Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Autor Thema:   Gute Impf-Info
Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 20. Februar 2001 22:06           

Impfungen


Impfungen gehören zu den segensreichsten Fortschritten der Medizin. So selbstverständlich ist ihr umfassendes Wirken geworden, dass man sich heute nur noch schwer vorstellen kann, in welchem täglichen Schrecken die Menschen vor Krankheiten lebten, die heute durch Impfungen ganz oder fast völlig verschwunden sind. Jahrtausende hindurch sah jeder dritte, bei dem sich die ersten Anzeichen von Pocken zeigten, einem sicheren Tod entgegen; bei Kleinkindern waren es sogar bis 80%. Der berühmte Pfarrer Friedrich von Bodelschwingh verlor 1869 binnen zwei Wochen alle seine vier Kinder durch Diphtherie - man versuche einmal, sich dies heute bei sich selbst oder im Bekanntenkreis vorzustellen. 1927 schreibt Alfred Döblin in "Berlin Alexanderplatz": "In Berlin starben 1927 wahrscheinlich 562 Kinder an Diphtherie, an Scharlach 123 und an Masern 93 ...". Das war damals eben Alltag; täglich starben im Durchschnitt allein in Berlin zwei Kinder an Krankheiten, an denen heute in ganz Deutschland in einem vollen Jahr nicht eines stirbt. Doch man irrt, wenn man glaubt, dies sei ferne Vergangenheit: Noch 1993 starben in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion allein 5 000 Menschen an Diphtherie.

Historisches
Seit Tausenden von Jahren haben die Menschen all ihren Scharfsinn aufgewendet, um einen lebensrettenden Schutz vor den immer wieder grassierenden Infektionskrankheiten zu finden. Bereits 430 v. Chr. beschrieb der Grieche Thukydides, dass niemand zweimal Pocken bekäme. Doch schon mehr als 1000 Jahre zuvor hatte man in Asien entdeckt, dass auch bei leichtem Krankheitsverlauf ein zuverlässiger Schutz vor einer Wiedererkrankung entstand; daher versuchte man, durch künstliche Übertragung eine möglichst milde Form einer Infektionskrankheit zu erzeugen. In Asien wurde eine wässrige Lösung von Pockenkrusten in die Haut injiziert. In China wurden getrocknete Krusten in die Nase geblasen. In Afrika wurde Sekret von abheilenden Pockenblasen genommen und übertragen.

Diese Methode der "Variolation" wurde 1718 durch Lady Wortley-Montagu nach Europa gebracht. Sie hatte 1717, als Frau des damaligen englischen Gesandten in Konstantinopel, die Pockenepidemie miterlebt, die etwa 25 Prozent aller Kinder tötete. Zurück in England, ließ sie das intrakutane Einbringen von Sekret an sechs Strafgefangenen ausprobieren - eine etwas barbarische Vorgehensweise, aber mit Erfolg. Die Methode verbreitete sich und wurde auch in Deutschland ab etwa 1724 eingesetzt; sie traf aber bald auf heftigen Widerstand, da sie nicht ganz ungefährlich war - zwei bis drei Prozent der Geimpften starben.

Am 14. Mai 1796 kam dann die Stunde des Landsarztes Dr. Jenner, der einen kleinen Jungen erst mit Kuhpocken infizierte, die er von einer Melkerin genommen hatte, um ihn einige Zeit später den echten Pocken auszusetzen. Der Junge erkrankte nicht; und die Vakzination (von lateinisch "vaccinia"= Kuhpocken) begann ihren Siegeszug, wenn auch zunächst nicht in England. 1806 erließ der Schweizer Kanton Aargau ein Gesetz zur Pockenschutzimpfung, im Jahr darauf folgten Bayern und Hessen, schließlich wurde sie in der ganzen Welt üblich und trug entscheidend dazu bei, einer jahrtausendealten Geißel diesen Schrecken zu nehmen. Aber noch fehlte alles Wissen zu Entwicklung weiterer Impfstoffe; niemand wusste damals etwas über die Ursachen ansteckender Krankheiten. Es sollte daher noch fast 80 Jahre dauern, ehe durch die bahnbrechenden Arbeiten solcher Forscher wie Pasteur, Robert Koch oder Emil von Behring hierzu die Grundlagen gelegt werden konnten. Danach verlief die Entwicklung unaufhaltsam: Die ersten bakteriellen Totimpfstoffe 1896/7 waren gegen Typhus (Pfeiffer und Kolle), Cholera (Kolle) und die Pest (Hafkine). Mitte des 20. Jahrhunderts machten Fortschritte in der Aufklärung der Zellbiologie und Biochemie Impfungen gegen die folgenden Krankheiten möglich: Poliomyelitis 1953, Masern 1963, Röteln 1967, Mumps 1975 oder Hepatitis B 1979.


Grundlagen der Impfung
Auf jeder Zelle eines Lebewesens sitzen einzigartige und unverwechselbare Merkmale, die aus Eiweißmolekülen bestehen: die so genannten Antigene. Dies ist bei Menschen so, aber auch bei Bakterien; sogar Viren, die sehr klein sind und noch nicht einmal aus Zellen bestehen, haben solche Eiweißstrukturen auf ihren Oberflächen. Unser Immunsystem lernt sehr früh, die eigenen Merkmale zu erkennen und zu tolerieren; aber gegen sämtliche fremde Antigene (Merkmale) geht es vor.
Dies ist ein sehr komplizierter Prozess, bei dem mehrere Arten von Antikörpern (humorale Immunität) und Immunzellen (zellvermittelte Immunität) zusammenwirken. Wichtig für das Verstehen der Impfwirkung ist dabei, dass das Immunsystem sozusagen eine Doppelstrategie verfolgt:
Zum einen produziert es bei einer Infektion große Mengen von Antikörpern, die ganz spezifisch gegen die als fremd erkannten Antigene des Eindringlings - zum Beispiel eines Bakteriums - gerichtet sind, und ihn letztlich vernichten und aus den Körper eliminieren können. Bis diese Produktion richtig anläuft, vergehen aber einige Tage; und dies kann bei sehr bösartigen Erregern zu lange sein.
Zum anderen aber bildet es nach einem ersten Kontakt sogenannte Gedächtniszellen. Bei einem erneuten Kontakt mit dem selben Erreger sind diese in der Lage, nunmehr blitzschnell die Produktion von Antikörpern "aus dem Stand heraus" in Gang zu setzen, da die notwendigen Informationen bereits vorhanden sind. Bevor der Erreger überhaupt anfangen kann, sich richtig zu vermehren, sieht er sich bereits einer gewaltigen Übermacht von Antikörpern gegenüber, die absolut spezifisch gegen ihn gerichtet sind. Eine Krankheit kommt daher oft gar nicht erst zu Stande, und in aller Regel bemerkt der Mensch nichts von dem Vorgang.

Diese Abläufe macht man sich bei einer Impfung zu Nutze. Bei ihr präsentiert man dem Immunsystem die spezifischen Merkmale (Antigene) eines Erregers, und regt es so zur Bildung von Antikörpern und - was noch viel wichtiger ist - von Gedächtniszellen an. Dringt eines Tages der "echte" Erreger ein, so hat er im Idealfall ebenso wenig eine Chance wie bei einer vorangegangen natürlichen Infektion.


Die aktive Schutzimpfung
Da diese Form der Impfung den Organismus zur aktiven, eigenständigen Abwehr befähigt, nennt man sie die aktive Schutzimpfung (im Gegensatz zur passiven Schutzimpfung, bei der den Organismus der Schutz nur "geliehen" wird). Die Kunst besteht nun darin, diesen Kontakt mit dem Immunsystem so zu gestalten, dass der Mensch nicht tatsächlich erkrankt oder sonst einen Schaden erleidet. Hierzu musste man bei der Impfstoffentwicklung verschiedene Wege gehen, und verwendet Lebendimpfstoffe und Totimpfstoffe.

Lebendimpfstoffe
Lebendimpfstoffe enthalten vermehrungsfähige Erreger, die man aber durch verschiedene Verfahren abgeschwächt hat (Attenuierung). Ihr großer Vorteil ist, dass sie eine echte Krankheit sozusagen im Kleinen durchspielen, und daher oft eine gute und langanhaltende Immunität erzeugen. Ihr Nachteil ist, dass es in sehr seltenen Fällen zu ernsthaften und sogar schwerwiegenden Nebenwirkungen und Krankheitserscheinungen kommen kann.
Beispiele für Lebendimpfstoffe sind Mumps, Masern, Röteln und Gelbfieber; und auch die BCG-Impfung (Tuberkulose ).

