Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

Die URL dieses Files: http://www.ariplex.com/ama/ama_dial/adi327.htm

Dieses File ist ein MIRROR. Es ist ein Teil einer Dokumentation. Das Original dieses Files befand sich in der Web-Site des http://www.dialog-gesundheit.de * Gesundheitsministeriums.

Zum Verständnis dieses Files ist es ZWINGEND erforderlich, die Einleitung dieser Dokumentation zu lesen!

Die originalen Links in diesem File funktionieren nicht!

Unsere File-Nummern entsprechen dem Aufbau zu dem damaligen Zeitpunkt, als diese Mirror-Seiten als Belegstücke gesichert wurden.

Die Deutsche Amalgam-Page ist mit dem Gesundheitsministerium weder assoziiert noch sonstwie verbunden.

Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

Bitte besuchen Sie auch unsere Nachbarn auf dem http://www.ariplex.com * Antares Real-Estate InfoPlex


*





Senden Sie diese Seite per eMail an einen Freund!
  Foren
  Gesundheit im Dialog
  Unehrenhaftes Interview der Ministerin

Ich will ein neues Thema erstellen  Antwort erstellen
Profil | Registrieren | Voreinstellungen | Hilfe | Suchen

nächster neuer Beitrag | nächster älterer Beitrag
Autor Thema:   Unehrenhaftes Interview der Ministerin
Dr. Matthias Solga
unregistriert
erstellt am: 10. November 2000 01:33           
zu:
"Ärzte-Forderungen sind 'unehrenhaft'"
Ministerin Andrea Fischer verteidigt Budgetierung
Gespräch mit Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer
in der Sächsischen Zeitung vom 6. November 2000, in de BMG-Site unter http://www.dialog-gesundheit.de/imdialog/Interview/Interview35-p.htm

Wie kommt eigentlich die Ministerin dazu, am Budget festzuhalten? Wieso habe ich als Urologe als Einziger zu zahlen dafür, daß ich meinen fachlichen Rat in die Behandlung einbringe? Die Pharmariesen, die Großhändler und die Apotheken kassieren, und die einzigen, die nicht am Medikamentenmarkt verdienen, sollen zahlen? Frau Fischer, das ist nicht nur unehrenhaft, sondern unverschämt. Die ambulanten Ärzte sind die Einzigen, die für immer mehr Arbeit (z.B. Herauslösung stationärer Leistungen in den ambulanten Bereich für immer weniger Anteil an den Einnahmen der Kassen) immer weniger verdienen. Das Krankenhaus bekommt feste Preise, übrigens auch für leere Betten, die Apotheke bekommt für dasselbe Medikament denselben Preis, egal, wieviel sie verkauft hat oder von welcher Kasse der Kunde kommt. Der Arzt ist der Einzige, der in einer einzigartigen Währung bezahlt wird – in „Punkten“, und diese erst nach 9 Monaten in frei floatenden Werten umgerechnet und bezahlt bekommt. So ist der ambulante Arzt die Rückversicherung der überbordenden Kassenbürokratie und der Selbstbedienungsnomenklatura in der Politik. Nun wird er auch noch dadurch verhöhnt, daß ihm für Etwas, wovon er überhaupt nichts hat, seine Existenz gefährdet wird.

Wenn Sie behaupten, die Budgets könnten bei gutem Management ausreichen, so sagen Sie die Unwahrheit. In Berlin z.B. leben weitaus mehr AIDS-Kranke, als dies der Berliner Bevölkerungsstruktur entspricht. AIDS-Kranke benötigen sehr viel mehr Geld als Andere. So gibt es viele Beispiele, z.B. die desolate Geundheitsstruktur der hohen Anzahl von Spätaussiedlern usw. Warum gehen Sie über diese Tatsachen hinweg? In Berlin z.B. wurde in Jahren ohne Budget bereits sehr sparsam verordnet, darauf setzte dann das Budget auf, das gekürzt wurde. Da vorher bereits sehr verantwortlich verordnet worden ist, waren weniger Einsparmöglichkeiten vorhanden. Die Ärzte werden also für ihre vernünftige Verordnungsweise nun auch noch bestraft. Frau Fischer, das ist nicht nur unehrenhaft, das ist eine Frechheit.

