Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Dieses File ist ein MIRROR. Es ist ein Teil einer Dokumentation. Das Original dieses Files befand sich in der Web-Site des http://www.dialog-gesundheit.de * Gesundheitsministeriums.

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Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   Milchmädchenrechnungen
Wolfgang Meuresch
Mitglied
erstellt am: 02. Dezember 2000 10:07     Sehen Sie sich das Profil von Wolfgang Meuresch an!   Senden Sie Wolfgang Meuresch eine eMail!     
Herr Solga,

sachte, sachte.

zu: "Komisch, Herr Meuresch, einerseits halten Sie zusätzliche Zahlung im stationären Bereich für mehr Service, im Falle der Chefarztbehandlung sogar für bessere medizinische Behandlung für ratsam, andererseits ist meine Darstellung, daß es für mehr Geld besseren Service ambulant gibt, angeblich einseitig."

Thema ist hier der Sinn und die Möglichkeit von privaten Zusatzverscherungen. Weiter oben kann nachgelesen werden, dass seit der Ära Fischer für Versicherungspflichtige der komplette ambulante Zusatzschutz leider nicht mehr abgeschlossen werden kann. Also, ich vertrete NICHT die Ungleichbehandlung, "noch nicht mal" unter den Ärzten. ;-)

zu: Wer so denkt wie Sie sollte sich aus öffentlich wirksamen Tätigkeiten heraushalten und ggf. durch unabhängige Dritte dazu gebracht werden."

Was ist eine öffentlich wirksame Tätigkeit? Was sind unabhängige Dritte? Machen Sie jetzt bitte mal einen Punkt. Übrigens bekleide ich kein öffentliches Amt, sondern decke bei einem Versicherungsmakler das PKV-Geschäft ab. Und hier ist einfach wichtig zu erwähnen, dass nicht für jeden Interessenten die PKV eine bessere Alternative ist. Schade jedoch ist aus meiner Sicht, dass der private Zusatzschutz nicht für alle Versicherten gleichsam wählbar ist. Und hier liegt eine Ungleichbehandlung zwischen den Pflichtmitgliedern und den freiwillig Versicherten vor.

WM

Wolfgang Meuresch
Mitglied
erstellt am: 02. Dezember 2000 21:53     Sehen Sie sich das Profil von Wolfgang Meuresch an!   Senden Sie Wolfgang Meuresch eine eMail!     
Lieber Herr Mehner,

zum Thema Kopfpauschale nur noch eine kleine Anmerkung nach einer Feststellung.

Herr Solga ist offenbar Experte auf sämtlichen Gebieten und obendrein sehr empfindlich. Sein Beitrag zum Thema Kopfpauschale ist - es wundert mich nicht - wieder mal nur ein Teil der Wahrheit mit dem zweifelhaften Anspruch auf Vollständigkeit. Ich gewöhne mich langsam daran. (Geständnis am Rande: Ich kenne nicht die ganze Wahrheit. Würfe ich sie kennen, wäre ich Funktionär und damit zeitgleich "Maulkorbträger"... ;-)).

Üblicherweise unberücksichtigt bleibt beim Thema "Kopfpauschale" der sog. "Risikostrukturausgleich" sowie der sog. "Fremdkassenausgleich". Beides federt die regional festgelegten Kopfpauschalen pro KV-Bezirk ganz entscheidend ab. Eine totale Kompensierung der regionalen Unterschiede findet allerdings nicht statt.

Auch hat Herr Solga eindrucksvoll unberücksichtigt gelassen, dass die Kopfpauschale eben nicht pro Mitglied der JEWEILIGEN Krankenkasse errechnet wird, sondern aus der Summe der Versicherten ALLER Krankenkassen für einen KV-Bezirk.

Der Vollständigkrit halber: Und die Zuteilung des Budgets für die ärztliche Behandlung erfolgt durch die Kassen(zahn)ärztliche Vereinigung, nicht etwa durch die Krankenkasse(n).

WM

schumacher
unregistriert
erstellt am: 02. Dezember 2000 23:51           
Moin,Herr Muresch!

