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Autor
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Thema: Krankenversicherungsreform
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Wolfgang Krämer unregistriert
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erstellt am: 14. Februar 2001 17:31
Guten Tag, heute bin ich mal wieder soweit, dass mir der Kragen platzt, wenn ich mitbekomme was unser toller Kanzler mal wieder mit unserer Krankenversicherung vor hat. Meiner Meinung gehört erstmal der Wettbewerb unter den Ersatzkassen geregelt und die Ausgaben für Werbung z.B. die der Aok drastisch gesenkt. Mit diesen Mitteln, die überhaupt nicht für Versicherungsschutz verwendet werden, könne vieles finanziert werden. Vor allem gehören die die keinen Beitrag leisten oder geleistet haben dort nicht versichert. Dies wäre mal ein erster Schritt. Wenn dann auch noch der Zweite kommen sollte, dass die gesetzliche Versicherung nur noch eine Grundversorgung darstellen soll und für weitergehende Leistungen der Arbeitnehmer wieder in die Tasche greifen darf, dann ginge dies auch nur mit einer Reduzierung der Beiträge, was wiederum Arbeitgeber und Arbeitnehmer entlasten würde. Aber beim Staat geht dies nicht, hier können Leistungen ohne Beitragsreduzierung einfach so gekürzt werden. Wäre ich noch in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, dann wär ich dagegen schon gerichtlich vorgegangen. Dies wäre doch mal ne Verfassungsbeschwerde wert oder nicht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass in den Ministerien nur noch darüber nachgedacht wird, wo, wie und wieviel dem Brüger noch aus der Tasche gezogen werden kann. Wir Deutschen sind ja leidensfähig, es fragt sich nur noch wie lange wir uns dies noch gefallen lassen. |
Peter Rapp Mitglied
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erstellt am: 14. Februar 2001 18:14
Wenn Sie jetzt in der PKV sind, dann ist das prima. In fünfzehn Jahren reden wir daruber dann weiter. PR |
harald Ruf unregistriert
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erstellt am: 14. Februar 2001 19:15
Oh Herr Rapp, mal wieder etwas daneben. Ich habe mir gerade den Spaß gemacht, meine erste Versicherungspolice ( PKV ) aus dem Jahre 1984 herauszukramen. Ich finde dort einen Beitrag in Höhe von DM 300,75 1/12 inklusive eines Krankentagegeldes in Höhe von DM 100 ab dem 15 Tag sowie inkl. 100% ambulant, 100% stationär inkl. Chefarztbehandlung ( kann richtig teuer werden ! ) sowie 100% Zahnbehandlung und 100% Zahnersatz.
Heute im Jahre 2001 ( 17 Jahre später ) zahle ich bei der gleichen Versicherung inkl. Pflegeversicherung + 50 erhöhten Krankentagegeld ( brauch ich eigentlich nicht ) + einem Selbstbehalt im ambulanten Bereich von DM 1.800 1/1, einen monatlichen Beitrag von DM 642,17 1/12. So schlimm ist dies doch nicht.Hinzu kommt hier, dass ich keine Wartezeiten - außer bei Notfällen - erleide, auch noch meinen Kaffee bekomme und mein Arzt sich ausreichend Zeit für mich nimmt. Da kann er gerne den 2,3 fachen Satz abrechnen und ich spare selbst noch erheblich an Beiträgen, die ich im Rahmen einer freiwilligen Versicherung zahlen müßte. Und erst die ganzen Beitragsrückerstattungen ( alleine drei Monatsbeiträge in 1999 ). Auch das rechnet sich. Meine Partnerin dagegen zahlt bei einer namhaften Ersatzkasse im Rahmen einer freiwilligen Versicherung derzeit monatlich 1.096,20. Meine Partnerin ist darüber hinaus noch 6 Jahre jünger.
