Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   Hausgeburt/Geburtshaus aus meiner Sicht
walterDG
unregistriert
erstellt am: 24. März 2001 00:29           
Eigentlich ging es hier (ursprünglich) um die angeblichen Gefahren einer Hausgeburt.
Inzwischen sind wir bei Bachblüten und sonstigem angelangt. Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren - Herr Behrmann zitiert ja selbst so gern aus anderen Foren - in einem dieser Foren (z.B. Hebammen in Österreich) hat Herr Behrmann letztendlich zu erkennnen gegeben, dass er keine Zahlen zur ("Gefährlichkeit" von) Hausgeburt gegenüber Klinikgeburt kennt, dass er sich mit über 10 von mir genannten wissenschaftlichen Studien der internationalen medizinischen Literatur nicht befasst hat und seine Aussagen nur auf einige wenige ihm bekannte Kliniken zutreffen. Mit Hausgeburt selbst hat er wohl keine Erfahrungen.

Auf dieser Basis sollten wir weiter diskutieren.

Walter

Lea
unregistriert
erstellt am: 24. März 2001 00:40           
Auch ich habe hier eine ganze Weile mitgelesen. Jetzt sage ich selbst einmal etwas dazu.

1. Es gibt unter den Geburtshäusern genauso wie unter Kliniken "schwarze Schafe".

2. Weder ist eindeutig bewiesen, dass Klinkgeburten völlig risikolos verlaufen, noch gibt es Beweise für die risikolosigkeit von Hausgeburten / Geburtshaus-Geburten! Das streitet niemand ab!

3. Bewiesen ist, dass das Infektionsrisiko in einem Krankenhaus weit höher liegt als zu Hause. UNd warum ist das so??? Weil in der Klinik weitaus mehr Menschen täglich unterwegs sind als zu Hause. Außerdem kommt etwas ganz wichtiges dazu: Während einer Entbindung in der Klinik wird man oft, wenn nicht zu häufig noch dazu von verschiedenen Leuten untersucht. Zu Hause /im Geburtshaus geschieht das durch eine einzige, max. zwei Hebammen. Das zum Thema Infektion.

4. Ja ich kann mitreden. Ich habe hier daheim keine typische Kleinfamilie, sondern bereits mehrere Kinder - ein weiteres folgt in den nächsten Wochen.

5. Ich bin mir sicher, dass es doch einen riesigen Unterschied zwischen den Risiken der Klinik- und der Hausgeburt/ Geburtshaus-Geburt gibt. Wie sonst läßt es sich erklären, dass mein erstes Kind 5 Tage nach dem Termin ohne jeden Grund 2geholt" wurde. Die Quittung bekam ich promt: Gelbsucht mit UV Behandlung, Gibsfüße und Spreizhose und jetzt auch noch Konzentrationsstörungen und Nervosität. Zwei der folgenden Kinder kamen in einer winzigen Klinik ohne med. Hilfe von allein zur Welt, eines zu Hause. Alle drei hatten weder Gelbsucht, noch brauchten sie Gipsfüße oder Spreizhose. Auch was die Konzentrazion und die innere Ruhe angeht, sind die drei "sanft" geborenen Kinder anders als das große - nämlich ruhiger, ausgeglichener, können sich länger auf entwas konzentrieren.

Man sollte endlich einmal aufhören die Geburt als medizinische Situation zu sehen. Sie reden hier von Verantwortungslosigkeit der Mütter ihren ungeborenen gegenüber! Es ist eine enorme Verantwortung, die eine Mutter ihrem Kind gegenüber übernimmt! Ich werde diese Verantwortung auf jeden Fall wieder übernehmen, denn ich denke weiter als nur bis kurz nach der Geburt. Ich denke an die spätere Entwicklung des Kindes! Ich bin mir sicher, dass mein ältestes heute diese Probleme nicht hätte, wäre ich verantwortungsbewußter umgegangen. Die erste geburt war übrigens alles andere als schön!

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 24. März 2001 01:26     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Habe ich schon mal gefragt und keine Antwort bekommen: ist es nicht im Allgemeinen so, daß die erste Geburt die schwierigste ist, und daß nachfolgende Kinder es leichter haben, den Geburtskanal zu passieren? Gelernt habe ich das jedenfalls so. Nun sind ja verschiedene Fachleute hier: Mütter, Neonatologen, sagts mal was dazu.