Sie sind ja putzig!Sie haben es geschafft in jeder ihrer Behauptungen falsches mit unwahrem zu vermengen.
Der Risikostrukturausgleich ist vollkommen unabhängig vom Thema Kopfpauschale.Er diente einzig und allein dem Versuch eine wirtschaftliche Schieflage von Krankenkassen aufgrund fehlender Einnahmen wegen schlechter Einkommenstruktur der Mitglieder in den neuen Ländern zu verhindern.Unter dem entsprechenden Kapitel ist er denn auch im SGB zu finden,andere Ausgleichsgründe als di obengenannten sind expressis verbis gesetzlich ausgeschlossen.Die Kopfpauschalen sind ein ganz anderes Berechnungskonstrukt, dass sehr wohl Einzelkrankenkassenbezogen zwischen KV und den jeweiligen Kassen durchgeführt wird aber auf dem Boden des vom SGB vorgegebenen Standes von 1991 mit nur sehr minimaler Steigerungsmöglichkeit (zwischen 0,9 und 1,8 %).
Um so verblüffender ist es , dass das Berliner Aufsichtsamt höhere Kopfpauschalen "anordnen" darf , weil das Mißverhältnis allzu offenkundig wurde;wohlgemerkt:entgegen dem SGB V .
Fremdkassenausgleich ist wieder ein ganz anderer Terminus technicus, der dazu dient die fehlende Deckungsgleichheit von Patintenbehandlungsort und Krankenkassensitz auszugleichen:Normalerweise zahlt die Kasse an die KV ihres Verwaltungssitzes mit befreiender Wirkung für ihre Mitglieder. Das heißt die KV muss sich darum kümmern, das die Geler auch die richtige KV und letztlich den richtigen Arzt erreichen. Da wird überhaupt nichts risikobezogen ausgeglichen oder an er Kopfpauschale nivelliert.
Mensch ,Herr Meuresch;sonst stellen Sie aber feiner verdrehte Bezüge her.Damit können Sie Herrn Solga nicht kontern.
Nix für ungut

CS

schumacher
unregistriert
erstellt am: 03. Dezember 2000 00:06           
Der Vollständigkeit halber:

Das ärztliche Gesamtbudget ist gesetzlich festgelegt,da wäre die KV froh wenn sie das selbst machen könnte.Die KV kann nur mithilfe des EBM und des Honorarverteilungsmaßstabes die Katastrophe möglichst kompliziert auf die einzelnen Töpfe herunterbrechen.
Sie Schlingel benutzen immer wieder feststehende Begriffe in mißverständlichen Formulierungen, die vordergründig Sachkenntnis ausstrahlen aber bei Licht besehen substanzlos sind!So gesehen also doch Politikerstall oder alter Funktionärsadel.
CS
CS

Dr. Matthias Solga
unregistriert
erstellt am: 03. Dezember 2000 02:11           
Ja, Herr Meuresch, wenn man täglich mit Unwahrheiten bombardiert wird, die die eigene Existenz bedrohen, wird man empfindlich. Das halte ich für legitim, denn in Ihrer Diskussion hier geht es immer wieder darum, mir einzureden, daß meine Rechte als Arzt andere sein sollen als die anderer Bürger. Ich fühle mich diskriminiert. Ich weiß nicht, wie Sie reagieren würden, wenn dieses Mobbing Ihnen gegenüber Tag für Tag angewendet würde. Denn, Herr Meuresch, nicht Sie werden gemobbt, sondern wir Ärzte. Das ist schon ein Unterschied. Und zweitens: Sie vergessen, daß ich mittendrin stecke in den Tatsachen, jeden Tag. Ich bin Kassenarzt, Sie in der Privatversicherung. Damit bin ich von uns Beiden derjenige, der per se die Materie der Kassenarzttätigkeit erheblich besser und wirklichkeitsnäher sehen kann als Sie. Wenn es darum gehen sollte, ein Versicherungsrisiko zu berechnen und die Tücken einer Versicherungspolice herauszufinden, sind Sie sicherlich der Partner, der mehr wissen wird. Aber im Leben eines Kassnarztes bin nun mal ich das. Und wenn Sie behaupten, Differenzen von bis zu zwei Drittel in den Kopfpauschalen seien "definitiv falsch", und man zeigt ihnen auf, daß die eben doch erheblich unterschiedlich sind, kommen Sie mit einer neuen Unwahrheit: Sie kommen daher und erzählen Neuigkeiten vom Fremdkassenausgleich und RSA. Aber da hat Ihnen ja Schumacher erzählt, was das ist. Vielleicht sollten Sie doch mal gelegentlich in der Literatur nachblättern, oder wird es Ihnen nicht doch irgendwann einmal peinlich, immer wieder nachgewiesen zu bekommen, daß Ihre Einlassungen (bestenfalls) nur teilweise richtig sind?

