Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Die Deutsche Amalgam-Page ist mit dem Gesundheitsministerium weder assoziiert noch sonstwie verbunden.

Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   Eiszeit für Umweltkranke
Bruno Hennek
unregistriert
erstellt am: 29. Juli 2000 13:55           
Die Regierung „riecht nichts, sieht nichts, hört nichts, spürt nichts“, tönte noch im August 1998 bei einer Veranstaltung für Umweltkranke in Bonn die sich damals in der Oposition befindliche SPD.
Bündnis90/Grüne veranstalteten im Januar 1997 im Bonner Abgeordnetenhaus eine Tagung zum „Gutachter(un)wesen“, wobei es um Fest-plattengutachten ging, die am Fließband von abhängigen Gutachtern im Falle von berufsbedingten Krankheiten – ausgelöst z.B. durch eine Vergiftung - erstellt werden.
Prof. H.Müller-Mohnssen schreibt am 28.09.1999 an den Spiegel: "Nach meinen Unterlagen wurden die Sozialversicherungen und Berufs-genossenschaften schon 1995 dahingehend instruiert, daß MCS, CFS Ökohysterie bedeuten und die Betroffenen entsprechend zu behandeln, d.h. Entschädigungsansprüche abzulehnen sind.
Am 26.08.98 warnte Prof.Dr. Erich Schöndorf (ehem. Staatsanwalt im Holzschutzmittelprozess) in Bonn: „Die meisten Gutachter brauchen für medizinische Aussagen keine Patienten mehr..." und "Richter täuschen vor, Sie hätten Gutachten gelesen ...".
Im Juni 1999 kündigten Gesundheitsministerin Andrea Fischer und Umweltminister Jürgen Trittin im Rahmen der Aktion „Umwelt & Gesundheit“ eine Reihe von Maßnahmen an z.B. „kompetente Hilfe und Beratung für Umweltkranke; Voraussetzung dafür ist die Schaffung besserer Grundlagen für die Umweltmedizin“ und weiter: „Wenn nachvollziehbar belegt werden kann, daß ein Betroffener sich aufgrund eines bestimmten Umwelteinflusses eine Erkrankung zugezogen hat, dann wird es auch möglich sein, diesem Erkrankten gezielter und rascher zu helfen. Wir werden alles daran setzen, um die Situation der von umweltbezogenen Erkrankungen Betroffenen zu verbessern. Ihnen muß die in jedem Einzelfall bestmögliche Unterstützung zukommen.“. Im Augenblick sieht es jedoch danach aus, als ob alles Absichtserklärungen ohne folgender Wirkung wären. Zuviel wird auf die globale Entscheidungsebene geschoben und nicht auf der Ebene der Betroffenen umgesetzt.
Schon am 31.08.1999 hat sich der Widerstand gegen die Absichtserklärung von Frau Fischer und Herrn Trittin formiert durch den Rat der Sachverständigen für Umweltfragen der die Regierung berät und der am 31.08.1999 folgende Empfehlung der Regierung gab: "Der Umweltrat stellt fest, daß zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein kausaler Zusammenhang zwischen Multipler Chemikalien- Überempfindlichkeit und vielfältigen Umwelteinflüssen, die von der Mehrheit der Bevölkerung gut vertragen werden, nicht wissenschaftlich belegt ist, jedoch auch nicht ausgeschlossen werden kann. Angesichts der unsicheren Datenlage, der Subjektivität der Beschwerden und des Fehlens eines einheitlichen klinischen Krankheitsbildes sind gesetzliche Regelungen selbst aus Gründen der Vorsorge gegenwärtig nicht angezeigt", so der Zynismus im Sondergutachten Umwelt und Gesundheit (1999).
Bereits am 06.10.1999 beeilten sich die Richter am Bundessozialgericht (BSG) so zu urteilen, daß die Krankenkassen für den Amalgam-Austausch keine Kosten erstatten müßten, da der Zusammen-hang zwischen Depression, Gelenkschmerzen und dem Quecksilber wissenschaftlich nicht ausreichend bewiesen ist. Richter maßen sich an zu entscheiden was Wissenschaftlichkeit ist. Jeder weiß, daß Medizin Erfahrungswissenschaft ist und keine exakte Naturwissenschaft wie z.B. die Mathematik. Ein starres Festhalten an überholten Diagnosen und Krankheitsbildern kann Fehldiagnosen und Fehl-beurteilungen zu Folge haben. In dem Gerichtsfall haben drei Ärzte einem Betroffenen empfohlen die Amalgamfüllungen gegen Zementfüllungen zu wechseln. Sie hatten mit diesem Rat Recht, da die Symptome bei dem Betroffenen sich anschließend abgebaut haben. Die Richter haben sich gegen diese Erfahrung gestellt. In Zukunft wird es wohl so kommen, daß nicht mehr nach dem Motto „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ zu verfahren ist, sondern „Fragen Sie die obersten Richter in Deutschland, ob eine ausreichender wissen-schaftlicher Nachweis vorliegt“. Ärzte und Apotheker werden als nicht vertrauenswürdige Personen hin-gestellt, Sie werden verarmen und dafür wird die Blütezeit der Juristen anbrechen, die in Fragen der Heilung von Krankheiten Ihre eigene Kompetenz walten lassen.
Die Richter des BSG haben nicht zu Kenntnis genommen, daß die Bioverträglichkeitsprüfungen für Zahnfüllstoffe nach ISO-Norm, die neurotoxische Verträglichkeitsprüfung nicht einschließt! Auch wenn diese Prüfungen von einer Universität durchgeführt werden, werden die Prüfung somit nach Industrienormen ausgeführt, unabhängige Wissen-schaftlichkeit ist hierbei nicht beteiligt.
Rechtsanwalt Dr. Hugo Lanz berichtete in der Zeitschrift für Rechtspolitik mit ZRP-Gesetzgebungs-Report Sonderdruck aus Heft 9/1998: „Richter wenden sich bei der Suche nach Gutachtern besonders gerne an Universitäten. Dies ist im medizinischen Bereich oft nicht sinnvoll; die meisten Prozesse z.B. im Krankenversicherungsrecht betreffen niedergelassene Ärzte und für dieses Gebiet sind Uniklinikchefs regelmäßig nicht fachkundig. Weit schlimmer aber ist der Vorwurf des Ärztekammerpräsidenten von Berlin: "Die Universitäten werden besonders bestochen". Um diesem Bestechungssumpf zu entgehen, wäre es daher sinnvoll, die Therapie von niedergelassenen Ärzten durch niedergelassene Ärzte und die Therapie von Heilpraktikern durch Heilpraktiker begutachten zu lassen. Und noch etwas spricht gegen die Universitäten: Die sklavische Abhängigkeit des gesamten Unterbaus vom Ordinarius macht letztlich jede unabhängige Begutachtung unmöglich. Wer hier nicht kuscht, kommt nie voran ... „
Expositionsfolgen werden nur von einem sehr kleinen – sensiblen – Teil der Gesellschaft wahrgenommen, begriffen und beklagt, der Großteil der Bevölkerung beharrt oder verharrt in Alzheimer‘s Alternative (in Deutschland z.Zt. 1,2 – 1,6 Millioenen Menschen mit zunehmender Tendenz).
Wenn sich Ärzte nicht darüber einigen können, wie eine Krankheit zu diagnostizieren ist, bedeutet das nicht, daß eine bestimmte Krankheit nicht existiert. Aus der Geschichte der Medizin sind viele Fehlleistungen bekannt, z.B. sind ein Jahrhundert lang Magen- und Duodenalulzera als Lehrbeispiel einer psychosomatischen Pathogenese angesehen worden. Dabei ist in der Regel die Infektion mit Helicobacter pylori die Ursache. Eine vergleichbare Irrtumsmöglichkeit der orthodoxen Schulmedizin muß prinzipiell auch bei der Einschätzung von Umwelterkrankungen angenommen werden.