Frau Fischer, wenn Sie als offensichtlicher Vertreter der gesetzlichen Krankenversicherungen davon ausgehen, daß ein Medikament nicht bezahlt werden kann, so stehen Sie dafür ein und seien Sie nicht so feige, aber auch jede Verantwortung in die Arztzimmer zu tragen. Sie bringen es jedoch seit Jahren als Politiker nicht zustande, eine Positivliste zu erstellen. Da knicken Sie ein gegenüber der Pharmalobby und treten in Radfahrermanier die Kleineren, nämlich unter Anderem mich.

Frau Fischer, Sie behaupten, die Leute seien in Deutschland nicht gesünder als Anderwso. Das ist falsch. Wenn ich einen Fehler mache, werde ich bestraft, wenn Sie -wissentlich, denn die Zahlen haben Sie wie jeder Andere- die Unwahrheit verbreiten, werden Sie noch hochbezahlt. Die Lebenserwartung als ein wichtiger Parameter der Gesundheit ist in Deutschland weltweit an einer der besten Positionen, mit deutlichen Unterschieden immer noch zwischen Ost und West. Wieso sagen Sie die Unwahrheit?

Frau Fischer, niemand fordert immer mehr. Das Problem ist, daß im ambulanten Bereich immer weniger ankommt von den Einnahmen der Versicherungsgesellschaften. In Europa liegen wir mit der Arztdichte ohnehin nur im Mittelfeld. Wir müssen aufhören, dem ambulanten Gesundheitswesen, der Stütze der Gesundheitsfürsorge, immer mehr Geld wegzunehmen und dann auch noch die Leistungserbringer zu beschimpfen.

Frau Fischer, nochmal: die Ärzte fordern nicht mehr, schon gar nicht von Ihnen (noch so eine Unverschämtheit), sondern sie fordern, dem immer weiteren Aderlaß endlich Einhalt zu gebieten. Das Geld kann und soll nicht nur von den Versicherten kommen: stoppen Sie den Wildwuchs bei den Eigenausgaben der Kassen: immer weniger Geld der Einnahmen fließt in die Krankenhausbehandlung und in den ambulanten Sektor (ambulant 1970 20%, 1989 14% der Einnahmen). Sind Ihnen diese Zahlen etwa nicht bekannt, Frau Ministerin? Haben Sie, wenn Sie schon keine Fachkenntnis haben, denn auch noch unfähige Berater?

Frau Fischer, ständig mit den dubiös erhobenen Zahlen der Arzteinkommen herumzuwedeln, beleidigt mich persönlich. Ich arbeite hart (13,2 Stunden pro Arbeitstag, wenn die Wochenenden als frei herausgerechnet werden) in einer urologischen leistungsfähigen mit 1400 Scheinen (2 Ärzte) gut besuchten Gemeinschaftspraxis, die ein großes Spektrum incl. Ambulante Operationen in eigenem, qualitativ hochwertig ausgestattetem OP-Trakt anbietet. Mir bleiben vor Steuern DM 52.000,- übrig, wovon noch die Tilgungen abgezogen werden müssen, das ist vor Tilgungsabzug ein Bruttogehalt von DM 17,90 pro Stunde. Die Verhältnisse sehen bei den Berliner Urologen und Chirurgen nicht anders aus, das sind keine Einzelnen. Insgesamt sinkt die Gesamtvergütung in Berlin von Jahr zu Jahr, das betrifft auch nicht, wie Sie das herunterspielen wollen, einzelne Arztgruppen, das betrifft alle Ärzte. Diese Absenkung der Gesamtvergütung ist Ergebnis einer Politik, die es den Krankenkassen erst in großem Umfang ermöglicht hat, die Ärzte z.B. durch Pseudozusammenlegungen und Wechsel der Firmensitze und andere Tricksereien um ihr Einkommen zu betrügen. Ein leitender Mitarbeiter einer Krankenkasse erhält 12 mal so viel Gehalt pro Stunde wie ich, und wir haben in unserer Praxissoftware 2000 Krankenkassenbetriebe verzeichnet!

