30.07.2005
Die Schwierigkeit beim Kommentieren mancher Texte besteht darin, ganz präzise am Original zu bleiben und keine Auslassungen oder Unterlassungen zu begehen und nichts aus dem Zusammenhang zu reißen.
Im folgenden kommentiere ich einen Text aus einer Zeitschrift. Die URL des
Originals ist:
http://www.diedrei.org/Heft%208-9%2004/16%20Schuerholz-Gespraech.pdf
------------------------------------------------------------------------------- Jürgen Schürholz 113 die Drei 8-9/2004 Salutogenese - ein neuer Blick auf Mensch und Welt Gespräch mit dem Arzt Jürgen Schürholz Stephan Stockmar -------------------------------------------------------------------------------
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Frage:
Herr Dr. Schürholz, Sie sind Internist und anthroposophischer
Arzt, haben vor fast 30 Jahren die Filderklinik
als Gemeinschaftskrankenhaus auf
Grundlage der anthroposophisch erweiterten Medizin
mit gegründet, waren dort 18 Jahre lang als
leitender Arzt tätig, bevor Sie in den letzten 10 Jahren
Ihres Berufslebens in der Führung der WELEDA
mitgearbeitet haben. Sie haben sich gesundheitspolitisch
engagiert und sind einer der Ersten
unter den anthroposophischen Medizinern, die den
Gedanken der Salutogenese aufgegriffen haben. Wie
sind Sie darauf gestoßen und was hat Sie daran so
fasziniert?
Ich bin auf mehreres, was mit der Salutogenese,
zusammenhängt und was diesen alten Denkansatz
in die Medizin neu einführt, wie gleichzeitig
aufmerksam geworden. Zunächst wurde ich mit
einem Buch von Leo A. Nefiodow, Der sechste Kondratieff [1],
[1] Leo A. Nefiodow: Der sechste Kondratieff. Wege zur Produktivität
und Vollbeschäftigung im Zeitalter der Information.
5. Aufl. Sankt Augustin 2001
bekannt. Nefiodow ist Informatiker, beschäftigt
sich unter anderem mit Zukunftsforschung.
Er hat dazu eine Theorie des russischen
Wirtschaftswissenschaftlers Nikolai Kondratieff aufgegriffen.
Dieser hat in den dreißiger Jahren des vorigen
Jahrhunderts entdeckt, dass die technische Entwicklung
der modernen Zivilisation in Rhythmen
von 40-60 Jahren verläuft. Das geht von der Dampfmaschine
über die Eisenbahn, die Elektrotechnik,
die Chemie zur Petrochemie und zum Automobil,
und man sieht sofort: Es geht vom Decken des Massenbedarfs
zum immer individuelleren Bedürfnis
des Einzelnen. Über den Individualverkehr mit dem
Auto geht es noch weiter zur Informationstechnik,
die ermöglicht, dass sich jeder Mensch mit jedem
anderen auf der Welt technisch vernetzten kann,
um mit ihm zu kommunizieren. Wie wir aber sehen,
bleiben wir mit unseren sozialen Fähigkeiten weit
hinter diesen technischen Möglichkeiten zurück.
Wir können doch oft nicht einmal mehr in der Familie,
im Büro, im Betrieb in dem Maße
miteinander kommunizieren, wie wir es unseren immer
komplexer werdenden Aufgaben gemäß eigentlich
müssten. Dadurch greifen auch überall Pro-
blemlösungen zu kurz oder kommen erst gar nicht
zustande.
Das war der erste Knackpunkt, der Nefiodow zu der
These veranlasste: Ohne dass in der Gesellschaft psychosoziale
Gesundheit als Sozialkompetenz hergestellt,
also gelehrt und lebenslang gelernt wird,
kommt die Wirtschaft nicht mehr weiter. Er geht in
diesem Buch von der These aus, dass der sechste
Kondratieff - also die nächste Phase von 40-60 Jahren
- entscheidend (mit)bestimmt wird von der notwendig
anstehenden psychosozialen Gesundheit.
Deren Entwicklung würde den Menschen erstmals
selbst zum Motor der Wirtschaft machen.
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Das ist allgemeines Geplätscher, um Vielwissen und Bildung vorzutäuschen - und um sich Verankerungen zu schaffen, mit denen Querverbindungen vorgetäuscht werden sollen, die gar nicht existieren, oder mit denen Querverbindungen konstruiert werden, die niemand durchschauen, also auch nicht hinterfragen kann.
Nun folgt eine Überschrift, die Programm ist:
------------------------------------------------------------------------------- Psychosoziale Gesundheit durch Eigenaktivität -------------------------------------------------------------------------------
Weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Das steht natürlich im Gegensatz zu dem, was wir gewöhnt sind, über das staatlich gelenkte Gesundheitswesen zu hören: dass kein Geld mehr da ist, dass alles bisher an Leistung Gewohnte immer weiter zurückgeht und so weiter. Nefiodow kann aber zeigen, wie alles, was überhaupt mit Gesundheit aus Eigenaktivität zu tun hat - dazu müssen wir jetzt auch Wellness, Kururlaub, Fitnessstudios usw. rechnen –, in den letzten zwei Jahrzehnten ständig mehr Interesse bei den Menschen gefunden hat. Dazu gehört auch, dass sich immer mehr Menschen bei uns gesund ernähren wollen oder, dass zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland natürliche Arzneimittel wollen. Plötzlich hat sich da etwas verändert. Unser Gesundheitssystem, wie es staatlich veranlagt ist, hat immer noch alte Kriterien, die in ihrer Einseitigkeit, wie die Parallelentwicklung zur Gesundheit zeigt, nicht mehr zeitgemäß sind. Das also hat mich damals fasziniert, weil ich dachte: Dann hat auch die anthroposophische Medizin eine neue Chance, wenn diese Phase psychoso- Jürgen Schürholz 114 die Drei 8-9/2004 zialer Gesundheit mit einem neuen, umfänglicheren Verständnis von Gesundheit in der Gesellschaft gebraucht wird. Denn was will die anthroposophische Medizin? Sie hat das Ziel, dass der Kranke sich an dem Gesundwerden, an der Überwindung der Krankheit selbst aktiv beteiligt, um dadurch zu neuen Kräften zu kommen. Auch ist sie offen für die Sinnfrage, die Patienten bei schwereren Erkrankungen stellen: Welche Bedeutung hat diese Krankheit in meiner Biografie? Wie kann ich sie in einem größeren Zusammenhang verstehen, was kann ich durch sie lernen? Was bedeutet sie für meinen sozialen Umkreis? Was bringt meine Krankheit neben allem Belastenden auch an neuer Möglichkeit für mich, zukünftig anders zu leben und zu handeln? Das heißt, die anthroposophische Medizin ist - auch bei ernsten, so genannten körperlichen Erkrankungen – immer auf das Individuum in seiner biografischen Krise und auf seine Entwicklung ausgerichtet. -------------------------------------------------------------------------------
Da geht es lang: Psychoterror...
Kern, Auslöser und Werkzeug ist die Frage: "Welchen Sinn hat diese Krankheit?"
"Denn die Krankheit MUSS doch einen Sinn haben! Warum sonst bin ich krank? Das wäre doch sinnlos, wenn die Krankheit keinen Sinn hätte. Dann wäre ja alles vergeblich. Dann wäre ja alles sinnlos, das ganze Leben, das Weltall, einfach alles... Und ich auch..."
