Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Dieses File ist ein MIRROR. Es ist ein Teil einer Dokumentation. Das Original dieses Files befand sich in der Web-Site des http://www.dialog-gesundheit.de * Gesundheitsministeriums.

Zum Verständnis dieses Files ist es ZWINGEND erforderlich, die Einleitung dieser Dokumentation zu lesen!

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Die Deutsche Amalgam-Page ist mit dem Gesundheitsministerium weder assoziiert noch sonstwie verbunden.

Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   Ärzte sind auch Menschen?
Harry_Hain
unregistriert
erstellt am: 14. November 2000 15:21           
achsens Datenschuetzer: "Aerzte sind auch Menschen"
Datensammlung bedroht Freiberuflichkeit
Mit minutenlangem Beifall dankten die Delegierten dem saechsischen
Datenschutzbeauftragten Dr. Thomas Giesen fuer seine Ausfuehrungen zu
Beginn der Vertreterversammlung der Kassenzahnaerztlichen Bundesvereinigung
(KZBV) in Dresden (10. und 11.11.2000). Dr. Giesen sprach sich mit
Nachdruck gegen die von der Regierungskoalition erneut geplante zentrale
Datensammlung und- verarbeitung im Gesundheitswesen aus. Misstrauen sei
angesagt, denn es drohe eine "kassenamtliche Totalkontrolle" ("Wer die
Daten hat, der hat die Macht"). In diesem Zusammenhang sei nicht nur der
Patient schutzbeduerftig, sondern gleichermassen der Arzt. In der
Pressemitteilung des saechsischen Datenschutzbeauftragten heisst es dazu:
"Das Patienten-Geheimnis, besser: das Vertrauensverhaeltnis zwischen Arzt
und Patient, hat aus uebergeordneten Gruenden der Wuerde des Menschen
(Aerzte sind auch Menschen) frei zu bleiben von unerbetener staatlicher
Fuersorge und kassenamtlicher Neugier. Der Patient ist nur dann persoenlich
beim Arzt "gut aufgehoben", der Arzt uebt nur dann einen freien, nur jedem
einzelnen Patienten verpflichteten Beruf aus..." Quellen: Pressemitteilung
vom 10.11.00; "Saechsische Zeitung" vom 11./12.11.00; Info Dr. Gerritz

Der Tierfreund
unregistriert
erstellt am: 15. November 2000 08:45           
Liebe Mitleser,

Ärzte sind "besondere Menschen". Den im Gegenteil zu allen anderen, glauben sie, das ihre Arbeit nicht kontrolliert werden kann und darf. Dabei bedient man sich sich dann solcher Scheinargumente wie dem Datenschutz und gibt im Interesse der Patienten seiner Besorgnis Kunde, daß die Daten in falsche Hände kommen könnten.

Damit sind sie im Zeitalter von Controlling und Leistungskontrollen, die in allen anderen Berufssparten völlig normal sind, die einzigen, die sich einer Beurteilung des Wertes ihrer Arbeit vollkommen entziehen wollen.

Ansonsten stehen zum Schutz vor Kontrolle noch weitere verlogene Argumente wie:

-Nicht Mediziner können das nicht kontrollieren, MDK-Ärzte sind zwar Ärzte, können es aber auch nicht.

- Medizin ist eine Kunst und keine Wissenschaft.

- Jeder Fall ist ein Einzelfall und kann schon deswegen nicht von einem anderen Beurteilt werden, weil dies nicht zum selben Zeitpunkt mit demselben Patienten passiert.

zur Verfügung.

(Anmerkung: Ich habe noch nie gehört, das ein Arzt sich wegen der Weitergabe der Patientendaten an seine Abrechnungsstelle für Privatpatienten sorgen macht. Ein diesbezügliches Urteil, mußte nämlich von Patienten erstritten werden. Moral: Solange es um die eigene Kohle geht ist der Datenschutz dann doch nicht so wichtig!).