Totimpfstoffe
Totimpfstoffe bestehen aus Erregern, die inaktiviert und nicht mehr vermehrungsfähig sind, oder aus Teilen von deren Bestandteilen. Inaktiviert werden die Erreger oder ihre Bestandteile durch chemische Maßnahmen wie die Behandlung mit Formalin oder durch physikalische Anwendungen wie die Zuführung von Hitze. Wie oben bereits ausgeführt, genügt es ja oft, dem Immunsystem nur ein charakteristisches Merkmal eines Krankheitserregers zu präsentieren, um ihn zur Produktion von Antikörpern anzuregen. Ein Vorteil von Totimpfstoffen ist es, dass eine daraus folgende Erkrankung ausgeschlossen ist. Die Antigene, die den Schutz hervorrufen, können auch gentechnologisch hergestellt werden, wie etwa das Hepatitis-B-Oberflächen-Antigen. Durch inaktivierte Erreger wirken vor allem die Impfstoffe gegen Keuchhusten, Grippe, Cholera, Fleckfieber, Tollwut, Ruhr, Pneumo- und Meningokokkeninfektionen.
Totimpfstoffe kommen auch zum Einsatz, wenn nicht der Erreger selber, sondern sein Gift (Toxin) die hauptsächlichen Krankheitserscheinungen hervorruft, wie das zum Beispiel bei der Diphtherie oder dem Tetanus der Fall ist.


Die passive Schutzimpfung
Bei der passiven Immunisierung führt man den Organismus geeignete Konzentrate von Antikörpern von außen zu (in der Regel durch Injektion). Es dadurch für eine gewisse Zeit ähnlich geschützt, als ob er die Antikörper selber gebildet hätte. Der Schutz hält aber nur eine Weile, da die Antikörper abgebaut werden; auch ist er nur einmalig, da es natürlich keine Gedächtniszellen gibt. Man macht dies bei immungeschwächten Personen, in bedrohlichen Krankheitssituationen, oder auch zur Prophylaxe, z. B. gegen Hepatitis A oder bei Fernreisen.


Öffentlich empfohlene Impfungen
Es gibt in Deutschland keine Pflichtimpfungen mehr, wie dies früher z.B. bei der Pockenschutzimpfung der Fall war. Dennoch hat der Staat als Gemeinwesen ein hohes Interesse an einer möglichst lückenlos durchgeimpften Bevölkerung. Denn der Impfschutz nützt nicht nur dem einzelnen Menschen, denn sobald ein genügend großer Anteil der Bevölkerung geimpft ist, reißt eine Infektionskette ab, und die Krankheit kann sich nicht weiter ausbreiten. Wird eine Infektionskrankheit nur zwischen Menschen übertragen, kann sie durch Impfungen sogar völlig ausgerottet werden, wie das bei den Pocken der bereits der Fall ist. Möglich wäre dies auch bei den Masern und der Kinderlähmung (Polio); und auch bei der Hepatitis B, an der weltweit immer noch mehr als eine Million Menschen sterben. In Deutschland sind etwa 0,5% der Bevölkerung Hepatitis B Ab positiv; das heißt, sie sind in Gefahr, dass die Infektion in eine chronische Form, mit der Möglichkeit von Leberzirrhose oder Leberkrebs, übergeht. Bei Kindern beträgt dieses Risiko sogar 70 bis 90%!

Daher werden die wichtigsten Impfungen durch die obersten Gesundheitsbehörden der Bundesländer empfohlen. Eine wichtige Folge hiervon ist, dass der Staat bei auftretenden Impfschäden solcher Impfungen in Haftung tritt. Eine entscheidende Rolle bei diesen Impfempfehlungen hat die Ständige Impfkomission (STIKO) am Robert Koch Institut (RKI) in Berlin inne. Sie überarbeitet diese Empfehlungen regelmäßig und veröffentlicht sie; alle Bundesländer stützen sich bei ihren Empfehlungen darauf.

Bezugsmöglichkeiten der Impfempfehlungen der STIKO:
Einzelexemplare (maximal 3) der Impfempfehlungen für den Eigenbedarf können gegen Einsendung eines mit DM 3,– frankierten und adressierten Rückumschlages für das Format A4 beim
Robert Koch-Institut, FG 21
General-Pape-Straße 62–66
12101 Berlin
angefordert werden. Größere Stückzahlen können bei der Redaktion gegen Gebühr bestellt werden, dabei können Wartezeiten eintreten.
Die Impfempfehlungen sind auch im Internet abrufbar unter http://yellow-fever.rki.de/GESUND/IMPFEN/STIKO/STIKO.HTM.

Auch der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil diese zentrale Rolle der STIKO hervorgehoben, weswegen sich die allermeisten Kinderärzte strikt nach ihnen richten. Der Impfkomission gehören auf dem Gebiet des Impfwesens kompetente Wissenschaftler an, die vom Präsidenten des RKI im Einvernehmen mit dem zuständigen Bundesministerium für drei Jahre berufen werden.

Der Begriff " Kinderkrankheiten " suggeriert, es handele sich um Krankheiten, von denen nur Kinder befallen würden, und die irgendwie zu einer normalen Entwicklung "dazugehörten" und gleichsam " üblich" seien. Dies ist nicht im mindesten der Fall. Die so genannten Kinderkrankheiten treten deswegen vorzugsweise im Kindesalter auf, weil sie so ansteckend sind, dass kaum jemand ihnen auf dem Weg zum Erwachsenenalter entkommt. Sie sind oft auch alles andere als kindlich harmlos, sondern ausgewachsene und zum Teil recht aggressive Infektionskrankheiten, die erhebliche und bleibende Schäden verursachen können, und dies auch regelmäßig tun. Beispielsweise ist Mumps die häufigste nicht angeborene Ursache für die Ertaubung von Kindern und Jugendlichen; Masern können zu schweren Hirnveränderungen führen; Windpocken zu Hirnhautentzündungen und Nierenschäden. Die Röteln fordern jedes Jahr ihre Opfer in Form von schwerst missgebildeten Kindern, deren nicht immune Mütter während der Schwangerschaft angesteckt wurden.

Bei der Verhinderung solcher unnötiger Folgen spielt Deutschland keine rühmliche Rolle, und nimmt international bestenfalls einen Platz im Mittelfeld ein. In einer Reihe von Ländern - z. B. Skandinavien und die USA - sind die Impfraten deutlich höher als bei uns; mit der Folge, dass nicht nur die entsprechenden Krankheiten, sondern vor allem auch ihre tragischen Komplikationen dort so gut wie unbekannt sind. Die meisten Kinderärzte in den USA haben in ihrem Berufsleben noch nie einen Masernfall gesehen; geschweige die Hirnschäden bis hin zu Todesfällen, wie es sie bei uns immer noch gibt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat es sich daher zum Ziel gesetzt, durch weltweite Impfprogramme bestimmte Infektionskrankheiten auszurotten oder stark zu reduzieren, wie das bei den Pocken so vorbildhaft schon gelungen ist. Nur wenn in Deutschland die Durchimpfungsraten deutlich angehoben werden, können auch wir unseren Beitrag für dieses Ziel leisten.


Impfkalender für Säuglinge, Kinder und Jugendliche
Die folgenden Empfehlungen entsprechen dem neuesten Stand der Impfempfehlungen der STIKO, Stand Januar 2000. Inzwischen hat die STIKO jedoch in zwei Punkten neue Empfehlungen erarbeitet, die aber erst Anfang 2001 offiziell veröffentlicht werden sollen.


DTaP = Diphterie, Tetanus, (azellulärer) Pertussis (Keuchhusten)
aP = Pertussis
Hib = Hämophilus influenzae b
IPV = Polio
HB = Hepatits B
MMR = Masern, Mumps, Röteln
DT/Td = Diphterie, Tetanus, reduzierte Dosis Diphterietoxid

A Auffrischimpfung:
Erfolgte die letzte Impfung mit entsprechenden Antigenen vor weniger als 12 Monaten, kann der Termin entfallen.
G Grundimmunisierung:
für alle Kinder und Jugendlichen, die bisher nicht geimpft wurden, bzw. Komplettierung eines unvollständigen Impfschutzes.

Empfohlenes Impfalter und Mindestabstände zwischen den Impfungen
Um die Zahl der Impfungen möglichst gering zu halten, sollten vorzugsweise Kombinationsimpfstoffe verwendet werden. Impfstoffe mit unterschiedlichen Antigenkombinationen von D/d, T, aP, HB, Hib, IPV sind bereits verfügbar oder in Vorbereitung. Bei Verwendung von Kombinationsimpfstoffen sind die Angaben des Herstellers zu den Impfabständen zu beachten.
1) Antigenkombinationen, die eine Pertussiskomponente enthalten, werden nach dem für DTaP angegebenen Schema benutzt.
2) Impfschema: 0, 1, 6 Monate; siehe auch Anmerkungen ›Postexpositionelle Hepatitis-B-Immunprophylaxe bei Neugeborenen‹
* Abstände zwischen erster und zweiter sowie zweiter und dritter Impfung mindestens 4 Wochen; Abstand zwischen dritter und vierter Impfung mindestens 6 Monate.
** Bei Verwendung von IPV-Virelon ® nur zweimalige Impfung. Siehe Beipackzettel.
*** Die zweite MMR-Impfung kann bereits vier Wochen nach der ersten MMR-Impfung erfolgen.
**** Ab 6. bzw. 7. Lebensjahr wird zur Auffrischimpfung ein Impfstoff mit reduziertem Diphtherietoxoid-Gehalt (d) verwendet.