Dr. Matthias Solga
unregistriert
erstellt am: 03. Dezember 2000 02:20           
Noch ein Mißverständnis: die Kopfpauschale ist eben NICHT errechnet aus der Summe aller Versicherten eines KV-Bezirkes. Die Kopfpauschale ist der Betrag, den die jeweilige Krankenkasse pro Mitglied an die KV zahlt, genau das Gegenteil dessen, was Sie behauptet haben. Damit kann dann ein virtueller Punktwert pro Kasse berechnet werden. Dabei habe ich Ihnen doch schon die site zitiert, in der das schön genau auseinandergesetzt wird, in der KV Berlin.
im Übrigen: Matthäus 7.6

Seitz
Mitglied
erstellt am: 03. Dezember 2000 11:06     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Das ist ja gerade unser Problem:
"Fachleute" wie Herr Meuresch machen Gesundheitspolitik und Öffentlichkeitsarbeit.
Herr Meuresch allerdings sucht die Diskussion und ist in gewissen GRenzen auch lernfähig, im Gegensatz zu den Politikern. Das ist in diesem Metier schon erwähnenswert. Unter den Blinden ist der Einäugige König!!

m.s.

mehner
unregistriert
erstellt am: 03. Dezember 2000 11:28           
schade , daß ich nun noch immer nicht weiss,
auf welcher gesetzlichen Grundlage die
Kopfpauschalen berechnet werden.
Daß der "Konsultationsstand " von 1991 zugrunde gelegt wird, habe ich schon gelesen,
daß die nach 91 gegründeten BKK en offenbar
einfach damit verglichen werden auch.
Aber kann das wirklich im Sozialgesetzbuch
stehen ?
Einige der billigsten BKK en wurden doch erst
nach 91 gegründet, wie können die dann billiger als die günstigsten von 1991 sein ?
Dieser Verschiebebahnhof stinkt doch zum Himmel, oder ?
Sagt mal was, liebe Kassenangestellten in Pseudonym im Forum, ist doch kein Risiko für
euch.
Daß das mit dem RSA von Herrn Meuresch Unsinn ist, wurde ja schon gesagt. Nach Besichtigung der Seiten der KV Berlin sehe ich, daß ich mit meiner Aussage weiter oben
doch richtig lag.
Steht wirklich im Sozialgesetzbuch daß ich
bei der Betreuung eines Mitglieds einer
neuen virtuellen BKK nur ein Drittel
der Betreuung eines BEK Patienten bekomme, weil eine andere BKK 1991 nur wenige wirklich
kranke Mitglieder pro Jahr hatte ?
Ist daß wirklich gesetzlich verankert ?
Dann müssen die Irrenanstalten in unserem
Lande endlich auf die Anzahl der Frittenbuden
gebracht werden. Deutschland eine einzige
geschlossene psychiatrische Abteilung ?
MfG Mehner

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 03. Dezember 2000 13:21     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Liebe Mitleser,

wenn die Billigkassen ihre Kopfpauschalen intern mit allgemein anerkannten versicherungsmathematischen Verfahren berechnet haben, was anzunehmen ist, so beweist ihr niedriger Betrag die bei der Anwerbung stattgehabte Risikoselektion ganz eindeutig.

Nach außen braucht eine Billigkasse diese Rechnung wohl nicht transparent zu machen, da ist sie blöß Verhandlungspartner. Deshalb halte ich seit Jahren ein Transparenzgesetz für unumgänglich, das die gesamte GKV zur Vorlage vollständiger Bilanzen zwingt. Die öffentlich Kontrolle durch ihre Aufsichtsgremien wird seit Jahrzehnten in skandalöser Weise hintergangen.

Wer in den Verhandlungen KV - GKV welche Rechte und wieviel Mächte hat, das weiß ich auch nicht. Sie scheinen jedenfalls nicht besonders gleich verteilt zu sein.

Mit der Öffnung von neuen Billigkassen hat die Gesundheitspolitik ein Ziel klar nicht erreicht: die alten Teuerkassen unter Druck zu setzen in Richtung auf deren interne Wirtschaftlichkeit. Sie stellen überhaupt die einzige Gruppe im Gesundheitswesen dar, die noch ganz wenig Druck kriegt, dank der Kassenlobbyisten in Parlament und BMG.

Daß die Teuerkassen noch immer die besseren Kopfpauschalen zahlen, kann mich nicht daran hindern, auch sie massivst zu kritisieren.

