Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

Die URL dieses Files: http://www.ariplex.com/ama/ama_dial/adi640-7.htm

Dieses File ist ein MIRROR. Es ist ein Teil einer Dokumentation. Das Original dieses Files befand sich in der Web-Site des http://www.dialog-gesundheit.de * Gesundheitsministeriums.

Zum Verständnis dieses Files ist es ZWINGEND erforderlich, die Einleitung dieser Dokumentation zu lesen!

Die originalen Links in diesem File funktionieren nicht!

Unsere File-Nummern entsprechen dem Aufbau zu dem damaligen Zeitpunkt, als diese Mirror-Seiten als Belegstücke gesichert wurden.

Die Deutsche Amalgam-Page ist mit dem Gesundheitsministerium weder assoziiert noch sonstwie verbunden.

Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

Bitte besuchen Sie auch unsere Nachbarn auf dem http://www.ariplex.com * Antares Real-Estate InfoPlex


*





Senden Sie diese Seite per eMail an einen Freund!
  Foren
  Gesundheit im Dialog
  Hausgeburt/Geburtshaus aus meiner Sicht (Seite 7)

Ich will ein neues Thema erstellen  Antwort erstellen
Profil | Registrieren | Voreinstellungen | Hilfe | Suchen

Dieses Thema ist 8 Seiten lang:   1  2  3  4  5  6  7  8  nächster neuer Beitrag | nächster älterer Beitrag
Autor Thema:   Hausgeburt/Geburtshaus aus meiner Sicht
Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 26. März 2001 23:23     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Herr Ruf: dieses Beispiel war auch nur dazu da, den Absolutheitsanspruch der hehren Elternschaft ein wenig zu relativieren.
Die Frage der gesellschaftlichen Relevanz des Einflusses auf den Einzelnen halte ich ebenfalls für ganz extrem wichtig, gerade in Zeiten, da die Sterbehilfe in unserem Land, dem Europa, ja nun schon teilweise legal ist. Wie seihts da mit dem -wirklichen oder vermeintlichen- Druck auf den einzelnen Alten aus? Freie Entscheidung? Aber das geht wohl am Thema dieses Threas vorbei. Kennen Sie ein Forum, in dem diese Fragen diskutiert werden?

harald Ruf
unregistriert
erstellt am: 26. März 2001 23:42           
Hallo Dr. Solga,


bedauerlicherweise habe ich bisher auch kein solches gefunden. Da aber auch ich diese Themen für existenziell wichtig erachte, würde es sich vielleicht anbieten, anzuregen, dieses als weiteres - ähnlich wie Frage Humangenetik - im Katalog aufzunehmen.

Gruß

WalterDG
unregistriert
erstellt am: 27. März 2001 00:36           
Hallo Herr Behrmann, Hallo Dr. Solga.

1) Behrmann

>Zu WalterDG: ich habe ihm schon 100fach erklärt,daß für mich das
>vermeidbare Risiko des Einzelfalles zählt.

Sie haben mir überhaupt nichts 100fach erklärt. Sie gehen von einem hypothetischen 1 in xxxxx Risiko aus, dessen Größenordnung Sie noch nirgends benannt haben und behaupten ohne Beleg, dass dieses Risiko Grund genug sei, eine Frau zum Gebären unbedingt ins Krankenhaus zu zwingen. Welche anderen/zusätzlichen Risiken es im Krankenhaus gibt (Transport, fremde Umgebung, wechselnde Betreuer, Medikamente wie Verzögerer und Beschleuniger der Wehen, Anästhetika; Krankenhauskeime usw.) spielt für Sie offensichtlich keine Rolle.

> ... Statistiken, die auch noch völlig undurchsichtig sind, da schlecht
>ausgegangene bzw. verlegte Hausgeburten zu Lasten der Kliniksstatistiken
>gezählt werden. Laut insofern bereinigten Statistiken sieht es dann für
>Holland nämlich gar nicht so toll aus.