Spezielle Hinweise zur Durchführung von Impfungen

Impfrisiken
So segensreich Impfungen auch sind, so offen muss gesagt werden, dass sie nicht vollkommen ohne Risiken sind. Auch wenn sich die Nebenwirkungen meist auf harmlose, vorübergehende Erscheinungen wie Rötungen, Schwellungen, Fieber und Störungen des Allgemeinbefinden beschränken, so gibt es in sehr seltenen Fällen auch schwerwiegende Folgen, die bleibende Schäden hinterlassen können.
Verbesserte Diagnosemöglichkeiten haben in den letzten Jahren gezeigt, dass viele vermeintliche Impfschäden in Wirklichkeit auf anderen, nicht erkannten Krankheiten beruhten. Viele seltene angeborene Krankheiten manifestieren sich in den ersten Lebensmonaten - genau in der Zeit, in der laufend Impfungen stattfinden. So liegt es nahe, scheinbar unerklärliche schwere Erkrankungen des Säuglings mit einer kurz zuvor vorgenommenen Impfung in Verbindung zu bringen.
Im neuen Infektionsschutzgesetz (IfSG), das am 1.1.2001 in Kraft getreten ist, sorgt der Gesetzgeber hier für mehr Klarheit. Im § 20 Abs. beauftragt er die STIKO, "Kriterien zur Abgrenzung einer üblichen Impfreaktion und einer ... gesundheitlichen Schädigung zu entwickeln".
In jedem Fall aber kommen schwerwiegende Schädigungen durch Impfen leider vor, auch wenn sie außerordentlich selten sind. So bitter eine solche Schädigung im Einzelfall sein mag, so ist doch das Risiko eines ungeimpften Kindes um ein Vielfaches höher. Beim Masern z. B. kommt es nach einer Infektion 500 (!) Mal häufiger zu einer Hirmentzündung (Enzephalitis) als nach einer Impfung. Und nur Impfungen eröffnen durch die Ausrottung einer Krankheit die Möglichkeit, völlig ohne schädliche Nebenwirkungen lebenzu können. Durch eine Pockenimpfung erleidet niemand mehr einen Schaden - wegen des Verschwindens der Pocken gibt es sie gar nicht mehr.

Aufklärungspflicht
Auch wenn das Risiko noch so gering ist, wie erwähnt verbleibt ein gewisses Restrisiko. Die Abwägung dieses Risikos liegt in den Händen der Eltern, die daher von ihrer(m) Kinderärztin/Kinderarzt über mögliche Folgen aufgeklärt werden müssen. Unterlassen die impfenden Ärzte dies, oder begehen sie andere, schwerwiegende Fehler, so haften sie für entstehende Schäden. Dies hat zu einer gewissen Verunsicherung in kinderärztlichen Kreisen geführt, da Unsicherheit darüber bestand, in welcher Form und und wie weit gehend die Aufklärung sein müsse.
Am 15.02. 2000 hat der Bundesgerichtshof (BGH) hierzu weit gehende Klarheit geschaffen. Die Kernaussagen des entsprechenden Urteils lauten:

Die aktuellen Empfehlungen der STIKO sind medizinischer Standard.
Die empfohlenen Schutzimpfungen im Säuglings-und Kleinkindalter sind Routinemaßnahmen. Daher muss bei der Aufklärung den Eltern keine Bedenkzeit eingeräumt werden; die Impfung kann am gleichen Termin wie die Aufklärung stattfinden; und ohne besondere Umstände können Ärztin/ Arzt darauf vertrauen, dass die Einwilligung eines Elternteils auch für das andere gilt.
Die Aufklärung darf per Merkblatt erfolgen; jedoch muss immer noch ein Beratungsgespräch angeboten werden. Es muss über alle spezifischen Risiken - gleichgültig, wie selten - aufgeklärt werden; jedoch genügt eine Information im Großen und Ganzen ohne tiefer gehende Einzelheiten. Das Merkblatt muss nicht unterschrieben werden.
Bei der zweiten Impfung mit dem gleichen Impfstoff im Rahmen einer Grundimmunisierung ist keine erneute Aufklärung erforderlich.
Impfhindernisse
Unter bestimmten Umständen darf nicht geimpft werden. Hier muss jede Ärztin/jeder Arzt sehr sorgfältig nach medizinischen Kritereien entscheiden; daher soll hierauf nicht weiter eingegangen werden. Es gibt aber einige, weit verbreitete Irrtümer darüber, wann eine Impfung nicht erlaubt ist.
Kein Impfhindernis sind beispielsweise banale Infekte, auch wenn sie mit Fieber bis zu 38,5°C einhergehen. Auch Krampfanfälle in der Familie oder vorangegangene Fieberkrämpfe beim Impfling sind keine Kontraindikation. Das Gleiche gilt für Frühgeborene oder Neugeborene mit (normaler) Gelbsucht. Eine etwaige Antibiotikaeinnahme hindert ebenfalls nicht.


Impfabstände
Die in der obigen Tabelle angegebene oder auf den Beipackzettel vermerkte Mindestabstand sollte nicht unterschritten werden. Solche zeitlichen Abstände sind vor allem bei Lebendimpfungen für den Impferfolg sehr wichtig.
Viel Verwirrung herrscht aber leider immer noch darüber, wie groß Impfabstände sein dürfen. Nicht selten führt das dazu, das komplette Grundimmunisierungen neu begonnen werden müssen. Dabei ist bereits seit vielen Jahren bekannt und wird von der STIKO auch noch einmal ausdrücklich wiederholt:
Es gibt keine unzulässig großen Abstände zwischen Impfungen. Jede Impfung gilt. Auch eine für viele Jahre unterbrochene Grundimmunisierung muss nicht neu begonnen werden!
Dies sollte vor allem Personen mit sehr lückenhaftem und vielleicht etwas "chaotischem" Impfstatus ermutigen, die den Gang zum Arzt scheuen, weil sie fürchten, dass nun eine langwierige Prozedur wieder von vorne los geht. Aber hier gibt es eine gute Nachricht: Nur die fehlenden Impfungen müssen nachgeholt werden, und schon ist alles wieder im Lot.


Ausblick auf neue Impfstoffentwicklungen
Im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Meinung, ist die Situation bei Impfungen nicht an einem Endpunkt angekommem, wo es kaum noch zu Neuerungen kommt. Viele Infektionskrankheiten fordern jährlich immer noch viele Millionen Tote. So wäre beispielsweise ein Impfstoff gegen die Malaria geradezu ein Segen für die Menschheit.

Rekombinante oder Subunit-Impfstoffe
Wie oben bereits ausgeführt, reicht es oft völlig aus, wenn dem Immunsystem sozusagen ein markantes Merkmal (Antigen) von der Oberfläche eines Erregers präsentiert wird, um den Organismus später gegen den ganzen Erreger und damit gegen die von ihm verursachte Krankheit zu schützen. Ist ein solches Merkmal, auf das das Immunsystem wirksam reagiert, identifiziert und sein genetischer Bauplan aufgeklärt, so kann man mit Hilfe gentechnologischer Methoden ganz selektiv dieses markante Teilstück "nachbauen" und als Impfstoff verwenden. Ähnlich wie heutzutage Insulin weit überwiegend nicht mehr aus Tieren gewonnen wird, kann man den "Bauplan" der entscheidenden Erregerteile in für den Menschen harmlose Bakterien einbauen und von ihnen produzieren lassen. Nach einer entsprechenden Reinigung steht dieses Antigen dann als Impfstoff zur Verfügung. Da bei einem solchen Prozess die Erreger nicht mehr als Ganzes vorkommen, sind die Risiken, dass er einer Inaktivierung entgeht, völlig ausgeräumt. Außerdem ist diese Methode nicht nur sicherer, sondern inzwischen auch billiger als die Inaktivierung ganzer Bakterien und Viren, die für den Geimpften und in der Herstellung Restrisiken bergen.
Beispiele für solche Impfstoffe sind die gegen Hepatitis A und B sowie Cholera.


