Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   Abrechnungsbetrug von Ärzten
Patient
unregistriert
erstellt am: 20. Januar 2001 18:29           
WISO, das Magazin des ZDF, hat im Jahr 2000 mit getarnten "Patienten" die Qualität und
die Wirtschaftlichkeit der ambulanten ärztlichen Behandlungen getestet. Zwischen 40 und
50 % der Behandlungen waren überteuert ( Spitze: Statt 50,- DM 500,- DM, das sind
1.000 % ) und qualitativ zu beanstanden.

Da die Eigenkontrolle der KVen offensichtlich versagt, muss die Gesundheitsministerin tätig werden! Als Patient überlege ich mir, ob ich sie haftbar machen kann, wenn sie diesen Betrügereien keinen Riegel vorschiebt.

Dr. Anonymicus
unregistriert
erstellt am: 20. Januar 2001 19:14           
Nun mal halblang: es gibt keinen Berufsstand, der so intensiven und kontinuierlichen Prüfungen unterzogen wird wie der des Kassenarztes.

1. Wirklich betrogen werden die Ärzte in diesem Abrechnungssystem, kein Anderer. Wenn man gezwungen wird, urologische Betreuung im Quartal pro Patienten für eine Gebühr von DM 14,- zu leisten, dann kommt das der Zwangsarbeit nahe, die vom Grundgesetz verboten ist Art. 12(2): "Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht". Genau dies geschieht bei Ärzten.

2. Der Wiso-Beitrag hat nicht zufällig ausgewählt, sondern als schwarze Schafe bekannte Ärzte auf den Leim geführt. Das ist kein Test, das ist Manipulation der Tatsachen, Mißbrauch des freien Charakters der Presse zur Stimmungmache, interessanterweise kurz vor Verhandlungen zwischen Ärzten und Kankenkassen betr. Arzneimittelbudget gesendet.

3. Es werden, vor Allem bedingt durch einen von Keinem mehr zu durchschauenden Regelwust, etwa genau so viele Leistungen, man rechnet mit 5%, nicht aufgeschrieben, wie zuviele aufgeschrieben werden, ob nun betrügerisch oder irrtümlich. Die KV Berlin hat z.B. in 5 Jahren eine Summe von DM 7,9 Millionen Mark an Zuvielabrechnungen ermittelt. Klingt viel, nicht? Pro Quartal und Arzt sind das DM 440, pro Monat also gerade mal DM 146,-!

4. Die in aller Hitzigkeit gegründeten Sondereinsatzkomissionen bei den Kriminalämtern haben sich, das war dann auch in allen Leitartikeln süffisant berichtet worden, TAusende Ärzte mit dem Vorwurf der betrügerischen Abrechnung vorgeknöpft. Was kam denn dabei so raus? Mehr als 90% wurden ohne Ergebnis beendet! Wer zahlt denn für den irrsinnigen Ermittlungsaufwand, der nur aus einer Hysterie heraus angeleiert wurde? Dafür zahlen u.A. auch Sie, für die angebl. Betrügereien der Ärzte dagegen nicht: s. Pkt. 5

5. Bei einer Deckelung (die Kassen zahlen, egal wieviel abgerechnet wird, denselben Betrag, nicht mehr) ist es der Krankenkasse und damit Ihnen, Patient, egal, wieviel ein Arzt abrechnet. Der schadet nur seinem Kollegen und niemand Anderem. Während also die Ermittlungen ins Blaue hinein Millionen gezahlte Steuergelder in den Sand gesetzt haben, bleiben die angeblichen Betrügereien "der Ärzte" für Sie, Patient, Neutral, d.h., nicht Sie zahlen dafür, sondern z.B. ich, da ich aus der Gesamtsumme weniger erhalte. Und zwar genau DM 146,- pro Monat weniger. Durch betrügerische Manipulationen der Krankenkassen erhalte ich pro Jahr seit 1996 jeweils 5-6% weniger Umsatz, das ist pro Monat DM 2000 weniger Umsatz (Zweierprais), werde ich also von den Kassen 13mal mehr betrogen als von den eigenen Kollegen. Sie haben Recht, soll sich die GEsundheitsministerin mal einschlaten: aber den Krankenkassen auf die Finger schauen, da gibt es nämlich im Gegensatz zu den irrsinnigen Kontrollen bei den Ärzten ÜBERHAUPT KEINE Kontrollmechanismen!