PR

Wolfgang Meuresch
Mitglied
erstellt am: 03. Dezember 2000 21:14     Sehen Sie sich das Profil von Wolfgang Meuresch an!   Senden Sie Wolfgang Meuresch eine eMail!     
An Schumacher:

Der Risikostrukturausgleich tangiert die Kopfpauschale mittelbar. Der RSA ist ein Finanzausgleich zwischen den gesetzlichen Krankenkassen, der für gleiche Ausgangsbedingungen im Wettbewerb sorgen soll. Durch den RSA werden alle Krankenkassen hinsichtlich der Ausgleichsfaktoren Grundlohn, Alter, Geschlecht und Zahl der Mitversicherten so gestellt, als ob sie die gleichen Versichertenstrukturen hätten. D. h. Krankenkassen mit vielen gering verdienenden, alten und kinderreichen Versicherten werden entlastet, Kassen mit einkommensstarken, jungen und ledigen Versicherten belastet. Warum wird mit dem RSA ein Wettbewerbsangleichungssystem zwischen den einzelnen Kassen versucht? Wenn der RSA nicht die Kopfpauschale tangiert, wäre demnach die Kostensituation der einzelnen Kassen unerheblich...

Der Fremdkassenausgleich tangiert die Kopfpauschale ebenfalls mittelbar. Richtig ist, dass es ein Globalbudget für die Ärzteschaft gibt und dieses unter allen praktizierenden Niedergelassenen je nach KV-Bezirk aufgeteilt wird. Während die Kopfpauschale also auch dann bezahlt wird, wenn der entsprechende Versicherte überhaupt nicht beim Arzt war, gibt es beim Fremdkassenausgleich Geld ausschließlich für tatsächlich erbrachte medizinische Leistungen. Wollen Sie behaupten, dass die regional tangierte KV neben der Kopfpauschale mit dem Fremdkassenausgleich keine weiteren Einnahmen für den zu verteilenden Honorartopf erzielt?

WM

Wolfgang Meuresch
Mitglied
erstellt am: 03. Dezember 2000 21:18     Sehen Sie sich das Profil von Wolfgang Meuresch an!   Senden Sie Wolfgang Meuresch eine eMail!     
Herr Solga:

zu: "Die Kopfpauschale ist der Betrag, den die jeweilige Krankenkasse pro Mitglied an die KV zahlt, genau das Gegenteil dessen, was Sie behauptet haben."

=> Sorry, Sie haben recht!

WM

schumacher
unregistriert
erstellt am: 03. Dezember 2000 22:34           
Moin,Herr Meuresch!