Die Diffamierung von Umweltkranken mit journalistisch motivierten Sprachschöpfungen – z.B. Ökochonder – geht in diesem Land unaufhaltsam weiter ...

Der Gesetzgeber toleriert ...

Abgase, Dieselruß, Ozon
Insektizide, Herbizide, Fungizide
Azofarbstoffe, Weichmacher, Stabilisatoren
Geschmacksverstärker und Emulgatoren
Konservierungsstoffe, Antioxydationsmittel
synthetische Duftstoffe, Zigarettenrauch
Schwermetallbelastung, Nitrat
Abgase, Elektrosmog
Radioaktivität

nicht aber der Körper von Sensiblen, Disponierten, Kindern, Alten und chronisch Kranken ...

Einige Stimmen:

Bonn 26.08.98, Prof.Gunnar Heuser (USA):
"Wir glauben Dir, Du mußt aber bereit sein Tests zu erlauben um das objektivieren!" und "Löcher im Gehirn sind nicht durch die Psyche bedingt, sondern durch Chemikalien!"
Frankfurt 14.03.99, Dr. med. Kuklinski (BRD): "Probleme Umweltkranker sind nur zu 10-20% medizinisch lösbar, den Rest muß die Gesellschaft klären ..."
Frankfurt 13.03.99, Prof. Dr. Hans See (BRD):
"Wir dürfen uns in unserer Arbeit nicht einschüchtern lassen. Nicht wir sind die Schädlingen, die die Wirtschaft stören ..."
Frankfurt 13.03.99, Prof. Dr. Rainer Frentzel-Beyme (BRD):
"Die Überempfindlichen sind unbequem für die herrschende Lehrmeinung ... "


Maria & Bruno Hennek
- Selbsthilfegruppe Chemikalien- und Holzschutzmittelgeschädigte,
- Vorstandsmitglied DGUHT e.V.,
- Mitglied IHG e.V.,
- Mitglied Bund Naturschutz
Rudolf-Clausius-Str.4, 97080 Würzburg
Tel. 0931-93627, Fax. 0931-960888
EMail: Bruno.Hennek@T-Online.de
Homepage:
http://home.t-online.de/home/bruno.hennek

Poe
unregistriert
erstellt am: 07. August 2000 10:29           

Zitat:

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (zur Berufung des Sachverständigenrates für Umweltfragen):


"Eine verantwortungsvolle Politikberatung, die - an der Schnittstelle von Wissen- schaft und Politik - auf die drängenden Probleme des Umweltschutzes hinweist und wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen gibt, ist von hohem Wert für eine wirksame Umweltpolitik. Unter dem Leitbild nachhaltiger Entwicklung brauchen wir in verstärktem Masse integrative Konzepte, die Schutz und Nutzung der natürlichen Lebensgrundlagen miteinander in Einklang bringen. Ich freue mich, dass wir mit den neuen Mitgliedern des Umweltrates ausgewiesene Experten gewinnen konnten..."


Für die neue Amtsperiode werden sieben renommierte Wissenschaftler berufen, die über hohe fachliche Kompetenz und besondere Erfahrungen im Umweltschutz verfügen:

...
­ Prof. Dr. med. Thomas Eikmann, Giessen (Medizin und Toxikologie)

Zitat:
DER SPIEGEL 31/2000 zum Giessener Baby-Tod:


"Eine andere Frage ist, warum der verantwortliche Klinik- Hygieniker Thomas Eikmann damals entschied, das Desinfektionsmittel in der niedrigeren Konzentration anzuwenden; um Hautreizungen zu vermeiden, wäre es auch möglich gewesen, ein anderes, aldehydfreies Mittel zu verwenden."

p.s. Oder sollten wir mal dem Staatssekretär Baake (aus Hessen) auf die Finger klopfen, wie er diesen Professor aus Hessen protejiert hat? Gleiche Kragenweite? Oder was war der Qualitätsmaßstab?

###############################################


DER SPIEGEL 31/2000
URL: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,87276,00.html


Medizin

Krieg der Keime


Deutsche Krankenhaushygiene entspricht nicht
internationalem Standard. In Gießen starben möglicherweise
deshalb Frühgeborene.
...

Poe
unregistriert
erstellt am: 11. Oktober 2000 00:03           
Ausweg?