Wollen Sie Ihren wissenschaftlich arbeitenden Kollegen schon wieder einmal Statistikmanipulation und schlampige Veröffentlichungen unterstellen? (Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst bereinigt hast)

Die WHO (Care in Normal Birth, 1999) nennt beispielhaft eine prospektive Studie aus Holland über Geburten nach Schwangerschaften mit niedrigem Risiko, bei der auftretende Komplikationen unter dem g_e_p_l_a_n_t_e_n Geburtsort verbucht wurden, ein Transfer ins Krankenhaus wirkte sich nicht zu dessen Lasten aus. Ergebnis: Hausgeburt war mit keinem höheren Risiko behaftet (Wiegers 1996). Ähnliche Studien gibt es auch aus Dänemark, Großbritannien usw. Sie haben immer noch keine der von mir vor langem genannten Studien entkräftet. Für Ihre Behauptung, die holländischen Zahlen seien manipuliert, haben Sie noch keinen Beweis vorgelegt.

2) Solga

> die Klinikgeburt ist nun mal sicherer

Zumindest bei Geburten mit niedrigem Risiko – und um die geht es in dieser Diskussion doch - ist die WHO anderer Ansicht (s.o.).
Ich habe nie einer Hochrisikoschwangeren (alle Frauen mögen mir diesen Begriff verzeihen) von einer Krankenhausgeburt abgeraten. Ich würde mir aber nicht anmaßen, einer Schwangeren mit niedrigem Risiko das Recht auf eine Haus- oder Geburtshausgeburt abzusprechen.

Ich glaube, dass jede verantwortungsvolle Frau und ihre Hebamme sich bei Anzeichen von Komplikationen für eine Klinikgeburt entscheiden würden. Wie hätten es auch getan. Wir haben diese Entscheidung dreimal nicht treffen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

WalterDG

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 27. März 2001 00:48     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
WalterDG: Mir gehts um die -zugegebenermaßen sehr wenigen- bei denen unvorhersehbarerweise was passiert. Was dann? m.E. gehts hier um diese Frage, also jedenfalls mir. Diese sehr Wenigen leiden sehr wahrscheinlich wegen des Egoismus (nun schimpft nicht gleich alle!) von Vielen. Was machen wir denn da?

Saschi
Mitglied
erstellt am: 27. März 2001 09:12     Sehen Sie sich das Profil von Saschi an!   Senden Sie Saschi eine eMail!     
Puh, hier kommt man ja inzwischen vom vom Pudding zum Kiwi....

Herr Dr. Solga, warum meinen Sie eigentlich, es sei egoistisch, sein Kind im Geburtshaus oder zu Hause zu gebären?
Begeben wir uns doch nochmal nach Holland.
Da sagt der Frauenarzt zur Schwangeren: Sie haben eine traumhafte Schwangerschaft, alles im grünen Bereich, ich rate Ihnen, bekommen Sie Ihr Kind zu Hause!
Die Frau geht aber in die Klinik, weil sie sich dort sicherer f_ü_h_l_t, und nimmt dabei in Kauf, daß ihr Baby dem Klinikstreß ausgesetzt wird, der mitunter traumatisch k_a_n_n (und das nicht selten).
Wie heißt es doch so schön? Der erste Eindruck zählt?
Das ist ein Punkt, den ich bei der Schulmedizin einfach bemängeln muß. Sie versucht physische, also sichtbare (wie auch immer geartete) Schäden zu verhindern. Aber sie übergeht dabei völlig, daß sie oft durch brachiale Methoden dieses Ziel erreichen will, die wiederum die Psyche des Neugeborenen auf irreparable Art verletzt.
Aber das kann man ja nicht sehen...
Alle Finger sind dran? Alle Zehen? Gut, das Kind ist gesund, nächste Geburt!

Ich verstehe auch nicht so ganz, warum sich die Diskussion so im Kreis dreht?
Ich dachte, die Lösung wäre gefunden: Geburtshilfe und Geburtsmedizin müssen sich so entgegenkommen, daß alle Sicherheitsaspekte sowie die Möglichkeit zu einer entspannten Geburt berücksichtigt sind.

Die Umsetzung wird leider noch auf sich warten lassen, aber es ist doch bereits ein Anfang gemacht. Wir reden darüber und überlegen Lösungen. Und diese Diskussion findet ja nicht nur hier statt.

Ich bin optimistisch.

