Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Dieses File ist ein MIRROR. Es ist ein Teil einer Dokumentation. Das Original dieses Files befand sich in der Web-Site des http://www.dialog-gesundheit.de * Gesundheitsministeriums.

Zum Verständnis dieses Files ist es ZWINGEND erforderlich, die Einleitung dieser Dokumentation zu lesen!

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Die Deutsche Amalgam-Page ist mit dem Gesundheitsministerium weder assoziiert noch sonstwie verbunden.

Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   Leistung der Gesetzlichen Krankenkassen
W.Thamm
unregistriert
erstellt am: 14. März 2001 13:23           
Ich glaube, mit meinen 37 bin ich altmodisch.
Früher war alles schöner, sage ich öfters.
Z.B. wenn wie jetzt meine Brille kaputt geht.

Brille kaput, Reparaturschein gibt es von der AOK nicht mehr, ich zahle auf Reparatur meiner Brille DM 300,-- drauf. Peng, tut das weh.

Naja, ohne Brille kann ich kein Autofahren und meine Tätigkeit am Bildschirmarbeitsplatz nicht ausführen, lasse ich besser eine Ersatzbrille machen, soll (billigste Version) DM 150,-- kosten. Peng, tut noch mehr weh.

Früher gab es Reparaturscheine.
Früher gab es Kassengestelle.
Früher hat die Krankenkasse etliches bezahlt.
Heute bezahle ich, über DM 5000,-- im Jahr und was bekomme ich wieder?

Erkältet? Krankschreiben lassen, da Medikamente nicht bezahlt werden.
Brille kaputt? Laut AOK krankschreiben lassen da Reparatur nicht bezahlt wird.

Ist das sinnvoll?
Ist das billiger?

Vielleicht bin ich zu altmodisch und verstehe es deswegen nicht.

W.Thamm

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 14. März 2001 21:44     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
>>Früher hat die Krankenkasse etliches bezahlt. Heute bezahle ich über DM 5000,-- im Jahr und was bekomme ich wieder ?<<

Lieber W.Thamm,

Ihre Forderung "ich will für meinen Kassenbeitrag Leistung sehen, und zwar die von mir gerade Gewünschte und subito" ist nicht altmodisch, sondern hochmodern.
So wie Sie denken nämlich noch ein paar Millionen GKV-Versicherte.

Nicht wenige kommen dann zu promptem Erfolg, wenn sie wie Sie jung und sonst gesund sind und ihrem Kassensachbearbeiter ein bißchen mit dem Aufnahmeantrag einer Billigkasse vor der Nase rumwedeln.
Dann gibt's bei den Gesundheitskassen heutzutage tatsächlich ein paar Dinge mehr zu holen als früher, zum Beispiel kosmetische Operationen, künstliche Befruchtung, Auslandsbehandlung, Außenseitermethoden, T-Shirts, Fahhradwanderungen, zehn Chipkarten aufs Mal, oder auch Zuzahlungsbefreiung für jeden Zweiten.
Das kostet dann eben ein bißchen, aber Wettbewerb muß schließlich sein.

Da finde ich Krankschreibenlassen eine prima Alternative zur Brillenreparatur.
Wahrscheinlich für immer, denn die Dinger pflegen ja nicht von selber zu heilen...
Nönö, Sie liegen voll im Trend !

Richtig altmodisch ist dagegen, was Politiker sagen: wer richtig krank ist, kriegt alles was W(irtschaftlich)A(usreichend)N(otwendig)Z(weckmäßig) ist. Also einfach alles und wie bisher. Erforderlich ist bloß die Unterschrift des Arztes. Damit man weiß, wem man die Mehrausgaben ein paar Quartale später vom Honorar abziehen kann.

Alles bloß eine Frage der richtigen Verteilung. Sagen die Politiker.

PR

Kassenmensch I (Eins)
unregistriert
erstellt am: 15. März 2001 16:39           
<<auch Zuzahlungsbefreiung für jeden Zweiten>>
Da setzt jemand - völlig bar jeden Beweises - eine Vermutung in die Welt (siehe Thema Härtefall), dass die Hälfte der GKV-Versicherten von Zuzahlungen befreit ist, und schon wird die Nachricht weitertransportiert, nur weil sie gerade ins Konzept passt.
Wie viele Ihrer Patienten sind denn befreit, Herr Rapp?
Es gibt genug zu kritisieren, da braucht es keine schiefen Zahlen.