Anke J.
unregistriert
erstellt am: 24. März 2001 10:42           
Ich habe schon mal was dazu gesagt: Daß meiner Meinung nach die physischen Gegebenheiten von untergeordneter Bedeutung sind (nicht bedeutungslos) bei der Frage, ob zweite und weitere Kinder leichter geboren werden oder nicht. Der aktuelle Gesundheitszustand, der zeitliche Abstand zum vorherigen Kind, unveränderliche physische Gegebenheiten (zB. Becken), der Schwangerschaftsverlauf als solcher; alles das trägt dazu bei, daß jede Geburt auch aus physischen Aspekten anders verläuft. Manchmal einfacher, manchmal schwieriger. Mindestens genauso wichtig ist die Erfahrung der früheren Geburt(en), die Haltung, mit der man oder in diesem Fall besser: frau an die Sache herangeht. Sie haben sicher nichts Falsches gelernt, Herr Dr. Solga, aber das physische Erleben allein kann nicht schlüssig erklären, warum spätere Geburten einfacher zu sein scheinen. Ausschlaggebend ist meiner Meinung, Erfahrung und Beobachtung nach die innere Haltung, die die Gebärende und ihre Umgebung gegenüber der Geburt und einander gegenüber an den Tag legen. Dafür kann ich viele Beispiele aufzählen, sowohl für positiv als auch negativ erfahrene erste und zweite/weitere Geburten unter besseren aber auch schlechteren physischen Voraussetzungen; jede Kombination ist dabei. Jedoch sind einzelne Beispiele kein "Beweis", lassen sich aber auch nicht "widerlegen", darum verzichte ich darauf, falls nicht jemand konkret fragt.
Wie diese Diskussion zeigt, werden Hausgeburtsmütter in hohem Maße als verantwortungslos bezeichnt. Zusammen mit der fehlenden Geburtserfahrung ist es kein Wunder, daß Erstgebärende eher selten zu Hause entbinden, es sei denn, es ist im Umfeld so üblich. Wenn nun die erste Geburt i.a. schwieriger verläuft als weitere, was ich absolut nicht bestreite, und das auch noch in einer Umgebung und Atmosphäre, die wie ich auch zugeben muß keineswegs entspannend ist und zu häufigen und frühen Untersuchungen und Eingriffen neigt, ergibt sich leicht das Bild der unangenehmen ersten Geburt im KH und der angenehmeren weiteren Geburt zu Hause. Die physische Erfahrung ist dabei wichtig, aber nicht ausschlaggebend, meine ich.

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 24. März 2001 17:15           
Ich bin mir sicher, dass es doch einen riesigen Unterschied zwischen den Risiken der Klinik- und der Hausgeburt/ Geburtshaus-Geburt gibt. Wie sonst läßt es sich erklären, dass mein erstes Kind 5 Tage nach dem Termin ohne jeden Grund 2geholt" wurde. Die Quittung bekam ich promt: Gelbsucht mit UV Behandlung, Gibsfüße und Spreizhose und jetzt auch noch Konzentrationsstörungen und Nervosität.

Das hat absolut nichts mit dem Geburtsvorgang zu tun,sondern einzig und allein,daß die Klinikswände gelb waren.

So ein Quatsch!

Genauso: Fußfehlstellungen und Hüftprobleme sind etwas VORBESTEHENDES.

Mal wieder ein schönes Beispiel für irrationales Denken.

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 24. März 2001 17:54           
Auweia!
Die Gelbsucht des 1. Kindes hat doch mit nichts anderem zu tun,als daß die Klinikswände gelb waren.

So ein Quatsch!

Von derselben Qualität: Fußfehlstellungen und Hüftprobleme sind etwas VORBESTEHENDES.

Wieder mal ein Beispiel für völlig irrationales Denken.

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 24. März 2001 18:02           
Zu WalterDG: ich habe ihm schon 100fach erklärt,daß für mich das vermeidbare Risiko des Einzelfalles zählt.
Und für diesen ist es im Schadensfalle IMMER 100%;da nützen mir keine Statistiken,die auch noch völlig undurchsichtig sind,da schlecht ausgegangene bzw. verlegte Hausgeburten zu Lasten der Kliniksstatistiken gezählt werden.
Laut insofern bereinigten Statistiken sieht es dann für Holland nämlich gar nicht so toll aus.Es werden einfach mehr Kinder gefährdet als hier.Und der Krankenwagen vor der Tür(der ja längst nicht immer da steht),ist keine ausreichende Lösung.
Wenns hart hergeht braucht man einen Notarztwagen und ein Spezialteam;und es ist organisatorisch unmöglich,die bei jeder Hausgeburt in Bereitschaft vor die Tür zu stellen.

Lea
unregistriert
erstellt am: 24. März 2001 19:35           
Ich glaub das jetzt nicht!!! Wer hatt hier was geschrieben, dass die Gelbsucht mit gelben Wänden zu tun hatte??? Ich jedenfalls nicht!!! Das sei mal richtig gestellt.

Außerdem, sehr geehrter Herr Behrmann: Es ist im Fall meines Kindes erwiesen, dass die Spreizhose, die eingegipsten Füße, die sehr starke Gelbsucht sowie die Konzentrationsschwierigkeiten sehr wohl mit der "so sicheren" eingeleiteten Geburt zu tun haben! Unreife des Kindes nämlich ist der Grund dafür. Ich war so naiv in meinem Glauben, dass ein KH die sicherste Einrichtung für eine gesunde, regelrecht verlaufende Geburt ist, dass ichmir von Ärzten einreden ließ, es wäre alles besser so.

Ich bin nicht komplett gegen Geburten im Krankenhaus. Keineswegs. Sie sind sinnvoll, wenn es auch nur im geringsten notwendig erscheint. Das gilt auch für die bevorstehende Geburt.