[10.10.2000: plusminus wollte Gesundheitsministerin Andrea Fischer
fragen, ob solche Zustände einem reichen Industriestaat
wie Deutschland würdig sind. Doch wir bekamen kein
Interview, stattdessen die schriftliche Antwort***:

"Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass eine
ausreichende Behandlung umweltmedizinischer Patienten
in Deutschland sichergestellt ist.“
Und weiter:
"Die Existenz einer eigenständigen Krankheit „MCS“ ist in
Wissenschaft und Medizin noch grundsätzlich
umstritten.“]


***Poe:

... und das sind Antworten, die die damalige CDU-(Chemie)-Regierung 1998 mithilfe des UBAs dem Deutschen Bundestag auf die Anfrage der SPD gab. Jetzt kommt der gleiche Senf, halt aufgewärmt von einer SPD-(Auto)/Grüne-(wann hamm mehr denn das letzte AKW-stillgelegt? 1986!)-Regierung.

Weiter so Deutschland?

Gute Nacht,
Poe

Harry Hain
Mitglied
erstellt am: 12. Oktober 2000 13:20     Sehen Sie sich das Profil von Harry Hain an!   Senden Sie Harry Hain eine eMail!     
... und das mit guten Grund.

Beispiel1: Vor kurzem wurde eine Studie, die mit Schulmedizinern und Zahnärzte, di eVorbehalte gegen Amalgam hatten, veröffentlicht. Gemeinsamer Tenor: (Kurzgefaßt) Amalgam ist nicht schädlich, zumindest nicht so, wie oft reisserisch dargestellt wird.
Beispiel2: Vor ca. 150 Jahren kam es auf einmal zu häufigen Krampfanfällen der Hände. Grund: Es war die Zeit, als von der Gänsefeder auf die Stahlfeder umgestellt wurde.
Beispiel3: In einer Doppelblindstudie konnte überraschend festgestellt werden. Das Probanden typische Reizungen der Atemwege verspürten, obwohl sie einer Osonbelastung nicht aussetzte. Man sagte ihnen nur, daß erheblich Ozon vorhanden war.
Es zeigt sich, daß Veränderungen in der Umwelt bei disponierten Personen Reaktionen auf diese Veränderungen auftreten, die einer Erkrankung ähnlich ist. Häufig kann man bei diesen Personen keine Schadstoffe nachweisen. In den meisten Fällen stehen psychische Grunderkrankungen dahinter(Symposium Aachen 2000)
Sogenannte Umwelterkrankungen zeigen ein multiples Erkrankungsbild. Von Kopfschmerzen über Übelkeit und Zittern bis zum Kreislaufversagen ist alles dabei. Die Symptome sind so nicht einer Ekrankungen einfach zuzuordnen. Dabei ist in Einzelfällennicht auszuschliessen, daß bei erhöhter Exposition (Vergiftung) eine Art "Umwelterkrankung" vorliegt. Es ist aber dann eher eine VErgiftung. Und hier macht die Dosis das Gift (Paracelsus)

Bruno Hennek
unregistriert
erstellt am: 12. Oktober 2000 22:06           
Wovon redet Herr Harry Hain, wenn er sagt:

„Dabei ist in Einzelfällen nicht auszuschliessen, daß bei erhöhter Exposition (Vergiftung) eine Art"Umwelterkrankung" vorliegt. Es ist aber dann eher eine Vergiftung. Und hier macht die Dosis das Gift (Paracelsus)“ ???

Er redet bestimmt nicht von Betroffenen, bei denen eine überhöhte Exposition mit lipophilen Giften oder Schwermetallen einwandfrei wissenschaftlich und umweltmedizinisch nachgewiesen worden ist. Es sind nicht nur Einzelfälle, hierzulande müssen wir mit ähnlich hohen Betroffenenzahlen wie in den USA (15% sh. Tab-Bericht des D-Bundestages) rechnen.

Auch wenn es albern ist, Paracelsus kann durchaus noch zitiert werden, denn bei lipophilen Giften macht die Zeit die Dosis!

Viel zu spät haben Betroffene mit EI/MCS die richtigen Fragen gestellt, zum Leid der Betroffenen selbst und deren Angehörigen.

Herr Harry Hain sollte endlich aufhören EI/MCS-Betroffene mit einer nachgewiesenen chronischen Giftinduktion über viele Jahre mit eingebildeten Kranken ohne einem Nachweis eines solchen Exposition zu vergleichen. Diese Art der Beschwichtigung ist primitiv und durchsichtig, auch die Ziele die damit verfolgt werden ...

Schon 1990 hat Prof. Maurer von der Universitätsklinik Würzburg nach einem Gehirnfunktionstest bei einer Holzschutzmittelgeschädigten Patientin gesagt “... ähnliche Befunde bislang nur an Patienten mit Holzschutzmittel- Intoxikation gesehen ...”.

Wenn Herr Harry Hain zwei unterschiedliche Sachen nicht auseinanderhalten kann, dann sollte er sich erst mindestens 10 Jahre mit chronischen Langzeitvergiftungen durch lipophile Substanzen im Niedrigdosenbereich und deren dynamischen Kombinationswirkung beschäftigen, die zugehörige schulmedizinische internationale Literatur lesen, die zugehörigen Doppelblindversuche sich ansehen und sich erst dann wieder hier melden ...

Auch in Deutschland sind wir nicht mehr in einem Bildungsnotstand in Sachen EI/MCS, man muss nur alles bereits Vorhandene lesen wollen ....

Wir erwarten Gerechtigkeit und keine Diffamierung für umweltbedingt Erkrankte Menschen ...

Maria und Bruno Hennek, Würzburg
http://home.t-online.de/home/bruno.hennek

Harry Hain
Mitglied
erstellt am: 13. Oktober 2000 20:39     Sehen Sie sich das Profil von Harry Hain an!   Senden Sie Harry Hain eine eMail!     
Lieber Hennek!