Klaus vetter
unregistriert
erstellt am: 15. März 2001 17:45           
Kassenmensch I(Eins), wieviele Versicherte sind denn von der Zuzahlung befreit, wieviele sind teilweise befreit ?
Sie müßten es doch wissen.
Danke
Klaus Vetter
PS:Was gehöhrt eigentlich zu den Nettoverwaltungskosten der Krankenkassen, was nicht ?

Seitz
Mitglied
erstellt am: 15. März 2001 19:50     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
<<Da setzt jemand - völlig bar jeden Beweises - eine Vermutung in die Welt (siehe Thema
Härtefall), dass die Hälfte der GKV-Versicherten von Zuzahlungen befreit ist, und schon wird
die Nachricht weitertransportiert, nur weil sie gerade ins Konzept passt. <<
Diese Diskussionskultur mußten die Ärzte erst in einem langen Prozeß von den Kassen lernen!!

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 15. März 2001 23:19     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Kassenmensch: bei uns in Berlin-Hellersdorf habe ich ma unseren Rechner nachsehen lassen. Von allen Patenten sind 28% als von der Zuzahlungspflich befreit eingetragen. Nun gibt aber z.B. ein Pat., der keine Med. bekommt, dies nicht zwangsläufig an. Also habe ich mal nach denen suchen lassen, die mindestens ein Rezept bekommen haben: Siehe da, es sind bei uns 57% Derjenigen, die ein Medikament verschrieben bekommen haben, zuzahlungsbefreit. Ein Gutteil dieser Verordnungen sind nun Hlifsmittelverordnungen, ein Patient, der Hilfsmittel bekommt, muß seine Zuzahlungsfreiheit ebenfalls nicht offenbaren, sodaß hier der Prozentsatz eher noch ein wenig höher liegen dürfte. Nun haben wir andererseits recht viele Kinder und rel. viele arme Rentner, daher kann das Bild nicht zwangsläufig repräesentativ erscheinen. Eine Tendenz wird jedoch deutlich.

Kassenmensch: lassen Sie uns doch Ihre Unterlagen mal nachschauen, wie sich das in Ihrer Kasse so darstellt! Als Körperschaft des *öffentlichen* Rechts ist es unverständlich, daß Kassen bei der Weitergabe von Fakten so mauern. Man möchte fast meinen, da gäbe es etwas zu verbergen? Muß man wirklich erst die Informationsfreiheitsgesetze/Akteneinsichtsgesetze herausholen, um die Krankenkassen zur EInhaltung von Recht und Ordnung zu bringen?

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 15. März 2001 23:31     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Heia Safari, liebe Kassenmenschen,

weils grad so schön dazu paßt, der Spaß vom heutigen Tage.Ein trifft das Schreiben meiner KV des Inhalts: Erinnerung an meine Pflichten als Vertragsarzt. Bezug: die Beschwerde der ortsansässigen Bezirksdirektion einer Gesundheitskasse über meinen klaren Verstoß gegen den BMV-Ä. Anlaß: meine schriftlich dokumentierte Weigerung, einer Patientin auf Wunsch Liviella auf ein Kassenrezept zu schreiben.

Meine Reaktion:

Sehr geehrte [KV] ,
zu Ihrem o.g. Schreiben möchte ich wie folgt Stellung nehmen:

1. Allgemeines
Ich habe keinen Antrag auf Kostenübernahme gestellt, sondern der [Gesundheitskasse] an einem sinnfälligen Beispiel die Idiotie geltender Regelungen zur Budgetierung der Arzneimittelverordnungen vor Augen geführt.

Ich habe Liviella noch in keinem Fall auf einem Kassenrezept verordnet und beabsichtige auch nicht, dies unter den gegebenen Bedingungen jemals zu tun. Gelegentlich verordne ich Liviella auf Privatrezepten mit der eindeutigen Kennzeichung "Wunschverordnung, nicht erstattungsfähig".