Da hier ja behauptet wird, die Geburt in einem KH ist am sichersten, mal ein reales Beispiel:

Ich habe eine geistig schwerstbehinderte Schwester! Diese Schädigungen (mehrere) wurden ausgelöst, weil man zuerst mit allen Mitteln versucht hat, das Kind zu halten, die Geburt hinauszuzögern und sie letztendlich möglichst schnell zu beenden! Mit ALLEN zur Verfügung stehenden Mitteln!!! Die Ärzte wollten "nur" das Beste für das Kind. Es wurde behauptet, dass wäre das sicherste, was man tun kann. Die Konsequenzen jedoch mußten meine Eltern tragen. Meine Schwester hat zum Beispiel gefragt, warum das so ist. Was bitte soll man dieser Frage antworten??? Um Ihnen für mögliche Unterstellungen gleich den Zündstoff zu nehmen: Meine Schwester kann sehr wohl denken, sie besuchte 5 Jahre lang eine Schule, kann lesen, schreiben, rechnen. Und sie weiß um Ihre Behinderung. Diese Behinderung ist NICHT genetisch bedingt! Es konnte nachgewiesen werden.

Im übrigen widerspreche ich der Aussage, dass 2. und weitere Geburten immer leichter sind, als die ersten! Schon allein deshalb, weil bei ein und der selben Frau die Schwangerschaften und die Geburten jedesmal anders sind - völlig anders. Wäre das nicht so, bräuchten sie Mehrfachmütter keinen Rat bei Hebammen oder Ärzten holen, weil eben etwas anders und sie es nicht einordnen können. Ich gebe zu, dass ich bei jedem Kind unsicher war, ob ich den Geburtsbeginn rechtzeitig erkenne! Kind 2 und 3 kamen mit vorzeitigem Blasensprung aber innerhalb von 10 bzw. 4 Stunden zur Welt. Kind 4 hatte keinen Blasensprung als Ankündigung. Ich hatte 2 Tage lang unregelmäßige Wehen, die nicht verschwanden und nicht schmerzhafter wurden. In der Nacht vom zweiten zum dritten Tag jedoch gegen Mitternacht bekam das ganze einen anderen Charakter. Erst da war ich sicher (die Hebamme war inzwischen 3 mal da gewesen). Der Blasensprung erfolgte hier mit der ersten Austreibungswehe etwa 15 Minuten vor der Geburt. Auch wenn die Geburten schneller wurden, wurden sie nicht leichter und einfacher!!! Und genauso kenne ich Frauen deren erste geburten einfach waren und die zweiten und/ oder weiteren erheblich schwerer und/oder länger waren.

Es sollte eben nicht pauschalisiert werden! Und bitte, lesen Sie die Beiträge gründlicher! Falsche Behauptungen sind hier echt fehl am platze!!!

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 24. März 2001 21:27           
Es ist im Fall meines Kindes erwiesen, dass die Spreizhose, die eingegipsten Füße, die sehr starke Gelbsucht sowie die Konzentrationsschwierigkeiten sehr wohl mit der "so sicheren" eingeleiteten Geburt zu tun haben!

Ich halte das für völlig abwegig.
In der wievielten Schwangerschaftswoche kam Ihr Baby denn zur Welt?

Ein Vater
unregistriert
erstellt am: 25. März 2001 00:21           
Wieso reitet man eigentlich immer auf Geburtstermin und Schwangerschaftswoche rum? Das kann man zwar als grobes Maß wählen, aber die Reife des Kindes läßt sich nicht in Tagen ausdrücken. Es ist schon eine Anmaßung der Ärzte zu behaupten, ein Kind sei reif oder übertragen und müsse jetzt raus.
Und wenn ich von der "eklatanten Fehleinschätzung entweder der Hebamme, der Eltern oder des Gynäkolgen " lese, kann ich mich nur wundern. Fehleinschätzung impliziert, daß man da etwas einschätzen könnte, was aber ganz unmöglich ist. Wer behauptet, so etwas einschätzen zu können, muß ziemlich von sich eingenommen sein. Aber gute Ärzte können ja das Risiko messen und halten es im Zaum :-(
Es kann doch eigentlich von Euch Ärzten nur begrüßt werden, daß sich Eltern und Hebamme doch noch entschlossen haben, eine Klinik aufzusuchen, um die Gefahren für Mutter und Kind zu verringern. Man ist halt vorsichtig. Das bedeutet noch lange nicht, daß da lebensbedrohliche Zustände vorgelegen haben müssen. Aber man hätte ja gleich in die Klinik gehen müssen, "denn nur da ist man wirklich sicher".
Leider ist es fast unmöglich, die Fehler der Ärzte zu beweisen, weil ja alle unter einer Decke stecken. Häufig ist die Gabe von Medikamenten unter der Geburt schädlich, aber das weiß man ja eigentlich nicht. Dieses Risiko wird stillschweigend in Kauf genommen. Die Indikation ist sehr subjektiv, und Aufklärung wird oft vernachlässigt. Ich sehe es unter diesen Umständen nicht ein, daß mein Kind im Krankenhaus zur Welt kommen soll.
Zu den Titeln und der Ausbildung der Ärzte kann ich nur soviel sagen, daß es ja auch nur Menschen sind, die einmal mehr oder weniger gut ihre Sache lernen mußten, um die Ausbildung abzuschließen. Man setzt da zwar eine gewisse Intelligenz voraus, aber das ist keine Garantie für Kompetenz. Oft ist das Wissen zu spezifisch und reicht nicht über gewisse Grenzen hinaus. Auch 20 Jahre Erfahrung sind kein Beweis für Können, es kann auch einfache Routine mit eingefahrenen unflexiblen Bahnen sein.
Noch ein Kritikpunkt: Leider sind auch die den Ärzten im Krankenhaus untergeordnet, was nicht akzeptabel ist! Man sollte es wirklich den Hebammen überlassen, die Geburten zu betreuen. Einen Arzt(Samariter?) kann man immer noch holen, wenn man eventuell einen braucht.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 25. März 2001 01:46     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Wer als Hebamme oder Frauenarzt behauptet, eine Situation um die Schwangerschaft oder die Geburt einschätzen zu können, ist nicht etwa "ziemlich von sich eingenommen ", sondern der macht ganz einfach seine Arbeit, wie sich das gehört. Selbstverstädnlich ist es möglich, selbst den so geheimnisumwitterten Vorgang der Geburt ein wenig zu durchblicken, selbst wenn man keine Mutter ist. Sogar allerhand Hebammen sind gar keine Mütter, und können das. Seltsam, was?