Der Mensch in seiner Blödheit, er MUSS sich einen Sinn zuweisen, denn sonst würde er sich seiner Erbärmlichkeit und Sinnlosigkeit bewußt. Daß er ein Abfallprodukt der Evolution ist, das sich aus Zufall auf einem durch das Weltall fliegenden großen Stein befindet, das übersteigt seine geistigen Fähigkeiten. Also schafft er sich einen Sinn. Damit ER einen Sinn hat. Und er schafft sich Götter, die IHM Aufmerksamkeit schenken. Denn er ist ja wer. Denn er muß ja wer sein, denn sonst gäbe es ihn nicht...
Je krankhafter die Sinnsuche, desto krankhafter und krankmachender die "Antworten" derer, die meinen, einen Sinn gefunden zu haben...
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Frage:
Wie kommt es dann, dass das Konzept der Salutogenese
heute so eingeschlagen hat, wo doch die anthroposophische
Medizin schon seit 80 Jahren existiert?
Versucht die anthroposophische Medizin nun, auf
den Wagen noch mit aufzuspringen?
Die anthroposophische Medizin ist bis heute leider
gesellschaftlich noch ziemlich unbedeutend.
Die sie Ausübenden bilden zusammen noch nicht
die kritische Masse, die sie dauernd in der öffentlichen
Diskussion halten kann.
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Es ist ein Glück, daß die Anthroposophie keine SEHR große Rolle in unserer Gesellschaft spielt. Wie es aussieht und wie es ausgeht, wenn die Anthroposophie an der Macht wäre, kann man ahnen, wenn man weiß, daß die Quelle der Anthroposophie, die Theosophie, die Mutter des Nationalsozialismus ist...
Weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Als die Waldorfschulen 1969 ihr 50-jähriges Jubiläum feierten, war die anthroposophische Medizin praktisch noch unbekannt. Wäre nicht im selben Jahr das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke mit Paukenschlägen eröffnet worden, hätte die anthroposophische Medizin trotz heilpädagogischer Einrichtungen, trotz Schulärzten in den vielen Waldorfschulen, trotz tüchtiger niedergelassener anthroposophischer Ärzte weiter ihren Dornröschenschlaf für das Bewusstsein der Gesellschaft geschlafen; sie hätte in der öffentlichen Diskussion über das Gesundheitswesen keine Rolle gespielt. Aber die anthroposophische Medizin muss dennoch auf keinen fremden Wagen aufspringen, denn sie hat in der Tat den salutogenetischen Ansatz von allem Anfang an praktiziert. Rudolf Steiner hat in einem Vortrag den Satz geprägt: "Das Heilen besteht eben darin, dass man dasjenige, was als ursprüngliche Heilkraft schon vorhanden ist, durch äußere Mittel unterstützt." (1.2.1923) Also es geht auch bei der medikamentösen Therapie um die körperliche Eigenaktivität des Kranken, um die Mobilisierung der eigenen heilenden Kräfte. Diese Ansätze waren von allem Anfang an in der anthroposophischen Medizin veranlagt. An der Heileurythmie kann sofort deutlich werden, wie sie die Eigenaktivität des Kranken, des Übenden voraussetzt und stärkt, so wie auch die künstlerischen Therapien im plastischen Gestalten, Malen, Musizieren und Sprechen. Der Patient ist aufgefordert, zu seiner Gesundheit selbst beizutragen. Warum schlägt das ein?, ist Ihre Frage. Die so genannte Schulmedizin, die ja den pathogenetischen Ansatz seit dem 19. Jahrhundert verfolgt, kennt und beforscht allein das Krankmachende und macht deshalb auch große präventive Anstrengungen, um die äußeren krankmachenden Einflüsse möglichst zu minimieren. Damit hält sie den Patienten in einer passiven, dem jeweiligen Experten untergeordneten Rolle. – Der Salutogenesegedanke schlägt ein, weil immer mehr Menschen tatsächlich sich aktiv an ihrem Gesundwerden beteiligen und gesünder leben wollen. -------------------------------------------------------------------------------
Diesen Satz müssen wir herausziehen, denn in ihm steckt ein diabolischer Hinterhalt:
------------------------------------------------------------------------------- Rudolf Stei-ner hat in einem Vortrag den Satz geprägt: "Das Heilen besteht eben darin, dass man dasjenige, was als ursprüngliche Heilkraft schon vorhanden ist, durch äußere Mittel unterstützt." -------------------------------------------------------------------------------
Es geht darum (das führt Schürholz deutlich aus!), etwas AKTIV zu tun.
Dieses AKTIVE TUN ist eine Tat. Es ist eine Handlung.
Dies ist von gundlegender Bedeutung. Warum, das werden sie im Rest des Textes noch sehen.
Zunächst einmal, bei Steiner, hört sich das harmlos an. Es klingt logisch. Und das soll es auch. Denn es dient dazu, eine Scheinwelt aufzubauen, mit einer eigenen Logik...
Stück umd Stück wird an der Scheinwelt gebastelt, wird hier geschwafelt, wird da geschwafelt. Die wirklich dicken Brocken sind dann nur noch versteckt oder gar nicht mehr zu sehen, weil sie in alledem IMPLIZIT enthalten sind.
Ein solcher dicker Brocken - und gleichzeitig ein Köder - ist die folgende Überschrift:
------------------------------------------------------------------------------- Die die Wunde schließenden Kräfte setzen die Wunde voraus -------------------------------------------------------------------------------
Dieser Satz ("Die die Wunde schließenden Kräfte setzen die Wunde voraus") klingt logisch. Aber lesen Sie die folgenden "Argumente" dahinter, dann werden Sie Ihren Augen nicht trauen wollen:
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Frage:
Noch einmal zurück zur Ausgangsfrage: Da war ihnen
also die aktuelle Bedeutung der psychosozialen
Gesundheit aufgegangen. Und dann spielte ja sicherlich
Aaron Antonovsky eine große Rolle, der als
Nicht-Mediziner das Konzept der Salutogenese entwickelt
hat.
Als ich auf Antonovskys Salutogenese-Konzept
stieß, wurde mir klar, dass psychosoziale Gesundheit
im Großen nur auf diesem für alle plausiblen
Weg zu erreichen ist.
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Hier sieht man einen Teil der Methode: Etwas muß für die Masse PLAUSIBEL erscheinen. Glaubt sie etwas als plausibel, kann man sie dahin dirigieren, wo man sie hin haben will. Und wo soll die Masse hin? Antwort: zur Idee der "Salutogenese". Was ist das? Das ist, so sagt der Name, die Erzeugung von Gesundheit. Erzeugung. Das ist etwas AKTIVES! Vorsicht!...
Weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Mich hat fasziniert, dass Antonovsky nicht dem Grundsatz gefolgt ist, "die Ausnahme bestätigt die Regel", sondern dass er klug und eigenständig genug war, durch die Ausnahme die Regel in Frage zu stellen. Denn als er klimakterische Frauen in Israel zu untersuchen hatte, stellte er fest, dass ein Drittel von ihnen, die alle im Konzentrationslager gewesen waren, in hervorragendem Gesundheitszustand war - ganz entgegen der Regel. Darüber hat er weiter nachgedacht und fand, dass diese Menschen, die jene schrecklichen Jahre gesund durchgestanden haben, über ganz bestimmte Fähigkeiten und Kräfte Jürgen Schürholz 115 die Drei 8-9/2004 verfügten. -------------------------------------------------------------------------------
Antonovsky hat also Frauen untersucht und fand, daß 1/3 von ihnen "in hervorragendem Gesundheitszustand war".
Erstens wissen wir nicht, WIE er das festgestellt haben will.