Nicht so aufgeregt. Wenn Sie ein wenig langsamer gelesen hätten, dann wäre Ihnen aufgefallen, daß ich mich hier im wesentlichen auf Amalgam bezogen habe.
Nicht alles was wir mögen muß gleich Auslöser einer Umwelterkrankung sein! Das lipohile Stoffe Schleimhautgängig sind, wird jedem Mediziner einleuchten. Darum ging es mir nicht, auch nicht Erkrankte zu diffamieren. Haben Sie denn schon einmal nachgeforscht, wieviel angebliche Krankheiten auf die Umwelt geschoben werden, aber bei nähere Betrachtung damit nichts zu tun hatten? Am Beispiel Amalgam läßt sich in den letzten Jahren seh rschön nachvollziehen, daß hier eine regelrecht Massenhysterie ausbrach. Völlig zu unrecht. Um bei Ihrem Beispiel zu bleiben. Amalgam ist nicht lipophil! Daher praktisch unschädlich. Auch nach Jahren. Wird aber Quecksilber (anorganisch) eingeatmet oder Hg in einer organischen Verbindgung über den Darm aufgenommen, dann wird es schon wesentlich interessanter. Fazit: Thunfisch ist bedenklicher als Amalgam!
Bei allen interessanten Ergebnisse und Forschungen in der Umweltmedizin ist es schon aus wissenschaftlichen Gründen sehr wichtig, zu erwägen inwiefern bei VErdacht auf Umwelterkrankungen u. U. auch psychosomatische Aspekte - bei einer insbesonderen diffusen/uneinheitlichen Symptomatik - eine Rolle spielen. Dies von vorherein zu verneinen macht eine Untersuchung/Studie unglaubwürdig. Hier macht der Umweltmediziner den gleichen Fehler, den man auch Schulmedizinern - zu unrecht, weil pauschal - vorwirft: Der Mensch ist nur ein Reagenzglas.
Wenn ich Ihren Denkansatz und Absicht auf meinen Bereich übertragen würde, dann müßte ich sofort fordern. Gebt den Menschen mehr Zahnbürsten, damit sie den Herzinfarkt vermeiden können. Sauber Zähne verhindern Herzinfarkte und Schlaganfälle. - Es kommt darauf an!?

+
unregistriert
erstellt am: 14. Oktober 2000 13:20           

unregistrierte
unregistriert
erstellt am: 14. Oktober 2000 15:52           

-

Bruno Hennek
unregistriert
erstellt am: 14. Oktober 2000 18:26           
Lieber Herr Harry Hain,

die Aufregung ist Ihrerseits ...

Nochmals:

Verwechseln Sie Betroffene mit einer nachgewiesenen chronischen Giftinduktion
und damit zusammenhängenden objektivierten
"Funktionsstörungen" nicht mit Leuten die
per Strasseninterview erklären Sie wären
umweltkrank ...

Da Vergleichen Sie Äpfel mit Birnen ...

Immer wieder wird jedoch dieser Vergleich
gemacht um die objektivierten Fälle zu
diffamieren.

Professoren verwenden z.T. in Gutachten z.B.
den Begriff des Ökochonders, obwohl es sich
dabei lediglich um eine journalistisch
motivierte Sprachschöpfung handelt und nicht
um eine Diagnose. Solche Gutachten entstehen
aus Festplattendatein, niemals hat der
Sachverständige dabei den Betroffenen
gesehen ...

Es gibt keine Objektivierungsmöglichkeit,
dass Vergiftungssymptome psychosomatische
Ursachen haben, alles nur Behauptungen ...

Es gibt aber sehr wohl Objektivierungsmöglichkeiten,
dass Vergiftungssymptome die Ursachen von
Beschwerden sein können.

Mehrere Tausend Literaturstellen und Studien
auch Doppelblindstudien (schulmedizinische!)
liegen hierzu vor. Mann muß sie nur lesen
wollen ...

Ich empfehle Ihnen künftig öffentlich in
Ihren Aussagen stärker zu diferenzieren
und objektiv Umweltkranke nicht mit den
"eingebildeten Umweltkranken" in einem
Satz zusammenbringen. Wenn Sie das tun,
dann muß ich Sie zu der großen Gruppe
der Beschwichtigungsexperten dazuzählen,
die nichts riechen, nichts sehen, nichts
hören und nichts lesen ...

Ich hoffe, dass mich meine Einschätzung
Ihres ersten Beitrages da getäuscht hat ...

Harry Hain
Mitglied
erstellt am: 15. Oktober 2000 18:31     Sehen Sie sich das Profil von Harry Hain an!   Senden Sie Harry Hain eine eMail!     
Aber genau diese Strasseninterviewerklärung machen nicht wenig Patienten verrückt.
Was glauben Sie wohl wieviel Patienten nach solchen Sendung am nächsten Tag die Praxen aufsuchen und erklären Sie seine nun auch "umweltkrank". Da gibt es echte Experten, die sich in Symptome hineinsteigern.

Anderseits hatte ich auch Erfahrungen mit VErgiftungserscheinungen bei einem Patienten. Seine Anamnese (1 Jahr) war äußerst interessant. Der arme Kerl trankein Jahr den so gesunden Grünen Tee. Dieser war - wie sich später herausstellte - mit Pestiziden hoch vergiftet. Fast ein Jahr wurde er auf den Kopf gestellt. Kein Arzt hatte auch nur einen vagen Verdacht. Bis auf ein etwas abweichendes Blutbild war angeblich alle anderen Befunde normal. Was mich wunderte, ist der Umstand, daß trotz vorhandener Symptome keiner auf die Idee kam, mal an eine Vergiftung zu denken. Stellt sich andererseits die Frage, wie häufig sind Vergiftungen. Bei ersten Grippe anzeichen muß es ja schließlich nicht direkt eine Tropenkrankheit sein.

Meine Frage: Untersuchen Sie Patienten? Auch Umweltkranke, bzw. solche, die sich als Umweltkranke direkt ausgeben? Wie differenzieren Sie in der Praxis? "Ökochonder" oder Umweltkranker? Ist "Umwelt" vielleicht doch ein wenig zu oberflächlich? Firmiert ein Teil der sogenannten Umweltkranken u. U. unter anderen Rubriken bzw. Bezeichnungen? Wie wird differenziert? Welche Materialien lösen Umwelterkrankungen aus? Synthetische Stoffe der Industrie? Oder auch natürlich vorkommende Stoffe (Hg, Pb, As etc).