In der Klinik ist man nicht wirklich sicher. Niemand hat das behauptet. Man ist da nur wesentlich sicherer als woanders, jedenfalls nach heutigem Stand. Eine absolute Sicherheit gibt es biologischen Vorgängen nicht, wenn nicht mal technische Prozesse wirklich sicher sein können.

"Leider ist es fast unmöglich, die Fehler der Ärzte zu beweisen, weil ja alle unter einer Decke stecken"
Quatsch

"Die Indikation ist sehr subjektiv..."
Stimmt nicht. Es gibt wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethoden und -abläufe. In letzter Zeit finden die ihre Festigung in Leitlinien, also Behandlungsstandards.

"Zu den Titeln und der Ausbildung der Ärzte kann ich nur soviel sagen, daß es ja auch nur Menschen sind, die einmal mehr oder weniger gut ihre Sache lernen mußten, um die Ausbildung abzuschließen. "

Stimmt auch nicht. In den Satzungen der Ärztekammern ist die Verpflichtung zu lebenslanger Fortbildung festgeschrieben. Unter Anderem dies macht den Arztberuf so einzigartig, da dies meines Wissens zumindest in Deutschland sich keine andere Berufsgruppe zur Grundlage ihres Handelns gemacht hat.

Allerhand Fehler, nicht wahr, Vater, in so einem kurzen Beitrag? Vielleicht sollten Sie sich doch erstmal informieren? Information ist immer gut, wenn man eine Sache beurteilen will!

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 25. März 2001 16:59           
An Vater:

Wenn Ihnen 20 Jahre Berufserfahrung schon nicht reichen - wie kommen Sie dann darauf,daß Ihr Achtelwissen von irgendeinem Wert wäre?

Katja
unregistriert
erstellt am: 25. März 2001 17:17           
Auch an Vater:

Wieviel Jahre Erfahrung haben Sie eigentlich mit Schwangerschaften, Geburten und postnataler Nachsorge?

D.P.
unregistriert
erstellt am: 26. März 2001 12:39           
An Katja

Immerhin hat seine Freundin mal ein Kind bekommen. Reicht das etwa nicht????

Außerdem ist er auch noch Anhänger von "natürlichen Auslesemechanismen" was immer er auch darunter versteht. Ich jedenfalls möchte daüber nicht weiter nachdenken, aber vielleicht hilft es etwas, seine Äußerungen richtig einzustufen.

Gruß
D.P.

Lea
unregistriert
erstellt am: 26. März 2001 13:37           
Sehr geehrter Herr Behrmann,

wenn sie meinen ersten Beitrag gelesen hätten (ich meine damit richtig gelesen, nicht überflogen!!!) dann bräuchten Sie die Frage :"in Welcher SSW wurde das Kind denn geboren?" nicht stellen! Das stand nämlich drin.
Zum Anderen ist mir bekannt, dass Fuß- und Hüftprobleme nicht unbedingt "Reifezeichen" sind. Bei meinem Großen sind sie es aber! Es kommen noch viele andere "Zeichen" hinzu! Denn er durfte als einzigster seinen Geburtstag NICHT aussuchen und zusätzlich kann man bei seiner Geburt nicht mehr von Geburtshilfe reden sondern muß es radikale Geburtsmedizin nennen. Das es auch anders geht, durfte ich erfahren!!!

Nina S.
unregistriert
erstellt am: 26. März 2001 15:14           
Nein, Lea, das kann ich alles nicht nachvollziehen. Wie wäre es, wenn Du Deine Theorien und Anschuldigungen etwas genauer erklären würdest?

Dein Kind wurde in der 41. Woche geholt. Warum? Du mußtest doch Deine Zustimmung geben, und da Du nichts von Notentbindung schreibst, wird wohl genügend Zeit für eine gründliche Aufklärung, z. B. auch durch einen 2. Arzt gewesen sein.

Wenn ein Kind in der 41. Woche angeblich eklatante Unreifezeichen zeigt (welches Gewicht, welche Größe hatte das Kind, was waren die anderen Unreifezeichen?), dann wäre ich dem die Schwangerschaft begleitenden Arzt aber heftig auf die Zehen gestiegen, denn dann konnte der die Schwangerschaft in den ersten 20 Wochen nicht ordentlich datieren. Oder konntest Du selbst nicht rechnen? Denn ein Kind, das nur ein paar Tage zu früh geboren wird, ist nicht so unreif, daß es schwere Schäden davonträgt. Wie sieht es denn sonst bei den Schwangeren aus, die aus medizinischen Gründen einen geplanten Kaiserschnitt brauchen, der i. allg. 2 Wochen vor Termin erfolgt, um einen unerwünschten natürlichen Geburtsbeginn auszuschließen?