Stand 01.02.2001 p.s. Mein Sohn zahlt selbstverständlich auch noch einen eigenständigen Beitrag in Höhe von DM 221,38 monatlich. WICHTIG
Die Frage ist allerdings - dies würde aber jetzt zu weit führen - ob jeder der einem privaten Versicherer beitreten kann, auch dort was zu suchen hat. Diese Frage sollte tatsächlich einmal im Forum thematisiert werden, wobei hier interessante Lösungswege - auch hinsichtlich höherer Honorare für die Humanmedizin - durchaus vorhanden sind. Hierzu später vielleicht mehr. |
Frank Winner unregistriert
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erstellt am: 14. Februar 2001 20:18
Wenn ich soetwas höre, platzt mir auch irgendwo der Kragen. Keiner in der freien Wirtschaft könnte sich bei Strafe seines Untergangs sinkende Leistungen bei gleichem oder sogar höherem Preis leisten. Wenn etwas geregelt werden muß, ist es doch die Frage, wieviele Krankenkassen eigentlich gebraucht werden. Alles konzentriert sich, Europa einigt sich, nur in der Verwaltung des deutschen Gesundheitswesens herscht Kleinstaaterei. Es macht doch keinen Sinn, wenn die einige kleine Kassen mit niedrigen Beiträgen gut verdienende Versicherte mit vergleichsweis geringem Gesundheitsrisiko aufnehmen und die gesetzlichen Krankenkassen auf den "unattraktiven" Versicherten sitzenbleiben. Damit der Lastenausgleich nicht ins Uferlose wächst, wäre es notwendig, entsprechend notwendiger Kosten einen Mindestbeitragssatz von allen Kassen zu gesetzlich zu fordern. Ein nächster Schritt wäre, die gesetzliche Krankenversicherung auf alle zu Versichernden (Arbeitnehmer, Angestellte, freiwillig Versicherte) als Pflichtversicherung auszudehnen. Privat Krankenversichern können sollte sich nur der, der Leistungen bzw. Versicherungsschutz wünscht, der über einien festzulegenden Leistungskatalog (vollständige und sinnvolle Grundversorgung) hinausgeht. Es sollte dabei eine Beitragsbemessungsgrenze festgelegt werden, die vernünftige Beträge für alle sichert und damit sowohl Arbeitgeber als auch Arbbeitnehmer entlastet. Der Staat sollte es sich nicht länger leisten, potente Beitragszahler durch Überschreiten einer Bemessungsgrenze in eine private Versicherung abwander zu lassen. Welches Unternehmen ab einem Angestellten in Deutschland ist z.B. von der Pflicht der gesetzlichen Unfallversicherung befreit, nur weil sin Umsatz eine bestimmte Größe übersteigt? Eine wirkliche Reform im Gesundheitswesen ist nur möglich wenn, die Kassenbeiträge der Versicherten auch wirklich bei Ärzten als Honorar und damit dern Beschäftigten als Lohn sowie den Patienten als Leistung ankommen. Sie dürfen nicht länger in enorm hohen Porzentzahlen als Verwaltungsaufwand (Personalkosten, Werbung, "Prunkbauten" und Prestigobjekte)der Kassen hängenbleiben! Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Leistung hat der Arzt zu treffen, wobei hier wiederum sein Honorar in erster Linie von seiner zu betreuenden Patientenzahl, den damit verbundenen Aufwendungen und seiner Qualifikation abhängig sein müßte und nicht davon, wie viel oder wenig er tut bzw. verordnet. Wir haben doch in Deutschland ein Niederlassungsrecht für Ärzte. |
Peter Rapp Mitglied
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erstellt am: 14. Februar 2001 23:00
Verehrter Harald ruf, daneben müßten Sie mir erst noch erklären.Ansonsten: Nachrichten von heute lesen, weiter rechnen und einfach abwarten. PR |
Dr. Matthias Solga Mitglied
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erstellt am: 14. Februar 2001 23:07
Herr Winner: es ist nicht nur die Zahl der Kassen zu diskutieren, die sinkt ( s. http://www.kbv.de/Homepage/ZahlDaFa/Grunddaten1999/Inhalt_G/G29.pdf), interessant ist dagegen, daß die Zahl der Angestellten bei den Krankenkasse stetig steigt (s. http://www.buschtelefon.de/gkve.htm , unteres Drittel, der Artikel hat ZAhlen bis 1994 von 111.000, aktuell geben die Kassen selber ihre Mitarbeiter mit knapp 150.000 - einhundertfünfzigtausend - an!) |
harald Ruf unregistriert
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erstellt am: 19. Februar 2001 20:36
Hallo Herr Rapp,"daneben" deswegen, da ich es einfach nicht für in Ordnung halte, dass hier alles über einen "Kamm geschert" wird. Wer beschwert sich denn über die vermeintlich hohen Beiträge der privaten Krankenversicherung im Alter tatsächlich. Für einen echten Selbständigen, Freiberufler und Unternehmer sind die Beiträge im Alter meist völlig nebensächlich. Und ausschließlich für diesen Personenkreis wurde die private Krankenversicherung ehemals geschaffen. Hier kann ich nur feststellen; back to the roots ! Und nur ein Personenkreis, der es über meist Jahrzehnte gewohnt war, eigenverantwortlich zu handeln und entsprechende Rücklagen zu bilden, ist für diese besondere Versicherungsfom geeignet. Es geht hierbei auch nicht um die Frage von zwei oder mehr Klassensystemen sondern schlicht und ergreifend um zwei völlig verschiedene Versicherungssysteme, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Die Frage ist doch tatsächlich eine völlig andere.Und Winner bringts auf den Punkt. Es