DNA-Impfung
Seit einiger Zeit gelten so genannte DNA-Impfstoffe, die auf Teilstücken des Bakterien-oder Viren-Erbgutes basieren, als vielversprechende Alternative zu den konventionellen Impfstoffen. Die Prinzip ist eigentlich einfach. Der oben erwähnte "Bauplan" für immunologisch wirksame Antigene besteht aus DNA. Normalerweise wird in der Zelle die Information, die in dieser DNA kodiert ist, ausgelesen und als "Blaupause" für die Produktion des Antigens benutzt. Anstatt nun - wie oben beschrieben - dieses Antigen von Bakterien herstellen zu lassen, um es dann den Menschen als Impfstoff zuzuführen, kann man die DNA auch direkt in die Zellen des Menschen einschleusen, damit er seinen Impfstoff quasi selber herstellt.
Normalerweise muss die DNA in den Muskel gespritzt werden; jedoch konnte in jüngster Zeit gezeigt werden, dass im Prinzip sogar die Aufnahme durch die Haut möglich ist. Noch ist man im Stadium des Tierversuchs; aber man hat bereits Affen - sehr nahe Verwandte des Menschen - nach diesem Prinzip erfolgreich gegen Masern geimpft.
Ein großer Vorteil dieser Methode ist es, dass das Antigen mehrere Wochen im Organismus zirkulieren kann, da es ja von ihm selber nachproduziert wird; während passiv zugeführte Eiweiße (Antigene) oft nach nur wenigen Stunden aus der Blutbahn verschwinden.
Ein wichtiges Beispiel einer Anwendung eines DNA-Impfstoffes - sollte er gelingen - wäre die Masernimpfung bei kleinen Säuglingen. Bisher können Kinder erst ab einem Alter von zwölf Monaten aktiv gegen die Masern geimpft werden, weil der Impfstoff - unter anderem wegen der Unreife des Immunsystems - bei jüngeren Kindern nicht sicher wirksam ist. Da Masern bei kleinen Säuglingen besonders gefährlich bis hin zu Todesfällen sind, hat man Anfang der 90er Jahre bei Studien in Afrika versucht, dieses Problem durch Verabreichung einer 100- bis 1.000-fach höheren Dosierung zu lösen. Es kamen aber zu schweren Rückschlägen in Form von atypischen Masernerkrankungen und erhöhter Sterblichkeit.
Hier könnte die DNA Impfung die Rettung bringen und tatsächlich den Weg zur Ausrottung der Masern weisen.
Hingewiesen werden muss aber auch auf die Risiken. Es handelt sich um fremde Erbgut-Informationen, die in den Menschen eingeschleust werden. Alle damit verbundenen möglichen Risiken müssen sorgsam geprüft und abgewogen werden. Hingegen gibt es zur Zeit keine Hinweise darauf, dass fremde DNA in das Erbgut des Menschen eingebaut und damit dauerhaft verankert werden kann.

Auf der Website vom Paul-Ehrlich-Institut, der bundesdeutschen Zulassungsstelle für Impfstoffe, finden Sie weitere Informationen.

Impfgegner
In einer hoch durchgeimpften Bevölkerung reißt die Infektionskette; es kommt nur zu sporadischen Neuinfektionen, und es besteht die Chance, dass die nur vom Menschen übertragene Krankheiten völlig verschwinden.
Je nach Krankheitserreger ist hierzu eine Durchimpfungsrate von 85% bis 95% erforderlich. Bereits wenige Prozent Nichtgeimpfter genügen also, um dieses Ziel zu verfehlen und den Erfolg zu verhindern.
Wie bereits erwähnt, gehört Deutschland, obwohl eines der fortgeschrittensten Industrieländer mit einem hoch entwickelten Gesundheitssystem, bei der Verhinderung und Ausmerzung von Infektionskrankheiten allenfalls zum Mittelfeld. Dies liegt zumindest zum Teil daran, dass es hier sehr viel ausgeprägter als in anderen Ländern eine Bevölkerungsgruppe gibt, die Impfungen kategorisch ablehnt. Die Spanne ist weit: Sie reicht von Eltern, die verunsichert sind, ob sie ihren Kindern mit der Impfung wirklich etwas Gutes tun, bis zu fanatischen Ideologen, die in Impfungen fast schon eine Hauptursache von Krankheit, Siechtum und Tod sehen.
Die letzte Gruppe ist durch Argumente nicht zu erreichen. Sie ähnelt darin einer Vielzahl von ähnlich verbissenen und verrannten Menschen, bei denen der Gegenstand ihrer Ideologie oft beliebig und austauschbar erscheint.
Viele andere aber machen sich ernsthaft Gedanken und wägen die Informationen ab, die gegen oder für eine Impfung zu sprechen scheinen.
An vielen Stellen im Internet findet man eine argumentative Auseinandersetzung mit diesen Bedenken. Einige der häufigsten Argumente sollen hier aufgeführt werden:

Impfungen sind wirkungslos. Sie verhindern keine Erkrankungen. Es sind andere Einflüsse, die zum Rückgang der Erkrankungen geführt haben.
Dieses Argument scheint auf den ersten Blick viel für sich zu haben, da tatsächlich die Zahl der Infektionskrankheiten und vor allem der schweren Komplikationen auch ohne Impfung zurückgegangen ist. Es ist ja auch eine Binsenweisheit, das bessere sozioökonomische Verhältnisse sich vorteilhaft auf die Gesundheit auswirken! Aber entscheidend reduzieren oder gar ausrotten lassen sich Infektionskrankheiten so nicht.
In den USA schwankte die Zahl der Masernerkrankungen zwischen 1920 und 1963 ganz erheblich zwischen 100 000 und 900 000 Fällen pro Jahr. Mit Einführung der Masernimpfung sank die Zahl innerhalb von zwei Jahren unter 50 000, stieg nie mehr darüber an, und betrug 1999, also nach einem Zeitraum von fast 40 Jahren, nur noch exakt 100 Fälle. Diese Fälle waren allesamt eingeschleppt worden; in den USA selber sind die Masern faktisch bereits ausgerottet. Es dürfte sehr schwer sein, eine Veränderung zu finden, die innerhalb von zwei Jahren dies bewirkt haben sollte. Dies umso mehr, als sich ja wohl auch auf andere Krankheiten hätte wirken müssen; diese Krankheiten verringerte sich aber immer nur, sobald entsprechende Impfstoffe verfügbar wurden.
Ein Vergleich in Europa unter wohlhabenden Industriestaaten mit ähnlichen sozialen Standards zeigt schlicht, dass die Masern dort verschwunden sind, wo fast alle geimpft sind (Finnland und Schweden), und in den anderen eben nicht (Deutschland, Frankreich und Italien). Auch hier ist weit und breit nichts zu sehen, was - außer Impfungen - für diese Unterschiede verantwortlich sein könnte.
Ein ähnliches Beispiel ist die Erkrankung durch eine Hirnhautentzündung, die durch das Bakterium H. influenzae ausgelöst wird. Seit der Einführung eines Impfstoffes 1990 sanken die Erkrankungen in den Vereinigten Staaten von 20 000 Fällen pro Jahr auf etwa 1 400 Fälle im Jahr 1993 - also in drei Jahren; ohne dass tiefgreifende Änderungen im American way of life bekannt geworden wären.

Impfungen sind wirkungslos. Bei einer Epidemien erkranken nachweislich mehr Geimpfte als Ungeimpfte.
Das ist paradoxerweise sogar richtig, führt aber dennoch in die Irre. Ohne etwas Mathematik geht es aber nicht.
Nehmen wir an, in einem Dorf leben 1000 Einwohner, wovon nur 20 nicht geimpft sind. Es werden Masern eingeschleppt; die 20 Ungeimpften erkranken. Da der Masernimpfstoff eine Erfolgsquote von etwa 95% hat, sind 50 der Geimpften nicht immun und erkranken ebenfalls. Mithin erkranken in der Tat mehr als doppelt so viel Geimpfte wie Nichtgeimpfte. Ohne Impfung wären allerdings nicht 70, sondern 1 000 (!) Personen erkrankt - ein durchschlagender Erfolg der Impfung!

Das Durchmachen einer Infektion ist natürlicher und sorgt beim Kind oft für einen Entwicklungsschub.
"Natürlich" wird oft kritiklos mit "gut" gleichgesetzt. In Mittelalter betrug die durchschnittliche Lebenserwartung 35 Jahre, das war damals "natürlich". Zu Goethes Zeiten starb die Hälfte aller Kinder; auch das war "natürlich". Die so genannten "Kinderkrankheiten" sind sicherlich natürlich, harmlos sind sie aber auf keinen Fall. Die Rate von Hirmentzündungen (Enzephalitiden) beträgt bei Masern etwa 1:2 000; bei Impfungen 1:1 000 000. Ohne Masernimpfung würde die Zahl also binnen wenige Jahre um ein Mehrhundertfaches ansteigen.
Die Impfgegner profitieren von der Unanschaulichkeit großer Zahlen. Man müsste statistisch 2 000 ungeimpfte Kinder kennen, um auch nur einen Komplikationsfall mitzuerleben - wer hat einen so großen Bekanntenkreis? Lassen 2 000 Eltern ihr Kind nicht impfen, so werden 1 999 von ihnen feststellen: Nichts passiert! Bei Millionen von Kindern ergibt dies aber tausende von völlig vermeidbaren, zum Teil tragisch endende Erkrankungen.