Zweitens wissen wir nicht, WARUM DIESE Frauen überlebt haben. Was war denn mit denen, die NICHT überlebt haben? Waren das vielleicht Menschen mit größerer Anfälligkeit für Krankheiten. Rottet man die Schwächeren aus ("gelobt sei, was hart macht"), bleiben die Robusteren übrig. Das weiß man nicht erst seit Darwin, sondern seit Urzeiten...
Nun geht es an die Frage, WARUM diese Robusteren überlebten...:
------------------------------------------------------------------------------- Er hat lange nach dem entsprechenden Begriff dafür gesucht. Schließlich nannte er ihn "sense of coherence" (SOC), was wir mit "Kohärenzgefühl" übersetzen (obwohl sense ja noch etwas anderes ist als Gefühl). Dieses Kohärenzgefühl kommt zustande, wenn ich die wichtigen Vorgänge um mich herum im Leben verstehe, wenn ich sie jeweils in einen Sinn-Zusammenhang für mich bringen kann, und wenn dadurch eine Situation für mich so handhabbar wird, dass ich etwas ändern kann. -------------------------------------------------------------------------------
Da haben wir sie, die Sinnfrage... Und der Sinn (denn es MUSS ja einen geben!), der Sinn führt, wenn man ihn gefunden hat, zu besserer Gesundheit.
Daraus folgt, daß man, wenn man diesen Sinn gefunden hat, besser und länger lebt.
Daraus folgt, daß, wer länger und besser leben will, einen Sinn für sich finden muß. Welchen Sinn? DIESEN SINN! Den Sinn des Sinns.
Wie bitte? Ja, richtig gelesen: den Sinn des Sinns. Denn dadurch, daß man den Sinn hat, kann man sein Leben STEUERN. Man hat es in der Hand. Man ist nicht der Spielball der Gewalten. MAN KANN ETWAS TUN!!!
Man ist AKTIV!
Der Mensch kann Gott spielen. Er kann am Rad des Schicksals drehen.
MACHT!
Man muß nur blöd genug sein, daran zu glauben...
Weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Sie bemerken, diese drei Aspekte des Salutogenesebegriffs, dieses Verstehen, diesen Sinnzusammenhang und das daraus folgende selbstständige und eigenverantwortliche Handeln, die Handhabbarkeit, haben wir schon als charakteristisch für die anthroposophische Medizin gefunden. -------------------------------------------------------------------------------
Sie dachten doch nicht etwa, ich übertreibe? Oh nein, hier sehen Sie, wie Schürholz ganz präzise das sagt, was ich Ihnen als Logik und Konsequenz gezeigt habe. Nur sagt er es mit anderen Worten und ohne Hinweise auf die Mechanismen und Hintergründe... Sonst würden sein ganzer Schwindel und die ganze Anthroposophie auffliegen...
Weiter:
------------------------------------------------------------------------------- - Auch die Schilderungen von Jacques Lusseyran, der im KZ in Buchenwald war, bestätigen Antonovsky. Er erzählt in seinem Buch, Das wiedergefundene Licht, wie er dort mit seinen französischen Freunden eine Insel der Wärme und einen menschlichen Zusammenhang gebildet hat, wie er wohl in dieser Qualität nur unter solchen extremen Verhältnissen überhaupt zustande kommen kann. -------------------------------------------------------------------------------
Jetzt sind Sie bereits auf dem richtigen Dampfer. Zumindest aus Sicht von Schürholz. Die Richtung stimmt...
Schürholz weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Da sind wir, denke ich, an einem wichtigen Punkt für das Salutogenese-Verständnis angekommen. Denn was heißt Salutogenese? Wörtlich, das Entstehen von Gesundheit, das Gesundwerden. Das heißt auch, dass jeder Mensch über mehr oder weniger Kräfte verfügt, um damit Krankheit abzuwenden oder zu überwinden. Diese Kräfte entwickeln sich durch Erziehung, durch ein Eigenaktivität anregendes soziales Umfeld, durch Selbsterziehung, oder eben durch Krankheit. -------------------------------------------------------------------------------
Das ist eine Bombe. Das ist ein Offenbarungseid. Das ist ein Geständnis.
------------------------------------------------------------------------------- Denn was heißt Salutogenese? Wörtlich, das Entstehen von Gesundheit, das Gesundwerden. Das heißt auch, dass jeder Mensch über mehr oder weniger Kräfte verfügt, um damit Krankheit abzuwenden oder zu überwinden. Diese Kräfte entwickeln sich durch Erziehung, durch ein Eigenaktivität anregendes soziales Umfeld, durch Selbsterziehung, oder eben durch Krankheit. -------------------------------------------------------------------------------
Da ist eines der kritischen Wörter: Erziehung.
Erziehung steht bei den Anthroposophen parallel zur Krankheit: der Arzt als Erzieher des Patienten!
Ja, der Arzt erzieht den Patienten. Der Arzt, Sachwalter des Karma, gebietet über den Patienten. Er erzieht ihn. MACHT!...
Der Arzt darf das. Er muß das. Denn er tut dem Kranken ja nur Gutes. Wenn nicht für dieses, dann für die zukünftigen Leben.
Wenn der Kranke jetzt dabei stirbt, dann macht das gar nichts, weil das dem Kranken zu einem besseren Leben in der Zukunft verhilft.
Ja, noch deutlicher gesagt: Vielleicht ist es sogar GUT, wenn der Kranke jetzt stirbt, denn das erfüllt sein Karma, und das ist gut so, denn es hilft ihm, denn es erzieht ihn.
Schürholz weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Es ist doch leicht einzusehen, dass die Kräfte, die eine Wunde schließen, nur entstehen können, wenn eine Wunde da ist. Das heißt auch, ich kann die Kräfte, um aus Krisen heil herauszukommen, nur entwickeln, wenn ich in Krisen komme und sie durchstehe. Diese Menschen, die im KZ waren und die diese inneren Gesundheitskräfte entwickeln konnten, zeigen das sehr deutlich. -------------------------------------------------------------------------------
Jawohl: "Kraft durch Freude"!". Die Nazis hatten also recht. Die Nazis schrieben sogar "Arbeit macht frei!" über ihre KZs.
Die Nazis waren positiv und waren aktiv, voll des Guten für die Menschen, denen sie im KZ Erziehung brachten. Und Karma, wenn die Schwächeren dabei draufgingen. In einem späteren Leben geht es ihnen dafür bestimmt besser.
Kleiner Uhrenvergleich: Das Interview mit Schürholz fand statt anno 2004...
Schürholz weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Dann stellt sich natürlich für die Forschung die Frage: Was sind die Vorraussetzungen dafür, dass sich diese Kräfte bilden können, die dieses Kohärenzgefühl ausmachen? Man weiß nur, dass diese Kräfte als so genannte salutogenetische Ressourcen schon in der frühen Kindheit veranlagt werden. Wenn Kinder regelmäßig erleben, dass ihnen von Mutter oder Vater abends etwas vorgelesen wird, oder dass mit ihnen gesungen oder gebetet wird und sie auf Fragen vernünftige Antworten bekommen, sie also menschlich eingebettet aufwachsen, dann werden solche Kinder dieses Kohärenzgefühl gut entwickeln können. Kinder, die dieses Angebot zuhause nicht finden, schaffen sich oft andere soziale Zusammenhänge, in denen sie ein Zugehörigkeitsgefühl haben oder entwickeln. Es stellt sich in der Tat heute die wissenschaftliche Frage, ob oder wie weit man das Bilden eines Kohärenzgefühls in einem späteren Lebensalter überhaupt nachholen kann. -------------------------------------------------------------------------------
Jetzt geht es in Richtung Kinder. Der Mensch ist sein ganzes Leben lang Spielball der Gewalten. Sein ganzes Leben lang hat er seinem Karma zu dienen. Und Kinder können so viel für ihr Karma tun. Wofür gibt es schließlich die Kinderkrankheiten, eines der von Anthroposophen so geliebten Betätigungsfelder...!?