Bruno Hennek
unregistriert
erstellt am: 15. Oktober 2000 20:42           
Lesen Sie dazu:

href="http://diverse.freepage.de/jtm/SPD/spd-ashford-miller.pdf
href="http://diverse.freepage.de/jtm/SPD/spd-singer.pdf
href="http://www.heldref.org/html/Consensus.html

ferner die vorhandene schulmedizinische Literatur und die bereits vorhandenen Doppelblindstudien ...

Auch die Menschen vom "Strasseninterview" sind noch lange nicht psychisch- oder psychosomatisch krank! Die psychisch-/psychosomatischen Diagnosen sagen da meist garnichts ...

Es ist Aufgabe von Ärzten diesen Menschen trotzdem zu helfen und sie nicht zu diffamieren oder zu diskriminieren ...

Wenn Ärzte sich in Ihren Diagnosen nicht einig werden können, dann ist das nicht Schuld der Betroffenen ...

Immer noch sind Ärzte "Lohnempfänger" von kranken Menschen, sie sollten deshalb möglichst freundlich mit ihren Kunden umgehen, sonst könnte es sein, dass diese Kunden nicht mehr kommen ...

Harry Hain
Mitglied
erstellt am: 15. Oktober 2000 21:21     Sehen Sie sich das Profil von Harry Hain an!   Senden Sie Harry Hain eine eMail!     
Aha, ich brauch halt etwas länger. Ich bin einfach zu naiv. So ist das, wenn man aneinander vorbeiredet! Gell?

Es ging also mehr um einen Gesetzentwurf. Nicht um eine wissenschaftliche Diskussion. Die Ärzte sind es mal wieder schuld. Warum registrieren Sie sich nicht? Wir leben in einem freien Land. Warum soll ein Arzt unfreundlich sein, nur weil er anderer Meinung ist?

Wie kommen Sie darauf, daß psychosomatische Diagnosen einer Diffamierung gleich kommen? Da werden Sie aber sehr unsachlich.

Verquicken Sie hier etwa Ideologie und Medizin? Halten Sie Ärzte für Raubritter an der notleidenden Arbeiterschaft? Oder woher kommt Ihr Argwohn gegen alles ärztliche? Kann es sein, daß Sie das Gefühl haben, von anderen Menschen nicht ausreichend ernst genommen zu werden?

Sind Sie Arzt mit eigener Praxis bzw. praktischen Erfahrung am Patienten? Oder wieso kennen Sie sich so gut aus?

Sind Menschen - vor allem Ärzte - dumm oder unfreundlich, wenn sie anderer Ansicht sind, bzw. Zusammenhänge anders bewerten oder gewichten?

Wird es Ihrer Sache dienlicher, wenn Sie hingehen und Ärzte, die Sie nicht sofort überzeugen können, als unfreundlich bezeichnen?

In meiner Praxis ist gerade der freundliche Umgang mit Patienten nicht nur üblich, sondern Methode (bei den vielen anderen Kollegen auch). Wie sonst sollte eine Anamnese bei Verdacht auf psychosomatischer Beteiligung/Einflusses möglich sein? Sie wissen doch Angst macht krank! Hatten Sie nie Flugzeuge im Bauch? Lehrer und deren aufgestellten Klauseren sind auch eine starke "Umweltbelastung" für die Kinder. Da gibt es viele, die bereits abends mit Diarrhoe zu kämpfen haben! ;-)
Ich vermute, daß Sie noch nie einen freundlichen Arzt kennengelernt haben, der gleichzeitig nicht Ihrer Meinung war, u. U. sogar das krasse Gegenteil Ihrer Meinung vertreten hat. Vielleicht ist es Ihnen auch noch gar nicht aufgefallen?

Kritik muß an Studien erlaubt, um den Wahrheitsgehalt zu prüfen. Eine Studie an sich, ist noch keine Wahrheit. Trotzdem "ziehe" mir jetzt einmal die Links rein! :-)

Waren die Smilies freundlich genug?

Harry Hain
Mitglied
erstellt am: 15. Oktober 2000 22:03     Sehen Sie sich das Profil von Harry Hain an!   Senden Sie Harry Hain eine eMail!     
Ich erlaube mir kurz auf die interessanten Ausführungen Ihrer Links einzugehen.

1. Es sind zu diskutierende Theorien, die´auch nach Meinung der Autoren - Formulierungen im Konjuktiv -
wahrscheinlich sind.

2. Daraus wird messerscharf geschlossen, daß umgehend ordnungspolitische Maßnahmen getroffen werden müssen.

3. Der geneigte Leser bekommt die Sorge, daß die Existenz der nächsten Generationen bedroht sind.

4. Jeder sozial engagierte Politiker muß sich jetzt zwangsläufig angesprochen fühlen und Weichen stellen.

Meine - freundlichen - Fragen:
1. Wird Rauchen jetzt oder zukünftig verboten? Oder eher die Tabaksteuer drastisch erhöht? Was wird der Arbeiter dazu sagen? Limo und Wasser nur noch in Glasflaschen?
2. Waren die bisherigen Mißgeburten also keine Fehler der Natur - die macht keine Fehler - sondern sind ausnahmeslos Ergebnis umweltinduzierter Schadstoffe?
3. Ist demnach nicht die zunehmende Bewegungsarmut bei Kindern ein Problem, sondern das gesundheitsschädliche Kinderzimmer?
4. Sind demnach nur chemische Stoffe - hier wohl synthetische gemeint - das Übel?
5. Sind schlecht sitzende Prothese karzinogen weil sie aus "Kunststoff" bestehen oder waren es 30 Jahre Schnaps und Tabak? Wo zieht man hier die Grenze?
6. Wie kann ich mich schützen? Die Stoffe sind bereits in der Umwelt. So wie Viren und Bakterien auch. Es kommen immer neue hinzu. Ist überhaupt ein Schutz möglich?
7. Wenn Kunststofffüllungen also hormonähnlich wirkende Stoffe sehr langsam in geringste Dosen abgeben, wäre ein TILT (erinnert mich an Flipperspiele) denkbar. Warum hat Rot-Grün dann die Karies-Prophylaxe für Erwachsene abgeschafft? Oder sind man in der 1x im Quartal stark erhöhten Fluoridexposition ein TILT? Wo ist nun die Grenze zwischen erwünschter und unerwünschter Wirkung zu ziehen? Ist TILT nun ein ernstzunehmendes Problem oder wird hier die Mücke zum Elefanten gemacht?