Die Wirkung und die Langzeitfolgen von Impfstoffen und Impfungen sind großenteils völlig unbekannt und überhaupt nicht abzuschätzen. Auch treten sie vielleicht erst nach Jahrzehnten auf.
Auch ein Einwand, der im Prinzip richtig ist. Man erinnere sich an die Gerinnungspräparate von Bluterkranken, die mit Beginn der AIDS-Ära plötzlich mit HIV verseucht waren, womit niemand rechnen und was niemand voraussagen konnte.
Dem kann man nur entgegenhalten, dass solche Risiken vielleicht vorhanden und unbekannt, die Krankheitsrisiken aber vorhanden und äußerst bekannt sind. Halbwegs moderne Impfstoffe gibt es seit 50 Jahren. Es gibt keinerlei Hinweise, dass Ungeimpfte sich irgendwie besser stünden als Geimpfte - vollkommen im Gegenteil. Geradezu abstrus mutet es an, wenn ein hochgelobter Autor auf die vielen ungeklärten Einzelheiten bei Entwicklung, Einsatz und Wirkungsweise des Pockenimpfstoffes hinweist - den es wegen Ausrottung der Pocken gar nicht mehr gibt, und der mit Sicherheit keine unbekannten Schädigungen mehr verursachen kann.


© A Med-World AG, Geändert am: 22.01.2001 - Dieser Beitrag wurde von den im Impressum genannten
Fachärzten und Ärztinnen des jeweiligen Bereiches erstellt und vom Redaktionsteam didaktisch überarbeitet.
Bitte beachten Sie auch unseren Haftungsausschluss!

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 20. Februar 2001 23:46     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Spitzenmäßig !
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Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 21. Februar 2001 02:00           
UND HIER DAS GEGENSTÜCK:

Die SCHROTT-IMPF-INFO:

Impfungen und Impffolgen
Dr.med.Th.Quak

Über Komplikationen von Impfungen ist viel berichtet worden und wird viel berichtet. Bekannt und beschrieben sind in der
neueren medizinischen Literatur unter anderem folgende (seltene) Nebenwirkungen der MMR und Polio Impfungen [1-10, 13,
14, 15, 16, 18, 20, 26, 33, 64]:

Lokale Erytheme

Fieber

Reizbarkeit

Abgeschlagenheit

Generalisierte Ausschläge (akute Urticaria)

Konjunktivitis

Arthropathien

Peripherer Tremor

Husten und/oder Schnupfen

Postvaccinale Meningitis (Aseptische Meningitis)

Guillain-Barré Syndrom

Brachial Neuritis

Anaphylaxie

Multiple Sklerose

Chronische Arthritis


Gefürchtet sind die bleibenden Schäden, dabei insbesondere die Folgen einer postvaccinalen Meningitis und Erkrankungen, die
unmittelbar lebensbedrohlich sind, wie die Anaphylaxie. Die kurzfristigen kleineren Nebenerscheinungen werden als übliche
Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem attenuierten (abgeschwächten) Erreger verstanden und somit als harmlos
angesehen. Da die "Nebenwirkungen" der natürlichen Erkrankungen nach bisherigen Statistiken wesentlich häufiger sind als die
der Impfungen, schlußfolgert man: Impfungen verhüten mehr Schäden als sie anrichten und sind daher sowohl für das
Individuum als auch für die Gesellschaft von erheblichem Nutzen.


Impfschäden

Vom Gesetzgeber werden als Impfschäden in der Regel Folgen von Erkrankungen angesehen, die innerhalb eines definierten
Zeitraumes nach der Impfung (einige Tage bis Wochen) in Erscheinung treten und so eine Kausalität plausibel machen. Sich
langsam entwickelnde oder erst spät auftretende Schäden sind nur sehr schwer in einen kausalen Zusammenhang mit der
Impfung zu bringen, da zwischenzeitlich viele weitere Faktoren auf den Menschen einwirken, die statistisch nicht oder kaum
faßbar bzw. voneinander zu trennen sind. Deswegen werden solche Schäden meist nicht als Impfschäden anerkannt: Bis zum
Jahre 1991 bezogen in der Bundesrepublik Deutschland "nur" 1870 Impfgeschädigte Versorgungsleistungen nach dem
BSeuchG [21]. Nach Buchwald [31] wurden bis 1992 in Deutschland 3407 Impfschadensfälle juristisch anerkannt. Dies
entspräche einer Prävalenz von 4,3 auf 100.000, bei einer Inzidenz von 0,21 auf 100.000. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung
in Deutschland ergibt das ca. 170 anerkannte Impfschadensfälle pro Jahr. Die Zahl der gestellten Anträge ist natürlich um ein
Vielfaches höher.

Wollte man Daten zu langfristigen Impfschäden erhalten, müßten sehr kosten- und arbeitsintensive Langzeitbeobachtungen
durchgeführt werden. Sinnvoll sind diese aber nur, wenn es gelingt, vergleichbare Gruppen von geimpften und nicht geimpften
Personen über längere Zeiträume zu beobachten. Hier ergeben sich vielerlei ethische und forensische Probleme. Außerdem ist
es wegen der hohen Durchimpfungsrate schwierig, genügend hohe Fallzahlen von nicht geimpften Personen anzusammeln und
diese einer statistischen Auswertung zuzuführen. Vergleichende Langzeitstudien über geimpfte und nichtgeimpfte Populationen
gibt es nicht.

Eine wichtige Frage bei der Beurteilung der Impfschadenshäufigkeit ist, wieviel Aufmerksamkeit den auftretenden Impfschäden
gewidmet wird und wie häufig Schäden überhaupt in einen Zusammenhang mit Impfungen gebracht werden. Im Editorial des J
Med Microbiol [11] heißt es: "Die Rate der postvaccinalen Meningitis variiert von Studie zu Studie und ist möglicherweise
abhängig von der Intensität, mit der versucht wird, solche Fälle zu finden." Dieses Editorial bezieht sich auf eine Studie über die
Masern-Mumps-Röteln Impfung (MMR) im United Kingdom. Dort wird gezeigt, daß das Risiko einer aseptischen Meningitis
nicht wie bisher angenommen bei 0,4 bis 10 zu 1-Million liegt, sondern bei 1 zu 11-Tausend [16], was bei Massenimpfungen zu
einer erschreckend hohen Zahl von Komplikationen führt [32], da hier alle ohne Ausnahme mit dem (Impf-) Erreger in Kontakt
kommen, und nicht nur ein Teil der Menschen, wie bei der natürlichen Erkrankung.

Von der Einführung der MMR-Impfung 1988 im UK mit dem sogenannten Urabe-Mumps-Stamm (in Deutschland unter den
Namen Pluserix und Rimparix verkauft und 1992 vom Markt genommen), bis zur Erkenntnis des hohen Risikos vergingen
mehrere Jahre, ehe der Stamm 1992 durch einen anderen (Jeryl Lynn) ersetzt wurde. Von diesem Stamm nimmt man nun an,
daß er nicht, oder nicht so häufig, zum Bild einer aseptischen Meningitis führt, obwohl auch durch diesem Impfstoff ausgelöste
Meningitiden bereits bekannt sind [26].


Impfstoffe

Daß es überhaupt verschiedene Stämme einzelner Impfvaccinen gibt, hat etwas mit dem Herstellungsmodus zu tun. Alle
heutigen Mumps-Impfstoffe enthalten lebende, attenuierte Viren (ebenso Masern, Polio, Röteln, Influenza, Gelbfieber,
Varizellen).

Die "Umwandlung" (Attenuierung) eines virulenten Wildtypen in einen Impfstoff ist bis heute ein empirischer Vorgang. Der Virus
wird mehreren Passagen in verschiedenen Zellinien bei nicht optimalen Wachstumsbedingungen unterzogen, wobei er auf eine
im Einzelnen unbekannte Weise seine spezifischen Eigenschaften abwandelt, jedoch ein "lebender" Erreger bleibt. Danach
werden einige Sicherheitsuntersuchungen durchgeführt und die Reaktivität und Effizienz an Tieren und freiwilligen
Versuchspersonen getestet.

Dieses Vorgehen ist seit den frühen Versuchen mit Impfpräparaten zu Pasteurs Zeiten in den Grundzügen gleichgeblieben.
Pasteur hatte zum Beispiel einen Tollwutimpfstoff entwickelt [52], indem er den Erreger in Kaninchen züchtete und diesen dann
durch unterschiedlich langes Aussetzen an die frische Luft "attenuierte". Mit dieser noch etwas unvollkommenen Methode
wurde Pasteur berühmt-berüchtigt, denn es kamen bei den Impfungen eine Vielzahl von Menschen ums Leben, die gerade
durch die Impfung an Tollwut erkrankten [57].

