Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

Die URL dieses Files: http://www.ariplex.com/ama/ama_dial/adi535.htm

Dieses File ist ein MIRROR. Es ist ein Teil einer Dokumentation. Das Original dieses Files befand sich in der Web-Site des http://www.dialog-gesundheit.de * Gesundheitsministeriums.

Zum Verständnis dieses Files ist es ZWINGEND erforderlich, die Einleitung dieser Dokumentation zu lesen!

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Unsere File-Nummern entsprechen dem Aufbau zu dem damaligen Zeitpunkt, als diese Mirror-Seiten als Belegstücke gesichert wurden.

Die Deutsche Amalgam-Page ist mit dem Gesundheitsministerium weder assoziiert noch sonstwie verbunden.

Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

Bitte besuchen Sie auch unsere Nachbarn auf dem http://www.ariplex.com * Antares Real-Estate InfoPlex


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Autor Thema:   Offener Brief an Frau Schmidt
Seitz
Mitglied
erstellt am: 05. Februar 2001 21:23     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Offener Brief an Ulla Schmidt

Sehr geehrte Frau Ministerin Schmidt, zu Ihrer Berufung ins Gesundheitsministerium möchten wir Ihnen herzlich gratulieren. Für Ihre neue Aufgabe wünschen wir Ihnen eine glückliche Hand.
Gleichzeitig dürfen wir Sie auf ein Problem aufmerksam machen, das uns Ärzten durch das so genannte Transparenzgesetz droht. Dieses Gesetz soll die Ärzteschaft zwingen, jeden Patienten über Umfang und Kosten seiner Behandlung schriftlich zu informieren. Gerne sind wir zu einer Rechnungslegung an die Patienten bereit. Dies setzt allerdings voraus, dass wir den Patienten keine Pseudorechnungen stellen, sondern die in Rechnung gestellten Leistungen auch tatsächlich erstattet bekommen. Und dies nicht in Punkten, sondern in Mark bzw. Euro, wie es für jeden freien Berufsstand selbstverständlich ist.
Wenn es sich bei dem Gesetz nur um eine erneute Gängelung aus politischem Misstrauen handelt, werden wir uns nicht scheuen, echte Transparenz im Gesundheitswesen herzustellen. So werden wir die Patienten darüber informieren,
dass die von Ihrem Ministerium vorgesehene Rechnungslegung an die Patienten nicht möglich ist, weil wir mit einer Inflationswährung (Punkten) abgefunden werden und zum Zeitpunkt der Leistungserbringung daher gar nicht wissen, ob und in welcher Höhe wir honoriert werden;
dass die Hausärzte seit Jahren, z. B. wegen völlig unzureichender Honorarbudgets, nur 24 Mark für einen Nachtbesuch erhalten; dass seit Jahren viele hochspezialisierte Leistungen nicht einmal kostendeckend sind und ca. 30% der ärztlichen Leistungen überhaupt nicht honoriert werden;
dass die Bundesregierung seit Jahren der gesetzlichen Krankenversicherung bis zu 18 Milliarden Mark im Jahr entzieht, um Steuerlöcher zu stopfen eine gewaltige Summe im Vergleich zu den 38 Milliarden Mark, die für die gesamte ambulante haus- und fachärztliche Versorgung ausgegeben werden.
dass kein Ressortminister bisher mit einer so großen Bereitwilligkeit sein Budget plündern ließ, wie es Ihre Vorgängerin auf Kosten der akut und chronisch Kranken zuließ;
dass Politik und Krankenkassen den Patienten mit der Aushändigung der Chipkarte einen unbegrenzten Leistungsanspruch suggerieren, ohne jedoch die hierfür erforderlichen Mittel bereit zu stellen;
dass diese Chipkarte ein ungedeckter Scheck ist, für den Ärzte letztlich haften müssen - mit rigorosen Honorarabstrichen infolge des Überschreitens sowohl des Arzneimittelbudgets als auch des Heilmittelbudgets (Massagen und Krankengymnastik). ( ... )
Glauben Sie, dass die Bürger hierfür Verständnis aufbringen werden? Dass wir unsere Patienten nicht im Regen
stehen lassen, ist selbstverständlich.
Nicht akzeptieren können wir jedoch, dass die gesetzliche Krankenversicherung das Versicherungsrisiko weiterhin auf uns Ärzte abwälzt und die Regierung auch noch einen unbegrenzten Leistungsanspruch vorgaukelt, ohne die erforderlichen Mittel bereit zu stellen. Keinesfalls können wir uns unter diesen Bedingungen neuen bürokratischen Verpflichtungen unterziehen.
Wir fordern die Rechte eines freien Berufsstandes und ersuchen Sie daher, uns die Vertragsfreiheit zurückzugeben, die der Hartmannbund um die Jahrhundertwende erkämpfte und die uns der Gesetzgeber rechtswidrig wieder entzog.
Dr.Wolfgang Hoppenthaller, BDA;
Dr.Thomas Scharmann,GFB

