Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   Beziehungskisten - Plädoyer für Ehrlichkeit und Transparenz im Gesundheitswesen
Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 18. Dezember 2000 23:20     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Lieber Herr Mehner (sorry, die Antwort zu Ihrem Beitrag vom 10.12. hat etwas länger gedauert), Lieber Herr Seitz, Liebe Mitleser, noch so nahe an der Verzweiflung,

"glaube", "hoffe" ... wie rasch man sich hier doch ans Fundament des christlichen Abendlandes vorgegraben hat. Eins fehlt noch. Nein, nicht die Weihnachtsstimmung. Ich glaube darüberhinaus: was tun, dann wächst das Rettende auch.

Die Tatsachen
Es gibt sie noch, die guten alten Patient-Arzt-Beziehungen: in der Sprechstunde für den guten Freund, für die wenigen echten Selbstzahler, beim Heilpraktiker, beim Schamanen im Busch. Da sind sich Kunde und Patient noch am Ähnlichsten, wenngleich der essentielle Unterschied bestehenbleibt: hie zahlt der Kunde im Wert abgeschätzte Ware, da honoriert der Patient unschätzbare Empathie und Bemühen.

Ganz zweifellos, so lief das bisher scheinbar überall gut, so hätten wir, Patienten wie Ärzte, es am Liebsten und immer, denn so wurde das uns allen stets gelehrt.

Anders überhaupt nicht, leider. In unserem täglichen Leben, wo es Versicherungen und versicherungsähnliche Beziehungen, "Sozial"staat und Haftpflicht gibt, war solch exklusive Zweisamkeit strenggenommen noch nie geboten und nur selten zu haben. Denn dort kalkulieren grundsätzlich und seit Anbeginn Dritte (Versicherung), quatschen und regieren Vierte (Politiker) und judizieren Fünfte (Juristen) uns Patienten und Ärzten in Beziehung und Tagewerk hinein.

Solchen Vielecksverhältnissen wohnen allerhand Konflikte inne. Die erleben wir heute allesamt bedrohlicher denn je.

Die Auslegung
P a t i e n t e n mögen ihren exklusiven Arzt und seine Mitverantwortung für ihr Wohlergehen. Den sind sie gewohnt, den bekommen sie von Kassen und Politikern versprochen, von Juristen eingeklagt. Mit jedem Praxisbesuch demonstrieren sie ihr persönliches Vertrauen.
Daß ihr Arzt noch andere Patienten zu versorgen hat, nehmen sie im Wartezimmer unwillig zur Kenntnis.
Daß ihre Kasse noch weitere Kundenansprüche zu befriedigen hat, brauchte sie nicht zu kümmern.

Ä r z t e mögen "ihre" individuellen Patienten. Sie leben von ihrem Vertrauen und Honorar. Letzteres bekommen sie von Kassen zugeteilt. Es reicht immer weniger, weil Politiker der Gesundheitsfürsorge andere Prioritäten zumindest gleichordnen.
Daß sie von nun an keine Wohltaten mehr zu verteilen haben sollen, macht Ärzten schwer zu schaffen.
Daß ihre Patienten, als Kunden ihrer Kassen Konkurrenten um dieselben, (ihre eigenen) streng begrenzten Mittel sind, nehmen die Ärzte äußerst unwillig zur Kenntnis, haben die Kassen ihren Kunden doch den exklusiven Arzt, haben die Politiker ihren Wählern doch die allumfassende medizinische Rundumversorgung nach persönlichem Geschmack versprochen, Klagerecht bei Mißerfolg oder Mißgefallen inbegriffen.

K a s s e n mögen die Masse ihrer gesunden Beitragszahler. Was sie ihnen und den Arbeitgebern in Rechnung stellen dürfen, das wird ihnen von ihren eigenen Marketingabteilungen und von Politikern vorgeschrieben. Was sie nach politischer Weisung an Wohltaten zu verteilen haben, das haben sie ihren Kunden - mit unbekanntem Verwaltungskostenaufschlag - zuvor aus der anderen Tasche gezogen,.
Daß es Kassen gibt, die sich im Interesse der eigenen Betriebswirtschaft trickreich um den adäquaten Solidarbeitrag drücken, nehmen die anderen zum Anlaß, gigantische undurchschaubare Transaktionen zu organisieren.
Daß es kostenintensive Kunden gibt, kümmert Kassen allesamt wenig, denn Kopfpauschalen und Verordnungsrichgrößen sind ja vereinbart.
Daß es vermeintlich und echt faule Kunden gibt, hat betriebsfern ihr MDK zu regeln.

