Datum: 20.07.2001 23:37:32 Autor: Udo Teichmann ©
G8-Gipfel, die Maske fällt


Karl L.: Besonnenheit!
Lieber Karl L.,

seien Sie bitte besonnen.
Schauen Sie sich bitte selbst die Bilder an bei corriere.it.

Von mir werden Sie keinerlei Hähme über den unglücklich ums Leben gekommenen jungen Mann hören. Aber versetzen Sie sich bitte einmal fairer Weise in die Lage der Polizisten, die in dem Jeep kauerten, dessen Fenster schon weg waren, in den hinein schwere Bretter gestoßen wurden, wo von hinten eine gefährlicher Metalkörper hineingeschleudert werden soll, der schwerste Verletzungen verursachen könnte, selbst wenn er keine getarnte Rohrbombe wäre.

So darf eine politische Willenskundgebung nicht formuliert werden. Hier wurden die Carabinieri dieses Jeeps gezielt gehetzt, bis sie frontal vor einer Häuserwand festgenagelt wurden und von allen Seiten bedrängt wurden. Überlegen Sie mal, was das bedeutet: die Angreifer waren tausendmal im Unrecht und die angegriffenen Beamten durften sich wahrhaftig ihrer Haut erwehren, unter dieser massiven Bedrohung, in dieser verfahrenen Situation direkt vor der Hauswand stehend, wo Flucht nicht möglich war, da durften sie sich eines lebensgefährlichen Angriffs auch mit der Schußwaffe erwehren: Seien Sie fair!

Oder befürworten Sie es, daß Polizisten zu Tode geschlagen werden, heulen aber blindlings auf, wenn ein Angreifer dabei in Notwehr getötet wird? So weit darf es doch nicht gehen!
Die jungen Gewalttäter waren im Unrecht.

Trotzdem ist es bitter und traurig, daß ihr unvernünftiges und verwerfliches Vorgehen einen der jungen Leute das Leben gekostet hat. Da ist Haß auf die Angegriffenen fehl am Platz: Es muß vielmehr zur Besonnenheit zurückgekehrt werden und immer wieder jedermann klargemacht werden, daß Gewaltanwendung zur Durchsetzung politischer Zwecke, und seien sie noch so edel, undemokratisch und unmoralisch ist.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Teichmann