Anke J.
unregistriert
erstellt am: 27. März 2001 10:18           
Mich stört nach wie vor, daß Hausgeburts- oder Geburtshauseltern als egoistisch hingestellt werden, als würde eine solche Entscheidung nur aus eigenem (Wohlfühl-) Interesse getroffen. Es gibt gar nicht so wenige Vorteile für das Kind, und ich glaube nicht, daß jemand zu Hause bleibt nur weil er/sie sich da wohler fühlt, wenn er/sie gleichzeitig weiß, daß eine Klinikgeburt im konkreten Fall für das Kind wahrscheinlich besser wäre. Keiner würde zu Hause bleiben, wenn das vorausschaubare medizinische Risiko für das Kind dort tatsächlich größer wäre.
Den Eltern im Interesse des "Allgemeinwohls" das Recht auf eine Entscheidung abzsprechen, wo sie ihr Kind zur Welt bringen wollen (nicht unbedingt werden), geht mir denn auch ein wenig zu weit. In der Konsequenz entscheidet die sog. Gesellschaft, oder die WHO oder vielleicht ein einzurichtendes Ärztegremium? über mehr oder weniger alle wichtigen oder auch weniger wichtigen medizinisch-gesundheitlichen Fragen, die weiterhin anstehen werden? Jedem wird vorgeschrieben, was er wann und wie und ob überhaupt zu behandeln hat? In einer solchen Gesellschaft braucht niemand mehr zu lernen, die Verantwortung für sich selber geschweige denn seine Kinder zu übernehmen. Wie praktisch. Ich frage mich, wie ein fernes Gremium eine solche Verantwortung übernehmen kann, wenn angeblich schon die Eltern damit überfordert sind. Und weiter frage ich mich, aus wem sich denn so ein Gremium zusammensetzen soll: Einige mündig gebliebene Ärzte?
Wer von der Klinikgeburt überzeugt ist, soll da hingehen können, wer zu Hause/im Geburtshaus bleiben möchte, soll das tun können, wer von Berufs wegen zu Ratschlägen berechtigt ist, soll das tun, gefragt oder ungefragt, aber noch gibt es die Vielfalt auf der Welt und das Recht auf eigene Entscheidung, und daran sollte auch nicht gekratzt werden.

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 27. März 2001 20:04           
Nochmal zu den Statistiken(Vergleich der Ergebnisse Hausgeburt/Geburtshaus gegenüber Klinik).
Selbst wenn herauskäme,daß die Ergebnisse bezüglich Schäden gleich wären,dann wäre das immer noch ein schlechtes Ergebnis für die außerklinische Geburt.
Denn: bei dieser wird ja eine ganz starke Risikoselektion betrieben(was ich natürlich sehr begrüße;Rosinenpickerei im höchst positiven Sinn),wohingegen in der Klinik natürlich sämtliche Risikofälle und auch unabwendbaren Komplikationen mitzählen.

Wenn dann noch die schlecht ausgegangenen,verlegten Entbindungen zur Kliniksstatistik dazukommen,dann ist das Bild nochmal verzerrt.

Ich finde übrigens 13% Verlegungen vom Geburtshaus/der Hausgeburt für Mutter UND Kind bei in Gang gekommener Geburt auch nicht
gerade ein Zuckerschlecken für die beiden.

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 27. März 2001 23:59           
Was ich meine,ist,daß die Hausgeburtsstatistik WESENTLICH bessere Ergebnisse vorlegen müßte als die Gleichen.

walterDG
unregistriert
erstellt am: 29. März 2001 00:45           
Dr. Solga, Herr Behrmann, Herr Rapp,

ich glaube, so weit sind wir gar nicht voeneinander entfernt, vielleicht nähern wir uns nur wie die Physiker von beiden Seiten einem Grenzwert an. Ich habe soeben eine Fernsehsendung über Elementarteilchen gesehen. Es ging in dem Beitrag zwar nicht um Tachyonen (das sind hypothetische Teilchen, die im „Ruhezustand“ unendliche Geschwindigkeit haben und sich bei Energieaufnahme der Lichtgeschwindigkeit nähern), aber so ähnlich kommt mir Ihr Weltverständnis vor und das, was „Saschi“ zumindest von Herrn Rapp unterstellt wird.