Patient
unregistriert
erstellt am: 06. Februar 2001 11:49           
Das kann ja wohl nicht wahr sein.
Von 500 Milliarden DM werden nur 38 Milliarden verwendet um die ärtzliche Leistung zu bezahlen?!
Die dreisteste Lüge dieses Schreibens scheint mir jedoch zu sein, daß ein Arzt nur 24,- für eine Besuch in der Nacht erhällt. Bitte korrigieren Sie diese Lügen Frau Schmidt.

InfoDiJo
Mitglied
erstellt am: 06. Februar 2001 13:04     Sehen Sie sich das Profil von InfoDiJo an!   Senden Sie InfoDiJo eine eMail!     
Sehr geehrter Herr Seitz,

formulieren Sie bitte solche Dinge nicht allgemein in der Form " ... wir gratulieren ..."!

Schreiben Sie doch bitte: " ... gratuliere ich Ihnen ..."!

Ich gratuliere dieser Dame nämlich nicht zur Berufung als Gesundheitsministerin und nehme mich von dieser Gratulation im Namen des Herr Seitz aus!

Christian Joswig

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 06. Februar 2001 13:05           
Schauen Sie bitte auf der Seite des Gesundheitsministeriums (www.bmg.de)nach.
Dort finden Sie die "richtigen" Zahlen.
Bitte in Zukunft erst informieren, bevor Wertungen wie "dreiste Lügen" abgeben.
MfG
Klaus Vetter

Seitz
Mitglied
erstellt am: 06. Februar 2001 15:59     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Sehr geehrter Herr Joswig,
Immer erst lesen, dann denken, dann schreiben.
Hätten sie gelesen wüßten sie, daß der Brief nicht von mir formuliert wurde. Unterschreiben haben andere!

m.s.
P.S. BDA= Bund deutscher Allgemeinmediziner
.....GFB hat was mit Fachärzten zu tun

Patient
unregistriert
erstellt am: 06. Februar 2001 16:43           
Ich habe www.bmg.de durchsucht. Nirgends ein Wort von 24,- für einen Nachtbesuch. Lächerlich. Ärzte sind fette faule mercedesfahrende Golfspieler. Die heben für 24,- doch nachts noch nicht mal das Telefon ab.

InfoDiJo
Mitglied
erstellt am: 06. Februar 2001 18:39     Sehen Sie sich das Profil von InfoDiJo an!   Senden Sie InfoDiJo eine eMail!     
OK, Herr Seitz,
ich hatte das nicht fertig gelesen.
Chr. J.

Cnastinello
unregistriert
erstellt am: 06. Februar 2001 19:50           
an Patient,
sehen Sie doch mal auf dem Server www.mafia.com nach, Sie finden dort alle Daten unserer Familie. Ähnlich dürfte es bei
www.bmg.de sein.