Meine einizge Begründung für diese Vorgehensweise lautet: Liviella ist innerhalb der gültigen Verordnungsrichtgrößen nicht zu bezahlen. Ich bin mir vollkommen darüber im Klaren, daß diese Begründung gesetzeswidrig ist.

In meiner Praxis spielt die Verordnung von Medikamenten zur Behandlung von Wechseljahresproblemen eine große Rolle, weil ich die HRT für außerordentlich sinnvoll halte. Es steht eine ganze Palette von in Applikation, Dosierung und Wirkungsprofil unterschiedlicher, außerdem eine große Anzahl paralleler Präparate zur Verfügung. Es existieren weiterhin enorme Preisunterschiede.

Der Budgetdruck zwingt mich seit Jahren, mich bei der Auswahl dieser Präparate in erster Linie vom Apothekenpreis, in zweiter Linie von medizinischen Gesichtspunkten (Differentialindikation) und erst in dritter Linie von subjektiven Rückmeldungen über Verträglichkeit etc. leiten zu lassen. Weitere durchaus hinterfragenswürdige Beispiele und Belege hierzu liefere ich gern auf Wunsch. Dennoch bewegen sich die Gesamtkosten meiner Verordnungen stets an der Auffälligkeitsgrenze.

2. Spezielles

Bei pflichtgemäßer Beachtung der WANZ-Vorschrift des SGB V sowie der wichtigsten individuellen fachlichen Belange der im Betreff der [Gesundheitskasse] genannten Versicherten (meine PNR 999) ist ihr zur HRT entweder
Estradiol 2mg Jena, 100 Tbl, PZN 7233718, AVkP 31,76 DM pro Quartal,
oder
Presomen 28/0.6, 84 Drg, PZN 8715313, AVkP 43,16 DM pro Quartal,
oder
Gynokadin Gel, 240g, PZN 8768025, AVkP 49,00 DM pro Quartal
zu verordnen. Mit einem dieser Präparate sind die meisten der nachgewiesenen positiven Effekte einer HRT zu erzielen.

Dem ist gegenüberzustellen:
Liviella Tab, 3X28 ST, PZN 7509155, AVkP 168,65 pro Quartal.
Dies ist etwa preisäquivalent der adjuvanten Antihormonbehandlung eines rezeptorpositiven menopausalen Brustkrebses.

Natürlich ist mir bekannt, daß Liviella gegenüber anderen HRT-Präparaten einige zusätzliche positive Bei-Effekte besitzt. Diese sind sicherlich in manchen Fällen sinnvoll, liegen allerdings im Bereich wellness und lifestyle und gehen damit über die WANZ-Forderung des SGB V weit hinaus.

Erfahrungsgemäß habe ich davon auszugehen, daß dieselbe [Gesundheitskasse], die am 20.02.01 meine BMV-Ä-widrige Nichtverordnung von Liviella beklagt, irgendwann im Jahr 2003 vie Prüfungsausschuß meine offensichtlich unwirtschaftliche da durch keinerlei bewilligte Praxisbesonderheit gedeckte Verordnungsweise mit einer Honorarrückforderung ahnden wird.

Solange dies nicht aus der Welt ist, werde ich weiterhin keiner der etwa zwanzig für Liviella in Frage kommenden Patientinnen meiner Praxis jemals Liviella auf einem Kassenrezept verordnen.