Bei der in unseren Breiten abgeschafften Pockenimpfung ist bis heute noch nicht einmal bekannt, woher der im Impfstoff
enthaltende Erreger eigentlich stammt. Die ursprüngliche Vaccine aus der Kuhpocke wurde zunächst von Kind zu Kind
übertragen, da man kein Verfahren kannte, wie man den Impfstoff konservieren sollte. Erst nach mehreren Jahrzehnten gelang
die Rückübertragung auf Kälber Die Attenuierung fand bis dahin unkontrolliert in Tausenden von menschlichen Körpern statt
und war sehr gefährlich, da nicht nur das Vaccinia-Virus übertragen wurde, sondern auch alle weiteren infektiösen
Erkrankungen der Menschen. "Dieser Impfstoff ist molekularbiologisch deutlich sowohl vom Variolavirus als auch vom
Kuhpockenvirus unterscheidbar" [58],

In unserer Zeit gibt es je nach Verfahren verschiedene Impfstoffe, die von verschiedenen Herstellern produziert werden, mit
unterschiedlichen Wirkungsprofilen. Die molekulare Basis des Wirkstoffes ist aber auch heute in den allermeisten Fällen
unbekannt. Der natürliche Erreger ist durch serologische Methoden nicht von den attenuierten Erregern zu unterscheiden. Auch
der Urabe Mumps Virus und der Jeryl Lynn Mumps Virus zeigen serologisch keine Unterschiede. Erst durch moderne
Methoden der Gensequenzierung ist es neuerdings gelungen, einige Unterschiede zwischen Impfstämmen zu eruieren, wobei
bisher bruchstückhaft einige Gensequenzen untersucht wurden. Es ist aber bis heute unbekannt, aufgrund welcher Mechanismen
der eine Stamm reaktiver ist als der andere. Auch unbekannt ist, auf welche Weise es während der Attenuation zu den
Unterschieden kommt. Letztlich ist die Einbringung eines solchen attenuierten Lebendimpstoffes ein Vorgang mit vielen
Unbekannten und Unwägbarkeiten, die aber ob des augenscheinlichen Erfolges bei der Bekämpfung der sogenannten
Volksseuchen aufgrund von Nutzen/Schaden-Relationen in Kauf genommen werden.


Reaktion des Immunsytems

Wichtig zu wissen ist, daß auch die Reaktion des Immunsystems auf den eingebrachten Impfstoff nur zum Teil bekannt ist:
"Häufiger hat man gesehen, daß Antikörperspiegel nicht parallel zum Schutz vor Erkrankung laufen.... Die Untersuchung des
zweiten Schenkels der Immunität, der zellvermittelten Immunreaktion war technisch wesentlich schwieriger und hat sich als sehr
komplex entpuppt ... Wenngleich mittlerweile eine Fülle von experimentellen Daten und Erkenntnissen zu den verschiedenen
Mechanismen zellvermittelter Immunantwort einschließlich deren Interaktion untereinander und mit dem humoralen
Immunsystem vorliegen, ist unser Wissen über die konkrete Bedeutung der zellvermittelten Immunantwort bei der Infektabwehr
einzelner Pathogene des Menschen äußerst fragmentarisch." [58, S.270].

Diese Aussagen sind von großer Bedeutung:

1. Die potentiell krankmachenden Eigenschaften eines Impfstoffes sind nicht bekannt (Der Aufbau des Gesamtgenoms ist nicht
bekannt).

2. Die Reaktion des Immunsystems auf die eingebrachten Stoffe ist nicht im einzelnen bekannt.

3. Die Wechselwirkungen des veränderten Immunsystems mit weiteren Größen sind nicht bekannt.

Welche langfristigen Folgen daraus möglicherweise entstehen, kann bisher nicht beurteilt werden, da in den Studien
überwiegend nur auf mehr oder weniger unmittelbare Impffolgen geachtet wird. Es gibt aber Hinweise auf längerfristige
Nachwirkungen:


Langzeitfolgen

So ist zum Beispiel seit den ersten Studien über die Rötelnimmunisierung die Entstehung von Arthralgien bekannt [1-10].
Ausgehend von diesen Studien stellt das Institut of Medicine fest: "Das Komitee fand heraus, daß ein kausaler Zusammenhang
zwischen dem RA 27/3 Röteln-Impf-Stamm und chronischer Arthritis bei erwachsenen Frauen hergestellt werden kann." "1973
berichtet Thompson et al. von 11 Kindern mit rekurrenter Arthritis die mindestens 36 Monate nach der Impfung mit HPV 77
andauerte; andere Fälle von persistierender Arthritis wurden seitdem gemeldet, einige davon mit dem RA 27/3 Stamm" [12].

Arthralgien und Arthritiden treten häufig in Zusammenhang mit Erkrankungen auf, für die Autoimmunreaktionen verantwortlich
gemacht werden; zum Beispiel dem Lupus erythematodes, der Sklerodermie, dem Sharp-Syndrom, der Polymyositis [23] oder
der rheumatoiden Arthritis. Es wäre mit Sicherheit sinnvoll Studien zu beginnen, um einen Zusammenhang zwischen Aktivierung
des Immunsystems durch Impfungen und Autoimmunerkrankungen zu belegen oder auszuschließen, denn die Zahl der
Autoimmunerkrankungen ist groß und vermehrt sich mit zunehmender Kenntnis der Pathophysiologie ständig:

Thyreoiditis Hashimoto. Primäres Myxödem. Perniziöse Anämie. Autoimmune, atrophische Gastritis. Morbus Addison.
Vorzeitige Menopause. Goodpasture Syndrom. Myasthenia gravis. Männliche Unfruchtbarkeit. Pemphigus vulgaris.
Pemphigoid. Sympathische Ophtalmie. Multiple Sklerose. Autoimmunhämolytische Anämie. Primär biliäre Zirrhose. Colitis
ulcerosa. Sjögren Syndrom etc.

Man weiß, daß Impfungen bei bestehenden Autoimmunerkrankungen zu einer Verschlechterung führen können [23]. Die
Symptome die der Körper aufgrund seiner spezifischen Überempfindlichkeit in solchen Fällen zeigt, geben Hinweise auf
Regulationsstörungen, die beim "noch" Gesunden nicht auffallen oder übersehen werden, aber vermutlich trotzdem vorhanden
sind (Coulter [63] nennt solche Fälle "Knickeier"). "Generell sollte man mit aktiven Impfungen mit Lebendimpfstoffen bei
Patienten mit Autoimmunopathien oder chronisch entzündlichen Krankheitsbildern eher zurückhaltend sein und derartige
Impfungen nur in besonderen Situationen und bei besonderen Indikationen durchführen" [23]. Und weiter:

"Es ist nicht abwegig anzunehmen, daß Schutzimpfungen als merkliche Eingriffe in die Regulation des immunologischen
Netzwerkes den Verlauf von Vaskulitiden beeinflussen können" [23].

Sogar direkte Auslösungen sind bekannt: "Zehn von 1000.000 geimpften Amerikanern entwickelten eine autoimmune
postvaccinale Enzephalitis oder periphere Neuritis (Guillain-Barré- Syndrom) eine oder zwei Wochen nach Impfung mit einer
inaktivierten Influenzavaccine" [64].

Trotzdem, ein Beweis, daß Impfungen kausal an der Entstehung von Autoimmunerkrankungen beteiligt sind, läßt sich bis heute
nur sehr schwer führen, da sich solche Erkrankungen meist mit erheblichen Latenzzeiten entwickeln und Studien, besonders
wenn sie prospektiv sein sollen, sehr aufwendig sind und deswegen bisher nicht durchgeführt wurden.


Pathomechanismus

Es wäre an der Zeit diese wichtigen Studien anzugehen, denn ein Pathomechanismus, der an der Entstehung solcher
Autoimmunerkrankungen beteiligt sein könnte, ist schon seit langem bekannt: die Kreuzreaktivität zwischen Erregern (oder
Impfstoffen) und körpereigenen Stoffen und Geweben, auch molekulare Mimikri genannt [59]. Eine solche Verwandtschaft
zwischen Körpergewebe und Fremdantigen ist auf drei Ebenen vorstellbar [58]:

"1. Zwischen zwei Zell oder Gewebsarten bzw. Mikroorganismen (z.B. Bakterien oder Viren), wenn diese die gleiche oder
eine ähnliche Art von Molekülen zu ihrem Aufbau verwenden.

2. Zwischen zwei Antigen-Molekühlen, wenn diese auf ihrer Oberfläche neben verschiedenartigen auch gleiche Determinaten
haben.

3. Zwischen zwei Determinanten, wenn diese zwar geringfügig voneinander abweichen, aber doch so ähnlich sind, daß beide
mit dem gleichen Antikörper reagieren können. Dabei wird die dem Antikörper homologe Determinante eine starke Reaktion
ergeben, während die abweichend konfigurierte Determinante eine schwache Reaktion ergeben wird."

All diese Möglichkeiten treffen auf Impfstoffe oder Impfstoffbestandteile zu. Führt man dem Körper also Antigene (z.B. in
Form von Impfungen) zu, die ähnliche Struktureigenschaften aufweisen wie Körpergewebe, und sei dies auch nur in
Teilbereichen, so ist eine Antikörperbildung im Sinne einer Autoimmunreaktion vorstellbar. Ein in der Medizin bekanntes
Beispiel für diesen Vorgang ist die Kreuzreaktivität zwischen Zellwandpolysacchariden von Beta-hämolysierenden
Streptokokken und menschlichen Herzklappen beim rheumatischen Fieber, wo es infolge einer Antikörperbildung zu einer
Schädigung kommen kann.

Der Einwand, daß auch die natürlichen Infektionen Autoimmunreaktionen auslösen können, dies also nicht nur bei Impfungen
vorkommt, ist berechtigt. Allerdings muß man beachten, daß sich die Impfinfektion auf drei wesentlichen Ebenen von
natürlichen Infektionen unterscheidet und deswegen eine andere Antigenität besitzt als diese:

1. Der Infektionsweg ist ein anderer als der, der natürlichen Infektion (direkte Konfrontation mit dem Antigen durch die
intramuskuläre Injektion).