Schürholz weiter:
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"Besondere Patienten"
Frage:
Gibt es dazu von Ihnen eigene Erfahrungen aus Ihrer
medizinischen Praxis?
Sicher. Wir - Ärzte, Therapeuten und alle Pflegenden
- kennen die so genannten "besonderen
Patienten", die einen in vieler Hinsicht besonderen
Krankheitsverlauf haben, Patienten, die zum
Beispiel krebskrank sind und die mit dieser
Krankheit lernen zu leben - körperlich, seelisch
und geistig. Obwohl der Tumor gar nicht ganz
verschwindet, können sie ihrem Beruf nachgehen
Jürgen Schürholz 116
die Drei 8-9/2004
bei hoher Lebensqualität. Solche Patienten bringen
es fertig, die Krebskrankheit zu einer Phase in
ihrem Leben zu machen, und leben danach neu
weiter. Das sind Momente, die man erlebt und
die ohne diese irgendwann selbst errungenen, inneren
Heilkräfte im Sinne der Salutogenese unverständlich
sind ...
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"Besondere Patienten", das sind die besonderen. Warum besonders? Weil sie überleben...
Daß die, die ins Gras beißen, ins Gras beißen, zeigt doch, daß die eben nicht so fit sind. Und wieder ein Beweis für die perversen Ideen der Anthroposophen... Taten diese Menschen doch in einem früheren Leben Schlechtes, für das sie jetzt bestraft werden - und dieses Sterben ist gut so, jawoll! Doch, doch, die taten etwas Schlechtes, denn sonst würden sie ja jetzt nicht durch ihre Krankheit bestraft, pardon erzogen!
Schürholz weiter:
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Frage:
... und wo man auch diese Lernprozesse mitverfolgen
kann, auch dann, wenn nicht schon in der
Kindheit etwas Besonderes veranlagt wurde?
Das kann ich jetzt nicht ehrlich beantworten,
weil ich diese Erfahrung (ich bin ja schon eine
Weile aus der Klinik heraus) gemacht habe, als
ich die Frage, ob das Kohärenzgefühl in der Kindheit
veranlagt worden ist, so noch nicht hatte.
Aber ich kann doch sagen, dass diese "besonderen
Patienten" ja nicht alle vom ersten Tag an das
schon sind; manche sind es, manche werden es,
und werden es aufgrund ihres individuellen Verhaltens,
durch entsprechende Eigenaktivitäten.
Diese besonderen Patienten fordern durch ihr
Verhalten und Wesen auch ungewöhnliche - besondere
- medizinische Behandlungen, die ihrer
individuellen Situation entsprechen.
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Die Krankheit als Lernprozeß...
Und: Die "besonderen Kranken" fordern DURCH IHR VERHALTEN besondere medizinische Behandlungen.
Wenn es das Wort Sadismus nicht schon gäbe, hierfür müßte man es erfinden...
Hier ist die Stelle, um den Casus wieder aufzugreifen, den ich eingangs so betont habe:
Dieses AKTIVE TUN ist eine Tat. Es ist eine Handlung.
Nichtstun ist eine aktive Handlung.
NICHT IMPFEN IST EINE AKTIVE HANDLUNG.
Absichtlich NICHT IMPFEN IST vorsätzliche AKTIVE HANDLUNG.
Auffordern zum ABSICHTLICH NICHT IMPFEN IST vorsätzliche AKTIVE HANDLUNG.
Der Trick bei alledem: Die Anthroposophen arbeiten mit verteilten Rollen, der eine sagt dies, der andere sagt das. Und alles zusammen, DAS macht dann die Wirkung, um die es ihnen geht. Und das wissen die Anthroposophen. Denn in ihrem Tun haben sie 120 Jahre Übung... Ihre Denkmutter, die Theosophie, hat den Nationalsozialismus geboren. Da ist so etwas Einfaches wie Indoktrinieren zum Nichtimpfen, damit das Karma in aller Ruhe die Kinder hinraffen kann, doch ein Kinderspiel (sic!).
Ja, man muß bei den Anthroposophen nicht nur auf das achten, was der EINE sagt, sondern auf das, was DER nicht sagt, was aber von den ANDEREN verbreitet und getan wird.
Es gibt übrigens bei Sadisten eine besondere Spielform: das gemeinsame Handeln und Zusehen - und jeder von ihnen hat seine kleine Rolle in dem großen Mosaik des TUNS und seine Instrumente im Orchester der Qualen... Gut eingespielte Virtuosen brauchen für ihre "Jam Sessions" keine Dirigenten...
Schürholz weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Der therapeutische Ansatz der Salutogenese setzt unbedingt die partnerschaftliche Begegnung zwischen Arzt und Patient voraus. Diese stellt den Patienten auch vor die Aufgabe, dass er auf seinen "inneren Arzt" hört. Das ist ein ganz anderer als der, der ihm im weißen Kittel gegenübersitzt. Aber dieser innere Arzt kann ihm etwas sagen darüber, welche Art der Therapie zu ihm passt, welche Konsequenzen er aus diagnostischen Maßnahmen für sich ziehen will, was er sich an Belastung zutrauen kann und was er durchzustehen in der Lage ist. Da ist eine innere, höhere Instanz, die sich bei diesen besonderen Patienten immer stärker entwickelt und sie auch zu einer immer größeren inneren Sicherheit führt, die eigene Situation selbst in die Hand zu nehmen. -------------------------------------------------------------------------------
Ja, eine höhere Instanz, die braucht man, denn der muß man sich unterordnen. Unterordnung unter die höheren Mächte, unter die Götter, unter das Karma - und, selbstverständlich!, unter die Ärzte als deren Statthalter...
Schürholz weiter:
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Individualisierung und Bewusstseinswandel
Frage:
Wie kommt es, dass Salutogenese gerade heute entdeckt
wird?
Ich habe schon eingangs darauf hingewiesen: Es
zielen heute, neben den technischen, viele Entwicklungen
auf das Individuum hin. Als ich 1960
im Krankenhaus als Medizinalassistent anfing, da
lag man noch dritter Klasse im Sechs- oder Acht-Bett-
Zimmer, in großen Universitätskliniken sogar
in Sälen mit 30 Betten. Da wurde nicht lange
über passende oder unpassende Nachbarschaft
palavert. Man hatte in das freie Bett zu gehen und
wurde dort behandelt. Das hat sich doch sehr
geändert. In vielen Krankenhäusern haben wir
heute auch für die so genannte Regelleistung kleinere,
bis hin zu Zwei-Bettzimmern. Dann kommen
trotzdem noch Patienten und sagen: "Ich
will aber doch lieber allein liegen." Das war also
vor 30, 40 Jahren noch nicht so. Wo wir hinschauen:
Es finden sich ja auch immer weniger
Menschen, die in Parteien, Gewerkschaften, Kirchen
oder Gesellschaften einfache Mitglieder sein
wollen. Sie wollen überall ihr Leben individuell
bestimmen. Dieser Trend, der in sich nicht geordnet
ist, sondern irgendwo aus dem Unbewussten
wie chaotisch hervorbricht (und insofern auch im
Konsumrausch erstickt werden kann), dieser
Trend zum Individualismus bringt es natürlich mit
sich, dass solche Ansätze, die das Individuum in die
Mitte der Medizin rücken, dann auch in solcher Zeit
gefunden werden. Das gehört zueinander, das hat
sich zusammen entwickelt. Ich meine auch, die Salutogenese
hätte vor 50 Jahren kein Aufsehen erregt,
die Menschen hätten sie nicht aufgenommen, sie
haben gar nicht danach gesucht. Entsprechend
wurde dieser Ansatz auch in der anthroposophischen
Medizin früher nicht allgemein gesehen.