3. Gesundheitspolitisches
An diesem Beispiel ist zu zeigen:

3.1. Rationierung existiert, wenn auch nicht im lebenswichtigen Bereich. Fallzahlbezogene Verordnungsrichtgrößen stellen eine abenteuerlich inkompetente, ungerechte und idiotische Lösung des Allokationsproblems dar. Ihr einziger Vorteil besteht darin, für die allein wirtschaftlicher Rationalität verhafteten Kostenträger simpel überprüfbar und exekutierbar zu sein.
3.2. Dringend erforderlich wären stattdessen indikationsbezogene Verordnungsrichtgrößen. Dies auch dann, wenn Kassen damit ein Verständnisproblem hätten, weil sie ohne medizinische Kompetenz und ohne medizinisches Interesse als bloße Zwischenhändler nicht selbsterbrachter medizinischer Leistung zu agieren pflegen.
3.3. Dringend erforderlich wäre weiterhin eine generelle Differenzierung und Priorisierung aller Kassenmedizin, wie sie ausgerechnet ein Vertreter des AOK-Bundesverbandes bereits vor etlichen Jahren gefordert hat.
(Franz Knieps, m.W. in der Konferenz "Abbau oder Umbau im Gesundheitswesen" im Jahr 1997). Man darf gespannt sein, an wieviel davon er sich an seinem neuen Arbeitsplatz noch wird erinnern können.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Rapp

lucky
unregistriert
erstellt am: 17. März 2001 03:55           
Lieber Herr Thamm,

die Entwicklung der Ausgaben der GKV drohte die Entwicklung der Einnahmen zu überholen. Deshalb sind seit über 20 Jahren unter wechselnden Bundesregierungen in verschiedenen Formen Kostenbremsen getreten worden. Trotzdem sind die Ausgaben und auch Ihr Kassen-Beitrag weiter angestiegen.

Zu den Bremsaktionen gehörte u. a. eine Einschränkung des Leistungsumfanges. Z. B. bei den Brillen. Und den Bagatell-Arzneimitteln.
Weitere Kürzungen im Leistungsbereich stehen zur Diskussion. Prof. Beske hat beispielsweise Ausgabenkürzungen im Gesamtumfang von 19 Milliarden DM vorgeschlagen. Dies wird eines der zentralen Projekte der Gesundheitspolitik der nächsten Legislaturperiode.

Wären die Kostenbremsen nicht getreten worden, bekämen Sie zwar noch Ihr Brillengestell und die Nasentropfen. Vermutlich hätten Sie dann aber statt 5000 mehr als 10.000 DM pro Jahr zu zahlen. Wollen Sie das?

Seitz
Mitglied
erstellt am: 17. März 2001 12:02     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Lieber Lucky,
leider wieder nur die halbe Wahrheit!
Die ausgaben für die Behandlung der Patienten sins nicht gestiegen, sondern nur die versicherungsfremden Leistungen aufgrund der politischen Verschiebebahnhöfe.
Sehr gehrter Herr W.Thamm
Müssteb sie nur Beiträge für ihre Behandlung bezahlen wären die Beiträge in den lezten 20 Jahren um ca 30% gesunken!!

m.s.
www.dr-seitz.de

lucky
unregistriert
erstellt am: 17. März 2001 12:17           
Herr Seitz,
die ganze Wahrheit? Was ist das? War mein Statement an irgend einer Ecke falsch?

Wenn ich Sie richtig verstehe, schreiben Sie, die reine Behandlung der Patienten sei in den letzten 20 Jahren um 30% billiger geworden. Und nur dadurch, daß zusätzliche und versicherungsfremde Leistungen hinzugekommen wären, nur deshalb hätten sich die Kosten erhöht und nur deshalb hätte die Politik gebremst? Lieber Herr Seitz, auch Herr Thamm wird erkennen können, daß diese Darstellung nicht ganz ernst zu nehmen ist.

Zuschauer
unregistriert
erstellt am: 17. März 2001 22:15           
An Lucky

wahr oder nicht wahr ist nicht die Frage. Die Frage ist, ob Sie sich der tendenziösen Veränderung des Ausdruckes " Ausgaben der GKV" bewußt sind.
Die meisten assoziieren damit "Ausgaben für medizinische Behandlung" und das ist natürlich definitiv falsch.Alle die hier lesen wissen, dass die Ausgaben für medizinische Behandlung eben nicht der alleinige Grund für die Finanzmisere sind, (wiewohl diese Kosten -absolut- natürlich angestiegn sind,Herr Solga!).
Hätten wir allerdings weiterhin ca 21% der Geamt-GKV Ausgaben für die mediziniche Behandlung zur Verfügung würde diese Seite bei weitem nicht so erbitterte Gefechte erleben!