>Mir gehts um die -zugegebenermaßen sehr wenigen- bei denen
>unvorhersehbarerweise was passiert. Was dann? m.E. gehts hier
>um diese Frage, also jedenfalls mir. Diese sehr Wenigen leiden
>sehr wahrscheinlich wegen des Egoismus (nun schimpft nicht gleich
>alle!) von Vielen. Was machen wir denn da?

Dr. Solga und Herrn Behrmann geht es nicht um die statistischen Wahrscheinlichkeiten von Risiken einer Hausgeburt (bei einer Schwangerschaft ohne erkennbare Risiken) im Vergleich zu einer Klinikgeburt, sondern um den „Einzelfall“, also das eine Kind, das eventuell zufällig dadurch gerettet werden könnte, wenn sich seine Mutter zu einer Geburt in der Klinik entscheiden sollte – ungeachtet all der anderen Risiken, die zusätzlich zu den normalen Geburtsrisiken in einer Klinik entstehen könnten.

Zufällig muss dann auch noch ein Neonatologe anwesend sein, der sofort eingreifen kann, denn nach 5 Minuten ist es bereits zu spät und das Baby hat einen Hirnschaden.

Die Realität sieht anders aus. Im Idealfall ist auch in der Klinik ein Arzt erst nach 10 Minuten, im Durchschnitt erst nach 15 Minuten und manchmal noch später anwesend (BGH VI ZR 190/95 vom 16.04.1996). Dann ist es laut Herrn Behrmanns Bekunden auch in der Klinik hoffnungslos zu spät

RAPP: „Die gleiche Saschi, die sich vor Impfkomplikationen mit der Rate 1 zu 1 Million graut, nimmt - für ihr Kind wohlgemerkt - anstandslos das fünfprozentige Risiko schwerer Probleme in Kauf.“

Für mich denken Dr. Solga und Herr Behrmann einerseits und – die Richtigkeit von Herrn Rapps Unterstellung angenommen – Saschi andererseits beide Seiten ähnlich, nur an verschiedenen Enden des Universums. Beiden Seiten geht es um den Einzelfall, einen Hirnschaden bei einer Hausgeburt oder einen Impfschaden – ungeachtet der Risiken einer Klinikgeburt oder einer Viruserkrankung.

Herr Dr. Solga, es geht nicht nur bei der Hausgeburt um die Frage, was ist, wenn etwas unvorhergesehen passiert, sondern auch bei der Klinikgeburt. Der Unterschied ist doch wohl, dass eine Hebamme den Geburtsvorgang so lange als möglich als etwas natürliches ansieht, das sie mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt, während ein Arzt in erster Line das pathologische sehen wird, das er so früh wie möglich mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen muss, wenn er sich nicht dem Vorwurf eines Versäumnisses oder Kunstfehlers ausgesetzt sehen will.

Herr Behrmann, ich glaube, Sie verstehen die Sprache und diese Zahlen:
"In Madera County Hospital in California, where there is a transient, high risk population, midwives did the best job. In 1959, when doctors did the deliveries the neonatal mortality rate was 23.9/1,000. During 1960-1963, midwives had a rate of 10.3/1,000. When OBGYNs took over again in 1964, the rate skyrocketed to 32.1/1,000."
(Jones, Carl. Alternative Birth. Los Angeles: Jeremy P. Tarcher, 1990.)

> Was ich meine,ist,daß die Hausgeburtsstatistik WESENTLICH bessere Ergebnisse vorlegen müßte ...

Moving the goalposts? Aus Mangel an Argumenten die Latte etwas höher legen?

Herr Behrmann, ich kann Sie beruhigen, es gibt die von Ihnen geforderten Veröffentlichungen, dass Hausgeburt bei Schwangerschaften mit niedrigem Risiko BESSER ist als eine Klinikgeburt. Auf Wunsch nenne ich in diesem Forum gerne die entsprechenden Literaturzitate.

Der deutschen Justiz reicht es, wenn es mehrere medizinische Behandlungsmethoden gibt, die entweder gleiche Risiken oder gleiche Erfolgschancen bieten. Wenn sich diese nur in Risiken oder Erfolgschancen unterscheiden, muss über die verschiedenen Methoden informiert werden (BGH VI ZR 100/99). Bei der Wahl der Methoden hat dann der Patient ein Mitbestimmungsrecht. Der Arzt kann empfehlen – der Patient entscheidet, welche Risiken er auf sich nehmen will. Wenn dies für Operationen gilt, dann gilt das um so mehr für einen natürlichen Vorgang wie eine Geburt.

