Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   Rationierung aus Sicht der Kirche
Seitz
Mitglied
erstellt am: 23. Oktober 2000 20:01     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Was darf ein gerettetes Menschenleben kosten ?
In Zeiten geradezu revolutionärer Entwicklungen des medizinisch Machbaren tritt ein tagtäglicher Konflikt in den Praxen immer schärfer zutage: "Inwieweit hält das, was ich ethisch als Arzt für angemessen bzw. unabdingbar halte, auch den heutigen ökonomischen Zwängen stand?" Über Rationierung wird längst nicht mehr - außer etwa von Politikern - unter vorgehaltener Hand gesprochen, der Spruch vom "Weil du arm bist . . ." gewinnt neue Konturen. Unter dem provokanten Titel "Was ist ein Menschenleben wert hat sich die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz dieses brisanten Themas angenommen. Auf ihre Initiative hin trafen sich Vertreter von Ärzten, Patienten sowie beider Kirchen Ende August zu einer Podiumsdiskussion in Mainz.
Es ist vermutlich in Zukunft kaum mehr möglich, aus der Menschenwürde des Einzelnen zu folgern dass ihm alle medizinischer Möglichkeiten unbegrenzt zur Verfügung stehen", so das bemerkenswerte Statement des Bischofs von Mainz und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Professor Karl Lehmann. Die Schere zwischen ethischen Verpflichtungen und ökonomischen Zwängen werde zunehmend breiter, was einen Konflikt zwischen Patienten, Ärzten, Krankenkassen und nicht zuletzt den Krankenhausträgern nebst den dazugehörigen Einrichtungen schüre. Dabei habe der Mensch seine Würde in sich selbst, er dürfe nicht Mittel zum Zweck werden. Konkrete Humanität unterscheide nicht zwischen Arm und Reich, geboren und ungeboren oder Mann und Frau. Darin, dass nicht "alle Individuen gleichen Zugang zu allen medizinischen Einrichtungen haben", sieht Lehmann "eine äußerst belastende Situation" und ein "großes ethisches Problem": Dass "es diese Unterschiede heute schon in einem hohen Maß gibt" -mit dieser so realitätskonformen Vermutung muss auch der Bischof leben. Gleichwohl hält er die gängige WHO-Definition der Gesundheit vom "Zustand des physischen, geistig-seelischen und sozialen Wohlbefindens" für überzogen: Sie "lässt nicht genügend erkennen, dass Gesundheit zwar ein sehr hochrangiges Bedürfnis darstellt, aber gegen andere Bedürfnisse abgewogen werden muss". Man werde sich fragen müssen, ob man Gesundheit schlechthin mit menschlicher Wohlfahrt gleichsetzen könne, hier lauerten auch perfektionistische Übererwartungen und ein problematisches Anspruchsdenken. Letzteres werde nachweislich - vor allein bei geringeren Risiken - durch eine mangelnde Kostenbeteiligung genährt. "Menschen identifizieren", so Lehmann wörtlich "den unendlich hohen Wert der Gesundheit gerne mit einem unendlichen hohen Wert medizinischer Leistungen das aber "ist nicht selten ein Irrtum. Denn: "Faktisch messen die Betroffenen in vielen Entscheidungen ihrer Gesundheit doch nur einen endlichen Wert zu", was etwa in der Ausübung riskanter Sportarten oder im übermäßigen Tabak- und Alkoholkonsurn deutlich werde.
Kein Zweifel: Mehr Geld würde Leben retten
"Wägen wir nicht tagtäglich in unserer Gesellschaft auf Grund statistischer Risiken - in der Verkehrspolitik, im Bereich der inneren Sicherheit, in der Gesundheitspolitik den Wert des Einzelnen auf?" Ursula Auerswald, die von Brernen angereiste Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, ließ keinen Zweifel daran, dass man mit mehr Geld" einige Leben pro Jahr mehr retten" könnte. Mit den neuen Antiepileptika oder Antipsychotika beispielsweise, die zu einer besseren Lebensqualität entsprechender Patienten wesentlich beitragen könnten, stoße man recht schnell an die Grenzen eines gedeckelten Arzneimittelbudgets. Solche echt innovativen Medikamente seien für die Gesamtheit aller Patienten nicht zu bezahlen, nur ein Bruchteil der Kranken - auch das sei tagtägliche Realität - werde davon begünstigt "Wie und durch wen soll also in Zukunft darüber entschieden werden, wer welche Medikamente bekommt?"

Dr. Matthias Solga
unregistriert
erstellt am: 24. Oktober 2000 23:39           
Endlich auch mal die Schwarzröcke! Warum habt Ihr Euch bisher so zurückgehalten? Der letzte, der die Wucherer aus dem Tempel geworfen hat, war Jesus, seither wurde gegen den immer teuflischer werdenen Tanz um das Goldene Kalb immer weniger unternommen, und die Frage der ethischen Stellungnahme zu Grundfragen unserer Gesellschaft stünde den Kirchen nun mal zu, aber da ist Ruhe.

Ein wesentliches Problem ist in der Tat der Wert des Menschen.