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 17. März 2001 22:22     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Lucky: vermutlich sind Sie ganz ernst zu nehmen, Ihr Beitrag aber doch wohl bestenfalls satirisch!
1998 und 1999: die Beiträge der Arbeitslosen und der Sozialhilfeemfänger zur Krankenversicherung werden drastisch gesenkt, die Leistungen für diesen Personenkreis jedoch nicht. Also bleibt das, was weniger in die Krankenversicherung eingezahlt wird, beim (stief)vater Staat. Pro Jahr pro Griff in die Taschen der Kassen 3 Mrd. DM weniger, also pro Jahr 6 Mrd. DM mal eben so weg.
2000: Altersrentner bekommen ein halbes Jahr nicht Altersrente (von der Rentenversicherung), sondern Erwerbsunfähigkeitsrente (von der Krankenversicherung), obwohl diese Personen gar nicht erwerbsunfähig sind. Spart Riesters Truppe pro Jahr DM 4 Mrd. DM, die fehlen aber im Krankenkassentäschl. Etikettenschwindel, illegal, Diebstahl. Oder wie sonst ist das zu bezeichnen? Da das so gut ging, wird die engste Mitarbeiterin von Riester flugs Gesundheitsministerin. Scahun mer mal, wie die ihre Erfahrungen in das Gesundheitsministerium einbringt! Bis zuletzt wußte das BMG gar nicht, wo die Lücken stecken, da war der Coup schon perfekt.

Soweit nur mal die dreistesten der Verschiebebahnhöfe.

Die Ausgaben für die (doch wohl als medizinsche Behandlung zu bezeichnende) ambulante ärztliche Tätigkeit als Anteil der Einnahmen der Krankenkassen sind von 21% (1971) auf 14% 1999 gesunken. (im stat. Bereich und bei den Medikamenten ähnlich). Damit wird ein Drittel, knapp 33%, mehr noch als Seitz angegeben hat, weniger für ärztliche Betreuung ausgegeben als noch 1971. Ist doch wohl klar, daß, wenn die Beiträge sich daran orientiert hättren, die Beiträge um eben dieses Drittel geringer sein könnten, ohne daß in diesem Bereiche weniger Leistungen in Anspruch genommen werden könnten, im Gegenteil. Also wird mehr und mehr der Einnahmen für andere Zwecke ausgegeben, ganz offensichtlich und nachprüfbar.

Lucky, Ihr Statement wahr nun nicht falsch, das hat Seitz auch nicht behauptet, es war nur eben gerade mal halb richtig. Das ist immerhin schon 100% mehr, als wir von der Politik und den Krankenkassen zu hören bekommen.
Die andere Hälfte bei Seitz. Und mir.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 17. März 2001 22:29     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Zuschauer: "wiewohl diese Kosten -absolut- natürlich angestiegn sind,Herr Solga!":
1. nie etwas anderes behauptet

2. lediglich die absoluten Zahlen, real sind z.T. erhebliche MINDERZAHLUNGEN an der Tagesordnung! Versuchen Sie mal, einem Tarifangestellten eine Lohnsteigerung von 1,3% als Einkommenszuwachs klarzunmachen! Da ernten Sie von der Gewerkschaft bestenfalls Gelächter! Und noch reden wir nur vom Umsatz.

3. stetig steigende Ansprüche der Patienten, die sich in den Gerichtssprüchen äußern (Zugänglichkeit für Behinderte, ausufernde Prüfverfahren, Anspruch auf stets modernsten Standard in der Arztpraxis, sich stetig verschärfende Konditionen im OP-Bereich usw.) führen zu vom Patienten gewünschten Qualitätssteigerungen. Dadurch nehmen die Ausgaben erheblich zu. Wir haben also bei notwendigerweise steigendem Leistungsangebot mit steigenden Kosten sogar, wie oben beschrieben, real sinkende Umsätze, die Gewinne stürzen dadurch ab.

undine
unregistriert
erstellt am: 18. März 2001 11:21           
Danke, daß endlich jemand Herrn Prof. Beske erwähnt. Er ist schließlich auch für die "geplante" Schließung von 38 Krankenhäusern in NRW verantwortlich.

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