Außerdem hätte ich wirklich gerne eine Erklärung dafür, wieso deformierte Füße und eine nicht ausreichend ausgebildete Hüfte Unreifezeichen darstellen, und wie das nachgewiesen wurde.

Nebenbei sieht mir hier übrigens meine Tochter über die Schultern, ein wunderschönes Mädchen, hochintelligent, gerade Knochen, keine Deformierungen, keine "Nervosität", eine Frühgeburt!

harald Ruf
unregistriert
erstellt am: 26. März 2001 15:52           
Liebe Nina S.,

"Nebenbei sieht mir hier übrigens meine Tochter über die Schultern, ein wunderschönes Mädchen, hochintelligent, gerade Knochen, keine Deformierungen, keine "Nervosität", eine Frühgeburt!"

Klasse, aber nur leider nicht die Regel.

Nach meiner Erfahrung hatten Sie einfach nur sehr viel Glück, zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Klinik gewesen zu sein. Beispielsweise in Tübingen oder bei Prof. Bastert in Heidelberg - wobei ich natürlich nicht ausschließe, dass es noch andere gute Kliniken gibt -.

Anderenfalls könnte es durchaus sein, dass Ihre Tochter - Gott ( oder wem auch immer )sei Dank nicht - gerade eine Blindenschule besucht ( w. einer retrolentalen Fibroplasie ) oder schlimmstenfalls gerade gewickelt wird und Sie sich gerade überlegen ob Sie Ihrem Kind schon die notwendige Dosis Phenobarbital für heute verabreicht haben.

Auch diese Frühgeborenen sind mir zu Dutzenden bekannt. Die Heime und Schulen sind voll davon.

Nina S.
unregistriert
erstellt am: 26. März 2001 16:21           
Herr Ruf, natürlich ist mir klar, das es solche und so'ne Frühchen gibt, und ich bin dankbar, daß meine beiden Kinder gesund sind, keine Frage (es war übrigens 36. vollendete Woche, kein Brutkasten nötig, Wärmebettchen reichte).

Ich wollte es nur dem angeblich so unreifen Kind, das in der 41. Woche geboren wurde, gegenüberstellen.

Lea
unregistriert
erstellt am: 26. März 2001 17:06           
Liebe Nina,

Das unreif wurde nicht mit der Reife oder Unreife eines Frühgeborenen gleichgesetzt! Das habe ich auch nie behauptet. Es gibt zwei Seiten der Unreife - Frühgeborene unreife Kinder und Kinder die einfach noch ein paar Tage im Mutterleib gebraucht hätten! Das sei mal klargestellt. Oder wie kommt es bei angeblich reif geborenen Kinder zu Atmenproblemen nach der Geburt wenn definitiv keine körperlichen Schäden vorliegen und das Kind auch gründlich abgesaugt wurde??? Erklären Sie das mal. Und die Diagnose stammt keines Falls von mir! Im Gelben Heft meines Sohnes steht schon bei der U1 Neugeborenes mit Zeichen der Unreife. Dies ist auch bei der U2 noch der Fall. Ich habe mich diesbezüglich mit dem Kinderarzt, und Tage später beim Wechsel des Gipses (er wurde 2 mal für je 10 Tage angelegt) mit dem Orthopäden unterhalten. Beide Ärzte (KiA. der Klinik, Orthopäde in einer Praxis) haben mir die gleiche Antwort gegeben. Fußfehlstellungen (nicht zu verwechseln mit angeborenen Fehlstellungen die langwierige Behandlungen benötigen) und Hüftprobleme können bei Neugeborenen durchaus Unreife ausdrücken! Der Grund liegt in der Entwicklung der Knochen, Konorpel und Gelenke, die auch reifen müssen - die Hüfte meist bis kurz vor der Geburt. So die Ärzte. Und hier sei nochmals betont: Es kann, aber es muß nicht so sein.