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Was für eine Perversion: Der Mensch, das denkende Wesen, besinnt sich auf seine persönlichen Rechte und nimmt sich Freiheiten. So die Freiheit, über sich selbst zu bestimmen. Und dann wird dieser Mensch, der sich aus den Fesseln des Untertanendenkens zu befreien meint, dank Anthroposophie dem Karma unterjocht - und damit den Ärzten, die wieder die großen Herren sind und bleiben...
Weiter:
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Frage:
Wenn man auf die siebziger, achtziger Jahre des letzten
Jahrhunderts schaut, gab es damals so ein
Schlagwort: "Der Mensch - Irrläufer der Schöpfung".
Gerade auch im Hinblick auf die Naturzerstörung
bekam der Mensch ein sehr gebrochenes Verhältnis
zu sich selbst. Ich war damals im Umweltund
Naturschutz aktiv, und da ging es immer darum,
den Menschen auszuschließen. "Wir müssen die Natur
vor dem Menschen schützen, denn er ist schon seit eh
und je der größte Naturzerstörer und damit ein Unglück
für die Erde.! Heute nun richtet die Salutogenese
einen neuen Blick, so scheint es mir, auf den Menschen
selbst als handelndes und entscheidendes Individuum;
nicht nur als Konsument, der da möglichst "individuell"
angesprochen wird, sondern wirklich als Mensch, der
für sich selbst und damit auch für die Umwelt Verantwortung
übernimmt. Da ist doch offensichtlich ein radikaler
Bewusstseinswandel eingetreten.
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Hier wird es noch einmal ausgebreitet - und noch einmal ist es der gleiche Mechanismus: mittels Karma den Menschen unter dem Joch halten...
Schürholz weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Dem stimme ich zu. Man hat wirklich erkannt, dass Jürgen Schürholz 117 die Drei 8-9/2004 der Mensch mit seiner Ausbeute der Erde unendlich geschadet hat, aber gleichzeitig auch, dass nur er allein den Schaden wieder gutmachen kann. Ich meine, dass der Club of Rome, Greenpeace oder auch eine Partei wie die Grünen, eine Menge zu diesem Bewusstseinswandel beigetragen haben. Wenn man auf das alltägliche Verhalten der Menschen blickt, mit welcher Akribie sie die verschiedenen Müllsorten trennen in der Hoffnung, im Glauben, damit der Umwelt zu dienen, dann spricht das für diesen Wandel. Die linearkausale "Denke", die in der naturwissenschaftlich geprägten Medizin vorherrscht, ist dieselbe "Denke", die auch die Umweltschäden hervorruft. -------------------------------------------------------------------------------
Die "linearkausale 'Denke'", das ist diese seltsame Geschichte von Ursache und Wirkung. Ja, die ist schuld. Die ist immer schuld. Gäbe es diese Denke nicht, wäre das Leben viel einfacher. Dann nämlich müßte man nicht bei einer Wirkung nach der Ursache suchen. Denn dann HÄTTE man die schon. Weil die Wirkung, die muß man ertragen. Die ist gottgewollt. Dem Karma muß man gehorchen. Lebe Dein Leid, oh Mensch!
Daß nun ausgerechnet das Wissen von Ursache-Wirkung die Umweltschäden hervorruft... So viel Dummheit erlebt man selten. Es sei denn, man liest Anthroposophen...
Schürholz weiter:
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Dies wird auch von einzelnen Forschern
erkannt. So hat Ronald Grossarth-Maticek
schon in den siebziger Jahren als Epidemiologe
versucht herauszufinden: [2] Was ist eigentlich Gesundheit?
Welche Kräfte bewirken sie?
[2] Vgl. Ronald Grossarth-Maticek: Selbstregulation,
Autonomie und Gesundheit. Krankheitsfaktoren und soziale
Gesundheitsressourcen im sozio-psycho-biologischen
System. Berlin, New York 2003 (siehe Buchbesprechung
auf Seite 149).
Er bringt die
salutogenetischen Kräfte mit der Fähigkeit zur
"Selbstregulation" zusammen. Anhand von Fragebögen
stellte er fest, in welchem Maß Patienten über
Kräfte der Selbstregulation verfügen, in wie weit sie
aus eigener Kraft immer wieder Umstände und Verhältnisse
schaffen können, die ihnen Freude und
Lust bereiten und die sie lebensgemäß befriedigen
sowie gesund erhalten.
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Über Ronald Grossarth-Maticek habe ich mich bei der UNO beschwert. Wegen Arbeitsüberlastung habe ich den Fall danach nicht weiter verfolgt.
Zu seinen fachlichen Äußerungen ist zu sagen, daß sie a) nicht nur für mich mehr als dubios klingen und b) die Vermarktung von Saftkonzentraten durch Grossarth-Maticek nicht gerade zu seiner Seriosität beiträgt...
Die AGPF hat eine Web-Seite über Grossarth-Maticek: http://www.agpf.de/Block-Training.htm
Schürholz weiter:
------------------------------------------------------------------------------- "Spontane Gottesbeziehung" als Gesundheitsfaktor Grossarth-Maticek fragt auch, welchen Einfluss positive Faktoren auf die Gesundheit haben. Dazu untersuchte er: gute Erbmasse (Eltern, die 75 Jahre alt wurden und gesund blieben), gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, gute soziale Einbindung, genügend Schlaf, gutes Stressmanagment, positive Grundhaltung, positive Anregungen, Begeisterungsfähigkeit, kein Suchtverhalten usw. - insgesamt 17 Faktoren. Bis auf das Erbgut hatten die Patienten alle übrigen 16 Aktivitäten selbst in der Hand. -------------------------------------------------------------------------------
Wie alt ein Mensch wird, hängt entscheidend davon ab, daß er nicht stirbt. Banal, aber wahr.
Wenn jemand 75 Jahre alt wird, ist er vorher nicht gestorben.
Das hängt aber weniger von der Erbmasse ab, sondern von den Bedingungen, unter denen diese Menschen leben konnten/mußten.
Der Anteil derer, die keine genetischen Beinträchtigungen haben (oder trotz dieser Beeinträchtigungen 75 Jahre alt werden können), dürfte ziemlich hoch sein, denn der Mensch als Konstruktion ist ein zähes Wesen.
Wenn der Mensch trotz seiner Gegebenheiten früher stirbt, dann nicht aufgrund DIESER genetischen Eigenschaften, sondern wegen anderer Gründe. Diese anderen Gründe sortieren aber alle Menschen aus, die diese anderen Gründe ertragen müssen.
Dazu ein Beispiel: Dachdecker fallen häufiger vom Dach als katholische Geistliche. Evangelische Geistliche dürfen heiraten. Frage: Wer lebt am längsten? Antwort : Evangelische Pastoren... Die fallen nicht vom Dach und nicht vom Fleisch...
Wird man nun bei diesen 3 Gruppen nach Menschen suchen, die 75 Jahre alte Eltern sind, wo wird man die finden? Am wenigsten unter Dachdeckern, am besten bei evangelischen Pfarrern - und über die Kinder katholischer Pfarrer redet die Kirche nicht...