>Wenn dann noch die schlecht ausgegangenen, verlegten Entbindungen zur Kliniksstatistik dazukommen, dann ist das Bild nochmal verzerrt.

Perinatale Sterblichkeit, pro 1000 Lebendgeburten (Daten von OECD, WHO, CIA)
D=Deutschland, NL=Niederlande („Holland“)

__1960_65_70_75_80_85_90_95_2000
D__36_29_27_26_19_16_12_10__4,77
NL_27_23_19_14_11_10_10__8__4.42

Wie in
"http://foren.medizin-forum.de/articles.public/article_show.html?id=54229&newsgroup=9&parent=44985&lid=7"
ausgeführt, sind dies die Daten über alle Geburten, d.h. Klinik- und Hausgeburten zusammen, eine „Manipulation“ der Zahlen zugunsten der Hausgeburt ist hier also nicht möglich.

Ich kann auch gerne die entsprechenden Zahlen zur Müttersterblichkeit nennen.

In den 60er Jahren hatten die Niederlande eine Hausgeburtenrate von über 60 %, die bis Ende der 80er unter 30 % sank. Auch heute noch liegt die Hausgeburtenrate in den Niedelanden deutlich über der in Deutschland, die Sterblichkeit (und wohl auch die Morbidität) von Neugeborenen darunter.

Viele Grüße

Walter Dietrich-Götz

walterDG
unregistriert
erstellt am: 29. März 2001 10:55           
Korrektur

Es war schon spät letzte Nacht und da bin ich wohl bei der Sterblichkeitstabelle (D) in die falsche Spalte gerutscht. Hier sind die korrekten Zahlen:

Perinatale Sterblichkeit, pro 1000 Lebendgeburten
(Daten - z.T. gerundet - von OECD, WHO, CIA)
D=Deutschland, NL=Niederlande („Holland“)
__1960_65_70_75_80_85_90_95__2000
D___36_29_27_19_12__8__6__7__4,77
NL__27_23_19_14_11_10_10__8__4,42

walterDG
unregistriert
erstellt am: 29. März 2001 10:59           
Korrektur (war wohl in die falsche Zeile gerutscht)

Perinatale Sterblichkeit, pro 1000 Lebendgeburten
(Daten - z.T. gerundet - von OECD, WHO, CIA)
D=Deutschland, NL=Niederlande („Holland“)
__1960_65_70_75_80_85_90_95__2000
D___36_29_27_19_12__8__6__7__4,77
NL__27_23_19_14_11_10_10__8__4,42

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 29. März 2001 13:13           
Von der Sterblichkeit mal so eben auf die Morbidität (Schädigungsrate) schließen zu wollen,zeugt nicht gerade von Seriosität.