Der Tierfreund

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 15. November 2000 13:52     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Lieber Tierfreund,

mit zwei Aussagen befinden Sie sich auf dem Holzweg:

1. Datenschutz ist kein Scheinargument. Die Pflicht dazu entspringt einer grundrecht-ähnlichen Gesetzesregelung ("informationelle Selbstbestmmung"). Der Arzt, der Patientengeheimnisse ohne dessen schriftliche Einwilligung (Ausnahme: geplantes Verbrechen) weitergibt, macht sich strafbar und riskiert seine Approbation. Es gibt insofern keine "falschen Hände", jede fünfte Hand ist falsch und eine zu viel.
Das gilt selbstverständlich auch für die Privatärztlichen Verrechnungsstellen. Auch die dürfen nur Daten zum Patienten kriegen, wenn der schriftlich einverstanden ist. Da besteht längst vollkommene Klarheit und Rechtssicherheit. Wenn Sie davon noch nie gehört haben, haben Sie sich damit noch nicht viel befaßt.

2. Controlling und Leistungskontrollen, wie Sie sich die vorstellen, gibt es bei Angestellten. Das sind Ärzte in freier Praxis nun mal (noch) nicht.

Controlling in Ihrem Sinne gibt es im Gesundheitswesen in ersten Ansätzen. Es bedeutet eigentlich Steuerung oder Lenkung. Die werden Sie kriegen, wenn Sie sich noch ein paar Jährchen gedulden und dann einen Billigkassentarif wählen. Ihr Arzt wird bei einem Medizin-Discounter angestellt sein und auf Ihre individuellen Belange gar keine Rücksicht mehr nehmen können. Wir sprechen uns wieder, wenn's so weit ist. Schauen Sie sich einstweilen mal in amerikanischen HMO's um.

Jeder Patient beurteilt für sich den Wert jeder ärztlichen Handlung.
Daß der Wert unserer Arbeit in Abrechnungspunkten in öffentlichen generell gültigen abartig komplizierten Tarif- und Regelwerken festgelegt ist, und daß der Pfennigwert der Abrechnungspunkte meistens keine Konstante ist, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Wieviel unentrinnbare Kontrolle hier von vornherein eingebaut und wegen ihrer Komplexität nur noch mit EDV zu bewältigen ist, kann Ihnen jeder Hausarzt zeigen, den sie freundlich drum bitten. Sie dürfen auch gern hierherkommen und sich das mal angucken.

Besser informieren, bevor Sie hier was von verlogenen Argumenten erzählen.

PR

Seitz
Mitglied
erstellt am: 15. November 2000 14:23     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
<<- Medizin ist eine Kunst und keine Wissenschaft.
- Jeder Fall ist ein Einzelfall und kann schon deswegen nicht von einem anderen Beurteilt werden, weil dies nicht zum selben Zeitpunkt mit demselben Patienten passiert.<<

Praktische Medizin ist tatsächlich keine exakte Wissenschaft. Alle Erkenntnisse der theoretischen Medizin müssen erst in der Praxis erprobt werden. Oft zeigt sich, daß die Theorie nicht stimmt. Medizin ist eine empirische Wissenschaft. - Wer heilt hat recht - Deshalb stimmt es auch, daß man Ergebnisse in der praktischen Medizin nicht so ohne weiteres reproduzieren kann.
Es handelt sich hier nicht um Schutzbehauptungen, wie sie unterstellen.

m.s.

Der Tierfreund
unregistriert
erstellt am: 15. November 2000 17:35           
Herr Rapp,

Ich habe auf die Rechtssprechung zur Weitergabe personenbezogener Daten hingewiesen, WEIL ich die Rechtssprechung dort kenne und verfolgt habe.

Fakt ist, daß Patienten gerichtlich gegen die ungezügelte Weitergabe ihrer Daten vorgegangen sind, bis gerichtlich die Arztpraxen verpflichtet wurden, in besonderer Weise auf die Weitergabe an eine Abrechnungsstelle hinzuweisen.

Wer die Rechtsstreitigkeiten verfolgte, weiß daß in diesen Verfahren die Ärzteschaft und ihre Standesvertreter alles andere als auf Datenschutz aus waren.

Und aus eingener Erfahrung weiß ich, daß den Anforderungen auch heute z. t. nicht genügt wird. So erhalte ich weiterhin Rechnungen von privaten Abrechnungsstellen mit Diagnosen etc. ohne hierauf vorher hingewiesen worden zu sein( kein Einzelfall ).