Seitz
Mitglied
erstellt am: 20. Januar 2001 20:20     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Quintessenz:
Wenn Ärzte betrügen betrügensie sich nur gegenseitig. Dem Patient entsteht kein Schaden! Wenn Krankenkassen betrügen (und das tun die auch!) dann entsteht dem Beitragszahler sehr wohl ein Schaden.

m.s.

Dr. Matthias Solga
unregistriert
erstellt am: 20. Januar 2001 20:29           
Hier mal ein Beispiel, wie lächerlich am Ende die aufgebauschten Betrugsvorwürfe gegen "die Ärzte" in sich zusammenfallen, wenn man mal hinter die Kulissen schaut:

Clade, Dr. rer. pol. Harald
Herzklappen-Komplex: In 32 Fällen Anklage
Deutsches Ärzteblatt 97, Heft 44 vom 03.11.00, Seite A-2897 [POLITIK]

http://www.aerzteblatt.de/archiv/artikel.asp?id=24852


u.A.:
1 059 Verfahren ohne Auflagen eingestellt.

47 Verfahren durch Strafbefehle abgeschlossen, meist gegen Nicht-Ärzte

Gibt es in anderen Teilen der Gesellscharft auch so eine Schrotschußjustiz?

Wolfgang Meuresch
Mitglied
erstellt am: 21. Januar 2001 19:04     Sehen Sie sich das Profil von Wolfgang Meuresch an!   Senden Sie Wolfgang Meuresch eine eMail!     
Jetzt mal langsam.

Natürlich gibt es unter den Ärzten sog. "schwarze Schafe", aber die gibt es in jedem Berufsstand. Und wen sonst soll man entlarven, als eben als "schwarze Schafe"? Die Formulierung "auf den Leim geführt" ist nach meinem Dafürhalten ausgesprochen unpassend.

zu: "Bei einer Deckelung (die Kassen zahlen, egal wieviel abgerechnet wird, denselben Betrag, nicht mehr) ist es der Krankenkasse und damit Ihnen, Patient, egal, wieviel ein Arzt abrechnet."

Immerhin gehen Überschreitungen des Arznei- und Heilmittelbudgets, die den Schwellenwert von fünf Prozent übersteigen gemäß § 84 SGB V zu Lasten der Krankenkassen und damit zu Lasten der Versichertengemeinschaft!

wm

Seitz
Mitglied
erstellt am: 21. Januar 2001 19:42     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Lieber Herr Meuresch,
da verwechseln Sie etwas.
Abrechnungsbetrug spielt sich im Budget der Leistungen ab nicht bei den Arzneikosten!!

Auf dan Leim geführt ist sicher eine unglückliche Wortwahl. Allerdings wurden - unter dem Anschein einer zufälligen Auswahl - hier die schwarzen Schafe zur Schau gestellt und ein ganzer Berufsstand ins falsche Licht gesetzt.

m.s.