ist doch ein Witz, dass sich heute jeder mittelmäßige Angestellter aus dem gesetzlich verordneten Solidarystem verabschieden kann, nur weil er schon mit seinem Eingangsgehalt über der aktuellen Beitragsbemessungs-grundlage liegt ( schauen Sie sich mal die Tarife im Bereich Banken, Versicherungen oder andere an ). Gerade in letzter Woche habe ich einen jungen Dipl.Ing. ( 27 Jahre ) in ein Unternehmen vermittelt, welches ihm ein Eingangsgehalt von DM 150.000,00 p.a. garantierte. Das sich dieser dann sofort aus dem Zwangssystem verabschiedete ist zwar auf der einen Seite verständlich aber auf der anderen Seite nicht einzusehen. Und für einen solchen Personenkreis wurde die private Krankenversicherung eben nicht geschaffen. Und genau dieser Personenkreis wird beide Systeme ( die gesetzliche und die private Krankenversicherung ) auf Dauer zerstören. Den gesetzlichen fehlen diese "Dincis" ( Double Income not Kids )zum erforderlichen Risikoausgleich und die privaten öffnen einen neuen Tarif nach dem anderen um diese zu ködern ( mir sind Gesellschaften bekannt, die bereits heute mit mehr als zehn! Tarifen operieren ). Und es ist genauso ein Witz, dass ein großer Teil der gesetzlichen Krankenversicherer ihre ehemaligen Geschaftsstellenleiter in den Rang eines Geschäftsführers befördert haben und diesen Gehälter ab 150.000,00 p.a. zahlen. Mir ist ein Versicherer bekannt, der es tatsächlich fertiggebracht hat, in einer Geschäftsstelle gleich zwei Geschäftsführer zu installieren. Beide mit einem Festgehalt von DM 250.000,00 plus Beteiligung. Das ist ein Witz. Es ist weiter ein Witz, dass ein Krankenversicherer ( gesetzlicher ) für ein paar Innenschuhe, problemlos DM 7.000,00 zahlt und ich für die gleichen in den USA unter 500 Dollar aufwende. Gruß |
Seitz Mitglied
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erstellt am: 20. Februar 2001 12:54
Wenn aus DINCIS DIMCIS weden, wollen die ganz schnell wieder in die dann günstigere Gesetzliche zurück. DIMCIS=(Double Income many Kids) |
hemue Mitglied
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erstellt am: 20. Februar 2001 18:43
Sehr geehrter Herr RufDas sind keine Witze, das ist die Realität. Realität, vor allem sie zu erkennen, ist freilich etwas kostbares. Wie sagte doch unsere neue Bundesgesundheitsministerin kürzlich: "Ich stehe für ein Gesundheitswesen in Deutschland, bei dem niemand auf den Gedanken kommt: Wenn ich nur mehr Geld hätte, dann würde ich besser behandelt." Realität ist: Auf den Gedanken braucht niemand zu kommen, das wissen alle schon. Aber vielleicht hat Frau Schmidt das ja genauso gemeint. Wir, die Wähler, werden sehen. Wir, die sehen, werden wählen. |
Gynie aus Schwaben Mitglied
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erstellt am: 20. Februar 2001 21:17
Tun Sie das Hemue....und ermutigen Sie auch Ihre Nachbarn dazu.... Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt... |
Dr. Matthias Solga Mitglied
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erstellt am: 21. Februar 2001 01:01
Wählen, ja, aber wen? Die "roten" mit Doktrinären wie Jordan? Grüne mit GAllionsfiguren wie die beiden Fischers, der eine ehemaliger Terrorist, die andere "möchte gerne mal eben eine Bombe in eine Ärzteversammlung werfen", die schwarzen mit Seehofer ("Ärztepack")? die PDS als diejenige, die ja ohnehin historisch die beste Erfahrung hat mit Ärzten unter einer erbarmungslosen Staatsknute und mit Patienten in Warteschlangen auf Kellerfluren (beides selbst erlebt!)? Gebt mir doch mal einen Tip, wen ich wählen und meinen Patienten empfehlen soll, wenn die fragen, und die fragen! In einem Jahr geht das wieder los! |
Stiens Mitglied
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erstellt am: 21. Februar 2001 16:30
Wie wär`s mit gelb??? |
Dr. Matthias Solga Mitglied
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erstellt am: 21. Februar 2001 21:48
Weil man die eh vergessen kann, habe ich das auch getan. Was hatten die denn im letzten Wahlkampf? Ich war bei einer Veranstaltunng mit Plastik-Chip-Möllemann: das EInzige, was da kam, war die Forderung nach der Quittung durch die Patienten! Der Abend war für die Katz. |
harald Ruf unregistriert
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erstellt am: 23. Februar 2001 10:53
Ja, es ist etwas faul im "Staate Dänemark" !Rot, nix Schwarz, nix Gelb, nix Grün, nix So langsam gehen einem die Farben aus. Der Alternativen gibt es nicht sehr viele und mir wird übel wenn ich daran denke. Lieber Dr. Solga, machen Sie es doch so wie ich es schon seit Jahren halte. Dem ersten Frager empfehle ich " Rot ", dem zweiten " Schwarz ", dem dritten " Gelb ", dem vierten " Grün ", u.s.w., u.s.w, ............ Es spielt keine Rolle da sich ohnehin nichts ändert. Wie heißt es doch so schön: " es spielt keine Rolle, wer unter mir Bundeskanzler wird". oder Was ist der Unterschied zwischen Kapitalismus und Kommunismus ? Antwort Kapitalisimus ist die Ausbeutung des Menschen durch den Mensch und im Kommunismus ist es genau umgekehrt.
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