Zu den Fragen bezüglich Einleitung und Geburt. Es geht sicher sehr vielen Erstschwangeres genauso, wie mir. Sie vertrauen blind den Ärzten und was diese sagen ist für sie richtig. Ich war auch noch jung, ohne jede Erfahrung und war eine, die glaubte alles was Ärzte sagen sei zweifellos richtig. Wäre ich auch nur ansatzweise gezweifelt hätte, wäre ich nicht 3 Wochen wegen angebl. Rückstau in der Niere im KH gelegen um kurz vor der Entlassung den wahren Grund zu erfahren. Nach der Entlassung mußte ich teilweise alle 2 Tage manchmal 2 mal am Tag wieder diese 15 km fahren zur Kontrolle. Dass ich deswegen schon am errechn. Termin völlig fertig war, kann sich jeder ausrechnen. Aber ich glaubte und vertraute in meiner damaligen Naivität weiter. Am 3. Tag nach dem Termin, als ich zur Kontrolle kam sagte mir die Ärztin folgendes wörtlich:" Es bringt niemandem etwas, wenn Sie sich hier noch weiter quälen. Noch geht es dem Baby gut. Aber das kann sich ganz schnell ändern. Wir leiten die Geburt in den nächsten Tagen ein." So und nun stand ich ängstlicher als je zuvor da, und sollte entscheiden wann ich denn kommen würde. Niemand hat die Meinung der Ärzte angezweifelt!!! Ich ging also am 4. Tag nach ET abends in die Klinik. Heute würde ich sogar nachfragen, warum ich unbedingt eine Faustanspritze für die Nacht bekomme, wenn ich 2 Stunden vorher Zäpfchen zur Einleitung bekomme. Dann hätte man gleich erst am Morgen anfangen brauchen. So sehe ich das, denn ich hatte mit den Nebenwirkungen zu kämpfen! Ich lief wie auf Eiern, und ich war es, die seit dem Zäpfchen um 18 Uhr abends bis zur Geburt morgens um 9:28 Uhr fast ausschließlich liegen mußte. Auch hier wurde nie gesagt warum - ich glaubte es sei normal und richtig so.

Sie reden von Übertagen bzw. reif. Mein Sohn mußte dennoch in den Inkubator für 2 Tage, brauchte zusätzlich Sauerstoff, am 4. Tag unter die UV Lampe usw.

Wenn er angeblich sooooo reif gewesen sein soll, warum dann diese Probleme. Ich kann mich noch genau an die Hebamme der mittlerweile 3. Schicht erinnern. Sie sagte, als sie mich versorgte:" Ihr Junge ist auf der Kinderstation zur Überwachung. Er hätte durchaus noch einige Tage im Bauch bleiben sollen."

Liebe Nina, seien sie glücklich ein gesundes "Frühchen" zu haben. Lesen sie meinen zweiten Beitrag. Ich habe eine Schwester 6 wochen zu früh geboren. Ihre Welt sieht anders aus als unsere. Sie ist behindert und das aufgrund der gesamten, manchmal radikalen Geburtsmedizin. Und niemand der Ärzte muß nun mit den Konsequenzen leben. Und wie ich schon sagte, ich bin durchaus kein Gegner der Geburtsmedizin, sofern sie sinnvoll und wirklich rettend eingesetzt wird. Im übrigen glaube ich nicht, dass alle Kaiserschnittkinder, die vor dem Termin aus medizinischer Indikation geboren werden, keinerlei Probleme haben! Das ist hier auch nicht das Thema. Es ging um die Hausgeburt. Und trotz, dass 2 meiner Kinder eine Woche vor dem Termin selbst den Startschuß gaben und geboren wurden,haben sie die Probleme meines großen nicht! Das zeugt doch nur davon, das Kinder selbst wissen, wann sie reif sind.
Ich frage mich auch aus einem anderen Grund, woran Ärzte meinen Reife erkennen zu können! Am geschätzten Gewicht des ungeborenen???Na prima, dann könnte mein ungeborenes ja sofort kommen. Das Grenzgewicht soll es ja laut Ärzte schon haben. Ich weiß nichtmal in welcher Woche ich genau bin, denn ich bekomme jedesmal einen neuen ET gesagt. Bei diesem Kind habe ich mittlerweile 4 Termine.

Darum geht es hier auch nicht. Ich habe lediglich manch ärztliche Entscheidung in Frage gestellt. Sicher ist, dass ich Hausgeburten generell befürworte und keinesfalls risikohafter finde als Geburten in einer Klinik. Und ich selbst strebe auch diesmal wieder eine Hausgeburt an - aber ich zwinge sie mit Sicherheit nicht herbei! Und ich bin KEIN Öko-Mensch und mit Esoterik kann ich auch nichts anfangen. Ich fühle mich nur einfach in KH´s nicht wohl! Am Freitag habe ich das für mich selbst wieder festgestellt.
Ich bin eifach der Meinung, man sollte die Meinung anderer akzeptieren! Ich akzeptiere als Hausgeburtsmama auch, wenn andere sagen sie gehen lieber in die Klinik. Warum auch nicht??? Zum Glück können wir selbst entscheiden. Ich widersprach in meinen Antworten lediglich einiger Aussagen von anderen. Mehr nicht!

mfg

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 26. März 2001 19:09           
Sehr geehrte Lea;

Diese Fußfehlstellungen kommen halbwegs reifen Babies unabhängig vom Geburtstermin vor,sie sind nämlich durch die Lage im Uterus bedingt und haben nichts mit Unreife zu tun: also bei 2000g-Kindern ebenso wie bei 4800g-Kindern.

Zur Lunge: Natürlich können auch mal reife Kinder eine Lungenunreife und ein richtiges Atemnotsyndrom mit Beatmungsnotwendigkeit haben.Es ist aber selten.

Lea
unregistriert
erstellt am: 26. März 2001 19:42           
Ich kann es nicht ändern, es steht nicht nur so im gelben Heft des Kindes, sondern auch im Geburtsprotokoll! Und darum geht es hier auch nicht! Es ging hier einzig und allein um das Für und Wider der Hausgeburten. Mein Sohn und meine Schwester waren lediglich Beispiele dafür, dass hier behauptet wird, eine Entbindung im KH sei sicherer als eine Entbindung zu Hause. Und das ist es mit Sicherheit nicht!