Wolfgang Meuresch
Mitglied
erstellt am: 21. Januar 2001 20:20     Sehen Sie sich das Profil von Wolfgang Meuresch an!   Senden Sie Wolfgang Meuresch eine eMail!     
Lieber Herr Seitz,

danke für den Hinweis. Irgendwann lerne ich DAS auch noch auseinanderzuhalten:

1. Honorartopf für die Ärzte
2. Arzneimittelbudget

wm

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 21. Januar 2001 22:17           
Ärzte sind halt hemmungslose Optimisten und geben die Hoffnung als letzte auf. Wenn also ein Arzt sagt die Lage scheint hoffnungslos,
dann ist sie es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch.
Ich bin kein Arzt.
MfG K. Vetter

patient
unregistriert
erstellt am: 22. Januar 2001 19:43           
lieber Dr. Anonymus,lieber Herr Seitz,
zu: dem Patienten entsteht kein Schaden.
Es ist schon bezeichnend, dass Diagnose- und Behandlungsmassnahmen, die ein Arzt einem Patienten unnötigerweise verpasst, als nicht schädlich für den Patienten angesehen werden. Ihr Ärzte kommt offensichtlich noch nicht mal auf die Idee, dass ein Patient, dessen Zeit gestohlen wird und der unnötige Behandlungen über sich ergehen lassen muss, allein dadurch geschädigt sein könnte.
zu: WISO hat keinen repräsentativen Durchschnitt an Ärzten getestet.
Woher wissen Sie das? Wieso regen Sie sich über WISO statt über Ihre betrügerischen Kollegen auf?
Vielleicht sollte die Einführung des Bugdets erreichen, dass die Insider, die wissen, welche ihrer Kollegen betrügen, das Problem lösen, statt Aussenstehende? Und wenn sie aus lauter Standesbewusstsein zu den betrügerischen Kollegen halten, nun gut, dann zahlen sie halt dafür. Warum sollten wir Patienten dafür zahlen?

Zudem berichten doch ab und zu ehrliche Ärzte, wie das Abzocksystem funktioniert: Wenn ein 50jähriger z. B. erstmals Prostatabeschwerden bekommt, kann ein Urologe locker 2.000,- DM abzocken, wenn er das ganze Repertoire durchmacht bis hin zur Druckmessung des Urinstrahls. Eine Abtastung und eine Ultraschalluntersuchung bringen kein schlechteres Ergebnis - für wesentlich weniger Geld.

Aber ein Vorschlag zur Güte: Das Gesundheitsministerium oder Stiftung Warentest macht regelmässig Tests mit präparierten "Patienten". Dann wird man ja sehen. Da dies das einzige Mittel ist, etwaigen Betrug flächendeckend zu klären, und da der Verdacht auf Betrug zumindestens sehr stark ist, ist das m. E. die gebotene Massnahme.

Gruss Patient

Stiens
Mitglied
erstellt am: 22. Januar 2001 20:00     Sehen Sie sich das Profil von Stiens an!   Senden Sie Stiens eine eMail!     
Sehr geehrter "Patient",

was wollen Sie eigentlich?

Zu Ihrer Bemerkung über Urologen (bin keiner!) kann ich nur den Kopf schütteln. Der Patient erwartet doch möglichst viele diagnostische Maßnahmen, manchmal besteht er fast darauf!

Beispiel: Ich verzichte vor einer Narkose auf die sog. Routineuntersuchungen - wie sie in fast allen Krankenhäusern üblich ist! -, und immer wieder werde ich von Müttern kindlicher, gesunder Patienten gefragt, warum z.B. vorher kein Blut abgenommen wurde - meist mit unverhohlenem Vorwurf in der Stimme.

Eine klinische Untersuchung, die immer - oder zumindestens meistens - aussagekräftiger ist, als eine sog. "Laborlatte" wird von vielen Patienten als nicht ausreichend empfunden. Dabei habe ich es in meinem Fach noch relativ "gut", weil von Narkosen auch der immens zeitschriftengebildete Patient keine Ahnung hat!

mfg

stiens

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 22. Januar 2001 20:59     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
verehrter Patient,
es ist ganz einfach: kommen Sie nicht zu mir, dann stehle ich Ihnen keine Zeit und nehme keine schäflichen Maßnahmen an Ihnen vor.
Wenn Sie ein Zipperlein haben, dann lassen Sie sich halt von der Stiftung Warentest behandeln.
Ansonsten: Thema verfehlt. es ging um den sogenannten Abrechnungsbetrug.
PR

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 00:50     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
an Patient:

das mit den DM 2000 pro Patient ist absoluter Dummfug!

z.B. die Druckmessung des Urinstrahls (gemeint ist der Uroflow) ist im Kassenbereich überhaupt nicht abrechenbar.