Es ist unmenschlich, davon zu reden, daß wir ein "demographisches Problem" im GEsundheitswesen haben. Gemeint ist, daß alte Menschen zu viel Geld kosten. Statt den Erfolg in höcshetn Tönen zu loben, daß wir einem Menschheitsziel immer näher kommen, nämlich das menschliche Leben immer länger und lebenswerte zu gestalten, wird immer wieder nur gejammert, wie unwert (da es ja nun keinen "Wert" mehr schafft, sondern nur noch "Wert" verbraucht) das Lebender Alten ist. Fatal ist, daß hier Wert mit Geld verwechselt wird. Aber das ist in unserer Gesellschaft ja üblich, daß es nur noch einen Wert gibt: den des Geldes.
Daß unsere Gesellschft es nicht schafft, dem Leben alter Menschen einen Sinn zu geben, sondern nur noch, sie auf ein Abstellgleis zu schieben, ist ein Vergehen, für das wir uns eines Tages -nicht erst beim Jüngsten Gericht - sondern, da bin ich sicher, noch auf Erden zu rechtfertigen haben werden.
Diese Entwertung menschlichen Lebens auf seine Möglichkeit, Geld zu sammeln, ist fatal. Die Konsequenzen sind sehr nahe an Verbrechnesszenarien wie denen der "Ethnischen Säuberung".
Diese Gdanken kommen mir als Urologen, der täglich mit alten Menschen, Männern und Frauen, zu tun hat und gerade von diesen alten Menschen die wertvollsten Gespräche seines Lebens verdankt - neben denen mit meiner Familie.

Kirchen, Konfessionen: wehrt Euch dagegen, daß die Schöpfung vom Mammon so verbrecherisch entwertet wird. Wo bleibt da Euer Aufschrei? Auch Schweigen macht schuldig!

Ein Beispiel: Mein Vater hatte eine schwerste Brandverletzung und ist in einer hochspezialisierten Klinik mit absolut Allem, was möglich war, am Leben gehalten worden, das Ganze ging über 15 Wochen Koma in der Intensivstation. Zum Zeitpunkt des Unfalls war er immerhin schon 71 Jahre, in England wäre er schon dem Tode geweiht gewesen. Mehrere Hunderttausend Mark sind da geflossen, nie ist über Geld nachgedacht worden. Wenn auch nur minimale Einschränkungen gemacht worden wären, wenn z.B. die notwendig gewordene Dialyse nur etwas verzögert worden wäre, hätte Vater das nicht überstanden, davon bin ich überzeugt. So hat er überlebt und ist heute, das Ganze ist fast zwei Jahre her, völlig wiederhergestellt, er ist geliebter Opa für zwei Jungs und guter Geist unserer gesamten Familie. Was für ein Unglück, wenn er auch nur in eine Klinik mit weniger engagierten Ärzten und Verwaltungsmitarbeitern gekommen wäre.

Seitz
Mitglied
erstellt am: 25. Oktober 2000 08:48     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Ist ihnen vielleicht schon mal der Gedanke gekommen, daß die Sache mit ihrem Vater nur deshalb so gut gelaufen ist weil sie Kollege sind. Mir sind aus der täglichen Praxis jede Menge Gegenbeispiele bekannt. Wie sagt Her Meuresch so "schön": Unser Gesundheitswesen wird über die schäden saniert.

Zack
unregistriert
erstellt am: 25. Oktober 2000 15:47           
Das Schweigen der Hirten ...
----------------------------
- belohnt dafür, dass Kirchensteuer nicht abgeschafft werden ...
- sorgt dafür, dass Kinder von Geistlichen vaterlos bleiben ...
- sorgt dafür, dass Naturvölker immer noch Ihre Identität verlieren
- sorgte dafür, dass mit Schwertern ganze Völkergruppen ausgerottet worden sind ...
- sorgte dafür, dass Völkermord von Diktatoren unter den Augen der Hirten begangen werden konnte ...

und, und, und ...

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 25. Oktober 2000 21:15     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Thema verfehlt !
Da hat nämlich einer was gesagt.

PR

Harry Hain
Mitglied
erstellt am: 25. Oktober 2000 21:26     Sehen Sie sich das Profil von Harry Hain an!   Senden Sie Harry Hain eine eMail!     
(... ist nicht so auf Zack!)

Es stellt sich für jeden die Frage, was ist ein Menschenleben wert.
Es wundert auch nicht, das Betroffene eine durchaus andere Haltung haben, wie nicht betroffene Menschen.
Die Mängel des GKV-Systems wird dem chronisch Kranken (etc.) bewußt und hart vor Augen geführt.
Ich halte es nicht für unethisch darüber zu sprechen, daß es ein "demographisches Problem" gibt. Das wäre geradeso, als wäre es unanständig die pubertierenden Kinder/Jugendliche über Sexualität aufzuklären.
Es ist unethisch diese Entwicklung zu ignorieren! Es fehlen wichtige Antworten und Weichenstellungen. Und genau das passiert zur Zeit!

Dr. Matthias Solga
unregistriert
erstellt am: 29. Oktober 2000 20:42           
Herr Seitz:

den Eindruck hatte ich nicht. Über die entscheidenden ersten 7-10 Tage wußte dort keiner, wer wir sind, wenn wir -in der Intensivstation vermummt- mit den Mitarbeitern dort gesprochen haben, genau so wurde mit Anderen Mitarbeitern auch gesprochen. Später mag das einen Einfluß gehabt haben, aber immer wieder trafen wir auf diensthabende Ärzte, die nicht wußten, wer wir sind.

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