Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

Die URL dieses Files: http://www.ariplex.com/ama/ama_dial/adi658.htm

Dieses File ist ein MIRROR. Es ist ein Teil einer Dokumentation. Das Original dieses Files befand sich in der Web-Site des http://www.dialog-gesundheit.de * Gesundheitsministeriums.

Zum Verständnis dieses Files ist es ZWINGEND erforderlich, die Einleitung dieser Dokumentation zu lesen!

Die originalen Links in diesem File funktionieren nicht!

Unsere File-Nummern entsprechen dem Aufbau zu dem damaligen Zeitpunkt, als diese Mirror-Seiten als Belegstücke gesichert wurden.

Die Deutsche Amalgam-Page ist mit dem Gesundheitsministerium weder assoziiert noch sonstwie verbunden.

Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

Bitte besuchen Sie auch unsere Nachbarn auf dem http://www.ariplex.com * Antares Real-Estate InfoPlex


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Autor Thema:   Er ist da !
harald Ruf
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 17:13           
Seit heute ist der Bericht des Sachverständigenrates für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen unter

svr-gesundheit.de

abrufbar. Obwohl es sich lediglich um eine Zusammenfassung der Bände I und II handelt, ist zu empfehlen, genügend Papier für den Ausdruck ( 97 Seiten ) nachzulegen.


Und schon geht es los.

..................................


Seite 19 unter 1.2 / 7

" Ein internationaler Vergleich der Gesundheitsausgaben im Jahre 1997 zeigt, dass Deutschland bei den Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben auf der Grundlage von Kaufkraftkapazitäten ( Tabelle 1 ) den dritten Platz hinter den USA und der Schweiz innerhalb der OECD-Länder einnimmt. Bei den "Gesundheitskosten", d.h. der jeweiligen Relation zwischen den gesamten nationalen Gesundheitsausgaben und dem Bruttoinlandsprodukt, rangiert Deutschland sogar hinter den USA an zweiter Stelle.

Bei einem internationalen Benchmarking von Indizes der Lebenserwartung und der verlorenen Lebensjahre zwischen 14 wirtschaftlich in etwa vergleichbaren Ländern schneidet Deutschland dadegen unterdurchschnittlich ab.

Fazit ( Seite 20 Pkt 8 )

Vorsichtig formuliert stützen die entsprechenden Ergebnisse in keiner Weise die hierzulande liebgewonnene These, dass Deutschland über "das beste Gesundheitssystem´der Welt" verfügt.

Und weiter

Unbeschadet aller inhaltlichen und methodischen Unvollkommenheiten und Unzulänglichkeiten internationaler Vergleiche von Gesndheitssystemen deuten die bisherigen Ergebnisse darauf hin, dass das deutsche Gesundheitswesen bei der Zielerreichung im gehobenen Mittelfeld liegt, dafür jedoch einen unverhältnismäßig hohen Mittelaufwand benötigt.

Dies spricht theoretisch für die Existenz eines beachtlichen Rationalisierungspotenzials.

...................................

Bin gespannt, wo dieses ( Rationalisierungspotenzial )gefunden wird.

Auf jeden Fall aber, hat sich die Frau Ministerin - heute - den Inhalt des Gutachtens voll zu eigen gemacht.

Seitz
Mitglied
erstellt am: 20. März 2001 19:35     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Wie kann man eigentlich Gesundheitsausgaben vergleichen?

Ist die Zweckentfremdung von Beiträgen zur Krankenversicherung international normiert?

Hat Lebenserwartung nicht sehr viel mit Lebensgewohnheiten zu tun. Oder haben die Kreter ein besseres Gesundheitswesen als wir?

harald Ruf
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 20:09           
Nun ja Herr Seitz,


gute Fragen.

Noch interessanter ist die Betrachtung des Schaubildes ( Seite 22 )auf der die

"durchschnittliche Wachstumsrate der Lebenserwartung von Frauen zwischen 1960 und 1996 in 14 OECD-Ländern"

dargestellt wurde ( alleine den Satz muß man sich schon einmal auf der Zunge zergehen lassen ).

Demnach hätte sich die Lebenserwartung von japanischen Frauen in 36 Jahren um immerhin 0,487% oder 142,2 Tage ( angenommen die durchschnittliche Lebenserwartung hätte im Jahre 1960, 80 Jahre oder 29.200 Tage betragen, so würde die heutige 29.342,2 Tage betragen )erhöht.

Die deutsche Frau hätte mit einer Lebenserwartung von 29.083 Tagen ( bei gleichem Ausgangswert, der ja nicht stimmt )zu rechnen. Immerhin ein Defizit von ca. 259 Tagen oder annähernd 9 Monaten.

Bemerkenswert.


Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 20. März 2001 21:16     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Nun besteht Deutschland ja bekanntlich erst seit etwa zehn Jahren als ein Staat. Vergleichen Sie doch mal die Lebenserwartungen der ehemals westdeutschen Bevölkerung mit der der USA, da werden Sie finden, daß die besser ist als die der USA, und daß die ehemals Westdeutschen in etwa dieselbe Lebenserwartung haben wie die weißen USA-Bürger. Die ehemaligen DDR-Menschen haben eine Lebenserwartung, die etwa der der schwarzen Bevölkerung in den USA gleichkommt. Da aber die Wichtung der Bevölkerungsanteile in D ganz erheblich mehr Leute im Osten hat als anteilig die USA schwarze Bürger, muß die Lebenserwartung in D schlechter als in den USA aussehen. Da aber nur im Westteil Deutschlands das System seit einer Zeit konstant ist, daß es Einfluß auf die Lebenserwartung haben kann, kann auch nur dieses verglichen werden. Tut man das nicht und vergleicht Birnen mit Äpfeln, wie das Gutachten dies zeigt, kommt nicht mal Mus heraus. Wenn ich wirklich mal Zeit habe, die Arbeit der Experten nochmal zu machen, stelle ich die Zahlen mal irgendwo zur Verfügung. Aber die stat. Ämter der USA und Deutschlands stellen diese Daten ja zur Verfügung. Sterbetafel in D allerdings nur auf Anfrage beim stat. Bundesamt.

