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Autor
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Thema: Wer ist eigentlich was wert ?
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Douglas Loesch Mitglied
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erstellt am: 24. November 2000 11:26
Hallo, Wer hat eigentlich schon einmal über folgende Konstellationen nachgedacht: 1. Chronisch Kranke wie ich (ich leide an einer Myasthenia gravis, das ist eine Immunsystemerkrankung, die die Funktion der Muskulatur zerstört), müssen um jede Mark kämpfen und erleben ständig, daß auf Grund der Einsparungsmaßnahmen alles teurer wird und es zur gängigen Praxis gehört, erst einmal abzulehnen. Da ich nur DM 1000,-- Rente bekomme, aber 90 % Schwerbehindert bin, Merkzeichen G, aG, B, tut das natürlich besonders weh. Erstens im Geldbeutel und Zweitens in der Seele. Unsereiner kann in keinster Weise dafür, daß diese Krankheit aufgetreten ist. 2. Bestimmten Personengruppen, die allerdings an ihrer Erkrankung selbst die Schuld tragen, wird in großzügigster Weise vom Staat geholfen. ZB.: Drogenabhängigen. Jeder Mensch, auch wenn er noch jugendlich ist, weiß, daß der erste Drogenkonsum der Einstieg in eine Krankengeschichte ist.Hierher gehören harte Drogen genauso wie Alkoholismus. Oder: Leute die durch Reisen in asiatische Länder und das Ausleben ihrer Wünsche die Ansteckung mit doch vorher bekannten Krankheiten billigend in Kauf nehmen. (Aids und Ähnliches). Oder: Leute die in Länder reisen, von denen bekannt ist, daß dort ein stark erhöhtes Risiko für Leben und Gesundheit besteht. Oder: Leute die zur Befriedigung ihrer Selbstdarstellung das Auto als Statussymbol benutzen und das durch Unfallgefahr wesentlich erhöhte Risiko für die Gesundheit anderer und sich selbst in Kauf nehmen. (Hauptsache ich bin der Schnellste)Diese Leute werden dann auf Kosten der Solidargemeinschaft für viel Geld behandelt und rehabilitiert (trotz hoher Rückfallquote), wenn aber ein Mensch wie ich eine Kur beantragt, wird diese abgelehnt. Es stellt sich für den nachdenkenden Menschen dann schon die Frage, ob man die Kosten für selbstverschuldete Krankheiten nicht, wenigstens zum Teil, auf die Verursacher umlegen sollte. Warum wird eigentlich ein Kesseltreiben auf die Raucher veranstaltet, wogegen die Alkoholkonsumierer in keinster Weise angesprochen werden. Wegen einer Zigarette im Auto wird wohl kein Mensch einen schweren Unfall verursachen. Wegen Alkohol am Steuer aber regelmäßig und dann werden immer unschuldige Verkehrsteilnehmer geschädigt und das "arme Sünderlein" bekommt ein mildes Urteil, weil es einen guten Rechtsanwalt hatte. So stellt sich mir die Frage aus dem Titel meines Beitrages: Wer ist eigentlich was wert? Ist ein Mensch wie ich weniger wert, weil er schon 66 Jahre alt ist oder weil er sich weniger wehren kann?