Die DM 2000 bekommt der Arzt nach 5 Jahren intensiver Betreuung für den Patienten vielleicht rein, KEINESFALLS in einem Jahr, erst recht nicht in einem Quartal, nicht mal, wenn er ihn in diesem Quartal operiert hätte. Was haben Sie nur für abenteuerliche Vorstellungen von unserem Einkommen? Demnächst genaue Preisaufstellung hier in diesem Thread, dauert aber ein paar Minuten.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 00:53     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
An Patient:
daß Untersuchungen umsonst oder doppelt gemacht werden, halte ich für eine Legende der Politik. Ich jedenfalls muß wegen fast jeder Röntgenaufnahme, die ich veranlassen muß, etwa genau so lange mit dem Patienten reden wie die bisherige Konsultation gedauert hat. Glauben Sie ernsthaft, irgend jemand würde sich eine nutzlose Zystoskopie machen lassen? Diese Vorstellungen stammen doch aus dem vorigen Jahrhundert, die Menschen heute sind mündig.

Weiters ging es in Ihrem Beitrag um Abrechnungsbetrug, das ist etwas ganz anderes als falsche Behandlung (und darum ginge es ja bei unsinnigen Maßnahmen).

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 01:22     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
An Patient:

da habe ich mich nun also mal drangemacht und nach dem Einehitlichen bewertungsmaßstab alles so aufgeschrieben, was Sie mir als Urologen unterstellen, das ich so bei einem Patienten machen könnte:

Beachten Sie bitte, daß wir einen Punktwert von 4,7 Pfennigen in Berlin pro Punkt haben:

EBM-Nr. Beschreibung Punkte DM-Betrag
1 Ordinationsgebühr (pro Quartal 1x anzurechnen), für Urologen, beim Rentner: 340 15,98
158 Krebsvorsorge Mann, 1x/Jahr 260 12,22
159 Stuhltest 50 2,35
378 Sonographie 450 21,15
388 Transrektale Untersuchung 150 7,05
Div. Urinlabor; ca.-Betrag 30
1793 Druckmessung der Blase, kpl. 600 28,2
1785 Zystoskopie Mann 1000 47
2 Konsultationsgebühr, für jeden neuen Besuch im Quartal 50 2,35
1795 Fistelkatheteranlage 280 13,16
179,46

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 01:30     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Sorry, das ist nicht so richtig schön geworden.

Genaueres in wenigen Minuten unter www.solga.de/praxis/abrechnung.html

Fakt ist, daß ich, wenn ich wirklich alles ausnutze, auf DM 179,- komme. LAssen Sie den Patienten ruhig mehrfach im Quartal kommen, da bekomme ich jedesmal doch tatsächlich DM 2,50 für die Konsultation (GO-# 2 mit 50 Punkten), und ggf. muß der Urin mehrfach untersucht werden, das ergäbe dann vielleicht 30 oder 60 Mark mehr.

Selbst wenn ich den Patienten operiert hätte, käme ich auf den Betrag von insgesamt, also den o.a. Betrag schon incliusive, DM 585,-, ebenfalls jetzt ggf. noch einen oder zwei Urinbakteriologien, dann sind wir (nochmal wiederholt: bei einem OPERIERTEN Patienten!) bei vielleicht DM 700. Niemals jedoch komme ich auf DM 2000, vielleicht erklären Sie mir mal wie das geht, vielleicht habe ich da etwas verpaßt?