Da isser ja wieder!So habe ich sie hier im Forum kennengelernt, das nenne ich alte Form!
Kernige Aussage,viele feine Verknüpfungen... und 100% falsche Aussage.Können Sie sowas absichtlich oder geschieht ves unfreiwillig?
Zweiter Absatz Ihrer letzten Antwort an mich zuerst: Fremdkassenausgleich und Kopfpauschale sind Begriffe zweier verschiedener Rechtsebenen.Die Kopfpauschale ist Konstrukt aus dem SGB V ,ihre Ausführung regelt der Gesamtvertrag Krankenkassen-KVen.
Die hiermit festgestellten Gelder werden von den Kassen an die KV --mit befreiender Wirkung-- das ist wichtig! gezahlt.Also unabhängig von jedem aktuellen medizinischen Bedarf.
D.h. alles was jetzt erfolgt liegt im Verantwortungsbereich der KV!!Die KV organisiert jetzt mit dem Fremdkassenausgleich, daß die erhaltenen Gelder nach der durchgeführten Leistung auch an die Ärzte gezahlt wird, die Patienten behandeln,deren Krankenkassenzahlung nicht an die heimische KV erfolgte.Das interessiert die KRankenkassen einen Dreck , wie die KV das macht.Die Kopfpauschale wird nicht im entferntesten und schon gar nicht mittelbar beeinflusst.
Jetzt zum ersten Absatz: Risikostrukturausgleich ist allein,ausschließlich und absolut ein Verwaltungsverfahren zur nachträglichen Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage in die Bredouille geratener -initial - Kassen der neuen Bundesländer.Es gab zar auch notleidende Kassen im alten Bundesgebiet,die wurden aber immer schon durch "reichere" Verwandte über Wasser gehalten.Dieses Verfahren wurde mit dem Seehoferschen Reformgesetz für die Mutterkasse zu teuer und implodierte endgültig mit der schlechten Einkommenslage der Ostkassen.Was tun?
Also wurde ins Gesetz (SGB 5) der RSA eingeführt,der (ursprünglich gedacht als West-Ost Transfer) auch marode Westkassen begehrlich machte.
RSA ist ein Gesetzeskonstrukt, daß die Beziehungen Krankenkasse-Krankenkasse regelt.Es hat nichts mit der aktuellen Leistungsanforderung der Patienten/Ärzte zu tun und tangiert nicht ,absolut und überhaupt,die Kopfpauschale.Da die medizinische Leistung strikt seit 1991 entkoppelt ist von der Einnahmensituation und die Kopfpauschalen grundlohnsummengekoppelt sind öffnet sich die Schere zwischen Leistung und Bezahlung mit tödlicher Konsequenz (für Patienten und Ärzte)immer weiter.Aufgrund von rechnerischen Konsequenzen bei virtuellen Krankenkassen, die bei Start absurd niedrige Verwaltungskosten und eine absurd hohe Zahl gesunder Mitglieder mit "virtuell" niedrigen Ausgaben haben, werden bei einigen Kassen extrem niedrige Kopfpauschalen mathematisch festgestellt.Diese müssen zwangsläufig im Laufe ihres Bestehens "Kontrahierungszwang" auch kränkere Mitglieder aufnehmen ,haben immer realistischere Ausgabenbelastungen und geraten ins Minus.Was passiert?Der Beitragssatz wird angehoben!Im Gegensatz zu medizinischen Erfordernissen bei den Leistungserbringern wird die Beitragssatzstabilität auf Krankenkassenseite nämlich lässiger gesehen.Ändert sich dann auch die Kopfpauschale ??Nein!!Die virtuellen Kassen argumentieren dann immer noch mit niedrigen Verwaltungskostensätzen und wollen die Kopfpauschale senken!!Dieser Irrsinn hat nichts gar nichts und überhaupt nichts mit den Erfordernissen von Diagnose und Therapie in der "anderen Welt", der vom Doc und seinem Schützling zu tun.
Herr Meuresch ,ich mache das deshalb so ausführlich , weil ich mir immer noch nicht sicher bin, ob sie ein agent provocateur sind oder nicht.Wenn ja ,bekommen die Mitleser (wieder mal) einen Einblick in den ganz normalen Wahnsinn. Wenn nein,habe ich die Hoffnung, daß Ihnen aufgeht, wie gut es Ihnen im PV-System geht.
Jetzt muss ich mich leider ausklinken,morgen ist OP-Tag und Kassen- und Privatpatienten benötigen unter der Operation die gleiche hohe Konzentration.
MfG

CS

Wolfgang Meuresch
Mitglied
erstellt am: 03. Dezember 2000 22:44     Sehen Sie sich das Profil von Wolfgang Meuresch an!   Senden Sie Wolfgang Meuresch eine eMail!     
Ob Sie es sich hier im Forum wohl zu einfach machen?

Sie ignorieren u.a. den entscheidenden Satz: "Während die Kopfpauschale also auch dann bezahlt wird, wenn der entsprechende Versicherte überhaupt nicht beim Arzt war..."

Gute Nacht!

WM

schumacher
unregistriert
erstellt am: 03. Dezember 2000 23:55           
Kruzitürken,Herr Meuresch!

Ich habs doch geahnt, dass Sie das letzte Wort haben wollen!
Dieser Sachverhalt , dass die Kopfpauschalen ohne tatsächliche Inanspruchnahme gezahlt werden ,hat doch null -zero- Relevanz!!
Für den Betrag dieser Kopfpauschale hat rechnerisch ein Versicherter dieser Kasse Kosten verursacht,und zwar 1991!!Können Sie sich vorstellen,dass bereits damals eine Unterdeckung zwischen angeforderter Leistungshonorierung und Zahlungen der Kassen bestand?Seit 1993 erfolgt offiziell und staatlich sanktioniert die Finanzierung des medizinischen Fortschritts in der ambulanten GKV-Versorgung aus der persönlichen Ausbeutung der Leistungserbringer und über deren Honorarrückgang.
Man kann mit Fug und Recht behaupten, daß hier "Einsparpotentiale" aktiviert wurden.Das sind die gleichen, die die Bahn aktiviert, wenn sie 50% der Belegschaft entläßt.Nur das die wenigstens vordergründig nicht beschimpft werden, während in der GKV Medizin -wenn es etwas komplizierter wird- alle sagen:Ihr macht es euch zu einfach,ihr wollt wohl nur mehr Geld!?
Sakradi,satanischer!