Michaela
unregistriert
erstellt am: 29. März 2001 15:40           
Ich habe mein erstes Kind im KH entbunden. Alle waren sehr nett und der diensthabende FA ließ uns trotzdem 4 Geburten gleichzeitig liefen viel Zeit und verbreitete keine Hektik, obwohl die Fruchtblase schon 6 Stunden vorher geplatzt war. Wahnsinnig gemacht haben mich die Hebammenschülerin und die Hebamme. Erstere fragte mich in einer unmöglichen Situation (auf der Bettpfanne hockend!), ob das Kind geplant oder ein "Unfall" sei, letztere weigerte sich, den Wehentropf, der mir wegen Geburtsstillstand angelegt wurde, niedriger zu stellen, als ich merkte, daß die Wehen wieder von selber und kräftig kamen. Sie gab nach, als sie feststellte, daß ich gar keine Wehenpause mehr hatte. Den Dammschnitt, obwohl unnötig, hat sie ohne Vorwarnung gemacht. Also keine Gelegenheit zum Protest. Als das Kind da war, wurde von ihr sofort die Nabelschnur abgeklemmt und dem verdatterten Papa die Schere in die Hand gedrückt mit dem Befehl, "Der Papa schneidet die Nabelschnur durch -schnell!".
Als ich anmerkte, daß ich ambulant entbinde, hieß es, "Sie haben viel Blut verloren. Da müssen sie noch 6 Stunden zur Beobachtung bleiben." Ich war natürlich einverstanden. Die Beobachtung sah dann allerdings so aus: Wir wurden in einen gerade ungenutzten OP geschoben und für die nächsten 5 Stunden dort alleine gelassen! Nicht mal ein Kinderbettchen bekam ich; ich hatte meinen Sohn die ganze Zeit im Arm.
Soviel zur vielgepriesenen perinatalen Überwachung von Mutter und Kind bei einer ambulanten Geburt.
Meine Tochter kam vor 6 Monaten zu Hause zur Welt. Die Geburt ging so schnell vonstatten, daß ich das Kind beinahe ganz alleine bekommen hätte -ohne das zu wollen versteht sich- wenn wir die Hausgeburt nicht geplant hätten. In ein KH hätte ich es auf keinen Fall mehr geschafft.
Meine Hebamme wich mir auch in den Stunden nach der Geburt nicht von der Seite und sah auch immer wieder nach meiner Tochter.
So sah die Betreuung nach der Geburt zu Hause aus.
Im Zweifelsfall wären es übrigens zur Uniklinik mit dem Auto höchstens 5 Minuten gewesen.
Denken Sie mal darüber nach, was im KH alles unbemerkt hätte passieren können.

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 29. März 2001 19:11           
Aus einem anderen Forum(Eltern):

Re: Re: Interessant
Do, 29. Mrz. 2001, 17:18

Ich habe mich auf anraten meines arzts zur entbindung in einer klink mit intensiv und noenatologie für säuglinge entscheiden.
meine schwangerschaft lief super,deshalb habe ich auch überlegt im geburtshaus zu entbinden.
schöne atmosphäre,kerzenlicht und sanfte geburt.

zum glück hatte ich mich doch für die klinik entschlossen.

die geburt verlief gut. doch bei der ersten untersuchung durch die kinderärzte der klinik wurde eine steptokokken b infektion festgestellt. 30% der frauen haben steptokokken und 10% der babys infizieren sich. wir waren bei diesen 10 % und ich bin heilfroh in der klinik entbunden zu haben.denn wann hätte man nach einer geburtshaus geburt den infekt erkannt? rechtzeitig? zu spät?
sicher hätte die geburt für mich ohne wehentropf und so weiter schöner gewesen sein können. auch die behandlung der schwestern war manchmal nicht gerde einfühlsam.

doch habe ich in den 14 tagen in der neonatologie viele eltern und babys kennengelernt die mir meine einstellung bestätigten dass die sicherheit der babys in einer klinik mit säuglingsstation wo sofort eingegriffen werden kann wenn mit dem baby etwas nicht stimmt,einer geburt im geburtshaus vorzuziehen ist(für mich)

auch mein nächstes baby werde ich in einer klinik entbinden.

liebe grüsse T.


Anmerkung Behrmann: als ich 81 in der Kinderklinik anfing,starben noch Neugeborene an B-Streptokokken oder bekamen schwere Schäden.Später ist das bei den im Haus geborenen Kindern nicht mehr passiert.

walterDG
unregistriert
erstellt am: 30. März 2001 00:33           
Herr Behrmann,

auf die Seriosität von Anekdoten, die nur Ängste schüren sollen, brauche ich wohl weiter nicht einzugehen.

Kennen Sie mich wirklich so schlecht, dass Sie folgern müssen, ich würde leichtfertig Behauptungen aufstellen?

Im übrigen habe ich keine Schlüsse gezogen, sondern eine Vermutung geäußert, wie allein schon durch die Wahl des Wortes "wohl" deutlich sein dürfte.

Dass diese Vermutung nicht aus der Luft gegriffen ist, kann ich u.a. mit einer Reihe wissenschaftlicher Veröffentlichungen untermauern. Ich habe eine Liste zusammengestellt und kann sie auf Wunsch gerne hier veröffentlichen.

MfG

Walter Dietrich-Götz
Dr. rer. nat.