P o l i t i k e r mögen die Masse ihrer Wähler. Um ihr Vertrauen bemühen sie sich alle vier Jahre. Damit pflegen sie jeweils Wohltaten zu verbinden. Den Motiven und Machenschaften der meisten ihrer Subjekte mißtrauen sie gründlich, denn die sind schwer zu durchschauen und nur mittels Arbeitshypothesen von Fachleuten zu handhaben. Deren Urteil können Politiker nur selten aus eigenem Wissen bewerten.
Politiker umwerben Patienten mit Versprechen, wenn sie gerade ihre Wähler sein sollen. Sonst warten sie lieber die Zeit nach der Wahl ab. Ärzte sollten sie eigentlich auch umwerben, weil die die Verprechen einzulösen haben. Um Kassen und ihre Verbände kommen sie nicht mehr herum, denn dort hat sich die eigentliche Macht festgesetzt.
Daß sie es selbst sind, die mit hilfloser Politik Patienten gegen Mitpatienten, Patienten gegen Ärzte, Ärzte gegen Ärzte, Ärzte gegen Kassen, Kassen gegen Ärzte, Kassen gegen Kassen und Kassen gegen deren Kunden aufwiegeln und ausspielen, bemerken Politiker einfach nicht.
Daß Politik millionenfach exklusiv gewünschte Zweierbeziehungen sprengt, spüren Politiker nicht. Oder die Vertraulichkeit zwischen Patienten und Ärzten ist ihnen suspekt, vielleicht macht sie die einfach neidisch.
Daß man Vertrauen nur einmal zerstören kann, wird in Politikschulen offfenbar nicht gelehrt.

J u r i s t e n mögen Kläger, Mandanten geheißen. Ihnen allein und dem Gesetz sind sie verpflichtet, alles Andere ist sträflicher Verrat. Insofern sind sie Ärzten ziemlich ähnlich. Sie sind zum Versuch befugt, die Ansprüche ihrer Mandanten unter maximaler Auslegung aller Gesetze gegen die der restlichen Menschheit durchzusetzen. Dies tun sie, auch hier den Ärzten ähnlich, gegen erfolgsunabhängiges Honorar nach Gebührenordnung. Ökonomischerweise suchen sie stets den nächsterreichbaren Schuldigen.
Daß der Prozeßgegner Arzt in seiner Arbeit patienten- und mandantenunabhängigen arztwidrigen Zwängen ausgesetzt ist,
daß der Kassenarzt seine Fürsorge aufzuteilen hat in eine individualmedizinische und eine globalfinanzielle, ist für ihre formale juristische Beweisführung vollkommen unerheblich.

Das Fazit
Wer nicht zur Kenntnis nimmt, nicht weiß oder vergessen hat, was er eigentlich zu wissen und anzuwenden hätte, dem muß man es nachdrücklich sagen.

Die Beziehung Kassenarzt-Kassenpatient war noch nie eine exklusive.
Kassenärzte haben das vergessen, Patienten wissen es nicht, Juristen mußten es nicht wissen, Politiker beginnen es zu begreifen, den Kassen ist es egal.

Es ist höchste Zeit für Politiker, zu begreifen:
Formalien reichen nicht mehr, substantielle Mitverantwortung ist gefragt, die ist immens, dafür hat ein BMG viel zu wenig Ahnung. Gerechte Verteilung heißt Zurechtstutzen auf den Durchschnitt. Der will erst mal gerechnet sein.
Kassenärzte haben das vergessen:
Patienten sind unsere Lieblinge, aber in der Masse schwer erträglich. Wir haben in "unseren" Patienten nicht nur ein einziges Gegenüber. Jeder Einzelne von ihnen erwartet sein eigenes maximales Wohl. Was wir nur zuteilen können, ist Durchschnittliches.
Juristen wird man beibringen müssen:
Meßlatte des Leistbaren ist der Durchschnitt, nicht das Maximum.
Kassen werden ihren Kunden zu bekennen haben:
wir leisten lediglich Durchschnitt, sonst rechnet sich das nicht.
Patienten werden lange brauchen, um das zu akzeptieren.
Sie brauchen einen, der es ihnen sagt. Es muß einer sein, den sie selbst gewählt haben.

Politiker, Kassen Juristen, Ärzte beschäftigen sich mit ein- und denselben Menschen.
Jede dieser Gruppen braucht und instrumentalisiert dieselben Menschen auf ihre Weise für ihe eigenen Ziele.
Keine Gruppe weiß, was die andere genau macht, jede Gruppe spekuliert scheel über die Motive der anderen Gruppen.

Dieses System verführt a l l e zur Verunklarung und Lüge.
Was liegt naher als die Forderung nach Transparenz f ü r a l l e ?

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