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 06. Februar 2001 22:38           
Patient: aber die 500 Mrd haben Sie sicher gefunden, oder etwa auch nicht? Wo haben Sie die nur her? Im Beitrag von Seitz steht sie auch nicht. Im BMG auch nicht.
Bitte um Aufklärung
Klaus Vetter

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 06. Februar 2001 23:33     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
kann einer dem fassungslosen Patienten mal auf die Beine helfen und fix die Besuchsnummer mit Bewertung samt Leistungsausschlüssen hierher kopieren ?

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 07. Februar 2001 00:16     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Rapp: mach ich doch glatt:

26 Besuch, wegen der Erkrankung unverzüglich
nach Bestellung ausgeführt ................. 600 Punkte

Ein Punkt bei uns ist 4,5 Pfennige wert. rechnen Sie selber, Patient, das sind DM 27,-. Der EBM steht irgendwo im Internet, suchen müßten Sie schon mal selber, und die Punktwerte in Berlin unter www.kvberlin.de, da können Sie die Zahlen nachprüfen. Die Zahlen zu den Ausgaben der Krankenkassen stehen in den Seiten des Ministeriums für Gesundheitswesen. Patient: es ist unglaublich, da haben Sie Recht. Das sind aber keine Lügen der Ärzte (bewundersnwert, daß Sie erst mal dies annehmen, hat die Propaganda also auch schon bei Ihnen gewirkt!), das sind die Ungeheuerlichkeiten dieses Gesundheitswesens!

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 07. Februar 2001 01:35           
Verehrter "Patient", da die Berechnung der ärztlichen Honorare in den einzelnen KV-Bereichen ganz unterschiedlich geregelt ist, ich auch nicht weiß in welchem Bereich die Herren Drs. Hoppenthaller und Scharmann beheimatet sind, möchte ich Ihnen mal vorrechnen wie einem Hautarzt in Thüringen ein Hausbesuch, bzw. eine Visite honoriert wird.
1. Besuch zwischen 8 und 20 Uhr Leistungsziffer 25, Bewertung 400 Punkte
2. Besuch zwischen 20 und 8 Uhr Leistungsziffer 5, Bewertung 300 Punkte
3. Wegepauschale 2 bis 5 km, 8 bis 20 Uhr 12,40 DM
4. Wegepauschale 2 bis 5 km, 20 bis 8 Uhr 19,50 DM
5. Punktwert 1.Quartal 2000 Primärkassen (AOK,BKK usw.) 0,0461 DM
6. Punktwert 1.Quartal 2000 Ersatzkassen (Barmer, DAK, TK usw.) 0,064 DM.
7. Auszahlungsprozentsatz meiner Gattin (Hautärztin) 1/2000 92,0293 %.
Der Besuch eines Primärkassenpatienten am Tag (bis 20 Uhr) wurde mit 29,37 DM
und der Besuch eines Ersatzkassenpatienten mit 35,96 DM honoriert.
Nach 20 Uhr PK-Patient 48,96 DM, EK-Patient 60,73 DM.
Die ist natürlich das Bruttohonorar von dem Betriebs- und Nebenkosten, Kranken- und Pflegeversicherung, Rentenversicherung, usw. usf. sowie Steuern noch abzuziehen sind.
Wenn Sie der Meinung sind, dies wäre unangemessen hoch honoriert, dann möchte ich Sie bitten, gegen 19 Uhr den Schlüsselnotdienst anzurufen. Wenn dann noch sagen, Sie würden aber nur 29,37 DM bezahlen, wäre wahrscheinlich schallendes Gelächter auf der anderen Seite der Telefonverbindung die harmloseste Reaktion. Obwohl es dabei nur um ein Schloß und nicht um Ihre Gesundheit geht, hätten Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne zu zu zögern, einen mindestens 4 mal höheren Betrag für den Handwerker als für den Arzt bezahlt.
Übrigens fährt meine Frau Skoda Felicia. Raten Sie mal warum.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Vetter

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 07. Februar 2001 18:35     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Wir fahren übrigens einen 16 Jahre alten Suzuki. Patient, fragen Sie mich doch bitte auch mal, warum.