Michaela
unregistriert
erstellt am: 30. März 2001 13:44           
Könnten mich die Herren Ärzte bitte aufklären, auf welche Art und Weise eine Infektion mit B-Steptokokken festgestellt wird?
Denn mir ist nicht bekannt, daß bei meinem Sohn in der Klinik etwas anderes gemacht wurde, als die Hebamme bei mir zu Hause gemacht hat: eine ganz normale U1.
Muß es für eine solche Infektion bestimmte Anzeichen geben, oder werden da Routineuntersuchungen gemacht?
Mein Sohn wurde nach der Entbindung noch im Kreißsaal kinderärztlich untersucht, daher weiß ich genau, daß nichts zusätzlich untersucht wurde.
Bei meiner Tochter kam am 3. Tag nach der Entbindung übrigens mein KiA zur U2 zu uns nach Hause...
Ich wäre sehr dankbar, wenn mir einer von Ihnen das Procedere erklären könnte.
MfG,
Michaela

Behrmann
unregistriert
erstellt am: 30. März 2001 15:37           
Ich erzähle keine Anekdoten,sondern Fakten.
Wenn Sie das nicht kapieren,ist das Ihr Problem.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 30. März 2001 18:39     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
WalterDG: Wenn Sie Behrmanns Beiträge aus anderen Foren Anekdoten nennen und nicht gerne mögen, verbieten Sie doch bitte Anderen, die andere Einzelfälle darstellen, dies ebenfalls. Sonst wirds Bild schief, WalterDG.

Behrmann
unregistriert
erstellt am: 30. März 2001 20:20           
Der begnadete WalterDG:
Im übrigen habe ich keine Schlüsse gezogen, sondern eine Vermutung geäußert, wie allein schon durch die Wahl des Wortes "wohl" deutlich sein dürfte.

Das ist nicht spitzfindig,sondern schwach.

Sie verstehen doch überhaupt nichts von den Dingen,Herr "Fachredakteur".

Lassen Sie mich in Ruhe.

Michaela
unregistriert
erstellt am: 31. März 2001 10:01           
Haaallo,
könnte mir jetzt bitte endlich jemand auf meine vollkommen ernstgemeinte Frage, wie man eine Infektion mit B-Streptokokken feststellt, antworten???
Es ist doch unnötig, sich darüber zu streiten, ob Herr Behrmann Einzelfallbeispiele nennt, oder nicht! Ein Gesamtbild setzt sich nunmal aus tausenden Einzelfällen zusammen, nicht wahr?
Ich habe keine 1000 Kinder geboren, sondern nur 2 -also kann ich auch nur von diesen beiden Einzelfällen berichten. Und es wäre wohl von Ihnen allen auch etwas viel verlangt, sämtliche Ihnen bekannten Patientendaten durchzugehen und eine Statistik zu erstellen.
Also, was ist nun mit meiner Frage?

MfG,
Michaela

Behrmann
unregistriert
erstellt am: 31. März 2001 17:23           
B-Streptokokken
Man macht Abstriche vom Rachen,den Ohren und eventuell anderen Körperpartien,die im Labor untersucht werden.
Ob es inzwischen auch einen Schnelltest(wie für A-Streptokokken) gibt,weiß ich nicht.

Michaela
unregistriert
erstellt am: 31. März 2001 20:04           
Danke, Herr Behrmann!!!
Heißt das im Klartext, daß ein Abstrich nur bei begründetem Verdacht gemacht wird? Wenn ja, bedeutet das, daß man auch im KH keine Sicherheit hat, daß es (rechtzeitig) bemerkt wird und ist somit für diese Diskussion irrelevant, oder täusche ich mich?
MfG,
Michaela

Werner Rau
unregistriert
erstellt am: 31. März 2001 20:20           
Schade, dass Hausgeburten in den Medien immer so negativ und gefährlich dargestellt werden. Wir hatten zuhause selber zwei wunderbare Hausgeburten und wir finden es gibt nichts Schöneres und Natürlicheres. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass etwas schief gehen könnte, was mitunter auch an der tollen Unterstützung von unserer Hebamme lag. Es wundert uns nicht, dass bei all' den Hiobsbotschaften von Geburtspannen die Frauen regelrecht "zumachen". Es wäre wünschenswert, wenn Frauen wieder mehr Selbstbewußtsein in dieser Angelegenheit entwickeln würden, schließlich ist es ein ganz natürliches Ereignis. Und ein schönes zudem!!!!
Claudia und Werner Rau