Dieses kurze Beispiel (drastisch, aber wahr) beweist, daß die Genetik sich NICHT auf so eine primitive Grundlage einrichten läßt wie "Eltern wurden 75 Jahre alt".
Schürholz weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Die Auswertung der Untersuchung ergab Erstaunliches: Einzeln trägt jeder positive Faktor nur im einstelligen Prozentbereich etwas zu unserer Gesundheit bei - bis auf eine Ausnahme. Grossarth-Maticek nennt diesen Faktor "spontane Gottesbeziehung". Was meint er damit? Wenn jemand einen Beinahe-Unfall hatte und plötzlich fühlte: Da hat dir jetzt dein Schutzengel geholfen! Oder wenn für jemand etwas sehr Kritisches gut gegangen ist und er sich bei einer höhe- ren, geistigen Instanz bedankt. Also dass überhaupt mit einer höheren Instanz gerechnet wird, das macht diesen Faktor aus, der als einziger 12 Prozent erreicht. -------------------------------------------------------------------------------
Da hat ein Schutzengel geholfen. Und was ist mit denen, denen kein Schutzengel geholfen hat? Die sind entweder verletzt worden oder kamen um. Im einen Fall sind sie weg von der Erdoberfläche und im anderen NICHT gesund. Der Glaube an den Schutzengel kam erst NACH dem einschneidenden Vorfall - und zwar AUFGRUND des Vorfalls. Der Glaube an den Schutzengel hat das Ereignis ziemlich sicher NICHT beeinflußt. Ähnlich gut dürften auch diejenigen abschneiden, die als Lotto-Millionäre die richtigen Zahlen "wußten", Glücksfee sei Dank...
Wenn man sich immer die rauspickt, die Glück haben, dann ist klar, daß die, die man vorweist, die sind die Glück haben. Woran das wohl liegen mag...? (Das Wort "Zirkelschluß" hilft bei der Suche...)
Schürholz weiter:
------------------------------------------------------------------------------- - Wenn alle 17 Faktoren zusammenkommen, dann besteht zu 93 Prozent die Chance gesund zu bleiben. Wenn der gute Erbstromfaktor fehlt, dann sinkt diese Chance um ca. 20 Prozent auf immer noch gute 70 Prozent. Wenn jedoch der Faktor "spontane Gottesbeziehung" wegfällt, dann sinkt die Chance gesund zu bleiben um fast 50 auf bloße 23 Prozent. Was heißt das? Es geht auch hier um Kohärenz, um den Zusammenhang mit dem Ganzen, mit dem Heilen, um das, was der Künstler immer rund darstellt. Darin sind die Beziehungen zum Höheren, zur sozialen Mitwelt, zum eigenen Körper, zur Erde enthalten, durch die sich jeder jeweils im Zusammenhang fühlen kann. - Dieses Forschungsergebnis macht vor allem deutlich, dass isolierte, grundsätzlich gute Einzelaktivitäten noch keine Gesundheit bewirken können, dass erst deren Summe als Ganzes, also die Lebensweise im Streben nach Gesundheit, diese schaffen kann. Es zeigt aber auch, dass die sonst übliche linearkausale Denkweise zwischen einer Ursache und deren Wirkung zugunsten eines ganzheitlichen, vernetzten Denkens aufgegeben werden muss, sollen so komplexe Vorgänge, wie Gesundheit verstanden werden können. Es lässt sich auch die Tatsache daraus ableiten, dass es so viele Gesundheiten gibt, wie es Menschen gibt. -------------------------------------------------------------------------------
Falsch! Es zeigt, daß man von Statistik etwas verstehen sollte, bevor man mit Zahlen herumwürfelt und -schiebt.
A-posteriori-Beweise sind immer gut. So haben fast 100 Prozent aller Lotto-Millionäre die richtigen Zahlen gehabt... Daraus darf man schließen,
[ ] daß Lotto-Millionäre Lotto spielen
[ ] jeder im Lotto Millionär werden kann, wenn er fest genug dran glaubt,
daß Gott ihm die richtigen Zahlen sagt
[ ] der Papst am meisten im Lotto gewinnt
Zutreffendes bitte ankreuzen.
Schürholz weiter:
-------------------------------------------------------------------------------
Frage:
Auswirkungen auf die gesellschaftliche Umwelt
Es zeigt sich also eine deutliche Wechselwirkung
zwischen dem, wie der Mensch auf sich selbst schaut
und dem, wie er sein Verhältnis zur Welt gestaltet.
Gerade das ist ja wohl mit "sense of coherence" gemeint,
dieses Empfinden einer Zusammengehörigkeit
von Mensch und Welt, die durch den Menschen
gestaltbar ist. Insofern ist der salutogenetische Ansatz
nicht etwas, was nur egoistische Interessen des
Menschen bedient, sondern auch eine Wirkung auf
seine Umwelt hat. Da schließt sich für mich die
Jürgen Schürholz 118
die Drei 8-9/2004
Frage an: Was hat das für eine Wirkung auf die
soziale Umwelt? Welche gesellschaftliche Perspektiven
ergeben sich aus dem Salutogenese-Konzept?
Es gibt bestimmte Aufgaben, die wir als Gesellschaft
offenbar üben müssen. Die sich wandelnden
Verhältnisse bestimmen oder ermöglichen jeweils,
was gelernt werden kann oder muss. Wie
sich das Bewusstsein in Bezug auf die Erde geändert
hat, so beginnt es sich nun auch gegenüber
dem Menschen zu ändern - bis hinein in die
Schulmedizin. Im Deutschen Ärzteblatt (Heft
19, vom 7. Mai 2004) ist ein Artikel erschienen
mit der Überschrift: "Schulmedizin und Komplementärmedizin
- Verständnis und Zusammenarbeit
müssen vertieft werden". Ein offiziell geäußertes
Interesse für die verschiedenen medizinischen
Richtungen, für die Bedeutung der unterschiedlichen
Menschenbilder mit ihren Konsequenzen
für das Krankheitsverständnis und das
therapeutische Vorgehen, hat es bisher im Deutschen
Ärzteblatt noch nicht gegeben. Das ist ein
absolutes Novum. Dem sind natürlich einige sehr
positive "pluralistische Gespräche" in der Bundesärztekammer
voran gegangen. - Also in diesem
Sinne wirkt sich der komplementäre, ganzheitliche
salutogenetische Ansatz auch gesellschaftlich
schon aus.
-------------------------------------------------------------------------------
Da hat der Wahnsinn Anthroposophie auf die Bundesärztekammer übergegriffen - und einen Wahnsinn zu Papier werden lassen, der zu sehr ernsten personellen Konsequenzen in der Bundesärztekammer hätte führen müssen...
Schürholz weiter:
-------------------------------------------------------------------------------
Frage:
Erhoffen Sie sich auch, dass durch den salutogenetische
Ansatz, der eben die Selbstverantwortung für
die Gesundheit beinhaltet, also nicht nur die Delegation
nach außen an den Staat, an die Kassen und
so weiter, dass dadurch auch gesundheitspolitisch etwas
in Bewegung gerät über diese Zusammenarbeit hinaus,
also zum Beispiel in der Frage der Finanzierung
des Gesundheitswesens?
Als unter Bismarck die Krankenkassen eingerichtet
wurden, waren diese für die Ärmsten der Armen
gedacht, für diejenigen, die, wenn sie krank
wurden, keinen Pfennig mehr hatten. Für die
brauchte man eine Solidargemeinschaft. Heute
sind mehr als 90 Prozent unserer Bevölkerung in
einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, unter
ganz anderen gesellschaftlichen Voraussetzungen.