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Mireille unregistriert
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erstellt am: 26. November 2000 01:52
Lieber Douglas, D U bist mit Sicherheit ein sehr wertvoller Mensch. Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute, auch wenn ich Dir nicht helfen kann.......... Mireille |
DOC BUDGET unregistriert
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erstellt am: 26. November 2000 17:18
informieren Sie sich wie die GKV (gesetzliche Krankenversicherung ) funktioniert!fragen Sie ihren Hausarzt nach Budgets und EBM diskutieren Sie mit Ihrem Hausarzt, denn es ist garantiert ihr Verbündeter, sonst hätte er sie schon lange vergrault ( erspart ihm einen Haufen Budget Ärger, ihre Medis sind halt teuer ) diskutieren Sie mit anderen und weisen Sie darauf hin das die Ärzte nicht unbedingt die Schuldigen sind Herrn Schröder wird noch der Hintern auf Grundeis gehen aus Angst vor der gescheiterten desolaten Gesundheitspolitik der letzten Jahren denn was gibt es wichtigeres für den Menschen als die eigene Gesundheit?? Nichts aber auch gar nichts nur kaum ein Deutscher denkt darüber nach kaum ein Deutscher kennt die GKV auch nur in Grundzügen kaum ein Deutscher weiß was er in der GKV eigentlich versichert hat kaum ein Deutscher kümmert sich um die wichtigste Versicherung die er hat also nicht jammern konstruktiv mitarbeiten und diskutieren! Wir Ärzte sind nicht die Feinde und Ausbeuter der chronisch Kranken sondern deren Mitstreiter, wir brauchen dafür aber endlich auch mal Mitarbeit und Vertrauen durch die Patienten selber!! Leider ist es so das wir von der Presse zur Zeit mal wieder richtig schön durch den Dreck geschleppt werden, aber auch die meisten Schreiberlinge sind wohl GKV Versicherte, hoffentlich merken die bald an welchem Ast die sägen |
Dr. Matthias Solga unregistriert
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erstellt am: 26. November 2000 19:22
Ihre Frage, Herr Loesch: "Ist ein Mensch wie ich weniger wert, weil er schon 66 Jahre alt ist oder weil er sich weniger wehren kann?"beantwortet sich nach meiner täglichen Erfahrung eindeutig mit "JA", aus beiden Gründen, auch noch aus einem Anderen: weil er ein Leiden hat und sich daher weniger wehren kann. Es ist ganz klar: wer eine ungerechte oder ungesetzliche Entscheidung angeht, hat bessere Chancen, Recht zu b bekommen, wenn er 1. das Geld hat, die Zeit bis er sein Geld bekommt, durchzustehen 2. noch ausreichend zu leben hat, um die Entscheidung zu erleben 3. die Kraft (körperlich, geistig UND seelisch!) hat, ein Gerichtsverfahren einzuleiten und ducrhzustehen. Wenn er jeweils zusätzlich das Geld hat, sich einen der extrem wenigen Anwälte zu leisten, die auf dem Gebiet überhaupt etwas verstehen vom Fach, ist seine Chance größer. Hat er das alles nicht, hat er Pech gehabt. Aber Jammern hilft nicht, Herr Loesch: Wir alle, auch Sie, haben ja letztlich so gewählt, wir wollten es ja nicht anders als so. Oder haben Sie Versucht, Einfluß auf die Gestaltung des Gesundheitswesens zu nehmen, als Sie noch konnten? Sollte mich wundern. Dann tun Sie oder Ihre ANgehörigen das doch wenigstens jetzt. |
Douglas Loesch Mitglied
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erstellt am: 26. November 2000 21:15
Hallo DOC BUDGET, Es ist mir vollkommen klar, daß die Ärzte nicht die Schuldigen sind. Meine Frage war auch mehr in Richtung Gesundheitsministerin gestell. Manchmal zweifle ich am Denkvermögen der Verantwortlichen, wenn ich solche logischen Vorgänge nachvollziehe, wie zB. das BSE-Debakel. Aber es gibt noch andere Ungereimtheiten. Zum Beispiel kosten in Deutschland die von mir benötigten Tabletten "MESTINON" für 100 ST. etwa 400 DM. Diese werden, da der Absatzmarkt fehlt nur von einer Firma hergestellt. Wirkstoff: "Pyridostigminbromid" Als ich in Italien in Urlaub war, fragte ich dort in einer Apotheke nach und erfuhr, daß es diese Tabletten dort auch gibt, vom gleichen Hersteller, Preis umgerechnet 128,-- DM. Wie kommen solche Diskrepanzen in Europa zustande????? Aber was solls.Übrigens: Wie DR. Solga in seinem Beitrag schreibt "Wir haben ja alle so gewählt" - ICH NICHT !!!!!!!!!! In diesem Sinne würde ich mich über weitere Stellungnahmen freuen. Douglas Loesch |
Wolfgang Meuresch Mitglied
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erstellt am: 26. November 2000 22:07
Moment mal: Die gesetzliche Krankenversicherung heutiger Ausprägung gibt es nicht erst seit heute. Eine Wahlmöglichkeit gab es für die in der Gesetzlichen Pflicht-Versicherten - egal ob "Schwarz" oder "ROT/GRÜN" - noch nie.Die berechtigten Klagen über die in Europa unterschiedlichen Preise für z.B. das gleiche Arzneimittel und vieles andere mehr sind eine Schattenseite und deshalb konstruktiv anzugehen. Vielleicht kann hier mal einer sagen, welche Wahlmöglichkeit gewünscht wird. Die GKV abschaffen? Die Wahlmöglichkeit für alle in die PKV? Dort werden aber nur "Gesunde" versichert. Na, das Thema ist schon sehr komplex... WM |