Behrmann
unregistriert
erstellt am: 31. März 2001 22:09           
Michaela;
ich weiß nicht wie es heute gehandhabt wird.

walterDG
unregistriert
erstellt am: 01. April 2001 00:19           
Dr. Solga: „WalterDG: Wenn Sie Behrmanns Beiträge aus anderen Foren Anekdoten nennen und nicht gerne mögen, verbieten Sie doch bitte Anderen, die andere Einzelfälle darstellen, dies ebenfalls. Sonst wirds Bild schief, WalterDG.“

Herr Dr. Solga,

ich denke, Herr Behrmann hat verstanden, was ich gemeint habe (weil er auf das Thema Anekdoten ohnehin sehr schlecht zu sprechen ist), Sie offensichtlich nicht. Gehen Sie doch bitte zum ersten Beitrag dieses Threads zurück. Wenn das keine Anekdote ist ...
“Fakt“ (?) ist, dass ein Baby nach einer Klinikgeburt möglicherweise vor einem größerem Schaden bewahrt wurde, weil zufällig ein Arzt in der Nähe war. Über eine Hausgeburt sagt das überhaupt nichts aus. Das Bild ist von vorneherein schief, wenn eine Seite nur Behauptungen und Anekdoten liefern kann und die andere wissenschaftliche Veröffentlichungen (ich habe überdies durchaus auch eigene Erfahrungen zum Thema Hausgeburt, die sind vergleichsweise aber nur gering im Vergleich zur weltweiten wissenschaftliche Literatur). Ich werde mir nicht anmaßen, anderen etwas zu verbieten. Ich werde aber weiterhin deutlich meine Meinung sagen, wenn ich das für nötig halte, und außerdem begründen und belegen.


Behrman: „Das ist nicht spitzfindig,sondern schwach.“

Herr „Doc“ Behrmann,

so lange Sie keine anderen Argumente ins Feld führen, kann ich ja beruhigt sein. Schwach ist, dass Sie bisher in der ganzen Diskussion nur behauptet, aus dem eigenen Erleben anekdotenhaft berichtet und aus anderen Foren zitiert haben, keine Ihrer Behauptungen (vor allem die zentrale Behauptung, Hausgeburt sei unsicherer als Klinikgeburt bzw. Ihre jüngste Forderung, es reiche nicht, wenn sie ebenso sicher sei, sie müsse sicherer sein) haben Sie irgendeiner Weise belegt. Die Schlussfolgerung, wer keine Ahnung hat, überlasse ich gerne den Lesern dieses Forums. Ich brauche meinen Fachredakteur und meinen Dr. rer. nat. nicht in Anführungszeichen zu setzen.

Belegen Sie Ihre Behauptungen - falls Sie das können, lasse ich Sie gerne in Ruhe.

Walter Dietrich-Götz

Dieses Thema ist 8 Seiten lang:   1  2  3  4  5  6  7  8 

Alle Zeiten sind GMT (DE)

nächster neuerer Beitrag | nächster älterer Beitrag

Administrative Optionen: Beitrag schliessen | Archivieren/Bewegen | Beitrag löschen
Ich will ein neues Thema erstellen  Antwort erstellen
Gehe zu:

Kontakt | http://www.dialog-gesundheit.de

Powered by: Ultimate Bulletin Board, Version 5.44a
© Infopop Corporation (formerly Madrona Park, Inc.), 1998 - 2000.
Deutsche Übersetzung von thinkfactory.



*

[ zur Einleitung der Dokumentation ]


hier geht's weiter !
[ Das Amalgam-Zentrum ]


Copyright Inhalt © der jeweilige Autor
Copyright laut Datenbank-Richtlinie © 2002 Gesundheitsministerium
Copyright Dokumentation © 2002
Aribert Deckers
and
Copyright Dokumentation © 2002
Antares Real-Estate

Jegliche Weiterverwendung der Texte der Amalgam-Page ist verboten.
Verlage dürfen sich wegen der Nachdruckrechte per Email an mich wenden.
Aribert Deckers