Nachdenklich
unregistriert
erstellt am: 21. März 2001 09:06           
Ob Sachverständige auch so differenziert denken können??

Nachtrag
unregistriert
erstellt am: 21. März 2001 09:07           
Ob Sachverständige auch so differenziert denken könnten??

VERITAS
unregistriert
erstellt am: 21. März 2001 15:01           
Eines ist offensichtlich noch nicht untersucht worden:

Eine deutsche Frau bringt ein Kind auf die Welt nach durchschnittlich 10 Ultraschalluntersuchungen.

Die afrikanischen und asiatischen Frauen dagegen haben ohne einer einzigen Ultraschalluntersuchung eine Bevölkerungsexplosion ausgelöst.

Was sagt der Sachverständigenrat dazu?

Besucher
unregistriert
erstellt am: 21. März 2001 21:34           
Das sagt uns, dass es sich wegen Nichtanrechnung auf das Praxisbudget finanziell zu lohnen scheint, mit Ultraschall nicht all zu sparsam umzugehen.

EBM Ziffer 101,102, 103, 104, 105, 106, 107 und 108 (alles Sonografieleistungen im Rahmen der Schwangerschaft) und bei allen diesen Leistungen der Zusatz "Diese Leistung ist von der Anrechnung auf das Praxisbudget ausgenommen !"

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 22. März 2001 00:02     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Besucher: dennoch gibts den gedeckelten Topf, das verringert, da ja an alle Gynäkologen nur eine bestimmte Menge Geld ausgeschüttet wird, lediglich das Einkommen der Frauenärzte, das kostet Niemanden, der dafür zahlen müßte, einen müden Pfennig mehr!

Veritas: die Entwicklung der Geburtlichkeit hängt alleine am sozialen Standard. Das kann man in D genau ansehen: solange noch die Sterblichkeit hoch war und keine sozialen Abfederungsmechanismen fürs Alter von der Gemeinschaft (gemeinhin Staat gennat) zur Verfügung gestellt werden konnten, mußte eine Familie etliche Kinder in dei Welt setzen, um noch einige übrig zu haben für die Altersversorgung. Nun gab es eine industrielle Revolution, die Kindersterblichkeit sank dramatisch, Europa erlebte ein genau so starkes Bevölkerungswachstum und ähnliches Wohn- und Sozialelenlend wie die Dritteweltländer jetzt. In D wurde die soziale Lage besser, Kinder wurden als Altersversorgung nicht mehr benötigt, also sank die Geburtlichkeit erheblich. Wenn es den Dritteweltländern sozial besser gehen wird, ist das Bevölkerungswachstum gestoppt. Daher werden dort soviele Kinder geboren, nicht, weils dort keinen US gibt. Und fragen Sie doch mal nach der Kindersterblichkeit: die liegt im zweistelligen Prozentbereich, bei uns im einstelligen Promillebereich. Wieviel Leid sterbende Kinder in dieser Zahl in die Familien bringen, können wir gar nicht abschätzen.

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 22. März 2001 23:46     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Verehrter Besucher,

1. Nichtanrechnung aufs Praxisbudget gilt nur in wenigen KV-Bezirken.

2. Schauen Sie mal nach, wer die Nummern außer 102 und 104 überhaupt erbringen kann. Der die Schwangerschaft begleitende Gynäkologe nur in Ausnahmefällen. Teils schon deswegen nicht, weil die dazu nötige Maschine unter 200 TDM nicht zu haben ist.

PR

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 24. März 2001 19:28           
"Herr" Ruf,
aus den Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamtes vom 26.01.2000 und vom 13.12.2000
ist zu entnehmen, daß sich die Lebenserwartung von Frauen in Deutschland nach den sog. "verkürzten Sterbetafeln" von 95/97 80 Jahre auf 97/99 80,6 Jahre erhöht hat. In zwei Jahren eine Steigerung um 0,75%.
Wenn ich unterstelle, daß Ihre Interpretation des Gutachtens und Ihre Berechnungen richtig sind, ist dieses Ergebnis tatsächlich bemerkenswert.
Während die Lebenserwartung in 36 Jahren, 1960 bis 1996, nur um 0,287 % stieg,ist sie in 2 Jahren, 95/97 bis 97/99, um 0,75 % bei Frauen gestiegen (bei Männern 1,087 %).
1. Worauf ließe sich ein solcher bemerkenswerter Quantensprung zurückführen ?
2. Warum endet die Statistik des Gutachtens 1996 ?

Zur Problematik der Gesundheitsausgaben:
1996 4.960 DM, 1998 5.030 DM (1,411 % mehr),
davon für Arneimittel 1996 680 DM, 1998 720 DM (5,882% mehr), für ärztliche Leistungen 1996 1.290 DM, 1998 1.300 DM (10 DM oder 0,775 % mehr).
Der Anteil für ärztliche Leistungen betrug 1996 26,01 %, 1998 nur noch 25,84 %, für 2000 deutet sich ein weiterer Rückgang an.
Das ist in der Tat sehr bemerkenswert "Herr" Ruf.
K. Vetter

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 25. März 2001 03:04           
PS: D.h., die Ausgaben pro Kopf für Arzneimittel sind in zwei Jahren um ~ 3,2 Mrd. DM gestiegen.
Bemerkenswert (um H. Ruf zu zitieren).
K.Vetter

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