Bis vor kurzem gab noch jedermann seinen Krankenschein
in eine Blackbox ab. Niemand wusste,
was damit geschah und was darauf abgerechnet
wurde. Das passt natürlich überhaupt nicht mehr
zu der Individualisierung, die immer stärker voranschreitet.
Wir brauchen also ein neues Kassensy-
stem.
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Was die Ärzte machen, ist Medizin. Meist jedenfalls.
Was die Krankenversicherungen machen, ist keine Medizin, sondern eine Finanzierung - und zwar eine Finanzierung durch Einsammeln von Geld bei den Versicherten, um es dann "im Schadensfall" zur Besserung einzusetzen.
Wenn man den Kranken als Individuum höchst individuell MEDIZINISCH behandelt, ist das eine Sache der Medizin und damit der Ärzte. Mit der Bezahlung der medizinischen Leistungen hat das nichts zu tun und auch nicht mit der Individualität dieser erbrachten medizinischen Leistungen.
Stockmar und Schürholz erzählen also die Unwahrheit.
Schürholz weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Ob man gleich so weit gehen muss wie die FDP es vorgeschlagen hat, dass man die gesetzlichen Krankenkassen ganz abschafft und nur noch privat abrechnet, das brauchen wir jetzt nicht zu entscheiden. Tatsache ist aber, dass gemäß den veränderten Verhältnissen unser Kassensystem anders ausgerichtet werden muss. Es ist ja dort in der Vergangenheit massiv gegen das Prinzip einer Versicherung verstoßen worden; denn versichert werden immer nur Risiken. Wir haben aber eine Versorgungsmedizin über die Krankenkassen finanziert, die jenseits von Risiken lag. Die Sicht, dass Husten, Schnupfen, Heiserkeit, ein blauer Daumen nach dem Wochenende zum Leben und damit in die Eigenverantwortung des Einzelnen gehören, ist doch nicht falsch. Dort hingegen, wo es sich um chronische Erkrankungen oder um Erbkrankheiten handelt, wo der Einzelne in seiner Leistungsfähigkeit wirklich überfordert ist, da muss eine Solidargemeinschaft weiter eintreten. Es ist dann die Frage, ob man Solidargemeinschaften staatlich regularisieren oder ob man sie eigenständig und selbstbestimmt sein lassen will. Dafür kann es verschiedene Modelle geben. Aber dass wir bei dieser bisherigen "Vollkaskoversicherung" nicht bleiben können, ist selbstverständlich. Das heißt aber auch, dass das, was wir jetzt beklagen an Änderungen, zur Chance werden kann, gesunde Verhältnisse zu schaffen. Der innere Schritt vom Hungern zum Fasten, von der Fremd- zur Selbst-bestimmung ist jetzt angesagt. -------------------------------------------------------------------------------
Statt Verhungern heißt es also demnächst "Fasten". Während man beim Verhungern durch Nahrungsmangel unfreiwillig stirbt, stirbt man beim Fasten auch, aber durch eigenen Willen. Wie schön...
Vor allem: Wie schön ist doch dieser Wille, den man so freiwillig hat - wo doch dieser Wille nach dem Willen der Götter entsteht - und das Karma und die Unterordnung unter Götter und Karma und unter die Weißkittelmafia der Statthalter so freiwillig sind wie das Herausrücken des Geldes, wenn die entsicherte Pistole des Räubers auf die Stirn des Opfers zielt und der Abzug durchgedrückt ist... Die Kugel im Lauf der Geschichte...
Einen Aspekt erwähnt Schürholz nicht: Wenn die Krankenversicherungen wegfallen, ist auch die Kontrollinstanz weg, die die Ärzte und deren Leistungen überwacht hat. Die Ärzte können schalten und walten wie sie wollen - und die Patienten MÜSSEN *PRIVAT* zu zahlen. Das Schlaraffenland für Ärzte...
Schürholz weiter:
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Wir brauchen ein neues Kassensystem
Frage:
Sehen Sie da schon konkrete Entwicklungsansätze in
der deutschen Gesundheitspolitik? Kommt da ein
Umdenken in dieser Richtung oder ist das mehr
noch auf der Forderungs- und Hoffnungsebene? Gerade
angesichts der Gesundheitsreform, die zum 1.
Januar 2004 eingetreten ist, wird jetzt ja viel diskutiert
- über die Rolle der anthroposophischen und
homöopathischen Medizin, deren Erstattungsfähigkeit,
die Praxisgebühr usw., was jetzt wie eine Verhärtung
erst einmal auftritt?
Eine Geburt kommt nur durch Wehen zustande.
Das heißt, es gibt zunächst, Krämpfe die in
Wellen verlaufen - anders kommt ein Kind
nicht in die Welt. Etwas Ähnliches passiert jetzt
im Gesundheitswesen. Man darf natürlich die
Frage haben: Ist das so direkt vergleichbar? Das
Jürgen Schürholz 119
die Drei 8-9/2004
Kind und den Geburtsvorgang dafür hat der liebe
Gott geschaffen. Was Politiker sich hier für
unser Gesundheitswesen ausgedacht haben, ist
dagegen unvollkommen und bruchstückhaft.
Aber mal jenseits davon die positiven Ansätze
gesucht: Dass man überhaupt im Gesundheitswesen
von Eigenverantwortung spricht, das war
anfänglich noch eine Karikatur. Das hieß nämlich
nichts anderes als "selber bezahlen". Allmählich
bekommen diese Begriffe "Eigenverantwortung"
und "Selbstverantwortung" aber
Inhalt. Die Patienten begegnen den Ärzten anders,
die Patienten prüfen auch, ob sie jetzt
fremde Hilfe in Anspruch nehmen müssen oder
nicht. Insofern kommt etwas an Mündigkeit
zum Tragen, was ohne diese veränderten Verhältnisse
nicht zustande gekommen wäre. - Was
Sie ansprechen zur Erstattung der anthroposophischen
und homöopathischen Medizin ist ja
noch etwas anderes. Unter dem salutogenetischen
Gesichtspunkt ist die Regelung, die nicht-
verschreibungspflichtigen Arzneimittel nicht
mehr zu erstatten, natürlich kontraproduktiv.
Wieso? Verschreibungspflichtig sind Medikamente,
wenn sie ein höheres toxikologisches Risiko
haben. Dass ausgerechnet die Arzneimittel,
die ein geringes toxikologisches Potenzial haben,
aus der Erstattung genommen wurden, ist für
die Volksgesundheit von Nachteil. Aber dass die
Menschen immer mehr in die eigene Entscheidung
und eigene Verantwortung kommen, ist
eine positive Entwicklung.
-------------------------------------------------------------------------------
Die Erstattung erfolgt (zum größten Teil, aber leider nicht ganz) aufgrund der Wirksamkeit eines Mittels. Wirksame Mittel sind meist giftig. Im Umkehrschluß sollte man Operationen nur noch mit stumpfen Skalpellen durchführen, denn scharfe werden verboten, weil die schneiden...
Schürholz weiter:
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Frage:
Kann man sagen, dass das Setzen auf Fitness und
Wellness, wie es ja seit 10, 20 Jahren deutlich zu
beobachten ist, hier eine gewisse Vorreiterrolle spielt
- gerade im Hinblick auf die Entwicklung von Eigenaktivität?
Das ist ja ein Bereich, der für viele
Anthroposophen erst einmal fremd ist, diese Art sich
mit dem eigenen Körper zu beschäftigen...