CS

Heinz Steimer
Mitglied
erstellt am: 04. Dezember 2000 08:12     Sehen Sie sich das Profil von Heinz Steimer an!     
Zu Herrn Meuresch fällt einem immer wieder Sirach 19,22 ein, gell Herr Solga.

Beobachter
unregistriert
erstellt am: 04. Dezember 2000 11:21           
Guten Tag,

bis zum tatsächlichen Lesen der einzelnen Beiträge war ich ( naiv wie immer ) der Meinung es könnte nicht sein, dass unsere Ärzte sich doch von bestimmten Personen und Gruppierungen vor den Karren spannen lassen.Wirklich interessant, nachdem das schreien wg. dem RSA nicht zm Erfolg geführt hat und die Mitglieder wechseln, hat die Ärztesippschaft den Spielball "Kopfpauschalen" angenommen und leistet ganze Arbeit. Und ich dachte immer Arzt wird man aus Berufung und nicht aus Geldgier. Wundert sich warum hier nur über Geld gesprochen wird.

anonymer Arzt
unregistriert
erstellt am: 04. Dezember 2000 11:37           
Meine Berufung steht außer Frage. Wenn ich meine Familie mit zwei Kindern nicht mehr unterhalten kann mit DM 52.000 Einkommen für die Familie bei zwei Berufstätigen, dann setzt bei mir die gleiche Geldgier ein wie bei Fluglotsen, Müllfahrern und Postboten. Die streiken, wenn ihnen das Geld nicht mehr zum Leben reicht. Bei mir ist das Geldgier? Komische Anwendung der Gleichheit im Grundgesetz.

Dr. Matthias Solga
unregistriert
erstellt am: 04. Dezember 2000 11:42           
an Beobachter:

Ja, daran sehen Sie eben die besondere Verantwortung, die Ärzte auf sich nehmen. Wenn die im vorherigen Beitrag genannten Berufsgruppen streiken, ist denen völlig egal, woher das Geld kommen soll, und wo es hingegangen ist. Ärzte jedoch stellen ihre berechtigten Ansprüche zurück und versuchen, den Krankenkassen zu helfen nachzuweisen, wo das Geld hin ist. So haben z.B. die Ärzteproteste darauf hingewirkt, daß Frau Fischer als erster Gesundheitsminister und erstmalig in ihrer Karriere sich gegen den Arbeitsminister gewandt hat, als der seien Kassen auf Kosten der Krankenversicherung sanieren wollte. Ärzte schauen eben nach, wo das Geld fehlt oder angeblich fehlt. Erst dann fragen sie sehr leise übrigens nach, ob denn in existenzbedrohende Situationen nicht auch für die etwas übrig bleiben könnte.

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 04. Dezember 2000 12:27     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Spielball Kopfpauchalen ?
Für wen ?

PR

Beobachter
unregistriert
erstellt am: 04. Dezember 2000 19:12           
Zum Thema der anderen Berufsgruppen Stellung zu beziehen bzw. die Aussage zu treffen den Personen ist es egal bzw. zu unterstellen nur die Ärzte sind in der Lage komplexe Zusammenhänge zu kommentieren halte ich doch für ziemlich arrogant. Falls Sie es nicht Wissen sollten auch der Müllmann muss die Fehler die falschen Politik ausbaden nicht nur die Ärzteschaft. Aber Menschen, welche sich zum Arzt begeben wegzuschicken bzw. die Behandlung zu Verweigern, weil Verbände und Politik zu lasch lässt mich echt zweifeln...
am Berufsstand der Ärzteschaft.

Wolfgang Meuresch
Mitglied
erstellt am: 04. Dezember 2000 19:25     Sehen Sie sich das Profil von Wolfgang Meuresch an!   Senden Sie Wolfgang Meuresch eine eMail!     
Hallo Beobachter,

die Kritik der Ärzte ist nicht grundlos.

Die Ärzte tragen faktisch das Morbiditätsrisiko der GKV-Versicherten.

Das muss man leider feststellen und der Fairneß halber auch erwähnen!

WM

xyz
unregistriert
erstellt am: 04. Dezember 2000 20:26           
Meuresch:
erstellt am: 04. Dezember 2000 19:25       

"Die Ärzte tragen faktisch das Morbiditätsrisiko der GKV-Versicherten."

Falsch. Total falsch.

Das Risiko tragen die Versicherten. Immer.

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