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 07. Februar 2001 20:48     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Viel Ehre und ein bißchen Schnallpulver für unerleuchtete Patienten:

da ist noch Rationalisierungspotential drin.

Ich fahre Fahrrad und erspare mir das schnieke Sportstudio.

PR

lucky
unregistriert
erstellt am: 07. Februar 2001 21:17           
Lieber Patient,
die hier diskutierten 27 Mark für einen Hausbesuch sind in etwa richtig, es gibt regional kleinere Abweichungen nach oben oder unten.
Es hat mal einen Versuch gegeben, die hausärztliche Tätigkeit an dieser Ecke aufzuwerten. Es wurden mehr Punkte für den Hausbesuch angerechnet. Mit der Folge, daß man den Allgemeinmediziner nie mehr in seiner Praxis sondern immer als Raser auf der Landstraße traf: Die höhere Honorierung führte zur Leistungsausweitung. Und damit wieder zur Absenkung des Punktwertes.
Wenn tatsächlich nur die Hausbesuche durchgeführt würden, die unabdingbar notwendig wären, läge die Honorierung hierfür deutlich höher (was übrigens auch für viele andere Bereiche gilt...)
Aber a. ist dies den Patienten schwer zu vermitteln und b. würde dies auch die Ärzten wieder zur Leistungsausweitung reizen.

Und so leben, hungern und heulen wir halt in unserem geliebten Hamsterrad...

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 07. Februar 2001 21:23     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Hallo lucky,

da ergibt sich ganz fix die Frage, wer in welchem Fall den dringenden Hausbesuch für nötig hält.

Der ihn machen muß, weiß es immer erst hinterher.

Einer meiner dringendsten Hausbesuche im allgemeinen Notdienst betraf einen Achtjährigen. Telefonmeldung: kriegt keine Luft mehr. Vor Ort: vergnügte Kaffe- und Kuchenrunde, total verqualmter Salon, alle Fenster hermetisch zu. Mittendrin ein etwas erkältetes Kind.

PR

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 07. Februar 2001 22:38     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Die Legende zur Besuchsleistung Nr. 25 lautet im EBM:

"Bei Besuchen nach Nr. 25 oder Visiten nach
Nr. 28, durchgeführt vor 8 oder nach 20 Uhr, ist
die Gebühr nach Nr. 5 nur dann berechnungs-fähig,
wenn der Besuch oder die Visite nicht
aus organisatorischen Gründen, sondern aus-schließlich
aufgrund der Beschaffenheit der Er-krankung
zu diesen Zeiten erforderlich war."

Wenn also ein Hausbesuch nicht zwingend MEDIZINISCH notwendig war, wird der nicht bezahlt. 1997 haben wir in 3 Quartalen (bis man so was mitbekommt, die Prüfung ran ist, und man gegensteuern kann, sind ja 3 Quartale um!) die paar Hausbesuche, die wir als Fachärzte geleistet haben, auch noch gestrichen bekommen, weil die Notwendigkeit nicht bestätigt war, denn wir lagen über dem Schnitt. Übrigens haben uns Fachärzte die sog. Segnungen der Förderung des Hausbesuches nicht erreicht, damals haben wir noch Besuch für DM 32 gemacht + DM 10 DM Wegepauschale. Da sollte tatsächlich die Bestätigung vorliegen, daß der Patient nicht transportfähig war. Was transportfähig ist, sollte zur Praxis gefahren werden. Das halten wir jetzt auch so. Nur wer eine Bestätigung vorlegen läßt, er sei nicht transportfähig, wird hausbesucht, das sind inzwischen 4-6 pro Jahr. Das hat zur Folge, daß immer erst mal ein Hausarzt hingurkt und bestätigt, daß der Patient nicht transportfähig ist, da wird enorm viel gespart! Wenn nicht, kommt der Pat. mit Transport, kostet DM 160 hin und zurück, den Patienten davon DM 50 Zuzahlung. Das zeigt: 1. die Bestimmungen im EBM sind klar, Leistungsausweitung nicht erlaubt, und 2. die Mechanismen, Leistungsausweitung abzufangen, funktionieren. Daß also so etwas stattgefunden haben soll, kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen.