Dinge wie mehrfache Konsultationen bringen jeweils DM 2,50, der erwähnte Uroflow, eine BAsisuntersuchung der Urologie, bei der es kein Gerät unter DM 6000 gibt, kann überhaupt nicht gesondert berechnet werden.
OP-Tabelle unter www.solga.de/praxis/abrechnungop.html

Vielleicht sollten wir alle hier mal ein bißchen auf dem Teppich bleiben, Patient!

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 02:12     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Wie versprochen, unter

www.solga.de/praxis/abrechnung.html

steht da mal so zusammengerechnet, was ein KAssen-Urologe so an einem Patienten mit Prostatabeschwerden für die Praxis hereinbekommen könnte, wenn er wirkolich alles abrechnete, was in Frage kommt. Das tut natürlich keiner, eine Zystoskopie und eine Blasendruckmessung sind nur selten nötig. Und da habe ich schon einen Rentner mit 340 Punkten (bei 4,7 Pfennig pro Punkt) = 15,98 Grundgebühr pro Quartal angenommen, der angesprochene 50-jährige bringt da noch 280 Punkte = 13,16, also nochmal DM 2,82 weniger. Hat der Arzt bereits mehr als 255 Ultraschalluntersuchungen im Quartal durchgeführt, bekommt er pro Ultraschalluntersuchung statt 450 Punkte = DM 21,12 nur noch 150 Punkte = DM 7,05, also weitere DM 14,07 weniger.

Wird der Patient an der Prostata operiert, könnte folgende Abrechnung zusammenkommen:

www.solag.de/praxis/abrechnungop.html

Ohne Operation DM 179,46, mit Operation DM 585,-.

Ich kann Anonymicus nur beipflichten: betrogen werde in diesem Abrechnungsystem ich als Arzt um den gerechten Lohn meiner harten Arbeit, sonst niemand.

So. jetzt habe ich mich aber genug mit diesen abstrusen Vorstellungen, die bar jeder Realität sind, herumgeschlagen, gute Nacht.

Seitz
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 12:49     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
<<die ein Arzt einem Patienten unnötigerweise verpasst,<<
Lieber Patient?,
Ihr Märchen von den Wirtschaftlichkeitsreserven glaubt ja noch nicht mal Herr Dreßler mehr.

m.s.

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 12:56     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
habe eben die Zahlungseingänge von sechs zufälligen P r i v a t patientinnen verbucht, Behandlungen im 4.Abrechnungsquartal 2000, darunter zwei Schwangerenvorsorgen mit obligaten drei Terminen im Quartal.
Honorarsumme=Umsatz 1229,87 DM
Durchschnitt 205.- DM.

Unser verehrungswürdiger Patient von weiter oben ist entweder grauenhaft uninformiert oder böswillig oder beides.

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patient
unregistriert
erstellt am: 23. Januar 2001 19:52           
zur Klarstellung: ich bin privat versichert, da werde ich ja sowieso 2,3 mal so gut behandelt und berechnet.
Mein Gedächtnis hat mich aber tatsächlich getäuscht ( 9 Jahre her ): Es waren nicht 2.000,- DM, sondern 1.600,- DM. Aber immer noch viel zu hoch. Vielleicht bin ich tatsächlich an einen Abrechnungsbetrüger geraten, die ja selbst die Ärzteschaft zumindestens als seltene schwarze Schafe zugesteht?
Selbst wenn die Abrechnungsbetrüger nur seltene schwarze Schafe wären, bleibe ich dabei: Kontrolle durch Tests mit präparierten "Patienten" wäre die beste Qualitäts- und Kostenkontrolle. Die Ärzte könnten damit allen Verdächtigungen den Wind aus den Segeln nehmen. Herzliche Grüsse Patient

Seitz
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 20:12     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Wir haben ca 100000 Praxen in Deutschland. Wie wollen sie das organisieren. Wer soll das bezahlen? Das ist praxisfremdes Wunschdenken!
Wie sollen präparierte Patienten z.B. Fachärzte testen?? Gallensteine hineinoperiren, daß man sie dann wieder herausoperiert??
m.s.