2. Der Infektionszeitpunkt wird durch den Impfzeitpunkt festgelegt (z.B. alle Kinder im 3. Monat), nicht durch die
Empfänglichkeit des Körpers oder den "zufälligen" Kontakt mit dem Erreger (Reife des Immunnsystems?).

3. Der Impfstoff ist ein Kunstprodukt mit Zusatzstoffen, die die Wirkung des Erregers abändern (Veränderte Antigenität).

Impfung und natürliche Erkrankung lassen sich darum schlecht miteinander vergleichen, wenn man sie in ihrem Risikopotential
abschätzen will. Beide bergen eigene Risiken.

Ein weiterer Punkt sollte nicht vergessen werden: Es kann auch zu Toleranzentwicklungen gegen bestimmte Antigene kommen,
also zum genauen Gegenteil des bisher Beschriebenen [27]: Dies wird z.B. bei der Hyposensiblisierung beim Heuschnupfen und
allergischen Asthma therapeutisch einsetzt, indem den Kranken Allergene (Pollen, Hausstaubmilben etc.) in geringen Dosen
injiziert werden, um sie daran zu gewöhnen.

Auf einem ähnlichen Weg kann sich eine Toleranz gegen Stoffe entwickeln, die der Körper üblicherweise eliminieren würde,
weil sie ihm sonst Schaden zufügen. Die Entstehung einer Art von Immunabwehrschwäche gegen bestimmte Pathogene, z.B.
Krebszellen, ist vorstellbar:

"Eine Entgleisung des Immunsystems ist möglicherweise auch verantwortlich für die Entstehung verschiedener Tumoren" [60].
"Aufgrund von Tierexperimenten weiß man, daß im Fetus mit einem unreifen Immunsystem Antigenexposition zur Toleranz
führt" [61]. Da aber der genaue Zeitpunkt der endgültigen Ausreifung des Immunsystems nicht bekannt ist und "weitere
Faktoren wie Alter, genetischer Background und Ernährungszustand" [27] für eine Toleranzinduktion relevant sind, und ferner
die exakten Mechanismen der Entwicklung einer Antigentoleranz noch nicht ausreichend aufgeklärt sind, besteht nach heutigem
Wissen grundsätzlich die Möglichkeit, daß mit Tumorantigen kreuzreaktive Impfstoffe oder Impfstoffbestandteile zu einer
Toleranz gegenüber Oberflächenantigenen von Tumorzellen führen, die somit vom Immunsystem nicht effizient erkannt und
beseitigt werden können.

Gerade wenn man an die schon im dritten Lebensmonat durchgeführte DTP-Impfung denkt, sind solche Reaktionen vorstellbar.
Das hochsensible Wechselspiel zwischen Abwehr und Toleranz in unserem Immunsystem ist im einzelnen noch nicht
verstanden. Welche Folgen Eingriffe hier haben, läßt sich nicht abschätzen. Hier wäre dringend eine Klärung offener Fragen
notwendig, da es noch zahlreiche weitere Mechanismen bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen gibt (z.B. Bildung von
Immunkomplexen bei Infektion nach Impfung [64] etc.).


Reinheit der Impfstoffe

Ebenfalls eine wichtige Frage ist die Reinheit der Impfstoffe. Wie oben beschrieben, werden einige Impfstoffe durch
Attenuierung in lebenden Organismen oder Zellkulturen (z.B. Affennierenzellkulturen) erzeugt (MMR, Polio). Auch wenn dabei
auf höchstmögliche Reinheit geachtet wird, ist es schon allein aus technischen Gründen nicht möglich, alle Risiken
auszuschließen.

Ein solches Risiko ist z.B. die Durchseuchung der Probe mit verschiedenen Viren (Slow Virus, BSE, Retroviren Onkoviren,
etc.) oder Mycoplasmen, die allesamt aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften schwer oder gar nicht nachweisbar sind.
"Viruskontaminierte Zellkulturen sind ein wesentliches Problem in der Bioindustrie" [28]. Zudem haben die durch sie
verursachten Erkrankungen eine lange Latenz, so daß man sie kaum noch mit den Impfungen in einen kausalen Zusammenhang
bringen kann.

Lebendvaccinen haben ein höheres Risiko mit unerwünschten Mikroorganismen verseucht zu sein, als Totimpfstoffe. Onkogene
Viren befinden sich beispielsweise in Mammaliazellinien, die zur Imfstoffherstellung verwendet werden [64].

Lebendimpfstoffe die durch konventionelle Prozeduren attenuiert werden, sind in der Regel Träger unbekannter genetischer
Veränderungen. Besonders wenn diese Änderungen sehr geringfügig sind, wie z.B. Punktmutationen, besteht die Gefahr der
Zurückverwandlung in einen virulenten Erreger. Der Unterschied zwischem dem Sabin-Stamm und einem virulenten
Poliomyelitisstamm ist beispielsweise nur die Ergänzung eines einzigen Nucleotids. Die Umwandlung in neurovirulente Stämme
trat z.B. bei Tollwutimpfstoffen und Sabin-Polio-Stämmen (Schluckimpfung) Typ2 und 3 auf [64]. Ein weiterer Nachteil der
Lebendvaccinen ist, daß sie möglicherweise durch nahe verwandte Wildtypen oder Impfstämme komplementiert oder
rekombiniert werden. Die Wahrscheinlichkeit und Konsequenzen solcher Vorgänge sind völlig unbekannt.

Der unter [64] aufgelistete Artikel gibt zur Frage der Impfstoffrisiken wichtige Anregungen.

Da Impfstoffe millionenfach auf ganze Populationen angewandt werden, können übersehene virale Durchseuchung,
Rückmutation oder Neumutation des attenuierten Impfstoffes oder ungenügende Erregerabschwächung für viele Menschen
dramatische Konsequenzen haben [30]. Große Impfunfälle treten immer wieder auf. Ein paar Beispiele aus der
Medizingeschichte: 1944 gab es in Brazzaville aufgrund einer Gelbfieberimpfung 102 Erkrankungen an Ezephalitis und 17 Tote.
1942 wurde eine mit Hepatitisviren durchseuchte Gelbfieberimpfung in den US durchgeführt. Die Folge: 28585 Hepatitisfälle
und 62 Tote. Im Jahre 1955 der sogenannte Cutter-Vorfall in den US; dabei gab es 250 Polioerkrankungen und 10 Tote
wegen lebender Erreger im Totimpfstoff. In Berlin traten 1960 innerhalb von vier Wochen 25 Fälle von paralytischer
Poliomyelitis auf, nachdem ein Impfstoff angewandt wurde, der noch eine Restfähigkeit zur Erzeugung eine Poliomyelitis besaß)
[56]. Und 1988-92 die oben beschriebene Enzephalitishäufung bei der MMR-Impfung.

Unerwünschte Impfreaktionen sind aber oft auch die Folge "von toxischen Impfstoffbestandteilen, von nicht antigenen
Verschmutzungen in den Impfstoffzubereitungen (wie z.B. Stoffe, die in Gewebezellkulturen verwendet werden, um die
Impfviren zu vermehren, oder unvollständig gereinigte Bakterienantigene), oder von in Vivo Replikationen der viralen oder
bakteriellen Organismen. Hypersensitivitätsreaktionen sind möglicherweise die Folge von Impfstoffadditiva, wie z.B. Neomycin
beim MMR-Impfstoff oder Quecksilber bei der durch Thimerosal haltbar gemachten DTP-Vaccine"[25].

Da es auf diesem großen Gebiet mehr Unbekannte als Bekannte gibt, ist es durchaus berechtigt davon zu sprechen, daß das
Einbringen von in lebenden Organismen gezüchteten Stoffen in den menschlichen Körper (dazu zählen auch die gentechnischen
Produkte, die in lebenden Organismen gezüchtet werden), mit all den vorstellbaren Wechselwirkungen, Gentransferen, etc.,
einem Lotteriespiel gleicht, da niemals im Detail bekannt ist, was genau eigentlich zuführt wird, bzw. welche Folgen daraus
entstehen können.


Allergieentstehung

In der kinderärztlichen Praxis wird heute großer Wert auf die Vermeidung eines frühen Allergenkontaktes der Kleinkinder
gelegt, um spätere hyperallergene Reaktionen (Neurodermitis, Heuschnupfen, allergisches Asthma, neuerdings auch das
hyperkinetische Syndrom etc.) möglichst zu vermeiden. Eine Studie mit mehr als 2000 Kindern, in der gezeigt wurde, daß bei
Kuhmilchfütterung in den ersten 9 Monaten 7x häufiger Ekzeme auftreten [62], bestärkte diese Ansicht. Deswegen bietet die
Industrie eine Unzahl hypoallergener Ernährungsprodukte auf dem Markt an, die auch von sehr vielen Eltern verwendet
werden, obwohl ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen dem Milcheiweiß und der Ekzemhäufung in dieser Studie nicht
hergestellt werden konnte.