Wir werden in diese Welt geboren und mit einer Vielzahl unterschiedlicher Abwehr- und Entgiftungsinstrumenten ausgestattet. Das Leben mußte sich seit Beginn der Evolution auf Giftstoffe einrichten. Die Natur hat sogar selbst hochgiftige Substanzen entwickelt. Das kann natürlich nicht ein Grund sein alles mögliche von Menschenhand zuzulassen. So gibt es auch Fälle von Erbkrankheiten bzw. Erbfehlern, die erst durch das Auftreten von neuen chemischen Stoffen oder Medikamenten auffällig wurden. Nur diese Fehler waren schon vorher vorhanden! Andererseits wehre ich mich auch gegen Panikmache. Da halte ich es mit dem SPD-Verteidigungsminister Scharping. "L-A-N-G-S-A-M"

Bruno Hennek
unregistriert
erstellt am: 16. Oktober 2000 06:48           
Der Literaturtip war als "Einstiegshilfe" in diese Thematik für Sie gedacht ...

Sollten umweltbedingt Kranke wirklich irr sein, dann müssen wir den Tag fürchten an dem Umweltkranke in die Parlamente ziehen. Oder sind gar schon Umweltkranke in unseren Parlamenten?

Ich kann Ihnen gerne bestätigen, dass es auch "freundliche" Ärzte gibt ...

Harry_Hain
unregistriert
erstellt am: 16. Oktober 2000 10:03           
Lieber Herr Hennek,

wer sagt denn, daß Umweltkranke irr sind.
Sind Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen irr? Sie verunglimpfen und diffamieren diese Menschen. Sie haben hier - meiner Meinung nach - eine fragwürdige Einstellung zu psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Schon einmal etwas davon gehört, daß Prothesenintolerenz auch im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung stehen kann?
Ich bezweifle - heute - die Relevanz von Umwelterkrankungen, die Sie ihr beimessen. Das ist nicht negativ gemeint, sondern eine Frage der Bewertung.
Meine Fragen bleiben weiterhin offen.

Heinz Krutki
unregistriert
erstellt am: 16. Oktober 2000 12:43           
Lieber Herr Harry Hain,

jetzt haben Sie sich mit der Bemerkung "Prothesenintolerenz auch im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung" im bisherigen Dialog hier wohl selbst disqualifiziert.

Herr Hennek sprach eindeutig von umweltbedingt Erkrankten, deren Krankheitsursache objektiviert ist (auch Schulmedizinisch ...)

Sie gehen wohl mit dem Begriff "psychische Erkrankung" sehr sorglos um?

+
unregistriert
erstellt am: 17. Oktober 2000 08:03           
+

Fred Knosala
unregistriert
erstellt am: 17. Oktober 2000 08:09           
Die Ausführungen des Harry Hain zeigen, dass in einem Land in dem selbst der Krümmungswinkel von Südfrüchten gesetzlich exakt definiert wird, die Beurteilung von umweltbedingten Krankheiten - die es ohne Zweifel gibt, darüber berichten auch konservative Ärztezeitungen - offensichtlich allein von dem persönlichen Ermessensspielraum eines Psychiaters abhängt.

Wehret den Anfängen der Psychiatrisierung von bestimmten Bevölkerungsschichten!

Aufschrecken muß verantwortliche Bürger dieses Landes die starke Zunahme der Fälle in der Jungendpsychiatrie. Es entsteht der Eindruck, je mehr Psychiater wir haben um so mehr psychische Kranke hat das Land.

Die Zahl der psychisch Kranken in der Bevölkerung spiegelt sich natürlich auch in unserem Regierungs- und Beamtenapparat sowie in allen anderen wichtigen Gesellschaftsgruppen wider.

Psychochondrie: wer ist dafür verantwortlich?

+/-
unregistriert
erstellt am: 17. Oktober 2000 21:22           
.

Frührentnerin
unregistriert
erstellt am: 18. Oktober 2000 06:44           
Spontane Gedanken einer Frührentnerin zum "Verdauen" ihres neurologisch - psychiatrischen Gutachtens, mit dem der Rentenversicherungsträger ihre Autoimmun-/Umweltkrankheit in einen unheilbaren psychischen Schaden umdefiniert hat:

"Vergünstigungen" wegen Krankheit (teure Behandlungen, Anerkennung einer Behinderung, Renten etc.) werden großzügig an diejenigen vergeben, die sich brav die Etikettierung durch die bestallten Fachleute anhängen lassen. Aufmüpfüge Selbstetikettierer (Elektrosensibilität, MCS etc.) werden konsequent im Freien stehen gelassen - sie sollen sich gefälligst wieder einordnen in den gesellschaftlich legitimierten Status von "krank" (sprich dumm, hilfsbedürftig, verwalt- und verwahrbar) oder "gesund" (sprich funktionierend, ausbeutbar und damit geeignet, am Konsum und an der Macht des Herrschaftssystems zu partipizieren). Die sich nicht einordnen in die "wissenschaftlich" sanktionierten Realitätsdefinitionen, z.B. über die biologische Wirkung von Elektrizität oder Chemikalien ("Grenzwerte" u.ä.), werden zu Outlaws abgestempelt, für die es weder angemessenen Schutz noch Versorgung gibt - entweder durch Psychiatrisierung oder durch Kriminalisierung. Man ignoriert sie, grenzt sie aus und/oder macht sie kaputt.