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 08. Februar 2001 01:01           
Lucky, Vorschlag von mir: besorgen Sie sich den EBM, die HVM's verschiedener KV'en, diverse Regelungen und Vereinbarungen z.B. Jugendarbeitschutz, Berufgenossenschaft, Impfungen u.s.w. u.s.f., vielleicht noch ein paar Statistiken von BMG, Statistik-Bund.de oder den Krankenkassen, machen Sie mindestens 14 Tage Urlaub, arbeiten Sie das ganze durch und melden Sie sich dann wieder. Wenn Sie ganz konzentriert arbeiten, haben Sie dann vielleicht eine Ahnung bezüglich der Verwaltungstechnisch-organisatorischen Grundlagen. Wenn Sie dann noch in der Praxis des einen oder anderen Arztes dieses Forums mal ein mehrwöchiges Praktikum machen, bin ich überzeugt, Ihre Beiträge wären in Zukunft sachlich fundierter.
Vielleicht würden Sie sogar die geplanten Aktionen der Ärzte unterstützen. Aber das muß ja nicht unbedingt sein.
MfG
Klaus Vetter

Seitz
Mitglied
erstellt am: 08. Februar 2001 13:08     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Was jetzt folgt ist kein Scherz!!

Als ich vor ca 10 Jahren meine Praxis eröffnet habe, bekam ich von der KV die für den Kassenarzt wichtigsten Vorschriften ausgehändigt. Die waren damals von einen normalen Menschen unter etwas Mühe zu tragen. (Frauen wurde auch ein Hausmeister als Hilfe angeboten) Heute stehen in der KV Einkaufwägen wie im Baumarkt, da keiner mehr die Akten tragen kann. Die müssen alle gelesen und verstanden und beachtet werden.
Mal ehrlich Herr Vetter wie soll das in 14 Tagen gehen. Bei mir hats ca 3 Jahre gedauert, bis ich angefangen habe durchzublicken. Die Änderungsvorschriften erhalten wir Kassenärzte oft erst dann, wenn sie nicht meht gültig sind. Ich habe vor ein paar Tagen von der KV die Änerungen der Arzneimittelrichtlinien erhalten. Die sins im Oktober letzten Jahres verabschiedet worden!!

m.s.

m.s.

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 08. Februar 2001 18:16           
Ich weiß, Herr Seitz!War ja auch nur als erste Therapiestufe, gewissermaßen "WANZ", gedacht. Die Honorarbescheide nähern sich ja in der Zwischenzeit auch schon dem Umfang eines Fachjournals an.
MfG Klaus Vetter

lucky
unregistriert
erstellt am: 08. Februar 2001 21:55           
Lieber Herr Vetter,

mein Einführungskurs in die kassenärztliche Tätigkeit liegt zwar schon fast 10 Jahre zurück. Aber an einiges kann ich mich noch erinnern...
Nein, haben Sie nie eines dieser netten Seminare mitgemacht, in denen von Pharmafirmen gesponserte Referenten die Feinheiten des neuen EBM erläuterten? Und wo die entscheidenden Punkte noch gemacht werden können? Was dann regelmäßig auch geschah. Die Therapie jedenfalls in meiner Fachgruppe wurde ganz wesentlich gesteuert vom Auf und Nieder der Punktwerte. Wer den Schein am besten auslastete, war Sieger. War das bei Ihnen anders?

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 08. Februar 2001 22:21     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Hallo lucky,

derlei Seminare hab ich auch absolviert. Sie sind lange obsolet. Die aktuellen befassen Sich mit IGeL.

