erstellt am: 19. Dezember 2000 19:27
Warum ich absolut sicher bin, dass es keine Seele gibt !Liebe Freundinnen und Freunde, ich möchte mich an dieser Stelle einmal outen.
Es gab in meinem Leben 4 verschiedene Ideologien, die ich hintereinander jeweils für eine lange Zeit für die allein richtige gehalten habe. Mittlerweile, mit fast 40, habe ich durchschaut, dass keine dieser Ideologien (und auch keine andere) die alleinige Wahrheit widerspiegelt und auch keine Ideologie in allen Punkten recht hat. Trotzdem helfen mir diese 4 Ideologien heute, einige Dinge sicher zu beurteilen:
Eine These, die allen 4 Ideologien widerspricht, halte ich mit absoluter Sicherheit für falsch.
Eine These, die von allen 4 Ideologien gestützt wird, halte ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für richtig.
Diese 4 von mir als Maßstab herangezogenen Ideologien sind:
1. Die naturwissenschaftliche Weltanschauung, insbesondere der Darwinismus
2. Die biblische Weltanschauung
3. Der Marxismus
4. Der Buddhismus
Wie sieht dieser für mich gültige Beurteilungsmaßstab nun bezüglich des Seelenglaubens aus ?
Der Darwinismus lehrt die Abstammung des Menschen aus der Tierwelt und diese wiederum hat ihren Ursprung letztendlich in der unbelebten Materie. Die Evolution wird von Mutation und Selektion sowie vom zufälligen genetischen Drift gesteuert. Die moderne Gehirnforschung kann alle kognitiven Leistungen mit Hilfe der Funktionsweise der chemischen Vorgänge in den Nervenzellen im Gehirn erklären. Sie sieht weder eine Notwendigkeit noch auch nur den kleinsten Hinweis auf das Vorhandensein einer Seele.
In der Bibel wird weder im alten noch im neuen Testament von einer unsterblichen Seele gesprochen. "Die Toten wissen nicht, was sie tun", steht im Bibelbuch Prediger. Sowohl Lazarus als auch Jesus waren ein paar Tage tot, nichtexistent, und nicht etwa im Himmel oder sonstwo. Der biblische Glaube ist die Auferstehungshoffnung, nicht der Seelenglaube. Den Glauben an die unsterbliche Seele hat erst die katholische Kirche dem christlichen Glauben beigemengt. Jahrhundertelang durften Christen die Bibel nicht lesen, damit sie nicht hinter die Verfälschung des biblischen Glaubens durch die Kirche kommen. Viele Christen wären sehr erstaunt, würden sie sich einmal die Mühe machen und die Lehren ihrer Kirche mit denen der Bibel vergleichen würden.
Marx erklärt uns, wie unsere gesellschaftlichen Verhältnisse den Glauben an eine Seele begünstigen. Die Hoffnungslosigkeit der Ausgebeuteten läßt sie an eine bessere Zukunft nach ihrem Tod glauben. Die herrschenden Schichten fördern das Hoffen der Unterdrückten auf eine bessere Zukunft, um sie in der Gegenwart willig und passiv zu halten.
Buddha erkannte nicht nur, dass es keine unsterbliche Seele gibt, sondern sogar, dass die Empfindung der eigenen Person eine Illusion des Geistes ist, hervorgerufen durch Erziehung und Kultur und begünstigt durch die Funktionsweise unseres Denkapparates. Er lehrt Meditationsformen, um das Trugbild einer Seele und einer Person zu durchbrechen. Jahrhunderte später wird seine Lehre von der permanenten Wiedergeburt unpersönlicher karmischer Wirkungen umgemodelt in einen Seelenwanderungsglaube. Die größte Schar der heute anzutreffenden Esoteriker macht ihre Geschäfte mit der Verbalhornisierung der buddhistischen Lehren und der Naivität ihrer Anhänger.
Vier wirklich große Ideologien verwerfen allesamt die Vorstellung einer unsterblichen Seele, die nach dem Tod irgendwohin entweicht. Deshalb bin ich mir absolut sicher, dass kein einziger Mensch so etwas wie eine Seele in sich hat.
Welche Kriterien wendet Ihr an, um eine These auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen ? Ich bin sehr an Euren Maßstäben interessiert ! Bitte schickt mir eine Email an misax@freenet.de
Homepage des FALK e.V.: www.falkev.de
Ein langes und gesundes Leben wünscht
Michael Saxer