Das würde ich unbedingt bejahen. Wenn wir vorhin
gesagt haben, dass durch die pathogenetisch
orientierten Medizin und das Versicherungswesen
der Patient in eine passive Rolle gedrängt wird
und dass er dem entsprechend alle Heilung von
außen erwartet, dann ist dieser Trend zu Fitness
und Wellness ein positiver Schritt in die richtige
Richtung. Wenn man bedenkt, dass die Menschen
sich das ja etwas kosten lassen, während sie
früher für ein Hansaplast das Geld von der Krankenkasse
erwarteten, dann bereitet diese Welle
das Verständnis dafür vor, dass jeder für seine Gesundheit
selbst mit verantwortlich ist. Da wird
etwas positiv gebahnt. Jetzt kommt es darauf an,
allgemein verständliche Gesichtspunkte zu ent-
Jürgen Schürholz 120
die Drei 8-9/2004
wickeln, die zeigen: Dein Üben kann auch noch
über die körperliche Fitness hinausgehen, du hast
auch noch eine Seele, die möchte auch gesund
entwickelt werden, dafür gibt es auch Übungen.
Nur so kann die psychosoziale Gesundheit, die
wir so notwendig brauchen, entstehen.
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Nein, das ist keine "psychosoziale Gesundheit", sondern das ist Terrorismus: der Kranke ist selbst schuld an seinen Krankheiten, denn die sind die Strafe für Vergehen in früheren Leben. Und er MUSS diese Strafe ertragen, damit er es in einem FOLGENDEN Leben besser hat. DAS ist die Logik der Anthroposophen und DAS will Schürholz hier verkaufen. Weiter oben hat er die Mechanismen schon beschrieben.
Schürholz weiter:
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Frage:
So umspannt Salutogenese also ein großes Spektrum
- vom aktiven Ergreifen der eigenen Leiblichkeit bis
zum Aufbau eines Gottesbezugs, wie es Grossarth-Maticek
nennt; als Anthroposophen würden wir da
vielleicht von dem Versuch sprechen, eine Verbindung
zu seinem höheren Selbst herzustellen.
So ist es. Es ist die geistig-seelisch-körperliche
Ganzheit, die jetzt stärker bewusst wird und
nach der man sich gesellschaftlich auszurichten
beginnt. Goethe spricht von der Verehrung dessen,
was über uns ist, also der geistigen Welt,
was neben uns ist, den Menschen, und was unter
uns ist, der Erde, der Natur: Diese Dimensionen
werden durch die Salutogenese wieder in
Zusammenhang gebracht. Auch Nefiodow bemerkt,
dass sich die psychosoziale Gesundheit
nur im Zusammenhang mit einem erweiterten
Gesundheitsbegriff entwickeln kann, der auch
eine gesunde Erde mit meint.
-------------------------------------------------------------------------------
Und wieder die "geistige Welt" und wieder der religiöse Irrsinn, der hinter der Anthroposophie steht.
Weiter:
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Gesundheit über den Tod hinaus
Frage:
Rudolf Steiner stellt ja die Zusammenhänge zwischen
Gesundheit und Krankheit noch in einen größeren
Kontext, wenn er immer wieder deutlich
macht, dass ein bestimmtes seelisches Verhalten in
einem Leben, also auch das Interesse, das ich für
meine Umwelt entwickle, den Gesundheitszustand
in einem nächsten Erdenleben prägt, also dass die
Salutogenese, wenn man diesem Gesichtspunkt folgen
will, über den Tod hinausreicht. D.h. auf der
einen Seite, dass ich heute Fähigkeiten entwickle
und damit in den mitgebrachten Gesundheitszustand
in diesem Leben hereinwirke, aber gleichzeitig
auch etwas für die Zukunft anlege?
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"Gesundheit über den Tod hinaus" - genau das. Von einem Leben zum nächsten. Und die Ärzte als Statthalter und Organisatoren schalten und walten und der einzelne Mensch muß sein Schicksal willig und demütig ertragen.
Wir wundern uns im Westen über die asiatische Fähigkeit zum Ertragen von Leid, über die Unterordnung und Unterwerfung unter die Mächtigen. Hier haben wir vor uns genau dies: 2 Personen, die hier in Deutschland, im Jahr 2004 das einführen wollen, was wir bei den Asiaten kopfschüttelnd zu Kenntnis nehmen: ein Herrschafts-, Unterwerfungs- und Ausbeutungssystem, bei dem die Unterdrückten ihr Schicksal auch noch FREIWILLIG und im Glauben an die Macht der Götter auf sich nehmen.
Dabei haben wir - gerade in Deutschland - so viel Unterordnungs- und Machtwahn erlebt, daß man fast versucht war, glauben hoffen zu dürfen, daß die Menschen daraus gelernt hätten...
Schürholz weiter:
------------------------------------------------------------------------------- Ja. Auf den ersten Seiten von Rudolfs Steiners Schulungsbuch Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? steht, dass der einzelne Mensch zwar nicht bestimmen kann, ob er gesund oder krank ist, dass aber jeder nach Gesundheit streben kann. Das heißt zunächst einmal: Ob ich in diesem Leben eine gesunde Konstitution mitbringe oder nicht, ist die Folge von früheren Leben. Wenn ich diesen Begriff der Reinkarnation habe, dann birgt er in sich ja schon die gesundende Entwicklung. Wir hatten eingangs gesagt, dass die die Wunde schließenden Kräfte die Wunde voraussetzen. Wenn ich diese Zusammenhänge sehe, dann entwickle ich ja, wenn ich jetzt nicht diese gesunde Konstitution mitbringe, an der Krankheit, die ich gerade durch‚zumachen habe, Kräfte, die für die nächste Inkarnation Gesundheit bedeuten. Wenn also unser Verhalten Konsequenzen hat, die über den Tod hinausgehen und sogar das nächste Leben betreffen, dann ist es höchste Zeit, dass dieser Salutogenese-Begriff Platz greifen kann, damit immer mehr Menschen erkennen: Ob ich gesund bin oder nicht gesund bin, hängt auch von meiner Aktivität ab. Das, was wir bisher im Gesundheitswesen hatten, dass eben die Passivität durch die Art und Weise der Rechtslage forciert wurde, das war – unter dem Gesichtspunkt der aufeinanderfolgenden Inkarnationen – tragisch. Wenn die Menschen jetzt wieder mehr in die Eigenaktivität kommen, hat das im Sinne von Gesundheitsförderung große positive Auswirkungen auch für die Zukunft. Dr. med JÜRGEN SCHÜRHOLZ, Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte, Roggenstr. 82, 70794 Filderstadt. -------------------------------------------------------------------------------
Schürholz wörtlich:
------------------------------------------------------------------------------- Ob ich in diesem Leben eine gesunde Konstitution mitbringe oder nicht, ist die Folge von früheren Leben. Wenn ich diesen Begriff der Reinkarnation habe, dann birgt er in sich ja schon die gesundende Entwicklung. -------------------------------------------------------------------------------
Das ist schlichtweg geisteskrank. Das hat in der Medizin
nichts zu suchen. Das ist Terrorismus. Das ist Sadismus. Das muß
gestoppt werden. Sofort!
Nie wieder solchen Irrsinn in der Medizin!
Niemals wieder!
Aribert Deckers
Anmerkungen: über die Drahtzieher im Hintergrund * [ Prof. Klaus-Dietrich Bock und Prof. Manfred Anlauf ] [ Am Ende des Weges: Magie als Kassenleistung ? ] [ Die Jünger STEINERs in der Gesundheitspolitik ] Anthroposophische "Medizin" = praktizierter Wahnsinn * [ Wahnsinnige in weißen Kitteln ] * [ Blanke Gewalt bis in den Tod ] * [ Russisches Roulette mit Kindern ]
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Aribert Deckers