Die einzige Forderung in dieser Diskusion ist die, dass auch überzeugte Klinkärzte endlich akzeptieren sollten, dass die Eltern selbst entscheiden wollen, wo ihr Kind zur Welt kommt und wie es empfangen werden soll. Vor allem, ohne von anderen unberechtigt einen Stempel aufgedrückt zu bekommen!!! Wenn alle Ihre Argumente unumstößlich richtig wären, müßte man auch für die Zeugung ein Krankenhaus aufsuchen um das Risiko möglichst gering zu halten, dass etwas passiert!
Schließlich verpflichten wir Eltern uns mit der Geburt eines Kindes zur vollsten Verantwortung bis das Kind vor dem Gesetz mündig ist! Das ist in allen Lebenslagen so! Muß ein Kind später einmal operiert werden, kann es selbst auch nicht entscheiden , das müssen die Eltern tun. Genauso sieht es aus, wenn ein Kind "Dummheiten" anstellt - wir Eltern müssen bis zu einem bestimmten Alter dafür gerade stehen! Warum also sollten wir bei der Geburt nicht auch die Verantwortung des Wie, Wo, Warum übernehmen! Die Hausgeburtseltern wissen um Ihre Verantwortung! Im Krankenhaus gibt man sie bei der Aufnahmeuntersuchung ab! Das ist so, und daran wird sich nichts ändern, solange es solche Meinungen gibt, wie man sie hier findet! Ich habe selbst bei einem Vorgespräch in einem KH noch nie erlebt, dass der Geburtablauf konkret besprochen wird, es wird niemals darüber gesprochen was passieren kann und was daraus folgt! Nie habe ich das erlebt! Man kommt dann zur Geburt ins KH (ob nun mit oder ohne Wehen, eingeleitet oder nicht, geplanter KS oder nicht...etc tut nichts zur Sache) und wird "ins kalte Wasser geworfen". Es kommt dann halt, wie es kommt. Bei Hasugeburten sieht das nämlich ganz anders aus! In mehreren Gesprächen werden ALLE Wünsche, Erwartungen, Geflogenheiten der Hebamme etc. genauestens besprochen. Alles wird sorgfältig vorbereitet, und das betrifft ganz bestimmt nicht nur Plüsch und Schnickschnack, sondern vor allem die wichtigsten Dinge. Und genauso wie das geplant wird, wird von den Eltern und der Hebamme besprochen und unumstößlich festgelegt, wann und wie ins KH verlegt wird, unter welchen kurzfristig auftretenden Umständen die Hausgeburt gänzlich abgebrochen wird oder gar nicht erst begonnen usw. Im Kh fallen solche Entscheidungen, wie Wehenhemmer, Wehentropf, Antibiotika, Pudendusblock, Zange, Saugglocke, Sectio etc. während der Entbindung - oft während der Phase in der der werdenen Mutter bzw. den Eltern alles egal ist. Ich sehe meine erste Entbindung als Vergewaltigung meines Körpers und meines Kindes (hier spreche ich bewußt von MEIN, weil ich mit der Geburt zur alleinerziehenden Mutter wurde). Ganz einfach, weil ich denke, dass es anders hätte ablaufen können, hätte ich einige Dinge hinterfragt, mir eine zweite Meinung geholt! Die Einleitung war nicht medizinisch indiziert und jeder weitere Eingriff war die Folge dieser.

Deshalb kann ich nur sagen: Immer eine zweite Meinung holen, wenn zweifel bestehen und eine Entscheidung kann einem niemand abnehmen. Auch für die Folgen muß man selbst einstehen!!!

Und zum angeblich hohen Risiko der Hausgeburt sei noch gesagt: Sie gehen doch auch nicht auf die Strasse und rechnen damit überfahren zu werden! Dies ist nämlich eher wahrscheinlich als dass bei einer sorgfältig geplanten und vorbereiteten Hausgeburt etwas ernsthaft schief geht!

Bei gelegenheit suche ich mal einige Fakten raus und schreibe sie hier nieder. Jetzt werde ich erstmal meine Kinder ins Bett bringen und mir einen ruhigen Abend machen.

In diesem Sinne noch einen schönen Abend und eine schöne, GESUNDE Woche!

Udo Enchelmayer
Mitglied
erstellt am: 26. März 2001 20:22     Sehen Sie sich das Profil von Udo Enchelmayer an!   Senden Sie Udo Enchelmayer eine eMail!     
Hallo Herr Dr. Solga,
ich war getern bei der Wahlparty im Stuttgarter Landtag, deshalb sitze ich erst heute wieder am Computer.
Sie loben am 23.03., dass In den Satzungen der Ärztekammern die Fortbildung festgeschrieben ist.
Dazu folgender Witz, den ich vor einigen Tagen gelesen habe.
Ein Arzt holt sein repariertes Auto aus der Werkstatt ab. Nach einem Blick auf die Rechnung meint er : „Sie werden auch immer teurer“. Der Meister entgegnet : „Wir müssen und auch immer fortbilden und auf neue Modelle einstellen. Bei ihnen ist es seit Adam und Eva dasselbe Modell.“
Mußte nicht deshalb die Fortbildung zwingend vorgeschrieben werden, weil viele Mediziner sich tatsächlich darauf verlassen haben, dass es immer noch dasselbe Modell ist. Während andere Berufe durch „Modellwechsel“ zur Fortbildung gezwungen sind.
Ich glaube ja, dass Sie das immer gemacht haben, aber auch alle Kollegen ?