Meine Stammschätzchen möchten meine wundervollen Azubi gern behalten, wie ich auch. Habe mich deswegen von ihnen soeben von der Notwendigkeit des IGeLns überzeugen lassen. Wenn ich dann noch meine Putzfrau feuere und die Azubi diesen Job mitübernimmt, habe ich eine Chance, wenigstens einen Teil der Mehrausgaben für die 50-75%ige Übernahme der Azubi gedeckt zu kriegen.
Werde also übers Wochenende vielverlangte bisher gratis erbrachte Leistungen in GOÄ umsetzen und eine Preisliste aushängen.
Dürfte im Kreis der letzte sein, der sich dazu entschließt.
PR

Christian Münster
Mitglied
erstellt am: 10. Februar 2001 18:11     Sehen Sie sich das Profil von Christian Münster an!   Senden Sie Christian Münster eine eMail!     
Ich fordere mal alle auf, wieder an die Zeit zu denken, als der "Herr Doctor" noch der Gott in weiß war.
Die Patienten waren unbedarft und gläubig,
der Herr Doctor fuhr über Land, nahm von den Begüterten und versorgte die Armen.
Wir haben keinen Tauschhandel mehr, aber das Abrechnungssystem entspricht dem.
Klare Linie wie bei der Scheckkarte, Leistung, Preis und Quittung. Zu Zeiten von EDV kostengünstig machbar.
Durchblick für Patienten und abgleichbar mit den Kassen.
Auch bei der jetzigen Codierung der Leistungen ist es noch viel einfacher.
Warum wehren sich eigentlich die Herren und Damen gegen ein klares überschaubares, auch für Paienten, Abrechnungssystem. Zuviel Mauschelei?
Der Kassenpatient ist der Abrechnung des Praxisinhabers hilflos ausgeliefert. Eine Kontrolle ist nicht möglich. Ausnahme Zahnersatz.
Die Krankenkassen sind wie Provider, denen ein dritter sagt, ihr Kunde hat diese Leistungen in Anspruch genommen.
Im Rahmen der viel beschworenen Freien Marktwirtschaft sollten wir sie doch auch im Gesundheitswesen eintreten lassen.
Der eine bedient überwiegend Großkopfeten mit viel Kohle privat und fährt dann für die arme alte Rentnerin nach Kreuzberg um ihr offenes Bein zu versorgen.
Träumen wir weiter!

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 10. Februar 2001 18:47     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
"gegen ein klares überschaubares, auch für Paienten, Abrechnungssystem" wehrt sich kein Arzt, nur die Krankenkassen! Her damit, sofort! Sie werden vermutlich nicht wissen, daß die ärztliche LEistung nicht in DM abgerechnet wird, sondern in Punkten, deren Wert und damit der Preis der Leistung erst nach 3/4 Jahr feststeht. Da so eine Quittung an den Patienten naturgemäß nicht möglich ist, ist ein solcher Plan nicht machbar. Her mit klarer Abrechnung in DM-Beträgen! Da sind wir uns einig! Ich wäre sehr froh, wenn wir in der Lage wären, unseren Patienten endlich mal mitteilen zu können, mit was für lächerlichen Beträgen wir tatsächlich für ärztliche Leistungen abgespeist werden! Der Hausbesuch für DM 24-30 ist da lediglich ein Punkt, das ganze Quartal erbringt gegenwärtig in der Urologie DM 14-17, jeder zweite Besuch bringt DM 2,50. Im Pauschalsystem ist da nix mit mauscheln! Da aber die Ärzte ein Argument hätten, ihren Patienten mal wirklich zu zeigen, was der Arztbesuch ihrer Kasse wert ist, hat die Politik diesen Vorschlag nicht ernsthaft erwogen, denn hier läge ein Instrument für die Ärzte, wirksam ihre Einkommensmisere darzutun.

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 11. Februar 2001 11:33     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Du lieber Himmel, wie oft sollen wir das eigentlich noch wiederkäuen ?

Empfehlung an Herrn Münster, das Forum mal von Anfang an zu durchsuchen nach den Stichworten Abrechnungsbetrug, Kopfpauschale, Punktwert, Budgetierung, Abstaffelung, Patientenrechnung, Transparenz, Chipkarte.
Und dann wieder zu Wort melden.

PR

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