Andererseits werden den Kindern aber schon sehr früh massiv Fremdeiweiße (Allergene) in Form von Impfungen zugeführt:
Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae, Masern, Mumps, Röteln und die dazugehörigen
Auffrischimpfungen. Zusätzlich kommt noch hinzu, daß die Impfstoffe direkt mit dem Blut in Berührung kommen (Ausnahme
Polio), also nicht einer Antigenmodifizierung etwa durch den Magendarmtrakt unterliegen.

Einerseits den Allergenkontakt vermeiden zu wollen und ihn andererseits durch die Impfungen massiv zu gewährleisten, ist in
sich nicht schlüssig. Zumindest sollten Untersuchungen angestrengt werden, die Zusammenhänge zwischen Impfungen und
nachfolgenden Atopien aufklären helfen.


Bedeutung der Kinderkrankheiten

Welche Bedeutung den sogenannten Kinderkrankheiten bei der Entwicklung der Kinder zugeschrieben werden kann, wird
verschieden diskutiert. Berichte von Entwicklungsschüben nach durchgemachten Kinderkrankheiten sind häufig zu hören, aber
meist sehr subjektiv. Interessant sind allerdings einige Beobachtungen, die zeigen, daß Kinderkrankheiten auf keinen Fall nur
Risiken bergen, sondern auch sehr nützlich sein können:

In den Annals of Tropical Paediatrics [53] wird folgender Fall berichtet: "1984 stellte sich ein 5 jähriges Mädchen mit einer
schlimmen Psoriasis vor. Sie hatte große Psoriasisflecken am Körperstamm und den Extremitäten, dabei eine ausgeprägte
Beteiligung der behaarten Kopfhaut. Innerhalb des nächsten Jahres wurde sie von Pädiatern und Dermatologen mit
Kohlenteerpräperaten, lokalen Steroiden, UV Licht und Dithranolumschlägen behandelt. Trotz aller Bemühungen und zweier
Krankenhausaufenthalte erwies sich ihre Psoriasis als sehr hartnäckig und blieb im Wesentlichen unverändert, bis sie an Masern
erkrankte. Als sie der Masernausschlag zu überziehen begann, verschwand die Psoriasis. Seitdem ist ihre Haut von der
Psoriasis frei geblieben."

Ein weiterer erstaunlichen Effekt wird im Am J Trop Med Hyg beschrieben: "Es zeigte sich eine signifikant niedrigere
Parasitenprävalenz und durchschnittliche Dichte von Malariaparasiten bei Kindern bis zum Alter von 9 Jahren, die Masern oder
Influenza hatten, als bei asymptomatischen Kontrollkindern." [54].

Von entscheidender Bedeutung könnte aber ein Artikel aus dem Lancet von 1985 [55] sein: Personen, die keine sichtbaren
Masern hatten, d.h. niemals einen Masernhautausschlag entwickelt haben, leiden häufiger an, wie die Autoren es nennen, "non
measles associated deseases". "Die Daten zeigen eine hochsignifikante Beziehung zwischen fehlendem Masernausschlag und
Autoimmunerkrankungen, seborrhoischen Hauterkrankungen, degenerativen Erkrankungen der Knochen und der Knorpel und
bestimmten Tumoren... Wir nehmen an, daß der Ausschlag durch eine zellvermittelte Immunreaktion verursacht wird, die die
Zellen zerstört, die vom Masernvirus befallen sind. Wenn diese Annahme korrekt ist, zeigt das Fehlen des Masernausschlages
möglicherweise an, daß intrazelluläre Virusbestandteile der Neutralisation während der akuten Infektion entgehen. Dies führt
dann später zu den genannten Erkrankungen... Das Vorhandensein von spezifischen Antikörpern zum Zeitpunkt der Infektion
greift in die normale Immunantwort gegen das Masernvirus ein, insbesondere in die Entwicklung der spezifischen
zellvermitteltelten Immunität (und/oder anderen zytotoxischen Reaktionen). Die intrazellulären Masernviren können dann die
akute Infektion überleben und Erkrankungen verursachen, die sich im Erwachsenenalter entwickeln."

Wenn die Infektion mit Masern zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem bereits Antikörper gegen Masernviren vorhanden sind, d.h.
zur Zeit des Nestschutzes in den ersten Lebensmonaten, oder nach Gabe von Masernimmunserum wegen einer
Masernexposition, oder nach Antikörperbildung aufgrund von Impfung, ist das Immunsystem nicht in der Lage, vollständig auf
die erfolgte Infektion zu reagieren und das Virus hat die Möglichkeit zur Persistenz.

Infizieren sich maserngeimpfte Kinder mit dem Wildvirus besteht die Schwierigkeit, daß gar nicht erkannt wird, daß die
Infektion stattgefunden hat, da die Kinder nicht mehr in der typischen Weise erkranken. Wieviele latente Maserninfektionen so
übersehen werden, läßt sich kaum sagen und der Zusammenhang zwischen der latenten Masernerkrankung und einer
Erkrankung im Erwachsenenalter kann dann nicht mehr hergestellt werden. Sollten sich diese Angaben als richtig erweisen, muß
die Masernimpfung sehr kritisch überdacht werden.


Impfschutz

Ein letztes Wort zum Impfschutz: Mütter und Väter, die ihre Kinder impfen lassen, gehen davon aus, daß ihre Kinder an den
geimpften Krankheiten nicht erkranken. Dies trifft leider nicht in der Form zu, wie Eltern sich das im Allgemeinen vorstellen.
Einige Beispiele:

In einer zu 90% durchgeimpften Bevölkerungsgruppe im Gaza-Streifen kam es zu zwei Ausbrüchen von Poliomyelitis, 1974
und 1976. Bei diesen Epidemien hatten 34% bzw. 50% der erkrankten Kinder 3-4 Dosen des Impfstoffes erhalten. Die
Inzidenz der Erkrankungen betrug 18 auf 100.000 [35].

In Ungarn gab es ein Impfprogramm, das in den Zielgruppen eine 93 prozentige Durchimpfungsrate erreichte.

1981 gab es eine Masernepidemie. Im Gegensatz zu früheren Epidemien bestand die Mehrheit der Erkrankten aus geimpften
Personen, nämlich ca. 60%.

Bei einer weiteren Epidemie von September 1988 bis Dezember 1989 wurden 17938 Masernfälle berichtet (Atack Rate 169
auf 100.000), wobei die Mehrzahl der Masernfälle in der geimpften Population auftraten (Atack Rate für die 1971 bzw. 1972
geimpften Bevölkerungsgruppen 1332 bzw. 1632 auf 100.000). Der Impfstatus war von 12890 (76%) Masernfällen bekannt.
Von diesen waren 8006 (62%) geimpft. [29].

In einer vollständig durchgeimpften Population von ca. 4200 Studenten dreier Schulen in den USA kam es 1989 zu einer
Masernepidemie [38]. Weitere Fälle aus den USA sind bekannt [46, 47, 48, 49, 50, 51]

Trotz einer Durchimpfungsrate von 96% kam es 1991/92 in Fife (Schottland) zu Masernausbrüchen. Auch in anderen
Landesteilen kam es kurz danach zu mehreren Masernausbrüchen, trotz hoher MMR Durchimpfungsrate [45].

In Nashville, Tennessee (USA) kam es in der geimpften Bevölkerung zu einem großen Mumpsausbruch [43]. Es hat sich
gezeigt, daß die Impfung gegen Mumps in mehreren Fällen nur einen Schutz von ca. 75% hinterläßt [39, 40, 43]. Mumps wird
heutzutage allgemein als eine milde Erkrankung angesehen [41, 42].


Zusammenfassend läßt sich Folgendes sagen:

1. Impfungen modulieren das Immunsystem. Was dabei im einzelnen genau geschieht, entzieht sich bis heute der exakten
wissenschaftlichen Analyse. 2. Insbesondere die langfristigen Folgen sind unbekannt, da sie statistisch nur schwer nachweisbar
sind. 3. Sogenannte Minimalläsionen [63] und deren Folgeschäden werden nicht in Impfschadenstatistiken erfaßt. 4. Impfungen
schützen nicht eindeutig vor der Erkrankung.

Die entscheidende Frage, die man sich deswegen stellen muß, ist, ob der erwartete kurzfristige Nutzen der Impfungen, den
eventuellen langfristigen Schaden aufwiegt. Wir Menschen neigen dazu uns nur mit nahestehenden Problemen zu befassen.
Krankheiten und Leiden die uns unmittelbar bedrohen nehmen wir wesentlich ernster, als mögliche Beschwerden in der
Zukunft. Die Angst vor der Masernenzephalitis des eigenen Kindes ist größer, als die Angst vor dem Rheuma des 30 oder 40
jährigen Erwachsenen. Sollten jedoch tatsächlich Zusammenhänge zwischen Impfungen und Autoimmunerkrankungen, oder
Impfungen und Tumorinduktion bestehen, ist es sehr fraglich, ob die heutigen Kosten/Nutzen Rechnungen aussagekräftig sind.

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