Ein gewaltiger Apparat von hochbezahlten Experten verwaltet diese grandiose Irrenanstalt: Ärzte, Psychologen, Juristen, Pädagogen, Journalisten, Politiker ... sind zugleich Insassen sowie Verwahrer und Zuteiler (ganz schön psychopatisch, diese Denke, nicht wahr?).

Der Protest gegen Verwa(h)rung wird meiner Vermutung nach in den "neuen Immunstörungen" somatisiert/verkörpert, was auch den leicht aggressiven Unterton verständlich macht, mit dem die meisten dieser Kranken - wenn sie einen Funken von Bewußtsein dieses Irrsinns haben - auf das ihnen allerorten entgegengebrachte Unverständnis reagieren. Die Auflehnung des Körpers entspricht der Auflehnung der Seele gegen die totale Vergesellschaftung in einer geistig und materiell vergifteten Umwelt. 1)

Will man an dieser Sichtweise nicht kaputtgehen, gibt es nur ein Rezept - sich an der Lächerlichkeit zu erfreuen, die das alles hat. In Dankbarkeit an einen meiner wichtigsten Lehrer, der mir die Begriffe gegeben hat, die nötig sind für den Ausbruch aus der Verwa(h)rung im Irrenhaus, möchte ich Ivan Illich mit einer Äußerung zitieren, mit der er uns 1981 bei einem Vortrag an der Universität Frankfurt den Weg für unseren Kampf damals gegen die Statbahn West wies: "Ich glaube, daß Ausbrüche nur dort möglich sind, wo man erst die Strukturen zerrütet durch Lachen. Lachkultur ist eine der wichtigsten Kulturen, die wir eben verloren haben." Oder wie es ein Münsteraner Stadtpfarrer in seinem Vortrag über die politischen Verhältnisse in Südamerike formulierte: "Die Reichen fürchten nichts mehr als die lachenden Gesichter der Armen."

Und noch etwas hat mich Illich gelehrt: Zynismus. Es hat insgesamt 15 Jahre gedauert, bis diese Saat aufging.

Pfingstsonntag, den 31.05.98

die Verfasserin möchte ananym bleiben ...

1) Ich hätte mir bei Michel Focoult, Erving Goffman, Ronald D. Laing und noch vielen anderen (von den Antipsychiatern über Antipädagogen bis hin zu den anarchistischen Philosophen), die das Problem viel grundsätzlicher und weitgehender durchdacht haben, Schützenhilfe bei der Formulierung meiner Gedanken holen können, habe aber darauf verzichtet, weil es die Akzeptanz dieser Sichtweise nicht erhöht - man kann zustimmen oder nicht, ganz in Abhängigkeit davon, wie weit man selbst der geistigen Kolonisierung durch das System unterworfen ist.

Harry Hain
Mitglied
erstellt am: 18. Oktober 2000 15:38     Sehen Sie sich das Profil von Harry Hain an!   Senden Sie Harry Hain eine eMail!     
Lieber Herr Krutki,

für Sie gibt es wohl auch nur weiß und schwarz?

Umwelterkrankungen. Was kann nicht alles dazu gezählt werden? Das sind wohl Erkrankungen die durch chronische Vergiftungen durch Schadstoffe - in unterschiedlichen Dosen - am Arbeitsplatz oder in der Wohnung, gar im Auto sein oder auch durch Stoffe/Prothesen im Körper sein.
Es soll doch nun so sein, daß vor allem niedrig dosierte Schadstoffe - deutlich unterhalb der bekannten toxischen Schwelle bzw. schädlichen Dosis - über einen langen Zeitraum Erkrankungen hervorrufen können, die - wenn sie symptomatisch werden - nur noch schwer in einen zeitlichen/örtlichen Zusammenhang mit der Schadstoffquelle gebracht werden können. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, die einen Cocktail von - einzeln betrachtet - niedrigen Schadstoffmengen als mindestens genauso gefährlich betrachten, wie bei einer hohen Dosis eines Schadstoffes. Hierbei ist weiterhin entscheidend, wieviel im Körper bzw. Blutbahn/Organe tatsächlich ankommt. Das wiederum ist abhängig, wie gut der Körper diese unerwünschten Stoffe aufnimmt und sie über die Niere, Faeces, Schweiß, Atem etc. absondern bzw. eliminieren kann.
Unlängst wurde bei einem Symposium in Aachen festgestellt, daß die Anzahl der "tatsächlich" Umwelterkrankten deutlich geringer ist, wie allgemein - vor allem in den Boulevardblättern - behauptet wird. Das heißt natürlich nicht, daß es keine Umwelterkrankten gibt. So wurde bei diesem Symposium dargestellt, daß eine große Zahl von Fällen (überwiegend) die untersucht wurde, eher psychische, bzw. psychosomatische Grunderkrankungen (nicht irre!) vorlagen. Wenn Patienten zu mir in die Praxis kommen und über Zahnschmerzen klagen, ich aber feststellen muß, daß der Zahn gesund ist (keine Karies, keine Entzündung etc.), dann habe ich sehr wohl Grund anzunehmen, daß hierfür durchaus eine psychsomatische Erkrankung in Betracht zunehmen ist. Stress, Angst machen krank! Es würde hier zu weit führen, den Zusammenhang zwischen Streß , Knirschen und Kopfschmerzen en detail darzulegen, aber dieser Zusammenhang besteht. Davon können Sie u. U. keine Ahnung haben. Fragen Sie mal Ihren Zahnarzt.
Ich habe nie behauptet, daß Umwelterkrankungen eine Art Einbildung seien. Sondern, daß nicht jeder der behauptet umweltkrank zu sein oder so zugeordnet wird, dies auch tatsächlich ist. Und ich habe Zweifel, daß dies - z. Zt. gesehen - ein besonders großes Problem darstellt. Zum Glück, wenn man bedenkt, daß die GKV nicht finanziell in der Lage ist, alle möglichen Erkrankungen nach modernsten und anerkannten Methoden zu behandeln?
Mir ging es eher um eine Differenzierung, da ich selber erlebt habe, welchen Schaden die unsägliche Amagamdiskussion auslöste. Es gibt sogar die Behauptung, daß mehr Menschen wegen der Amalgamdiskussion erkrankten, als durch das Amalgam selbst. Diese Gruppe zählt sich unbedingt zu den Umweltkranken.
Zum Thema Prothesenintolerenz gibt es eine Reihe interessanter Studien und Bücher. Gott sei Dank ist dies kein großes quantitatives Problem für die Zahnmedizin. Es ist aber wichtig, daß solchen Menschen geholfen wird. Denn wenn 1-2mal im Jahr über einen Zeitraum von 8 Jahren immer wieder eine neue Prothese von immer unterschiedlichen Behandlern hergestellt werden muß (auf Bitten der Patientin), dann kann dies nicht mehr an den Behandlern liegen. Um aber diese Fälle halbwegs ernsthaft nachzuvollziehen, ist es von Vorteil in diesem Beruf einige Jahre Erfahrung gesammelt zu haben.
Ich bringe hier nur meine Berufserfahrung ein. Mit Menschen, bei denen auch psychische bzw. psychosoamtische Erkrankungen vorliegen oder zumindest in Betracht gezogen werden müssen. So lange aber in Deutschland diese Krankheitsbilder - Sie machen es genau so - diffamiert werden, lächerlich gemacht werden, so lange wird man diesen Menschen nicht ernsthaft helfen können, weil sie sich sonst nur in die Ecke gedrängt und ausgestoßen fühlen. Das sind keine Irre! Dies zu begeifen bedarf schon mehr geistigem Fingerspitzengefühl. Vielleicht knirschen Sie auch mit den Zähnen, leiden unter migräneartige Attacken, druckdolente Nacken- und Kaumuskeln, stark abgeschliffenen Zähnen etc.?