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 26. März 2001 21:19     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Wenn sies nicht getan haben, haben sie gegen ihre Berufspflichten verstoßen, und bei dem rasanten Wissenszuwachs in der Medizin nach spätestens 5 Jahren von ihrer Haftpflichtversicherung den Laden zugemacht bekommen. Natürlich gibts schwarze Schafe, trotzdem ist der Arztberuf -in China übrigens seit Konfuzius- der Einzige, der die ständige Fortbildung zu seinen Kernpflichten zählt.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 26. März 2001 22:05     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Lea: Das Wohl eines Kindes ist das höchste Gut der Gesellschaft. Darüber hat keiner zu bestimmen, auch die Eltern nicht. Man geht davon aus, daß eltern das Beste für ihr Kind tun werden. Solange haben sie die Entscheidungsgewalt über das, was mit dem Kind geschieht. Wird dem kind geschadet, kann ein Gericht als Sachwalter der Gesellschaft (hier wird der Staat als Vertreter der GEsellschaft anerkannt, nicht immer richtig, aber akzeptabel) entscheiden, daß diese Eltern nicht mehr zu entscheiden haben, sondern jemand Anderes. Es sind also Situationen denkbar, in denen die Eltern nicht in jedem Falle immer nur das Beste für ihr Kind wollen. Und genau das ist mein Kritikpunkt: Eltern erheben sich dazu, das, was sie für sich gut finden, auf ihr Kind zu übertragen. Nur ist ihr Kind eben mher als sie selber. Und oft genug werden Eltern der Verantwortung nicht gerecht. Wenn, wie bei der Hausgeburt, die Fakten (und die Klinikgeburt ist nun mal sicherer, wenn alles gut geht, kann man auf der Straße entbinden, hier gehts um die seltenen Risiken) beiseite läßt und nur sein eigenes Gefühl sprechen läßt, waltet man nicht richtig für sein Kind. Denn diese Eltern entscheiden für sich (dieses Forum hat dafür dutzende BEispiele) und exportieren diese Entscheidung aufs Kind, sie entscheiden, wenns für mich gut ist, wirds fürs Kind auch gut sein. Das ist egozentrisch und nicht ausreichend. Die Sicht, wie siehts denn das Kind, wird nicht vollzogen. Wenn dann z.B. der mögliche Schaden des eigenen Kindes in Kauf genommen wird, weil dem Selektionsdruck stattgegeben werden soll, wird einem vermeintlichen gesellschaftliochen Bedarf nach Selektion mehr Raum gegeben als der Fürsorge, sein eigenes Kind leben zu lassen. Darin sehe ich schon eine Pflichtverletzung der Eltern. Daß das Denken, seine eigene Entscheidung aufs Kind zu exportieren, sehr geläufig ist, macht diese Haltung nicht besser. Und oft genug sind es die Professionellen, die Kinderärzte, Hebammen, Schwestern, die besser fürs Kind entscheiden können als die ELtern.

harald Ruf
unregistriert
erstellt am: 26. März 2001 22:39           
Hallo Dr. Solga,


wenn wir uns darauf einigen können, dass das Leben und die Gesundheit aller Menschen das höchste Gut der Gesellschaft sein sollte, wären wir schon einen Schritt weiter.

Weiter sollte man schon darauf hinweisen, dass die Aberkennung der elterlichen Sorge nur in tatsächlichen "Extremsituationen" wie z.B. im Fall Olivia und/oder Kindesmißhandlungen möglich ist. Der Gesetzgeber hat hier ausgesprochen hohe Hürden - und auch aus gutem Grunde - gesetzt.

Und mit Verlaub, ein Gericht als Sachwalter der Gesellschaft ist mir persönlich nicht so ganz geheuer. Besonders dann nicht, wenn es um Leben und Gesundheit geht. Sie wissen sehr wohl, dass hier die Gefahr eines Überganges zur Selektion fließend sein kann.

Was ist dann, wenn die "Gesellschaft" irgendwann einmal auf die glorreiche Idee kommt, es wäre ja für die Gesellschaft besser, uralte mit exorbitant hohen Kosten behaftete Menschen und/oder Behinderte und/oder Risikoschwangerschaften generell zu verhindern. Und zu was eine "Gesellschaft" fähig sein kann, hatten wir doch schon einmal zwischen 1933 und 1945. Gerade wir in Deutschland - Ost wie West - sollten mit dieser Thematik "Gericht als Sachwalter der Gesellschaft" ausgesprochen vorsichtig umgehen.

Insoweit könnte ich mit einer Formulierung

"Staat als Vertreter der Gesellschaft in Ausnahmefällen manchmal notwendig, aber eigentlich nie akzeptabel"

schon eher anfreunden - wenn überhaupt -.

Aber hier sind wir dann schon mitten in einer Ethikdiskussion die aber hier und an dieser Stelle zu weit führen würde.

Im Schlußteil Ihres Beitrages haben Sie dann ja auch entsprechend und richtigerweise relativiert.

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