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 15. November 2000 18:27     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Lieber Tierfreund,

falls Sie das interessiert, lesen Sie mal im thread "Auskunfts- und Schweigepflicht von
Ärzten und Datenschutz in der PKV", was mit ihren Daten dort passiert.
Sollte mich etwas wundern, wenn Sie dann immer noch ein Verfechter der grenzenlosen Datenweitergabe sein sollten.
PR

Stiens
Mitglied
erstellt am: 15. November 2000 19:49     Sehen Sie sich das Profil von Stiens an!   Senden Sie Stiens eine eMail!     
Sehrgeehrter T.,
die Ärzte haben versucht, die Weitergabe von z.B. Diagnosen mit den Abrechnungsunterlagen an die KV zu verhindern. Oberste Gerichte haben festgestellt, daß die Forderung der KV nach Angabe der Diagnose rechtens ist, damit die Abrechnung auf Plausibilität überprüft werden kann. Das Interese des einzelnen Patienten am Datenschutz der eigenen Daten habe sich dem Interesse des Gemeinwohls unterzuordnen!

Private Verrechnungsstellen dienen der Abrechnung des Arztes mit Selbstzahlern - sog. Privatpatienten. In der Regel sind auch diese Patioenten versichert - oft über eine Beihilfestelle.
Diese Einrichtungen haben die Patienten in der Regel - ob freiwillig oder nicht - ermächtigt, Daten von den behandelnden Ärzten einzuholen, also die Ärzte von der Schweigepflicht befreit.
Diese Einrichtungen bestehen z.B. darauf, daß ich mit der Abrechnung einer Narkose die Diagnose angebe, und zwar nicht in der Form "Operation erforderlich, deshalb Narkose auch". Gebe ich der für mich tätigen Abrechnungsstelle die Diagnose nicht an, erscheint sie also auch nicht auf der Rechnung, bekomme ich stets eine Rückfrage des Patienten, die ich dann wieder beantworten muß (kostet Zeit und Porto).

Soweit Ihre Sicht von Datenschutz und "Kohle" der Ärzte.

Dr. Matthias Solga
unregistriert
erstellt am: 15. November 2000 22:44           
An Tierfreund:
Ärzte sind in der Tat besondere Menschen, aber nicht, wie Sie schreiben, weil sie angeblich nicht kontrolliert werden könnten und dürften, im Gegenteil: wir werden in einer Weise kontrolliert und beobachtet, daß Sie sich keine Vorstellung davon machen können. Es gibt bei den KVen (die Abkürzung erkläre ich Ihnen jetzt nicht, wenn Sie Ahnung vom Metier haben, wissen Sie, was das ist, wenn nicht, kümmern Sie sich gefälligst erst mal um die Grundlagen). Es gibt in Berlin alleine 18 Kriterien, nach denen jede einzelne Abrechnung bis ins Detail geprüft wird. Kein anderer Beruf, auch kein Angestellter, würde so etwas je akzeptieren, was uns aufgebürdet wird.
Wir sind in der Tat andere Menschen: wir sind rechtlos. Bei uns gilt die Unschuldvermutung nicht. Wir bekommen Geld weggenommen bei korrekter Arbeit (Richtgrößenprüfung bei Arzneimittelverordnung) und müssen beweisen, daß wir nicht falsch verordnet haben, nicht etwa andersherum. Wir müssen nachweisen, daß wir korrekt die Leistungen abgerechnet wurden, nicht etwa andersrum. Der Verdacht genügt, man wird in eine Mühle gesteckt, aus der man wie Max und Moritz herauskommt. Das Verfahren gleicht dem Vorgehen gegen Hexen: wenn sie -gefesselt ins Wasser geworfen- unterging, war sie unschuldig, blieb sie oben am Leben, wurde sie, da schuldig, verbrannt. Wir entziehen uns nicht der Bewertung unserer Arbeit - wir haben bereits so ungeheure Kontrollmechanismen, daß kein Bank- oder Fließbandarbeiter dies auch nur annähernd akzeptieren würde, geschweige denn Manager wie z.B. Frau Breul, die ja schon das zweite Milliardendebakel veranstaltet hat. Ich will nichts Anderes als Gleichheit: soll Breuel mit ihrem Gehalt für das angerichtete Desaster der Treuhand und der Expo haften, dann greift mir auch weiter in die Taschen, so jedoch herrscht Ungerechtigkeit und Mobbing. Erkundigen Sie sich, bevor Sie so einen Dummfug in die Welt setzen, Tierfreund!

Waldermann
unregistriert
erstellt am: 16. November 2000 12:00           
Ärzte sind auch Menschen, dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Ausser, wissen sie es selber auch, wenn man an ihr Standesgetue ihre Krähenhackordnung denkt?ß

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