oder hat er sich den Fuß gebrochen, erst zum Allgemeinmediziner muß. Einduetig zuzuordnende Symptome MUSS der Patient zum Spezialisten tragen dürfen. Der Allgemeinmediziner ist der Spezialist für unklare oder organübergreifende Erkrankungen. Es ist schizophren, einerseits einen mündigen Patienten haben zu wollen, und an dem geht kein Weg vorbei, und die Menschen immer mehr Gesundheitswissen erwerben zu lassen, auch das ist ein Muß, und andererseits ihnen einen Arzt vorzuschreiben, der zu nichts anderem eingesetzt wird, als das Tor zuzuhalten. Einschränkung der Freiheit ist immer schädlich, wo und wann dies auch immer versucht wird. |
Dr. Matthias Solga Mitglied
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erstellt am: 10. April 2001 01:54
Soso: das mit den niedrigen Verwaltungskosten der Kassen in der DDR ist natürlich reiner Dummfug. Schon vergessen, daß die Verwaltung in den Polikliniken fröhliche Urständ gefeiert hat? Pro Arzt 12 bis 15 anderweitige Mitarbeiter! Je kleiner, desto weniger pro Arzt! Und: jeder Betrieb hatte seine(n) SV-Mitarbeiter, die nihcts Anderes taten, als das, was die KAssen heute tun. Die Verwaltungskosten in der DDR dürften bei etwa 25%, vermutlich darüber, gelegen haben. |
Kurt, Zahnarzt unregistriert
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erstellt am: 10. April 2001 10:03
Regelungen über Regelungen, immer mehr Verwaltungsaufwand, hektischer Betrieb auf dem finanziellen Verschiebebahnhof - dies halten Patienten und Ärzte nicht mehr aus. Staaten wie die Niederlande und die Schweiz haben das längst begriffen. Nach 25 Jahren unermüdlicher Experimente muss auch in Deutschland endlich Schluss sein mit der Planwirtschaft. |
B. Albrot unregistriert
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erstellt am: 10. April 2001 11:59
Man muß sich wirklich fragen, warum die Gesundheitsministerin jetzt doch als ein Mittel zur Lösung der Probleme des RSA die Einführung eines Mindestbeitrags für Krankenkassen einführen will, obwohl sie sich vor kurzem noch dagegen ausgesprochen hatte. Woher der plötzlich Sinneswandel, fragt man sich? Wieso überläßt sie es nicht den Kassen, wie sie das Geld z.B. für einen "Risikopool" oder der "Disease-Management-Prgramme" erwirtschaften? Wozu braucht man da einen Mindestbeitragssatz? Doch wohl nur um die großen unwirtschaftlichen GKVen zu unterstützen! Ist das sozialdemokratische Politik: alte, überkommene, unwirtschaftliche Strukturen erhalten, auf Kosten der flexiblen, effizienten, jüngeren und natürlich auf Kosten der Beitragszahler, die sich nun wirklich nicht wehren können? Ja, das ist sozialdemokratische Politik! wettbewerbs- und wirtschaftsfeindlich, ziel-, orientierungs- und planlos, entwicklungs-und fortschrittsfeinlich und immer mehr den Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen, angeblich für soziale Ziele. Das war vor zwanzig Jahren so und so wird es auch sein, solange rot(-grün) regiert. Da heißt es nur: durchhalten bis zur nächsten Wahl!
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Kurrt, Zahnarzt unregistriert
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erstellt am: 10. April 2001 15:53
Die Kassen werden wohl die auflaufenden Mehreinnahmen durch den Mindestbeitragssatz nicht zweckgebunden, sondern vielmehr für den Ausbau ihrer Verwaltung ausgeben, sprich die AOK wird noch mehr Filialen eröffnen und die Filialleiter werden mit noch höheren Abfindungen bei früherem Ruhestand bedacht werden. Nur wir Freiberufler dürfen bis 65 arbeiten, um nicht in Existenznot zu kommen und um Steuern zu zahlen. Frau Gesundheitsministerin, brauchen wir in Deutschland über 600 gesetzliche Krankenkassen mit einem jeweils eigenen aufgeblähten Verwaltungsapparat? Beschäftigen Sie sich doch bitte einmal ernsthaft mit den echten Reformvorschlägen aus der Ärzteschaft, z. B. den des FVDZ. Wir Ärzte denken schon länger als die unzähligen Minister in ihren kurzen Amtsperioden über Löpsungsprobleme nach! Nutzen sie dieses Wissen. |
Michi99 unregistriert
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erstellt am: 12. April 2001 08:14
Ist doch klar von wo der Wind kommt, da braucht man sich nur mal die Vita der engen Mitarbeiter unserer Ministerin anschauen. Alle kassenlastig und zwar von der Sorte die gerne Verwalten und hohe Beiträge verlangen! |
Hase unregistriert
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erstellt am: 12. April 2001 12:56
Der Verwaltungsapparat in Deutschland ist ein Krebsgeschwür mit vielen Metastasen (Politiker, Beamte etc., also die Nicht-Leistungserbringer). Das Krebsgeschwür ernährt sich von den noch gesunden Körperregionen (also von allen, die arbeiten, d. h. von den Leistungserbringers). Die Nicht-Leisungserbringer machen denen, die für sie arbeiten, also den Leistungserbringern, glauben, dass, das was sie machen, notwendig sei. So werden immer mehr Notwendigkeiten erfunden. Die Nicht-Leistungserbringer, also die, die NICHTS leisten, versuchen natürlich ihr eigenes Krebswachstum gerade nicht so groß werden zu lassen, das es nicht zu sehr den Leistungserbringern auffällt. Dies nennen wir dann Demokratie, Sklaven wählen sich Leute, die nichts leisten, um von ihnen gesagt zu bekommen, was sie leisten müssen. Ein Autohersteller wäre nicht überlebensfähig, wenn auf einen Arbeiter zwei Leute kämen, die die Arbeit verwalten. Nur die Politik erlaubt sich dies. Wieviele Kassenangestellte kommen nochmals auf einen Arzt? |
Stiens Mitglied
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erstellt am: 13. April 2001 11:25
In Hessen gab es mal vor vielen Jahren ein Projekt, mit dem strukturschwache Gebiete an der Grenze zu Rheinland-Pfalz mit 15Mio - war damals sehr viel Geld - unterstützt werden sollten. Man hat damals festgestellt, dass die dazu "notwendige" Verwaltung 9(!)Mio verschlungen hätte und hat das Projekt fallen lasen! |