Bruno Hennek
unregistriert
erstellt am: 18. Oktober 2000 20:09           
Gibt es umweltbedingt Kranke?
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Umweltambulanzen an den Universitäten in Deutschland haben nachgewiesen, daß in 10-20% der untersuchten Fälle die Noxe als Ursache für Umwelterkrankungen verantwortlich ist (Quelle: TAB-Bericht des Deutschen Bundestages Nr. 63- 09/1999, Seite 85).
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KV-Nordrhein 06.11.1998: “Bei 63% der untersuchten 1400 Patienten mit Verdacht auf eine Umwelterkrankung hat sich die Diagnose bestätigt.”
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KV-Schleswig Holstein 02.02.2000: “Bei 916 untersuchten Patienten waren zu 77% Schadstoffe als Ursache der Erkrankung beweisbar. In 92% der Fälle ergab sich nach der Sanierung des Umfeldes eine Besserung.
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Klarstellung:

In meinem Beitrag habe ich objektivierte umweltbedingte Erkrankungen angesprochen, nicht eingebildete Kranke, nicht psychosomatisch bedingt Erkrankte nicht psychisch bedingt Erkrankte ...

Die Diskussion freut mich, man sollte aber mehr zum Thema umweltbedingte Erkrankungen diskutieren. Wenn wir über das Waldsterben diskutieren, dann reden wir ja auch nicht über eine Verhaltensstörung der Bäume. Wenn wir darüber reden wie gefährlich das Rauchen ist, dann reden wir auch nicht darüber, dass die Besteigung der Zugspitze auch tödlich ausgehen kann ...

Also reden wir über "Eiszeit für Umweltkranke" ...

Harry Hain
Mitglied
erstellt am: 18. Oktober 2000 21:29     Sehen Sie sich das Profil von Harry Hain an!   Senden Sie Harry Hain eine eMail!     
Ich sehe keine Eiszeit für Umweltkranke.

Ihr Zahlen belegen doch, daß das Problem erkannt ist. Sie müssen auch zugeben, daß nicht jeder ein König ist, der das nur von sich behauptet.
Sie haben völlig recht, wenn man die Möglichkeit einer "Umwelterkankung" nicht mit einbezieht, daß man dem Betroffenen benachteiltigt. Hier muß un der Arzt entscheiden. Er ist der Fachmann. Für mich ist aber noch immer nicht klar ganz klar, wann von einer Umwelterkrankung zu sprechen ist. Das ist so ähnlich wie eine Infektionskrankheit und selbst die ist - aus meiner Sicht - griffiger. Trotzdem ist es eine weite Spanne. Von Schnupfen bis zu AIDS ist alles drin. Was und von wem (Gruppen?) wird hier hineingepackt? Warum sind Angaben 2-3% der sogenannten Umweltkranken sind tatsächlich umweltkrank belegbar? Wollen Sie sagen, daß die Kollegen dumm sind? Glauben Sie an eine Verschwörung?

GletscherMann
unregistriert
erstellt am: 18. Oktober 2000 23:54           
#Harry Hain: Ich sehe keine Eiszeit für Umweltkranke.... Wollen Sie sagen, daß die Kollegen dumm sind? Glauben Sie an eine Verschwörung?#

München, Erlangen, Giessen und Aachen: alles Vergletschert. Kein Neuschnee, kein Tauwetter, nur Fön.

Bruno Hennek
unregistriert
erstellt am: 19. Oktober 2000 06:39           
“Es existieren keine psychodiagnostischen Verfahren, die zwischen psychogenen und umweltbedingt psychischen Störungen zu dirkriminieren vermögen” (Preuss 1997, S.73 - TAB Bericht des Bundestages Nr. 63/1999, Seite 85)
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“Es ist sogar nach meiner Einschätzung eher unwarscheinlich bzw. selten, daß eine Art Symptome durch Umweltängste erzeugt werden. Die psychiatrische Diagnose ist kritisch zu sehen, da die Klassifikation meist nichts erklärt” (Dr.Dr.Dr. Felix Tretter am 23.09.1999 an den Spiegel)
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“Nach meinen Unterlagen wurden Sozialversicherungen und Berufsgenossenschaften schon 1993 dahingehend instruiert, daß MCS, CFS Ökohysterie bedeuten und die Betroffenen entsprechend zu behandeln, d.h. Entschädigungsansprüche abzulehnen sind” (Prof. Dr. med. H. Müller-Mohnsen am 28.09.1999 an den Spiegel

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