Frau Minister, entweder Ihre Zahlen sind falsch und Sie haben sie zu korrigieren oder ich werde mit meinem Einkommen um mein Leben betrogen und fordere wenigstens die Hälfte des sog. Durchschnittseinkommens, das wären für mich 50% mehr. Ich verlange nicht, daß die Versicherten das ausgleichen, im System sind auf Seiten der Versicherungen ausreichend Reserven. Unehrenhaft ist es, mir wie allen anderen Ärzten die Risiken des Systems aufzuhalsen und sich selbst in unendlicher Heiterkeit über die Fakten hinweg von Unwahrheit zu Unwahrheit zu schwingen.

ama
unregistriert
erstellt am: 10. November 2000 17:37           
Herr Solga, bitte melden Sie sich bei mir per Email.

ama@ariplex.com
http://www.ariplex.com/ama/amapol04.htm

Stiens
Mitglied
erstellt am: 14. November 2000 15:50     Sehen Sie sich das Profil von Stiens an!   Senden Sie Stiens eine eMail!     
Habe dieses Thema eben erst gelesen, bitte um Entschuldigung.

In Wirklichkeit sieht die Bilanz noch schlechter aus: Die Kosten einer Arztpraxis sind in den letzten 10 Jahren gestiegen - um 20%, um 30% oder mehr? Die Einnahmen sind um ca. 35% gesunken, d.h. die Einkommen der Praxisinhaber gingen um mind. 50% zurück!!!

Jeder Arbeitnehmer hat im Verlauf der letzten 10 Jahre sein Einkommen gesteigert, die Gebühren der öffentlichen Hand sind erhöht worden, die Gebührenordnung der Juristen ist den steigenden Kosten angepaßt worden, die Diäten der Abgeordneten sind gestiegen usw.
Nur die Einnahmen der Ärzte sind mit dem Hinweis, daß "doch genug Geld im System sei" immer weiter reduziert worden! Eine Unverschämtheit!

Gesundheit ist ein hohes Gut - so wird getönt - , aber die diese erhalten, werden bestraft!

Es wird gezielt Mißtrauen gegen die Ärzte gesäht: "Holen Sie sich eine zweite Meinung ein"
Aber dieses Einholen einer zweiten Meinung soll nicht bezahlt werden - (gedeckeltes Budget!).

"Ambulante Operationen sind für alle Beteiligten besser"! (Kostengünstiger! - der Gesetzgeber will das ambulante Operieren fördern!),(Der Patient wird weniger belastet! - Keine nosokomialen Infektionen u.a.m.)
Dadurch Zunahme der ambulanten OP-Frequenz, aber keine Zunahme der dafür bereitgestellten Gelder!

USW! Es ist zum K....

Alle Zeiten sind GMT (DE)

nächster neuerer Beitrag | nächster älterer Beitrag

Administrative Optionen: Beitrag schliessen | Archivieren/Bewegen | Beitrag löschen
Ich will ein neues Thema erstellen  Antwort erstellen
Gehe zu:

Kontakt | http://www.dialog-gesundheit.de

Powered by: Ultimate Bulletin Board, Version 5.44a
© Infopop Corporation (formerly Madrona Park, Inc.), 1998 - 2000.
Deutsche Übersetzung von thinkfactory.



*

[ zur Einleitung der Dokumentation ]


hier geht's weiter !
[ Das Amalgam-Zentrum ]


Copyright Inhalt © der jeweilige Autor
Copyright laut Datenbank-Richtlinie © 2002 Gesundheitsministerium
Copyright Dokumentation © 2002
Aribert Deckers
and
Copyright Dokumentation © 2002
Antares Real-Estate

Jegliche Weiterverwendung der Texte der Amalgam-Page ist verboten.
Verlage dürfen sich wegen der Nachdruckrechte per Email an mich wenden.
Aribert Deckers