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 20:21     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
mein lieber unregistrierter patient,

jetzt wird's tag.

als mündiger privatpatient kennen sie die legalen steigerungsfaktoren der goä schon lange und bekommen nach einer behandlung eine vollkommen transparente rechnung mit allen diagnosen und kurztext zu jeder einzelnen goä-position, nicht wahr ?

der doktor hat eine vollkommen korrekte honorarrechnung geschrieben, nicht wahr ?

über die haben sie sich geärgert, nicht wahr ?

haben sie denn ihrem doktor vor der untersuchung dezidiert gesagt, daß sie ausschließlich tastbefund und ultraschall gemacht haben wollen ?

nein, sie haben das nicht gesagt, sondern ihn, für einen mündigen privatpatienten relativ untypisch, seinen urologischen standard (in der urologie ist die allseits geforderte standardisierung diagnostischer und therapeutischer abläufe weit fortgeschritten) abarbeiten und ursache, ausmaß und behandlungsbedürftigkeit ihrer prostatabeschwerden so weit wie medizinisch erforderlich feststellen lassen, hochwahrscheinlich mit dem hinterkopfgedanken: hoffentlich steckt da nicht ein krebs dahinter und hoffentlich muß ich nicht operiert werden und hoffentlich werd davon nicht womöglich noch impotent ?
nicht ganz unrichtig ?

WAS BERECHTIGT SIE DANN EIGENTLICH ZU DEN AUSSAGEN "ABRECHNUNGSBETRÜGER" UND "ABZOCKEN" ???

PR

Seitz
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 20:47     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Aber Herr Rapp,
haben sie es nicht gemerkt. Sie haben einen unmündigen Patienten vor sich, der angestachelt durch WISO nach Vergeltung schreit.

m.s.

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 21:22     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Gegen Tests, ob das nun ausgerechnet Testpatienten wein müssen, habe ich nichts. In den USA werden sehr strenge Maßstäbe zumindest an die Prozeßqualität gestellt mit erheblich strengeren Qualitätsmaßstäben als hier bei uns. Das wäre auch bei uns zu wünschen. ABER: Wie Seitz schon sagt: wer soll das bezahlen? u.A. der nahezu einmalige Qualitätsstandard der amerikanischen Praxen ist es, der die Medizin dort zu einer der teuersten der Welt macht. Wer das will, muß das zahlen. Wir in unserer Praxis haben da keinerlei Probleme mit Qualitätskontrollen. Auch nicht mit Abrechnungskontrollen. Wie Sie bisher haben sehen können, lege ich unsere Karten offen auf den Tisch.

Eines ist seltsam:
Erst berichtet Patient, er hätte gehört, ehrliche Ärzte sagen, ein Urologe könnte 2000 DM abzocken, einige Beiträge später ist er selber derjenige, der die Rechnung erhalten hat.

Ich biete Ihnen an, mir die Rechnung, gerne natürlich anonym, zuzusenden, und wir können da mal sehen, was daran Unfug ist, was sinnvoll und was notwendig. Ich denke, als Urologe habe ich da ein wenig Überblick, nach dem ersten eindruck erscheint mir das, wenn da wirklich eine Rechnung ergangen ist, auch im Privatanteil arg hoch für eine Durchuntersuchung ohne erhebliche Beschwerden und damit ohne Therapieentscheidung.

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 23. Januar 2001 22:59     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
hallo Herr Seitz,
das wollte ich ihn gern selber rausfinden lassen
PR

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 24. Januar 2001 00:59     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Es liegt einfach eine gewisse Weisheit in dem Satz:
"Der Patient ist nicht mündig, er ist krank."

Ist nicht von mir.
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