Datum: 17.08.2000 23:27:55 Autor: Udo Teichmann
Dieses Forum ist dem Verfall anheim gegeben!
Adieu, Freiherr
Mein letzter Beitrag, ich widme ihn Ihnen:
Ich habe mich immer vehement dagegen ausgesprochen, wenn politisch anzügliche Spielchen getrieben wurden, in denen man an
Vorurteile von schlecht orientierten Mitmenschen appelliert hat. Wenn sprachlich so undifferenziert "rechte" Positionen generell als
ächtenswürdig hingestellt werden, dann ist das so unlauter wie die Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft.
Wo immer das herkommt und gegen wen immer es gerichtet ist, ich werde immer vehement gegen unsaubere politische Spielchen
angehen, in denen mindesten billigend in Kauf genommen wird, daß Mitmenschen verhetzt werden. Wer Gewalt ächten will, muß
sorgfältigst darauf achten, nicht Positionen und Verhaltensweisen mitzuächten, die zu unseren demokratischen Mindeststandards
gehören. Verfassungskonforme "rechte" Positionen dürfen nicht "geächtet" werden, sie haben ein verfassungsmäßiges Recht darauf,
sich zu artikulieren und für sich zu werben. Deshalb ist auch solch eine Sprache eine Verletzung unserer Verfassungsgrundsätze.
Wir wollen rechtsextremistische Gewalt ächten, weil sie verfassungswidrig mit Gewalt Politik austragen will. Wenn wir aber auch die
verfassungskonforme Artikulation von "rechts" ächten
Ja haben wir denn total den Verstand verloren? Man kann mit super Argumenten, mit Appellen an Fairness und Anstand, an die
bewährten Grundwerte unserer Verfassung, an historisches Gewissen und Zukunftsoffenheit gegen rechtsextremistische Gewalt
argumentieren
denkfaule Masse?
Mit freundlichen Grüßen, Ihr
Udo Teichmann